Übersichtskarte

Jenseits von Afrika

Dienstag, 03.07.2018

"Seid ihr schon im Sabbatfieber?", das fragen uns immer mehr Freunde und Bekannte. Und tatsächlich wurde ich von den Eltern meiner Klasse schon auf unserem Klassenfest verabschiedet. Es war eine wunderbare Feier. Ein kleines Känguru und ein schweizer Taschenmesser mit meinem eingravierten Namen wird uns auf unserer Weltreise begleiten. So wie es aussieht, sehe ich diese tollen Eltern erst in 14 Monaten wieder. Das ist schon ein komisches Gefühl. Alle Kinder haben uns wunderbare Wünsche mit auf den Weg gegeben, das geht schon ans Herz.

Roman

Außerdem hält Frank noch zwei Lesungen ab, eine in Linden und eine im Stadtzenrum. Hoffentlich kommen viele Leute. Viele Leser des Romans haben im Internet schon sehr positive Bewertungen abgegeben und tolle Rezensionen geschrieben. Alle, die diese Zeilen lesen, bitte ich, ein bisschen Reklame zu machen.

Noch liegen 8 Wochen in Deutschland vor uns, bevor es dann von München aus am 31. August 2018 nach Windhok in Namibia geht. In nächster Zeit wollen wir noch Freunde und Familienmitglieder besuchen, ein bisschen Feiern und den Sommer in Hannover genießen. Wer möchte uns einladen?

Liebe Grüße senden euch Frank und Thomas

Kaum zu glauben - aber wahr!

Montag, 03.09.2018

Tatsächlich sind wir jetzt in Namibia – fünf Wochen werden wir dieses tolle Land bereisen und davon berichten. Die erste Woche verbringen wir in der Hauptstadt Windhouk.

christuskircheParlament und ParkSkiline von Windhoekunser erstes Domizil

  auf du und du mit KänguruEiner der 6 Hunde

Wir wohnen bei Rolf und Herrmann und ihren 6 Hunden.

   Lehrer unterwegsGoche Ganas

In den vergangenen 36 Stunden haben wir schon die Stadt erkundet, waren in einer Lodge schwimmen und haben die ersten Giraffen, Affen und Antilopen gesehen und letztere auch gegessen.

Sonnenbad mit Aussicht

Rolf hat so viele Tipps für uns parat, dass wir an einem ruhigen Abend erst einmal viel davon aufschreiben müssen, um nicht alles wieder zu vergessen. Gestern haben wir seinen Rat befolgt und waren einen Tag lang in der Gocheganas-Lodge zum Schwimmen und Sonnenbaden.

Wir danken allen, die uns geschrieben haben. Von Theo weiß ich, dass es der 3a gut geht, prima! Hoffentlich haben alle in der Schule Birgits Geburtstag gefeiert bis die Schwarte kracht! Viel haben wir in unseren diversen Reiseführern schon über Namibia gelesen, aber es ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes, alles mit eigenen Augen zu sehen. Die Pflanzenwelt ist allerdings eher enttäuschend zu dieser Jahreszeit. Im Botanischen Garten waren wir daher auch die einzigen Gäste.

 Botanischer Garten WindhukBotanischer Garten

Jakaranda????Sundowner bei Martin

Nur in den Gärten der Privathäuser, wo auch jemand die Pflanzen gießt, ist es schöner. Das konnten wir auch bei Martin und Jana und ihren drei Jungs sehen, als sie uns zu unserem ersten Braai in ihr Haus eingeladen haben. Noch einmal unseren herzlichsten Dank für diesen wunderbaren Abend. Morgen ist unsere Windhukzeit dann auch schon rum. Wir holen unser Mietauto und dann machen wir uns auf in unsere erste Lodge am Waterbergplateau.

Ein herzlicher Empfangder Weg zu unseren Bungalow schöner geht es nichtsmaltalk am pool

Was für ein wundervoller Auftakt. Unsere erste Lodge ist paradiesisch. Am ersten Tag waren wir insgesamt 14 Gäste, am letzten Tag nur 4. Die Angestellten haben sich für unsere Fragen viel Zeit genommen. Sogar einen Einblick in die Klicksprache der Damara konnten wir von der Managerin bekommen. Und wer denkt, wir hätten uns nur verwöhnen und durch die Wildnis kutschieren lassen, der irrt. eine lange und anstrengende Wander- und "Klettertour" hat uns auf das Waterbergplateau geführt. Wenn das so weiter geht, kommen wir schlank und durchtrainiert von unserer Weltreise zurück.

Thomas, Thomas, du musst wanderngeschafft!!! top of the hillda waren wir zu Fuß natürlich mit Känguru

Es gibt so viele Pflanzen, Säugetiere und Vögel zu sehen, dass selbst Frank hin und wieder nicht durch die Linse seines Fotoapparats schaut und seinen Blick vom erhöhten Sitz des Jeeps einfach zusammen mit mir schweifen lässt. Eigentlich müssten wir noch andere Tierfotos einstellen, aber es warten ja noch weitere Abenteuer auf uns, darum lassen wir es bei wenigen Impressionen bewenden.

sundowner am hipposeekleine Tierauswahl über 240 Vogelartennicht alle fliegen weg waterbock mit weißem KreisZimmergenosse (harmlos)

Falls ihr es noch nicht wisst: Man kann die Bilder durch Anklicken auch vergrößern. Viel Spaß bei unserer kleinen Diashow wünschen Frank und Thomas.

Inzwischen sind wieder einige Tage vergangen. Wir haben in tollen Lodges gewohnt, haben interessante Menschen kennengelernt und unglaublich viele Tiere gesehen. Aber eine Sache ist kaum zu glauben: Frank und ich sitzen beim Dinner in der architektonisch sehr modernen und gelungenen Luxuslodge Emanya, als sich eine Frau zwei Tische weiter erhebt und auf uns zukommt. Wir können es nicht fassen: Vor uns steht Andrea aus Hannover. Wir hatten uns einige Jahre nicht gesehen, sie ist inzwischen "erblondet" und mit Bernd in Namibia unterwegs. Frank und ich sind in den vergangenen Jahren in die Breite gegangen, trotzdem haben wir uns sofort wiedererkannt. An diesem Abend kamen wir erst sehr spät ins Bett, obwohl es am nächsten Tag in den Etoscha Nationalpark gehen sollte.

Vorsicht beim Überholenein Rudel Antilopen am Wasserloch  unsere erste Löwin im Etosha Park

Kaum waren wir im Etosha Nationalpark, schon hatten wir ein nicht zu toppendes Erlebnis: In einer Senke machten sich Geier über Aas her, im Kampf mit einem Marabu. Doch kaum tauchte die Löwin auf (s.o.) herrschte gefrorene Stille und niemand regte sich.

ElefantentreffenHalbstarke

 

Danach sahen wir an einem der Wasserlöcher viele verschiedene Tiere: rivalisierende Zebras, Elefanten und Antilopen sowie Giraffen. Nach vier Tagen in der Etosha Pfanne führt uns unser Weg in unsere Etosha Safari Lodge. Vielleicht bieten sie dort eine geführte Nachtsafari an, das wäre toll, denn wir müssen privat immer vor Sonnenuntergang in der Lodge zurück sein. Und das ist schon um 18 Uhr.

Nachdem wir den Etosha Nationalpark verlassen haben, ging es ins Etosha Safari Camp, eine bunte und aus einigen Recyclingmaterialien witzig dekorierte Herberge. Ganz im Gegensatz zu den staatlichen Unterkünften im Etosha Park „Halali“ und „Okaukuejo“. Wir hatten den Eindruck, als wenn dort mit sozialistischer Hand und unfreundlicher Grenzbeamtenmentalität des Rezeptionspersonals die Atmosphäre einen Dämpfer bekam. Dennoch … wir hatten alles, was wir brauchten und was zum Leben notwendig ist. Schlichte, farblos staubiges Ex- und Interieur. Aber, wir wollten Abenteuer und das gehört dazu. Private Unterkünfte lassen sich da sehr viel mehr einfallen. 

staatliches Okaukuejo Camp im EtoshaEtosha Safari Camp lustig buntFrank so groß wie ein ElefantPooltagThomas unter der Duscheselfie beim Frühstück im Etosha Safari Campabgesägte Schubkarre als Sitzgelegenheit - sehr innovativ

Was im Etosha Park begann, wird sich nun, wie wir nun von anderen Gästen erfahren haben, fortsetzten. Die Gravelroads (Schotterpisten) werden gen Südwesten immer heftiger. Auch bei den kilometerlangen Anfahrten zu den Lodges hat man manchmal das Gefühl, als sei die „Straße“ Opfer eines Bombeneinschlags geworden. Huckel, spitze Steine, Riffelwellen sind manchmal kilometerweise an der Tagesordnung. Dann folgen wieder gute Pisten. Ein Aufatmen gibt es, wenn man wieder die wenigen Teerstraßen erreicht, durch die man aber nicht in die entlegeneren Gegenden und Lodges kommt. Auf der Bambatsi Guestfarm, der ältesten touristisch geführten Farm Namibias unter deutscher Leitung von Inge und Gerald lernten wir Gäste kennen, die schon drei Reserveräder verschlissen hatten. Thomas und ich hoffen, dass uns das so lange wie möglich erspart bleibt. Der Horror wäre, auf einer einsamen Strecken, fern ab jeglicher Zivilisation eine Reifenpanne zu haben und die Autovermietung anzurufen. Ein Reserverad haben wir ja dabei, aber wann war unser letzter Reifenwechsel?

Blick vom Bett auf die weite afrikanische EbeneDie Bambatsi Guestfarm afrikannische Combo spielt beim AbendessenAbendstimmung 1Abendstimmung 2

Von der Bambatsifarm aus haben wir den Fingekliff erkundet, ein 35 Meter hoher, durch Erosion entstandenes Wahrzeichen dieser Gegend. Mit einem tollen Blick auf die weite Ebene erheben sich die Tafelberge. Mit wenig Fantasie denkt man an die Malborowerbung im Monument Valley in den USA. 

Frank räumt auf an der Fingeklippeups, auch das Känguru ist an der Fingeklippe zu findenThomas besteigt die FingeklippeTafelberge

Zurzeit sind wir zwei Nächte in der „White Lady Lodge“ am Brandberg, dem heiligen Berg der Damara, wo wir eine Wanderung mit einem Führer zu den 5000 Jahre alten Felszeichnungen der White Lady gemacht haben. Witzigerweise ist es keine Abbildung einer weißen Frau sondern eines männlichen Schamanen.

hallo?auf dem Weg zur White LadyElan auf SteinWhite LadyWhite Lady - Schamane

Die Lodge besticht dadurch, dass sie in den Unterkünften keinen Strom anbietet, nur eine Batterie betriebene Funzel und eine Gaskartusche für die Warmwasserdusche. Lesen ist also schlecht im Bett. ??? Deshalb schauen wir uns die mitgebrachten DVDs mit Miss Marple, James Bond und eine Staffel Aliens. Oder wir lassen uns etwas anderes einfallen ... auch gerne mit Wein auf der Veranda. WIFI an der Rezeption schon, aber wenn der Akku leer ist, wird‘s eng. Deshalb bedienen wir uns frecherweise an der Steckdose, die morgens den Toaster mit Strom füttert. Man lässt uns gewähren.Das Faszinierenste ist aber wirklich die absolute Abendstille mit Tiergeräuschen und flirrenden Fliegen. So etwas haben wir in Europa noch nicht erlebt. Die White Lady Lodge bieten einen fast schon luxeriösen kleinen Park mit Minipool, der uns in der Halbwüste an ein Holodeck von Star Trek erinnert. Unwirklich! Er harmoniert aber nicht mit dem spartanischen Service, denn selbst bei üppigem Trinkgeld entlockt man den Angestellten kien zufriedenes Lächeln. Nur bei der Begrüßung sind sie zuvorkommender. Und immer wieder dieses eintönige "How are you?", was im Grunde keine interessierte Frage darstellt. Aber auch hier, kann man wunderbar überleben. Morgen geht es auf das nächste Abenteuer: 207 Kilometer Gravelroad. Und wie das laufen wird, erzählen wir später.Noch ein paar Tiere in der Zwischenzeit. Süß oder?

Zebra mit MamaAug in Aug und nicht eingecremt Löwin mit KindErdmännchen was für ein Schwanz als WindschutzKudu auch lecker als Schnitzel ups, das ist kein Tier

Entgegen unseren Erwartungen war die Fahrt zum Omandumbo Zeltcamp doch kein großes Problem. Wir konnten uns sogar ein Zelt bei Claudia aussuchen. Claudia ist eigentlich eine Friseurmeisterin und hatte viele Jahre in Swakopmund einen Salon. Es scheint hier für viele Menschen typisch zu sein, mehrere Jobs im Leben zu haben. Und so kommt es, dass sie uns jetzt als Campchefin bewirtet und tolle Tipps gegeben hat. Sie hat Frank sogar eine Shiatsuanwendung in Swakopmund vermittelt, um seine Schmerzen, die nun schon seit sechs Wochen andauern, zu lindern.

Umandumbo Zeltcampunser Zelt mit Bad

Im Zeltcampf ging es sehr familiär zu und wir kamen sofort mit den anderen Gästen in Kontakt, sodass wir spannende Biografien und Erlebnisse kennenlernen durften. U.a. haben wir den Produzenten unserer Feuermelder in Deutschland getroffen, der zudem eine eigene Lodge in Uganda aufbauen möchte. Sehr spannend! Auch wenn uns das Camp sehr gefallen hat, würden wir doch keinen Zelturlaub machen, denn neben unserem Zelt standen Büsche, die permanent einen unangenehmen Geruch verströmten ("Kack"baum). Dazu kamen bei schwüler Hitze von 35 Grad im Kessel des Erongogebirges laut brummende Fliegen, die immer in die Nasen- und Ohrlöcher eindringen wollten. Ausflüge haben wir natürlich auch gemacht und zwar zum San-Living-Muesum, wo die ehemaligen Buschmänner und -frauen Touristen auf ihre Traditionen aufmerksam machen. Sie haben uns ihre alten Felszeichnungen gezeigt, wie man Fallen für kleine und  große Tiere stellt und wie Frauen aus zerbrochenen Straußeneierschalen Schmuck herstellen.

wir machen uns auf den WegSan in ihrer Landschaftunsere San-FührerSan beim FeuermachenFrauen beim Schmuckherstellen

Leider können wir nichts kaufen, weil unser Gepäck eh schon zu schwer ist. Und wir haben ja noch einiges vor uns. Der nächste Ausflug führte uns in die Bergewelt des Erongo als Sundownerfahrt, wo wir weitere Felsmalereien bewundern konnten.

jenseits der Ngnong Bergeperfekt getarntEssensreste eines Leoparden

Inzwischen sind wir in Swakopmund bei Gudrun angekommen. Sie, ihre Mutter und die kleine Emylie mit den beiden süßen Hunden haben uns sehr herzlich aufgenommen. Hier bleiben wir vier Nächte. Natürlich erleben wir einen totalen Klimawandel an der Atlantikküste. (von 35 Grad auf 17 Grad) Endlich kommen unsere Jacken, Pullover und langen Hosen zum Einsatz. Gudrun wird so nett sein und unsere benutzte Kleidung durchwaschen. Wir leben echt in einem schönen Kleinod am Rande der Stadt und dennoch nah am Zentrum.

Swakopmund am AtlantikFarbkomposition  schäumende Gischtlange Lulatsche

Am heutigen Tag, dem 24.9.2018, haben wir noch in letzter Sekunde eine Livedesert-Tour mit der Firma Etangola bekommen, exklusiv durch Gudruns Einsatz arrangiert. Nur wir zwei mit unserem Guide Burger, dem Chef von Etangola. Er hat uns die Namibwüste in allen Varianten nahegebracht. Eine Superempfehlung.

Wüstenkänguru mit WüstenroseFrank mit Landrover

Sidewinder

Zuerst ging es hinter die Dünen im Norden von Swakopmund. Nach ein bisschen Suchen fand Burger auch gleich eine kleine Schlange "The Sidewinder", die es durchaus schaffen kann, dem Menschen ein Gift zu verabreichen, das katastophale Folgen hat. 

 Narra, eine Gurkenart mit viel Wasser und NährstoffenEidechse

Es ging die Dünen rauf und runter auf der Suche nach unseren 'Small Six' - Känguru, Schlange, Spinne, Gecko, Vogel, Eidechse.

Spinne mit NetzGeckoVogel

Zu unserer großen Freude führte uns Burger dann aus den Sanddünen in eine Region, die der Mondlandschaft ähnelt. Auf unserem Weg kamen wir an einer Steinwüste mit Flechten vorbei. Schon eine kleine Wassermenge sorgt dafür, dass sie innerhalb weniger Minuten zu neuem Leben erwachen.

Wasser - Lebenselexierwie auf dem Mond  Welwitschie Pflanze

Die hier endemisch vorkommende Welwitschie Pflanze wächst pro Jahr nur fünf Milimeter, sodass diese auf dem Foto an die 2000 Jahre alt sein wird. Ihre Wurzeln ragen bis zu 30 Meter in den Boden hinunter, um an das Grundwasser oder die Feuchtigkeit im Untergrund zu kommen. Der helle Wahnsinn. Welwitschie befindet sich auch im Wappen Namibias. Nochmals unseren herzlichen Dank an Burger von Etangola für diese tolle Erfahrung. Wir geben dir 5 Sterne und wünschen Dir viele neue Kunden, die genauso begeistert sind wie wir. Am nächsten Tag ging es nach einer regenreichen Nacht !!! nach Walvis Bay zu unserer Katamaranfahrt. Die Tour startete um 9 Uhr bei klirrender Kälte. Kein Wunsch blieb offen. Schon kurz nach Abfahrt sprang die kleine Robbe Bubble auf den Katamaran und verzückte die Gäste. Ein Bulle folgte, fraß Heringe und ließ sich anstandslos knuddeln und streicheln.

unser Katamaran, eine Empfehlung von GudrunJackson mit Fischeimer

dicke Freundschaftboah, ist das schön ...und kalt

Die nächste Attraktion waren die Pelikane auf unserem Katamaran.

trautes Pelikanpaarkam ohne Scheu an Bord

Die Delfine und der Buckelwal wollten leider nicht auf unser Boot kommen.

DelfineBuckelwal in Sicht

Die Robbenbank erinnerte uns stark an Rimini mit seinen Sonnenanbetern in der Hochsaisson. Zwischendurch zeigte sich einmal kurz die Sonne. Wir schlürften Champagner, überließen die frischen Austern aber lieber den anderen Gästen. Fingerfood reichte uns völlig.

boah, so was hab ich noch nie gesehenauch so was haben wir entdecktRobben in Rimini und viel Getöse 

Wir haben die Tage in Swakopmund und besonders bei Gudrun und ihrer Familie mit den beiden süßen Hunden sehr genossen. Vielen Dank an Gudrun. Sie ist eine absolute Empfehlung für alle Namibiareisenden, die eine herzliche Unterkunft suchen. Auf geht's morgen ins Desert Quiver Camp bei Sossusvlei mit den höchsten roten Dünen der Welt. Auf dem Weg dorthin kamen wir an unglaublich schönen und abwechslungsreichen Berglandschaften vorbei.

da bleiben keine Wünsche offenDessert Quiver Camp

Unsere Unterkunft ist TOPP! Umgeben von einer Gebirgskette mit vorgelagerter Buschsteppe fühlen wir uns priviligiert und genießen die Abgeschiedenheit. Für den Abend haben wir alles Notwendige für einen Grillabend (Braai) zu zweit an der Rezeption bestellt.

Braai Feuer

Mit einem Glas Wein in der Hand staunen wir über den fantastischen Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre. Und weil es hier so schön ist, machen wir unser Sternen- Braaiprogramm zwei Nächte lang. Tagsüber geht es aber natürlich noch ins Sossusvlei. Diese Dünenregion hat die Ausmaße der Schweiz und nennt sich Namib Naukluft Park. Ein Muss für uns ist das Erklimmen von "Big Daddy" mit 375 Höhenmetern. Dafür brechen wir morgens sehr früh auf, um der Hitze zu entgehen. Um 8.05 Uhr beginnt der Aufstieg. Um 10.20 Uhr liegen wir uns glücklich in den Armen. Wir haben es tatsächlich geschafft!!!

höher geht es nicht in Namibias DünenlandschaftFrank auf GradwanderungHerausforderund Aufstieg geschafft !!!!glücklich, stolz, erschöpft atemberaubende Ausblicke zur Belohnung

Nach einer halben Stunde mit fantastischem Rundblick über die Berg- und Dünenwelt lassen wir uns den steilen Abhang ins Death Vlei hinuntergleiten. Dort erwartet uns eine bizarre Landschaft mit abgestorbenen Akazien.

unsere Schatten im Deathvleikünstlerisch wertvoll? Deathvlei MotiveFotomotiv  

 Es war unbestritten eine der Höhepunkte unserer bisherigen Reise. Danach ging es weiter über eine atemberaubende Schotterpiste (C27) zu unserer nächsten Herberge, die Koiimasis Ranch. Auch diese erreichten wir zum Glück ohne Reifenpanne. Das liegt sicher daran, dass der Schutzengel von Elisabeth und Wolfgang immer fröhlich an unserem Autoschlüssel baumelt und Jies Glücksbringer in unserem Portemonnaie alle bösen Geister von uns fern hält. Fest Inn Fels nennt sich unsere Unterkunst. Teilweise waren wir hier ganz für uns allein. Ein Spaziergang um die etwas abgelegene Farm verkürzt uns den Tag. Federvieh in allen Variationen wird hier gezüchtet und gemästet. Rinder konnten wir nur durch ihr Blöken erahnen. Tagesausritte mit den Pferden des Camps wurden nur ab einer Personenzahl von 2 angeboten. Franks Rücken war dafür aber noch nicht fit genug. Aber auch das Chillen am Pool ist ja ein wichtiger Bestandteil während unserer Weltreise.

unser Fest Inn Fels LodgehouseWanderung in der FarmregionKoiimasi Pferd

Inzwischen ist der September fast vorüber. In Deutschland haben die Herbstferien begonnen und ich wünsche allen Kollegen und Kolleginnen der Grundschule Am Lindener Markt und ganz besonders meinem Team und den Kindern der 3a eine genauso tolle Zeit, wie wir sie hier verbringen. Wie auf einer kostbaren Perlenkette reihen sich die Tage aneinander. Die Fahrten von Lodge zu Lodge sind inzwischen landschaftlich sehr abwechselungsreich. Wir sehen allerdings nur vereinzelt Tiere. Oryxantilopen sind durch ihre markanten Zeichnungen besonders eindrucksvoll. Kein Wunder, dass sie als Wappentier Namibias ausgesucht wurden. Auch eine Straußenfamilie mit vielen Küken kreuzte unseren Weg. Apropo Weg. Gestern haben wir eine Nacht im Bahnhofshotel von Aus verbracht. Die Straße dorthin war die letzte Schotterpiste, die wir in Namibia zu bewältigen hatten. Von nun an warten auf uns Traumpisten in Asphalt!!! Aus war vielleicht mal ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, dann fiel alles in eine Art Dornröschenschlaf, bis die Chinesen die Bahnstrecke erneuert haben. Überhaupt sind chinesische Firmen in Namibia stark vertreten. Viele Großbauprojekte wurden von ihnen realisiert. Aus wächst von Jahr zu Jahr, doch für unsere Verhältnisse ist es ein verlassenes Kaff. Wir haben nur einen kurzen Weg zum Minishop neben der Tankstelle unternommen. Das Aus-Bahnhof-Hotel ist mit Abstand das schönste Gebäude im "Ort". Das Essen hier wird auch im Reiseführer sehr lobend erwähnt. Toller Lattemachiato und Kiwi- bzw. Passionsfruchtkäsekuchen vertreiben uns den Nachmittag.

Am nächsten Morgen düsen wir über die neu asphaltierte Straße. Immer schnurgeradeaus führt uns die Straße 130 km bis nach Lüderitz. Doch was ist das? Hunderte, wenn nicht tausende kleine Vögel sitzten auf der Fahrbahn und fliegen erst im letzten Moment auf, um nicht von uns überfahren zu werden. Wir sind etwas geschockt und verringern die Geschwindigkeit unserers Dusters. Doch vergeblich: einige Vögel verhalten sich wie Kamikazeflugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg und "brettern" gegen die Karosserie unseres Autos. 4 kleine Vögel haben ihr Leben allein durch den Aufprall gegen unsere Windschutzscheibe eingebüßt. Wieviele wir noch mit den Reifen erwischt haben entzieht sich unsere Kenntnis. Ganz genau will das wohl auch niemand wissen. Die Situation kam uns wie eine Art Krötenwanderung vor. Ich habe mir folgende Geschichte dazu ausgedacht: Ganz bewusst opfern sich einige wenige Vögel und lassen sich überfahren. Ihre Leichnahme ziehen dann haufenweise Fliegen und andere kleine Insekten an, die dann als Nahrungsgrundlage für alle Überlenden fungieren. Schließlich ist das Überleben für Tiere und Pflanzen hier extrem schwer. Es gibt hier sogar ein paar "Wildpferde", die gelernt haben, in der Wüste zu überleben. Woher sie kommen ist nicht geklärt. Vielleicht sind es Pferde, die nach dem Abzug deutscher Truppen zurückgelassen wurden und gelernt haben, sich den extremen Bedingungen anzupassen. Wie dem auch sei, jetzt sind sie eine Touristenattraktion. Ich habe sie von weitem fotografiert. Sie mit extra zu diesem Zweck gekauften Äpfeln anzulocken, ist mir allerdings nicht gelungen. Wahrscheinlich waren diese Pferde nicht einmal die berühmten Wüstenpferde, denn ehrlich gesagt befanden sie sich auf einem abgezäunten Gebiet einer Farm. Aber auf den Fotos kann man das nicht erkennen. Also behaupte ich mal, dass es sich um die seltenen Wüstenpferde gehandelt hat.

weit, weit wegechte

Trotz der vielen toten Vögel verging die Fahrt nach Lüderitz wie im Flug. Schon am Vormittag konnten wir unser neues Domizil beäugen. Frank hatte schon von Deutschland aus dieses herrliche Appartment mit Selbstverpflegung für drei Nächte gebucht. Es ist wunderschön, erst zwei Jahre alt und liegt direkt am Meer.

Bahnhof LüderitzUnterkunft für 3 Nächte

Franks tolle Buchungein traumhafter Anblickwir sind happy

Mit großer Freude waren wir gleich bei SPAR einkaufen. Dort gibt es alles zu kaufen, was wir auch von deutschen Supermärkten gewohnt sind. Am Abend gibt es zum Sonnenuntergng auf unserem Balkon einen leichten Sommersalat und kleine Lammfilets. Morgen Früh machen wir uns selbst Frühstück. Es gibt Jakobs Krönung, "Wie-Samt-Erdbeermarmelade" und weichgekochte Eier!

Zug um Zug erwandern wir LüderitzBlick über die Stadt

meine Sportskanonejetzt wollen wir die Kirche aber mal im Dorf lassenich weiß, wo ich hingehörealles so schön bunt hier

In Anbetracht der vielen alten und schönen Häuser haben wir uns auf die Suche nach einer passenden Immobilie begeben. Fündig geworden sind wir in der Geisterstadt Kolmannskuppe nur 10 Kilometer von Lüderitz entfernt. Eigentlich sind hier alle Gebäude bestens für Conni und Charles geeignet, denn ihr Hausprojekt in Gehrden (nur 10 Kilometer von Hannover entfernt) ist ja inzwischen abgeschlossen und zu einem wahren Schmuckstück geworden. Also ihr beiden, kommt mal her und lasst euch von den folgenden Bildern inspirieren!

ein wenig einsam und sehr windig ist es schonalso immer die Fenster schließen

Der ständig, auch heute wütende Wüstenwind trägt natürlich ein paar Sandkörner in die Immobilien. Der Sand müsste mal ausgefegt werden. Aber die Bausubstanz ist noch sehr solide. Vielleicht findet man nebenher noch ein paar Rohdiamanten oder, wenn man Pech hat, giftige Puffottern. Uns ist beides nicht begegnet. Im Fall von Diamanten würde man aber gleich von den Sicherheitskräften abgeführt und durchleuchtet werden. Immerhin sind wir hier im Diamantensperrgebiet und werden von Kameras verfolgt und beobachtet. Deshalb darf sich auch niemand "unsichtbar" machen und hinter der Düne verschwinden.

kommt rein, dann könnt ihr rausguckenBlick auf die NachbarhäuserMasterbad 1 freistehende Badewanne für ConniMasterbad 2herrliche Architektur der Jahrhunderwende traumhafte Detailsechte deutsch Wertarbeitdu kriegst di Tür nicht zu

Abschied von Namibia

Mittwoch, 03.10.2018

Nur noch wenige Tage verbleiben uns in Namibia. Heute (4.10.2018) verlassen wir Lüderitz und haben noch zwei Lodges vor uns, bevor wir den Flieger von Windhoek aus nach Kapstadt besteigen. Es war ein wundervolle Zeit.

Salz- oder Flamingosee?das sollen Flamingos sein Muschelmeerund Thomas darf nichts mitnehmen schäumende GischtAbendstimmung 

Um Lüderitz herum haben wir einige Buchten erforscht. Ich muss mich sehr beherrschen, meiner Sammelleidenschaft keinen Raum zu geben. Wir haben uns für unsere Reise ganz fest vorgenommen nichts, aber auch gar nichts zu kaufen, sammeln oder irgendetwas in die Koffer zu packen, was das Reisegepäckt zusätzlich schwerer macht.

bitte keine Steine und Muscheln in den Rucksackgefüttertes T-shirt

Schlimm genug, dass ich so viele Kilos auf die Waage bringe. Vielleicht liegt das auch am leckeren Kuchen, den wir im alten Woermannhaus mehrfach gegessen haben.

1:0 für das KänguruKängurufund in der Bucht Woermann Haus

Auf unserer "Rückreise" nach Windhoek sind wir noch einmal an den Wildpferden in der Wüste vorbeigekommen. Und was soll ich euch sagen: Drei Wildpferde kreuzten direkt unseren Weg. Ich hatte Tage zuvor drei Äpfel gekauft, für den Fall der Fälle! Frank zückte schnell sein Handy, um meine Pferdefütterung zu dokumentieren. Doch dann konnte er die Bilder nicht mehr finden. Aber da wir ja anscheinend Glückskinder sind, waren die Fotos nur in einem anderen Ordner gelandet.

drei auf einem Bildtrau mir!handzahme Wüstenpferde

Außerdem muss ich berichten, dass die Vogelattacke auf dem Hinweg nicht folgenlos blieb. Ein kleiner Piepmatz hat sich tief in unseren Spoiler gebohrt und muss nun bis zur Abgabe unseres SUV vor der Klimaanlage seine letzte Ruhestätte finden. Traurig - aber wahr. Außerdem befindet sich noch mindestens ein totes Tier in unserem Auto - genauer gesagt in unserem Koffer. Es handelt sich dabei um ein totes Zebra (naürlich nur ein kleiner Teil davon, genauer gesagt ein Stück vom Fell). Denn obwohl ich Stein und Bein geschworen hatte, nichts aber auch gar nichts in Namibia zu kaufen, konnten Frank und ich in einer Boutique in Mariental nicht wiederstehen und haben uns beide einen Gürtel aus Zebrafell gekauft. Traurig - aber wahr! 

Gern hätten wir für den Vogel eine angemessene Bestattung unter einem Köcherbaum arrangiert, denn wir hatten eine wundervolle, sternklare Nacht auf Giels Farm, bestens für ein Bestattungsritual geeignet. Giel hat uns seine Farm gezeigt: die tollen Köcherbäume (ca. 5000 Stück)

Köcherbaumwaldalt und jungPriscilla - Königin der WüsteKöcherbeineAbendstimmung240 Millionen Jahre alt

und die vielen Abdrücke und teilweise Versteinerungen von Tieren (Menosaurus ...), die teilweise schon 240 000 000 Jahre alt sind. Wir waren ganz allein in dem riesigen Areal, haben an unserem Braai-Lagerfeuer gesessen und die Natur bewundert. Schließlich fuhr uns unser Duster in die letzte Unterkunft unserer Namibiareise. Hier ist es sehr gediegen und wir haben wieder jeden erdenklichen Luxus um uns herum. Sagar das Internet funktioniert von unserem Bungalow aus. Deshalb nutzen wir die Zeit für unsere letzten Einträge.

immer wieder andersvom Winde verweht- Sandsturm auf der Straßeeinsam im Busch unter Köcherbäumen

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei unseren Lesern und Leserinnen des blogs bedanken. Wir haben schon über tausend Zugriffe und hoffen, dass ihr uns weiterhin treu bleibt und anderen von uns erzählt. Ganz besonders freuen wir uns, dass unsere Eltern so rege auf unsere Berichte zurückgreifen. Wir denken an euch und schießen euch in unsere Abendgebete ein.

Jetzt gibt es doch noch eine kleine Ergänzung an dieser Stelle: Unsere Unterkunft für die letzten zwei Tage war wirklich ideal zum Entspannen. Das Essen ist ausgezeichnet und wir liegen die meiste Zeit am Pool und genießen die Wärme. Ein paar Wolken haben sich in das Blau des Himmels gemogelt. In Capetown soll es kühler sein, vielleicht brauchen wir dann wieder unsere langen Hosen. Auf jeden Fall brauchen wir aber eine Waschmaschine, denn wir haben kaum noch saubere Sachen. Und da dachten wir, wir hätten schon alles gesehen. Am letzten Tag, als wir eigentlich am Pool entspannen und nur eine Stippvisite in einem Erholungsgebiet (25km entfernt) machen wollten, erleben wir wieder Unerwartetes. Es gibt Wasser!!!

WasserRuhe am SeeMein Mann und die AnglerEin Klippspringer mummelt Körner vom Boden

Hier in Namibia in der Trockenzeit. Ein Staudamm, der größte Namibias. Und schon ist alles Grün. Professionell wirkende Angler, die im Wettstreit zu sein scheinen. Tiere, die neben uns herlaufen, Konferrenzteilnehmer singen sich im Seminarraum den Tag schön und am späten Nachmittag taucht ein Keiler in der Nähe des Pools auf und grast in Seelenruhe. Hallo? Geht's noch?

Keiler am PoolZiege neben dem Auto

Aber irgendwie sind wir schon ganz schön verwöhnt. Oryxantilopen auf unserem Weg waren uns für ein Foto zu weit entfernt und so haben wir nicht einmal mehr angehalten. Ganz schön dekadent. Frank hat dafür Ziegen fotografiert, denen es hier richtig gut zu gehen scheint. Wir wollen die Fische und Wale nicht angeln, lieber nur beobachten, die in Südafrika ja teilweise im Atlantischen- und andererseits schon im Indischen Ozean schwimmen.

Es grünt ...... so grün

Drei Dinge muss ich unbedingt noch erwähnen: Natürlich gibt es die aberwitzigsten Zufälle im Leben, aber es ist kaum vorstellbar, dass so etwas passiert.

1. Wir treffen Andrea aus Hannover mit ihrem Bernd Tausende von Kilometern von Zuhause entfernt. Schön, dass wir durch dieses denkwürdige "Schicksalstreffen" wieder Kontakt miteinander haben. Schicksal?

2. Wir lernen in einer Lodge ein sehr nettes Paar aus Gütersloh kennen und schnacken mit ihnen bis tief in die Nacht (tief in die Nacht heißt für Namibier bis kurz vor Mitternacht). Sie planen eine Lodge in Uganda aufzubauen, haben aber auch noch ein Unternehmen für die Anfertigung von Kunststoffteilen in einem Sprtztechnikverfahren. Eines ihrer Produkte sind Feuermelder, die auch wir im ganzen Haus in Hannover installiert haben. Diese Feuermelder sind Marktführer weltweit. Und jetzt kommt das Kuriose. Wenige Tage später erreicht uns durch Melli die Nachricht, dass alle Feuermelder in unserer Wohnung in Hannover vom Schornsteifeger überprüft wurden. Alles war ok, nur ein Feuermelder hing im Schlafzimmer nicht mehr an der Decke, sondern lag auf unserem Bett. Ein Zeichen?

3. Bei unseren Vorbereitungen auf unsere Namibiareise stießen wir auf eine 14-teilige ARD-Dokureihe mit dem Titel "Verrückt nach Zug" (sehr zu empfehlen, einfach mal in der ard-mediathek nachschauen). Es geht dabei um einen Zug, der von Kapstadt bis zum Etosha-Nationalpark unterwegs ist. Auf sehr informative und unterhaltsame Weise bekommt man viele Höhepunkte einer Namibiareise näher gebracht. Einer der im Film vorkommenden Reiseführer ist Günther. Er weiß viele interessante und lustige Dinge zu berichten. Und was ist jetzt daran so verwunderlich? Als wir bei Gudrun und ihrer Tochter 5 Tage zu Besuch waren, kam "Töchterchens Papa" vorbei. 3x dürft ihr raten, um wen es sich dabei handelte. Ja genau, es war Günther! Reiner Zufall?

Ich denke, unsere Reise steht einfach unter einem sehr glücklichen Stern. Und bei der Vielzahl von Sternen, die es hier gibt, Ist vielleicht sogar ein Stern aus dem "Kreuz des Südens" für uns gedacht. Allerdings konnten wir nicht feststellen, wo genau sich das Kreuz des Südens am Firmament befindet.

 

         

Südafrika

Sonntag, 07.10.2018

so schön ist capetownerste Anbaufläche in Capetown, jetzt ParkDutch Kathedralalt und neu nebeneinander

Es ist 21.30 Uhr und wir liegen schon im Bett. Obwohl fast alles heute sehr gut geklappt hat, sind wir doch etwas erschossen. Besonders der Wechsel von viel Land, kaum grünen Pflanzen, wenigen Menschen zu einer pulsierenden Großstadt wie Capetown mit vielen Menschen und viel Grünflächen drumherum ist anstrengend. Doch nun der Reihe nach:

Wir sind in unserer letzten Lodge sehr früh abgefahren, denn wir wollten auf keinen Fall in Zeitstress geraten. Gott sei Dank kamen wir auf den asphaltierten Straßen Namibias sehr gut voran. Unser erstes Ziel war das Haus von Martin. HIer hatte Frank seinen Jahresvorrat an Insulin im Kühlschrank gelagert. Da Martin mit seiner Familie und seinem Bruder im Etosha-Nationalpark war, ließ uns Christoph ins Haus. Schnell war das Insulin verstaut und es ging Richtung Flughafen. Zuerst tanken, dann das Auto abgeben und schließlich die Koffer aufgeben. Eingecheckt hatten wir mit HIlfe des guten Internetempfangs schon Tags zuvor. Der Flieger sollte um 15 Uhr starten und wir lagen gut in der Zeit. Die Autokontrolle ging zügig und ohne Beanstandung durch, die Tankrechnung mussten wir vorlegen (und konnten es auch). Naürlich waren die Koffer zu schwer! Doch wir wollten kein Geld für Übergepäckt ausgeben und so wanderten alle Reiseführer und ein Teil unserer Schmutzwäsche kurzerhand ins Handgepäck. Gefühlt war das Handgepäck dann fast so schwer wie die Koffer, aber das hat keiner beanstandet. Da Windhoek nur einen sehr kleinen Flughafen hat, aber doch viele Reisende abfertigen muss, ging es anschließend in langen Schlangen nur zäh voran. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Wir hatten vergessen, das Formular, das wir schon bei der Einreise ausfüllen mussten, auch wieder bei der Ausreise auszufüllen. Namibier scheinen es zu lieben, alles doppelt und dreifach schriftlich festzuhalten. Kaum hatten wir das Formular ausgefüllt, ging es auch direkt zum boarding. Zwar wussten wir, dass in Afrika die Uhren anders ticken, aber dass wir schon um 14.30 Uhr (also eine halbe Stunde früher als angekündigt) in der Luft sein würden, hat uns dann doch überrascht.

das alte capetownthe castle

Kaum in Capetown gelandet kam unsere nächste Herausforderung auf uns zu. Viele Nachrichten zwischen Frank und unserem Vermieter in Capetown gingen hin und her. Mit viel Geduld und einer gehörigen Portion Gelassenheit hat Frank das bravourös gemeistert. Schließlich ging es an die Fahrt zum Green Market mitten in Capetown zu unserem Appartment für eine ganze Woche.

unsere Wohnungeiner geheimnisvollen Holztür im Badeine gruselige FeuertreppeGreen Market (Blick aus unserem Fenster)

Mit dem Bus? Nein - das Gepäck ist dafür noch immer viel zu schwer. Mit dem Taxi - angeblich zu teuer und zu unsicher. Also mit UBER. Durch das Herunterladen einer App hat man bei UBER die Möglichkeit, von Privatpersonen sehr günstig dorthin gefahren zu werden, wo die jeweiligen Autofahrer sowieso hinwollen. So dachten wir jedenfalls. In Wirklichkeit gibt es Leute, die wohl den ganzen Tag mit Hilfe von UBER Menschen durch die Stadt kutschieren. Das hat zur Folge, dass ein erbitterter Kampf zwischen Taxifahrern und UBER-Fahrern ausgebrochen ist. Für uns ist UBER aber eine tolle Sache, alles läuft sehr sicher ab. Bezahlt wird mit der VISA-Karte, die zuvor mit dem Handy "gescannt" werden muss. Hier drohte unser Unterfangen zu kippen. Nur ältere Menschen können sich vielleicht vorstellen, wie kompliziert es sein kann, wenn man möglichst alles mit dem Handy richtig machen möchte. Das Handy forderte uns auf, die VISA-Karte so vor ein Sichtfeld zu halten, bis die Karte eingescannt sein würde. Wir haben es mindestens 10 mal probiert und zwischendurch immer wieder abgebrochen. Alles wurde von uns hinterfragt: Haben wir überhaupt Netzempfang, halten wir die VISA-Karte ruhig genug? Muss die Karte direkt auf den Bildschirm des Handys gelegt werden oder wie groß soll der perfekte Abstand zwischen Handy und Karte sein? Wackelt das Handy zu stark? Stört die Sonneneinstrahlung? Wir konnten den Fehler nicht finden!!! Doch dann hatte ich die richtige Eingebung: Die Karte musste nicht vor das Handy, sondern hinter das Handy gehalten werden, so als ob man die VISA-Karte fotografieren wollte. Die meisten Leser und Leserinnen unseres blogs werden jetzt natürlich sagen: "Na klar, wie denn sonst?" Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf mich, dass ich auch etwas zum Gelingen der Autofahrt in die Stadt beitragen konnte. (Wenn ich das als Ehemann gerade mal zwischenschieben darf: Mein Mann Thomas hat nicht nur einmal richtige Eingebungen gehabt!!! Weiterer Hiweis: Man darf nicht alles so wörtlich nehmen, was technische Geräte an Anweisungen geben.)  Der Rest verlief relativ einfach. Nach einer Viertelstunde vergeblichen Suchens fanden wir endlich den richtigen Fahrer, nachdem uns viele Taxifahrer versicherten, ihr Name wäre UBER und sie würden uns auch günstig zu unserem Ziel bringen.

St. George Kathedral, George aus HannoverB&B für StaatsmännerMandela

In den nächsten Tagen werden wir wie gewohnt neue Geschichten und dann mit Bildern zum Besten geben können. Jetzt werden wir uns mit einer "Miss Marple" in den Schlaf gucken.

Blumen kaufen ist erlaubt!  Apartheitspolitik im Districct 6

So! Inzwischen haben wir viele Fotos zwischen unseren Zeilen eingefügt. Capetown ist so geschichtsträchtig und natürlich kennt jeder Nelson Mandela. Aber vieles wussten wir auch nicht. Deshalb haben wir einen Dreitagepass vom hop off - hop on Bus gekauft und uns auf Tour begeben. Im Zuge der Apartheitspolitik wurden in den 60er Jahren Häuser im District 6 einfach platt gemacht. Viele schwarze Capetownwer standen von heute auf morgen ohne Bleibe auf der Straße. Noch immer sieht man mitten in diesem Stadtteil Grasflächen, wo einst Häuser standen. Andererseits wirkt die Stadt sehr wohlhabend - tolle Häuser, viele Geschäfte mit Luxusartikeln und narürlich viele Nobelkarossen.

Berühmtheiten wohnen im pink ladythe big five waterfront12 Apostel

Auf unseren Erkundungstouren (teilweise geführte Touren zu Fuß, teilweise mit besagtem Bus) haben wir die wunderschöne Landschaft um den Tafelberg und natürlich auch die touristischen Highlights erkundet.

ein Stück der Berliner MauerParlament

Sogar ein Stück deutsche Geschichte steht als Geschenk der Bundesrepublik Deutschland mitten in der Stadt. Wenn ihr denkt, wir sind nur als Touristen unterwegs, dann irrt ihr euch. Wie andere Capetowner auch, waren wir schon in einer Laundry, also in einer Art "Waschsalon", nur dass hier einem die Wäsche abgenommen, gewaschen, getrocknet und zusammengelegt wird. Und das alles für ungefähr 15 Euro - die Wäschemenge betrug mehr als 12 Kilo. Unsere gesamten Klamotten sind wieder gewaschen! Außerdem haben wir eine Reparaturwerkstatt für unser neues Teleobjektiv gefunden, da wir in Namibia im Sandsturm fotografiert hatten und danach "Sand im Getriebe" war. Die Reinigungskosten dafür belaufen sich allerdings auf über 100 Euro. Was soll`s? Ohne Teleobjektiv können wir unsere Weltreise auf keinen Fall fortsetzen. Auf jeden Fall haben wir noch einige Tage, um die Stadt weiter zu erkunden. Und das ist notwendig, denn überall lauert eine Geschichte.

die Geschichte vom Tafelbergein Modell vom Tafelbergdas Original

Eigentlich sprechen die Fotos für sich. Wir haben viel Zeit im Bus verbracht, sind hin und wieder ausgestiegen um uns zu bewegen und die Sehenwürdigkeiten zu erkunden. Wir hatten sogar kurz in Erwägung gezogen, den Tafelberg hinunter zu wandern. Aber dann haben wir die Leute gesehen, die den Aufstieg bewältigt hatten. Sie sahen alle schrecklich erschöpft und "ungesund" aus. Also ging es mit der Gondel wieder abwärts.

top of the hilldie Seilbahn dreht sich auch nochoben angekommenwie auf der Titanicein herrlicher Anblickdas Tischtuch

Wunderschöne Ausblicke finden sich eigentlich an jeder Ecke. Die Strände sind traumhaft schön. Das Wasser eignet sich allerdings nicht zum Schwimmen. Nie steigt die Wassertemperatur über 11 Grad. Im hiesigen Winter ist das Wasser sogar wärmer als im Sommer, da der Sommerwind dafür sorgt, das die unteren, kälteren Wasserströmungen an die Oberfläche treten.

uns liegt die Stadt zu Füßenlions head 11 Grad WassertemperaturPassengers 2 (Frank und Thomas)

Teilweise haben wir Touren ganz für uns allein unternommen. Die Canaltour verbrachten wir nur mit 2 Crewmitgliedern. Es war herrlich!

canaltourwieder festen Boden unter den Füßen

Am 11.11.2018 haben wir uns dann mit Francois zum Frühstück getroffen. Francois hat mit Frank an der Musikhochschule in Hannover studiert. Er lebt inzwischen aber wieder hier in seiner Geburtsstadt Capetown, gibt Klavierkonzerte und arbeitet an der Universität. Wir haben ihm versprochen, Doppelkopfregeln für ihn aufzuschreiben und ihm zu schicken. Vielleicht kann uns dabei ein Leser oder eine Leserin unterstützen!?

Heute, am 12.10. haben wir uns ausgeruht und auf die Suche nach einem guten Autovermieter begeben. Deshalb sitzen wir jetzt in einem Internetcafe und vergleichen die Anbieter. Unser Plan sieht jetzt wie folgt aus: Wir verlängern unseren Aufenthalt um weitere 2 Tage in Capetown und haben dann noch 2 Wochen Zeit, bevor wir von Johannesburg aus nach Australien fliegen. In den kommenden 2 Wochen wollen wir Waale beobachten, die Gardenroute abfahren, Land und Leute kennenlernen und ab und zu auch noch ein paar Landtiere beobachten.

Inzwischen haben wir den 13. des Monats. Vielleicht ist 13 ja wirklich eine Unglückszahl. Wir wissen es nicht. Aber heute haben wir gelernt, dass es auch Rückschläge geben muss. Wir "Glückskinder" haben heute bitteres Lehrgeld für unsere Naivität gezahlt. Und das nicht zu knapp. Heute kann ich darüber aber nicht berichten, wir müssen uns erst einmal beruhigen.

Hier nur die Fotos der letzten beiden Tage: Besuch in Kirstenbosch - botanischer Garten

Besuch in Kirstenbosch, dem Botanischen Gartenmanche Pflanzen sind uraltFreunde fürs Leben

Sundownerfahrt zum Signal Hill

herrliche Aussicht vom Signal HillWarten auf den SonnenuntergangRobben IslandSundownerfahrt auf den Signal Hill

Erste Ausflüge zu Fuß in den Stadtteil Bo-Kaap

Miss Marple: Eine Rose mit anderem Namen würde duften.Ausflug ins Bo-KaapTon in Ton im muslimischen Viertelleider nicht unser Mietauto

Strandausflug Camps Bay

Strandausflug zum Camps BayTanzeinlage am Strand

Los geht´s: Nachdem wir die Stadt mit Auto (UBER) und Bussen erkundet hatten, wollten wir gestern die verschiedenen Stadtteile auch zu Fuß erkunden. Das Wetter war wunderbar und viele Menschen waren unterwegs. Schließlich kamen wir an eine große Hauptstraße, die zurück ins Stadtzentrum führt. Dort sprach uns ein vermeintlicher Securityman (mit einem Schild auf seiner Brust) an und erklärte uns, dass die Hauptstraße am Wochenende von Füßgängern nur mit einem Permit zu passieren sei. Wir zeigten Misstrauen und wollten einen anderen Weg einschlagen. Ein zweiter "Securitymen" kam hinzu. Er bestätigte die Aussage und führte uns einige Meter entfernt zu einem Geldautomaten. Unser Misstrauen wuchs. Schließlich wurden wir aufgefordert ein vermeintliches 5 Rand-Ticket am Geldautomaten zu lösen. Wir weigerten uns, unsere Visakarte auszupacken. Dann kamen weitere Personen, die angeblich auch ein Ticket ziehen wollten. Wir baten sie um Hilfe. Eine Frau redete mit uns und gab Anweisungen, was zu tun sei. Wir packten die Visakarte schließlich aus. Insgesamt waren wir von 3 Männern und 2 Frauen umringt. Wir fühlten uns genötigt, das Ticket zu lösen. Bevor Frank die Geheimnummer eingab, forderte er die Frau auf, sich umzudrehen, damit sie die Geheimzahl nicht sehen konnte. Dann ging alles sehr schnell. Der Automat reagierte nicht, die Leute um uns sagten, die Karte würde noch im Automaten stecken. Während wir versuchten, die Notfallnummer des Geldautomaten mit Hilfe eines Tankstellenbetreibers in unmittelbarer Nähe zu ermitteln, waren die 5 Leute plötzlich verschwunden. Bis dahin dachten wir noch, dass die Karte wohl eingezogen worden wäre und wir sie am nächsten Tag von der NEDBANK wieder bekommen würden. Aber eine Stunde später hatten wir Gewissheit. Während wir vergeblich Kontakt zur Nedbank aufnahmen, wurden 3 Beträge von unserer Visakarte abgebucht bzw. transferiert. Und jetzt kommt der Knaller: Insgeamt wurden 2000 Euro (dass sind 33 000 Rand) abgehoben. Natürlich haben wir die Karte dann gesperrt und sind zur Polizei gegangen. Der Polizist kannte ähnliche Vorfälle. Laut seiner Erfahrung haben uns die Täter geschickt abgelenkt, die Geheimnummer ausgespäht und die Karte aus dem Automaten geholt, ohne dass wir etwas davon mitbekommen haben. Der Schock sitzt tief! Das Geld ist futsch! Die Hoffnung auf einen Versicherungsfall ist minimal. Heute haben wir versucht, uns gegenseitig wieder aufzubauen. Aber die gute Stimmung ist vorerst perdu. Im Nachhinein kommen wir uns sehr naiv vor. Eigentlich ist im Kopf alles klar und vorbereitet, denn wir hatten uns durchaus Gedanken über unsere Sicherheit gemacht. Aber wenn der Fall eintritt, muss man erleben, was da abgehen kann, wenn viele Personen einen verunischern und blockieren. Wenn uns natürlich jemand so eine Geschichte erzählen würde, hätten wir tausend "Ja Aber´s" im Kopf. Ihr seht - nicht alles läuft bei uns reibungslos. Wenn wir also euren Neid ein bisschen "rausgekitzelt" haben (wie uns Sylvi schrieb), so relativiert sich unser Reisebericht heute zum ersten Mal. Hoffentlich haben wir aus dieser Erfahrung gelernt. (Lieber Tim, für das Geld hätten wir locker im Oldenburg Vineyard absteigen können und das für eine lange Zeit!!!)

Gott sei Dank ist uns nichts passiert. Wir wurden nicht körperlich attackiert und haben noch alle wichtigen Papiere. Übermorgen nehmen wir uns ein Mietauto und fahren Richtung Stellenbosch (Weingüter) und Gardenroute. Ob wir bis dahin noch viel in Capetown unternehmen werden, steht noch in den Sternen.

Eigentlich wollten wir noch die geführte Townshiptour gemacht haben (wo man 33000 Rand sinnvoller hätte spenden können). Aber irgendwie bleibt es nun beim Blick vom Bus aus auf die Siedlung im Vorbeifahren.

Townshipfotos vom Bus aus - in der Hout Bayviel Armut 

Tröstliche Kommentare sind herzlich willkommen. Klugschnacker lassen es bitte. Wir wissen, was demnächst zu tun ist.  (Walter PPK, 9 Millimeter) ;-)

So, ihr Lieben! Heute ist unser letzter Tag in Capetown zuende gegangen. So richtig unter´s einheimische Volk haben wir uns nicht mehr getraut. Eigentlich wollten wir noch eine geführte Tour zu "Robben Island" buchen und das Gefängnis sehen, in dem u.a. auch Nelson Mandela inhaftiert war. Da es gestern sehr windig war, wollten heute so viele Touristen auf die Insel, dass wir keine Passage mehr bekommen haben. Was soll´s. Also haben wir noch eine kleine Hafenrundfahrt unternommen. Dabei sind wir auch an der größten PrivatYacht, die ich je gesehen habe, vorbeigeschippert. Sie gehört Paul Allen und heißt Octopus. Er hat zusammen mit Bill Gates Microsoft gegründet, musste dann aber vor 10 Jahren wegen einer Krebserkrankung von allen Aufgaben zurücktreten. Sein Vermögen beläuft sich auf 20 Milliarden Dollar. Und was steht seit ein paar Tagen über ihn im Internet? Der Krebs ist bei ihm zurückgekehrt und er will mit Hilfe seines Ärzteteams erneut dagegen ankämpfen. Da sieht man´s  mal wieder, Geld ist nicht alles. In diesem Sinne: Wir wünschen uns und all unseren Lesern Gesundheit, Gesundheit, Gesundheit und viel Spaß beim Betachten der letzten Bilder aus Capetown.

fataler Ausflug zu FußHafenrundfahrtAlbinohörnchen Da passe ich locker rein!Jetzt geht es uns schon wieder besser!

Kleiner Nachtrag: Es ist kurz nach 5 in der Nacht (zuerst konnte Frank nicht richtig schlafen, jetzt bin ich hellwach). Wahrscheinlich sind wir noch etwas durcheinander. Ich hatte doch von Paul Allen geschrieben. Jetzt habe ich gerade in der "Zeit" gelesen, dass Paul Allen am 15.10. verstorben ist. Wir haben seine Luxusyacht also an seinem Tadestag im Hafen von Capetown gesehen. Wieder so ein komischer Zufall!? Außerdem habe ich geträumt, Steffi (Sportlehrerin) und ich würden auf Rollbrettern (Fahrgelegenheiten für Grundschüler in der Turnhalle)  sitzen, während wir von Studenten umringt werden, die anscheinend zu ihr gehören und die ebenfalls auf Rollbrettern sitzen. Steffi scheint die Tour anzuführen (hier heißt das "Tourgide"). Plötzlich stoppt sie die Gruppe an einem leicht abschüssigen, schmalem Asphaltweg an einer großen Straße und fragt mich: "Wie soll ich meinen Schülern am besten erklären, dass ich noch einmal schwanger geworden bin?" Und ich antworte: "Fragen wir doch einfach deine Studenten!" Was dieser Traum zu bedeuten hat, weiß ich nicht. Jedenfalls war er sehr eindrücklich. Aber vielleicht bedeutet er einfach, dass Steffi noch einmal schwanger geworden ist (An dieser Stelle: LIebe Grüße an Steffi & Olli). Spätes Glück? Oder was könnte der Traum noch bedeuten? Vielleicht haben die beiden ja ihr Traumhaus gefunden, nach dem sie schon so lange suchen. Das ist ja auch so eine Art Geburt, sozusagen "mit etwas schwanger gehen". Schreibt doch einfach eure Ideen dazu. Jetzt versuche ich erst einmal, noch ein paar Stunden zu schlafen. Gute Nacht.

Noch liegen 11 Tage in Südafrika vor uns. Wir haben uns viel in den unterschiedlichsten Weingütern herumgetrieben. Besonders gut haben uns die alten Gebäude aus der holländischen Kolonialzeit gefallen. Traumhafte Ausblicke auf Gärten und Bergwelten sollen wahrscheinlich am Gaumen der Besucher kitzeln, denn überall wird man zu Weinproben (schon zum Frühstück) und kulinarischen Köstlichkeiten verführt.

KolonialstilRosengartennach fünf verkostigten Weinenwie im Garten EdenKampferbäume, uraltIn Oldenburg waren wir auch!war leider schon geschlossen5 Millionen Flaschen jährlich

Frank hat sogar ein Foto von seinem Müsli gemacht, so beeindruckend werden hier alle Speisen arrangiert. Allerdings haben wir die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, im Sabbatjahr etwas an Gewicht zu verlieren. Dazu müssten wir uns allerdings noch aktiver sportlich betätigen, so wie es viele (junge) Leute in Stellenbosch als Jogger tun. Stellenbosch ist eine Universitätsstadt, die vor den Toren Capetowns liegt (ca. 45 Km entfernt).

Universitätsstadt Stellenboschliving Museum in Stellenboschfreundlich und lehrreich

Wir fühlen uns in dieser Weinregion sehr wohl und haben wunderbare Unterkünfte gefunden. Z. Zt. wohnen wir bei Arnold und Jan in Somerset West. Wieder ein "unglaublicher Zufall" ist, dass sie mit Francois befreundet sind, mit dem wir uns ja am 11.10. getroffen hatten. Hier scheint die Welt klein und noch heil zu sein, aber wir wissen natürlich um die Probleme in diesem Land und haben mit unseren Gastgebern bis spät in die Nacht über Gott und die Welt diskutiert. Sie sind wunderbare Gastgeber und haben uns natürlich frei nach dem Motto "ist´s mal bei uns so Sitte", mit einem Braaiabend verwöhnt.

Bei Arnold und Jan zu Gastherrlicher Ausblick von der Terasseunser Luxusbad

Außerdem haben Jan und Frank eine Reiseroute bis zu unserem Abflug in Johannisburg ausgearbeitet. Darunter befinden sich auch ein paar luxioröse und damit teure Unterkünfte. Mal sehen, was die Reisekasse noch hergibt. Bisher haben die Unterkünfte kaum mehr als 50 Euro pro Nacht gekostet. Wir haben also "gespart", um die finanziellen Einbußen ein wenig zu kompensieren.

Küste von Somersetunbezahlbare Aussichten großes Glück (mit dem Wetter)

Ein stetiger Wind pfeift uns hier in Hermanus um die Ohren.Das ist in sofern bedauerlich, weil dann keine Walbeobachtungsboote auf´s Meer hinausfahren können. Hier in Hermanus dreht sich alles um die Beobachtung der größten (jemals auf diesem Planten vorgekommenen) Tiere der Welt. Scheinbar endlose Spazierwege führen an den Klippen entlang und bieten immer wieder gute Plätze, um lange auf´s Meer starren zu können. Und tatsächlich können wir hin und wieder einen Rücken oder einen Kopf dieser Giganten im Wasser ausmachen. Es gestaltet sich als schwierig, die Kamera ruhig zu halten, so heftig rüttelt und schüttelt der Sturm uns hin und her. Irgenwann sind wir dann Richtung Hafen gewandert und es wurde immer einsamer und dunkler um uns herum. Frank war zu recht "not amused" und besorgt. Schließlich sollten wir aus unseren Fehlern gelernt haben und nicht in die nächste brenzlige Situation schliddern. Aber Gott sei Dank kamen wir wohlbehalten an und aßen in einem urigen Lokal Fisch. Mit einem Taxi ging es dann in unsere Unterkunft zurück. Wir haben eine kleine Wohnung für uns allein. Zu allererst haben wir die Waschmaschine angestellt, denn wir wollten Arnold und Jan nicht auch noch bitten, unsere Dreckwäsche zu waschen.

auf dem Weg nach HermanusFreude pur!

Heute haben wir nach einem gemütlichen Tagesanfang (Kaffee, Wäsche bügeln !!! - wir haben ja alles in der Wohnung) einen Ausflug zum Hafen gemacht, um doch noch irgendwie einen Platz für morgen früh auf einem Walbeobachtungsboot zu ergattern, obwohl wir tagsüber noch 350 Kilometer zur nächsten Unterkunft in Stormswinter hinter uns bringen müssen. Doch die Buchungsbüros waren alle geschlossen - klar, es ist ja Sonntag. Also versuchten wir unsere Chance in der trubeligen Innenstadt, wo, wie schon gesagt, alle Spaziergänger an der Küste stehen und nach Walen Ausschau halten. Und was sollen wir Euch sagen? Von 10 - 14 Uhr hatte ein Buchungsbüro geöffnet. Wir gleich rein und gefragt. Tatsächlich soll morgen am Montag der Wind nachlassen und um 7 Uhr ein Unternehmer eine Bootstour anbieten. Prima! Wir sind wieder zu Glückskindern geworden. Nun heißt es morgen früh aufstehen, die Koffer bereits gepackt haben und raus in den Hafen, wo das Boot auf uns (hoffentlich) wartet.

Giganten unter sichBrandung

Den Rest des heutigen Tages haben wir wie die Anderen auch lange aufs Meer gestarrt und gefühlt 1000 Fotos von irgendeinem sichtbaren Körperteil eines Wales geschossen. Schließlich sind sie zum Teil sehr weit entfernt und trotz wunderbarem Teleobjektiv nicht immer gut zu erwischen. Außerdem sind die Biester lange sehr faul und schwimmen nur knapp unter der Wasseroberfläche. Man muss also Geduld haben und warten, bis einer lässig seinen Kopf oder die Flosse hebt bzw. zu einem kleinen Sprung ansetzt. Zu Hause haben wir versucht, die besten Fotoexemplare herauszufiltern. Ihr könnt die Ergebnisse hier sehen. Wegen des anstrengenden Tages morgen, werden wir nun "zu Hause" bleiben, entspannen, die letzte Wäsche aufsetzen und uns Spaghetti machen. Auch in dieser Unterkunft ist es so, dass die Gastgeber äußerst bemüht sind, uns alles recht zu machen. Ein Anruf, eine Whatsapp-Nachricht und sie würden alles in die Wege leiten. Doch wir sind rundrum zufrieden mit allem, was wir haben.

  abtauchenauftauchen 

Tatsächlich konnten wir noch am Morgen vor unserer Abreise eine Whalewatchingtour um 7 Uhr in der Früh buchen. Es hat sich nicht nur gelohnt, sondern war absolut ein HIGHLIGHT unserer bisheringen Reise.

WhalewatchingWal in Paarungsstimmung

Die Wale kommen tatsächlich so nah ans Boot, dass man teilweise Schwierigkeiten hat, die riesigen Körper in ihrer Gänze mit dem Fotoapparat "einzufangen".

ein Weibchen - viele Bewerberdicht auf der Pelle

Unser Tourguide hat viel über das Paarungsverhalten der Wale erzählt. Und natürlich hat er mehrfach betont, welches Glück uns widerfahren sei, dieses Verhalten aus nächster Nähe zu beobachten. Aber es war tatsächlich so: Diese Tiere so hautnah erleben zu dürfen gehört zu den TOP TEN in unserem Leben.

Hermanus – Wer jemals die Gelegenheit, die Zeit und das nötige Kleingeld hat, sollte diesen Ort unbedingt besuchen. Seit Jahrtausenden, vielleicht sogar seit Millionen von Jahren besuchen die Wale diese Bucht, um sich zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen. In den vergangenen Jahrhunderten haben die Menschen diesen Säugetieren nach dem Leben getrachtet. Und besonders diese Walart war eine leichte Beute, da sich die Tiere langsam, ja geradezu gemächlich fortbewegten und so eine leichte Beute für die menschliche Spezies darstellten. Heute können wir besonders dankbar sein, dass sie sich nicht schneller fortbewegen, denn bei der Beobachtung dieser einzigartigen Geschöpfe kann man von ihrem Anblick gar nicht genug bekommen. Allein an unserem Besuchstag befanden sich 220 Wale in der einen Bucht von Hermanus. Und wenn wir schon am Vortag von der Küste aus in den Bann dieser Säugetiere gezogen wurden, so hatte die unmittelbare Nähe auf dem Katamaran geradezu eine hypnotisierende Kraft. Selbst der Anblick eines Tyranno Saurus Rex hätte uns nicht mehr beeindrucken können. 16 Meter lang können die Walweibchen werden und sie erreichen (wenn die Menschen es nicht vorher beenden) ein Alter von bis zu 150 Jahren. Alle 3-4 Jahre schenkt ein Weibchen einem Walkalb das Leben. Alle Vorgänge während des Zeugungsaktes haben wir ausführlichst bei unserer Bootstour in allen Einzelheiten geschildert bekommen. Doch die Details erschienen uns eher etwas für das Guinnes Buch der Rekorde zu sein und sie werden deshalb an dieser Stelle nicht wiedergegeben

auf dem RückzugWilderness

Inzwischen sind wir schon ein gutes Stück auf der Gardenroute vorangekommen. Eine Nacht waren wir bei Stephanie in Wilderness zu Gast. Traumhafte Strände, malerische Buchten und eine steile Holztreppe hinunter zu den stürmischen Fluten waren Bestandteil dieses Zwischenstopps.

  Bei Stephanie und ihren KatzenStrände und Lagunen

Die Insel des Brotes (Ile de pain) verführte uns in Kneysna zu einem Abstecher in die besagte Bäckerei mit Restaurant und Verkaufsshop. Der Besitzer Marco ist ein Österreicher und lebt seit 16 Jahren hier. Die Mitarbeiter (Schwarze und Weiße) wirkten auf uns sehr selbstbewusst, freundlich und kompetent. Das haben wir schon ganz anders erlebt. Wir haben uns lange mit dem „Bäckermeister“ über sein „Geschäftskonzept“ unterhalten. Es war sehr interessant und hat unser Bild von Afrika und den Menschen die hier leben wieder einmal ein bisschen verändert.

Traumstrände auf unserem Wegeinsam und verlassen

Ungewöhnlicherweise ist es in den letzten Tagen auch in der Küstenregion sehr warm geworden. Der heiße Wind kommt aus dem Landesinneren über die Berge (Fön) und streichelt uns mit Temparaturen von bis zu 40 Grad. Schon in Wilderness hatten wir bei unserem Spaziergang um 8 Uhr !!! das Gefühl, auszutrocknen bzw. zusammenbrechen zu müssen. Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes vor den Kopf gestoßen. Aber ... wir haben den Rundgang absolviert.

Unsere neuen Gastgeber in Stormsriver, Charles und Andre, leben in einer Art bizarrer "Schrebergartenkolonie" Ein gewachsenes Dorf, das uns aber wie eine Ansammlung von Gartenliebhabern vorkam. Unsere ausgebaute Garage ist mit alten Möbeln ganz urig eingerichtet. Wir sind hier vom 23. - 25.10. Lange saßen wir gestern abend mit den beiden bei angenehmeren Temperaturen vor unserer Hütte bei einem Glas "Delheim Shiraz 2016 (sehr zu empfehlen). Besonders Andre war ständig bemüht, uns Essen oder Getränke anzubieten, dabei hatten wir doch für uns reichlich eingekauft. Charles hingegen war ein prächtiger Diskutant, mit dem wir über Gott und die Welt geredet haben, um die Probleme der Welt endlich in den Griff zu kriegen. :-)

bei Charles und Andrein der ausgebauten Garage

Am zweiten Tag fuhren wir ins nahegelegene Naturreservat "Stormsriver Mouth". Trotz eines hohen Eintrittsgeldes wimmelte es nur so von Touristen. Tauchen, Schnellbootfahren, Kanufahrten und "Luftmatratzenrodeln" waren nur einige der vielen Angebote, die wir aber alle nicht in Anspruch nahmen. Stattdessen wanderten wir bis zu den berühmten 3 Hängebrücken (Suspension Bridges) und ließen uns mal so richtig hängen. Eigentlich wollten wir am dortigen kleinen Strand auch noch picknicken, aber wir fühlten uns wie auf dem Präsentierteller und nahmen die Leckerein wieder in unsere "Garage" mit zurück.

die 3 Brücken von Stormsriver Moutheine Wackelbrücke Naturerlebniss mit ca. 500 Touristenzu zweit ist alles schöner

Eigentlich wollten wir in Südafrika ja keine Schotterpisten mehr langfahren. Aber um in unsere nächste Unterkunft zu kommen, war dies leider notwendig. Außerdem war die Wegbeschreibung des Veranstalters "Safari Now" eine Frechheit, weil wir unnötige Wege in Kauf nehmen mussten und das auf dieser beängstigenden Straße. Schlussendlich fanden wir dieses wunderbare, völlig abgeschieden gelegene Anwesen. Auch unser Zimmer war ein Traum für jeden Raumausstatter. Nur unsere Gastgeber waren das Kontrastprogramm zu Charles und Andre. Eine Unterhaltung kam nicht zustande. Zugegebenermaßen hatte Tinnie ein fantastisches Menue für uns alleine gekocht, denn wieder einmal waren wir die einzigen Gäste. Nachdem einige Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht waren, hatten wir das Bedürfnis, uns in unser Zimmer zurückzuziehen. Wenigstens hatten wir dort ein wenig Gesellschaft. Der Dackel der Besitzer stattete uns einen Besuch ab und wollte gar nicht mehr von unserem Bett herunter. Außerdem verweilte eine riesige Spinne in einer der edlen Vorhänge. Der Versuch, sie mit einem Weinglas zu fangen und nach draußen zu befördern, scheiterte kläglich. Sie war aber vornehm genug, uns in der Nacht nicht zu behelligen.

ein Teil des AnwesensTreppe zu unserem Zimmer alles sehr geschmackvollein Frosch war auch im Pool

Auch der Abschied am nächsten Morgen gestaltete sich wortkarg. Lediglich die Empfehlung, nach Prince Albert über die Schotterpiste und über den Bergpass zu kommen, ließ sich aus unseren Gastgebern "herausquetschen". Wir haderten, war das doch die sehr viel kürzere Strecke. Als hätten wir noch nicht genug Abenteuer hinter uns, lag eine katastrophale Strecke vor uns und wir mussten unseren ganzen Mut zusammennehmen, um nicht wieder umzukehren. Thomas ist wunderbar gefahren, musste nach dem Geschüttele durch die vielen Steine, Kanten und Schlaglöcher vor dem Überqueren des Passes erst einmal eine "Rückenschule" einlegen. Frank musste als Beifahrer seinen Puls beruhigen. Die Ausblicke über den Swartberg waren allerdings lohnenswert.

Swartberg - warum schwarz?aufrecht sitzen nach einer auf halber Strecke Richtung Prins Albert

Durch die Trockenheit und die Hitze kam es auf unseren Routen immer mal wieder zu Bränden.

Feuer auf unseren WegenGott sei Dank keine Gefahr für uns

Wir erreichten unsere Unterkunft "Die Stal" in Prince Albert aber unbeschadet, entgingen der Hitze dank eines klimatisierten Internetcafes und hielten uns ansonsten im komfortablen Stall auf.

wohnen wie Maria und Josefin Jolandes StallPrins Albert Kirche

Schon sehr früh ging es nach zwei Übernachtungen fast 700 Kilometer mit nur kurzen Zwischenstopps nach Bloemfontain. Die hiesige Unterkunft ist eine Empfehlung von Arnold und Jan. Es ist hier ganz bezaubernd. Uns dürstet es allerdings nach einem guten Internetemfpang, um diesen Blog weiter zu schreiben, und nach einem gemütlichen Bett in einem klimatisierten Zimmer. Vielleicht machen wir noch ein paar Fotos, bevor wir essen gehen. Schließlich haben wir morgen noch einmal eine lange Strecke von gut 400 Kilometern nach Johannesburg vor uns.

Abschied von Südafrika

Mittwoch, 31.10.2018

In Bloemfontain haben wir kein einziges Foto gemacht, obwohl die Stadt wirklich groß ist und unsere Unterkunft jedem Juppie sehr gefallen würde. Aus einer einfachen Stallung wurde eine Wohlfühloase erschaffen. Einer der Besitzer ist ein berühmter Botaniker. Auf dem PC wurden uns zur Begrüßung die Vorher- Nachherfotos gezeigt. Ein Künstler (und Professor in Johannesburg) hat eine Steinwand und das Tor an der Einfahrt mit vielen Wörtern in Englisch und Africans kreiert. Der Künstler war an diesem Abend zufällig zugegen. Wir haben aber auf einen Smaltalkabend verzichtet und sind lieber in ein Steakhouse gefahren, um anschließend todmüde ins gestylte Bett zu plumsen. Von daher hätten wir auch in einem Motel übernachten können, wir konnten diese Unterkunft nicht wirklich genießen. Nur eine Übernachtung ist halt nie so pralle!

Die nächste Unterkunft lag dann nur einen Steinwurf vom Flughafen in Johannesburg entfernt. Ein Pizzaladen in der Nähe sollte es an diesem Tag für unser Dinner sein. Von unserem Tisch aus konnte man die Flugzeuge kurz nach dem Starten sehen. Um unser restliches Südafrikageld "loszuwerden", gab es ein horendes Trinkgeld für die nette Bedienung. Tja, und dann gab es noch einen guten Tipp von unserer Gastgeberin Pam: Sie empfahl uns, den nächsten Morgen für einen Ausflug nach Pretoria zu nutzen, um die Jakarandabäume in voller Blüte zu erleben, da wir das Auto ja erst am Nachmittag abgeben mussten. Und das haben wir dann auch gemacht. Pretoria liegt ja um die Ecke von Johannesburg!!! Hier unsere Beweisfotos:

Ja - es sind JakarandasIn voller Blüte!das Blaue Wunde in PretoriaFast so schön wie das blaue Wunder in LindenBlick auf PretoriaRegierungssitz vom Voortrekkermonument aus fotografiert Voortrekker Monument

Und dann gab es da wieder diesen wundervollen Wink vom Schicksal: Wir haben in all den herrlichen Alleen der Jakarandas ein Guesthouse mit dem Namen AVALON mitten in Pretoria gesehen.

Wieder so ein Zufall!?

Und wohin geht es am nächsten Tag auf unserer Weltreise? Ja, nach Australien, genauer gesagt nach Sydney, genauer gesagt in den Stadtteil von Sydney mit dem Namen AVALON. Und wie heißt dort unser kleines Häuschen, dass so wunderschön im selben Blau gestrichen ist wie unser Flur in Hannover? Es heißt Albert Cottage - und wir waren noch ein paar Tage zuvor in dem hübschen südafrikanischem Örtchen mit dem Namen "Prince Albert".

Albert Cottage / Avalon / Sydney / Australien

Und diese wundervolle Unterkunft gehört schon in das nächste Kapitel unserer Reise: Auf du und du mit dem Känguru!

Tschüß Südafrika - wir werden dich nie vergessen! Und das nicht nur, weil wir an einem Geldautomaten um 2000 Euro erleichtert wurden.

Auf du und du mit dem Känguru

Donnerstag, 01.11.2018

Nun sind wir also am anderen Ende der Welt angekommen. Das Känguru der Klasse 3a kennt sich hier natürlich bestens aus, aber wir können es überhaupt noch nicht fassen, dass wir jetzt tatsächlich in Australien und in Sydney sind. Genaugenommen sind wir in einem Vorort mit dem Namen Avalon im wahrsten Sinne des Wortes "gestrandet". Denn tatsächlich liegen wundervolle Strände ganz in unserer Nähe. Aber auch, weil wir uns eine Woche Auszeit von unseren vielen Afrikaerlebnissen nehmen wollten. Es war eine Menge, was wir auf dem schwarzen Kontinent erleben durften. Der Akku sollte mal kurz zur Ruhe kommen. Durch den Jetlag waren wir hier allerdings schon mitten in der Nacht hellwach und der gute Vorsatz futsch. Ich hatte wenigstens ein paar Stunden im Flugzeug geschlafen, Frank aber nicht. Und so sind wir noch vor Sonnenaufgang zum Leuchtturm gewandert. Von dort aus hatten wir auch ohne einen spektakulären Sonnenaufgang einen herrlichen Blick auf Palm Beach. Von Weitem haben wir sogar noch einmal ein paar Wale beobachten können.

SonnenaufgangPalm BeachAm Leuchtturm

schmale Landzungees könnte fast ein See sein endlich in AustralienMutter mit Kind unser Albert CottageAbschied von Avalon

Unsere Vermieter hier in Avalon Margie und Ross sind wunderbar. Was haben wir doch für ein Riesenglück mit unsren "Hosts". Schon zur Begrüßung haben sie uns viele Köstlichkeiten in den Kühlschrank gepackt und eine Flasche australischen Rotwein bereitgestellt. Am zweiten Tag kam Ross während unseres Frühstücks zu uns "rüber" und bot uns spontan an, mit ihm an den Bondi Beach zu fahren, um dort eine Skulpturenausstellung anzuschauen. Gesagt - getan. Wieder nach nur einer halben Nacht sind wir zuerst mit Ross` Wagen bis nach Manly gefahren (der Name erinnert uns an Manderley aus dem Film Rebecca von A. Hitchcock). Danach haben wir die Fähre zum Hafen von Sydney genommen. Wir waren ganz aufgeregt, als die ersten Hochhäuser der Stadt vor uns auftauchten. Es ist einzigartig, wenn man sich Sydney das erste Mal vom Wasser aus nähert. Wir konnten den Fotoapparat fast nicht mehr aus der Hand legen, so gebannt waren wir vom Anblick der berühmten Oper, der Harbour-Bridge und der tollen Silhouette der Stadt mit diesem fantastischen Licht, dass alles so leicht und fröhlich erscheinen lässt.

so schön wie Weihnachten37 Grad heiß sehr windigunser Guide Ross irgendwie anders - die Operso schon eher - die Oper am BondibeachSkulpturen in praller HitzeWindspiele Kunst in der Landschaftein toller Tag geht zu Ende

Wir haben uns die eine Woche in Avalon bewusst verordnet, um mal runterzukommen. (Auch, um großen Menschenansammlungen in Städten zu entgehen.) Es fällt uns aber noch schwer, den Spagat hinzubekommen, eine Zeit lang nichts zu planen, mal auszuatmen und nicht immer nur zu staunen, sondern ein kleines bisschen Alltag einkehren zu lassen. Wie gierige Hamster fallen wir gerne über die tollen wundervollen Landschaften und Städte mit ihren Menschen her. Kaum hatte wir es uns vorgenommen, stand schon die nächste Verabredung an. Gerade mal einen Tag später hatten wir uns bereits mit Emma verabredet. Sie hat viele Jahre in Hannover getanzt und war die Leiterin der "Spätbewegten". Einmal in der Woche haben sich interessierte Leute (so um die 50 - 80 Jahre alt) im Ballettsaal der Staatsoper getroffen, um sich dort zu vergnügen. Es war eine tolle Zeit - doch nun lebt Emma wieder in ihrer Heimat (mit Mann und Kind). Sie hat sich einen Tag Zeit genommen, um uns ihren Teil von Sydney zu zeigen und uns tausend Fragen zu beantworten. Cromer ist auch ein Vorort von Sydney und liegt fast genau zwischen Avalon und der City. Also ideal für ein Treffen.

Cromers Aussichtsplätzefantastische Ausblickeherrliche Eindrückewunderbare Gastgeber

Nach unserem Besuch an Emmas Lieblingsplätzen konnten wir der Hitze ein wenig entfliehen, in dem wir in einer Mall Wein kauften, den es dann in einem Fischrestaurant (das "Fischcafé") zu trinken gab. Das ist nämlich eine Besonderheit hier in Australien. Die Leute bringen ihre alkoholischen Getränke selbst in ein Lokal mit und zahlen dann einen kleinen Betrag als "Entkorkungspreis" - auch wenn der Wein gar keinen Korken hat. Die Lizenz für Alkoholausschank ist für australische Gastronomen irre teuer.

So haben wir an zwei Tagen sehr viel über das Leben hier in Sydney erfahren: Ross ist schon lange Rentner und hat noch einmal einen anderen Blick auf das Leben in dieser Stadt als Emma, die mitten im Berufsleben steht, einen Sohn hat und mit ihrem Mann ein bezahlbares Haus in Sydney sucht.

Schon ist die erste Woche in Sydney Vergangenheit. Wir haben es tatsächlich geschafft, ein wenig zu entspannen und sich zu trauen, nichts zu tun. Das war uns wichtig. Ein paar Spaziergänge an den tollen naturbelassenen Strand und nichts mehr. Liegen, lesen, schlafen, schreiben. Und heute kam der Tag des Abschieds von Margie und Ross.  Wir waren noch mit den beiden Kaffe trinken, weil ihr Sohn dort als Barista arbeitet. und wieder haben wir uns nett unterhalten. Dann sind wir weiter zum Flughafen kutschiert, um unser Mietauto zurück zu geben. Hinterher waren wir völlig erledigt. Wir haben am Flughafen nämlich keine Tankstelle gefunden, waren kurz an der Mietwagenstation und mussten dann wieder richtung Stadt fahren, um noch zu tanken. Es war schon rushhour, die ganze Zeit hat es dabei geregnet und innerlich haben wir gebetet, dass wir nicht noch kurz vor Abgabe des Mietautos einen Unfall bauen. Aber es ist alles gut gegangen. Der Schlüssel unserer neuen Unterkunft mitten in der Stadt hing übrigens in einer Box neben einem Fahrrad, die von unserem Vermieter dort "versteckt" wurde. Es dauerte einige Zeit, bis Frank auf die Idee kam, an dem Fahrrad nach unserem Schlüssel zu suchen. Aber dann hat alles bestens funktioniert und wir konnten in den 13. Stock zu unserem Singleappartment rauffahren. Jetzt liegen wir matt und müde in unserem schmalen Bett, schauen vom Bett aus auf ein Lichtermeer und freuen uns über einen guten Internetempfang. Morgen wollen wir dann die Stadt zu Fuß erkunden.

Unser neues Zuhausemitten in der City hinten links ist die Oper zu sehengute Nacht vom 13. Stock

Es gibt so viele Dinge, die man nicht weiß, wenn man das erste Mal in Sydney ist, und leider stehen sie auch nicht in unserem Reiseführer. Aber dann ergeben sich mit einem Mal nette Zufälle, die das Leben schreibt und die auch nicht im Reiseführer zu finden sind. Das ist halt das Leben vor Ort. Durch Zufall haben wir nämlich bei unserem ersten Stadtbummel die "Eröffnung" der Weihnachtsschaufenster vom Edelkaufhaus DAVID JONES mit einem großen Medienrummel miterlebt. Santa Claus trat auf, seine kostümierten Helfershelfer und machten die Kinder einer Schulklasse glücklich. Viele Passanten standen drum herum. Ein Minichor mit Pastor versuchte sich an zwei Weihnachtsliedern (schrecklich). Aber es war ein Heidenspaß zu sehen, wie gierig sich die Kameraleute bemühten,ein Interview mit dem Nikolaus zu bekommen. Und die aufgetakelten weiblichen Repräsentanten des Geschäfts lächelten, als gäbe es kein Morgen mehr. Meine schlechte Haltung bei dem Foto unten kommt nur zustande, damit Thomas bessere Schussbahn mit der Kamera hat.

Eröffnung der Weihnachtsschaufenstersehr Meidenwirksamvor dem Kaufhausvor dem Gerichtsgebäude

Nach wenigen hundet Metern warteten wir dann mit einigen Fernsehteams vor einem Gerichtsgebäude. Wir konnten allerdings nicht wirklich herausbekommen, was sich im Gerichtssaal für ein Prozess abgespielt hatte, aber es war interessant, die Szenarie zu beobachten. Viele Porzessbeteiligte sahen sehr traurig aus.

Irgendwann wollten wir mit Bussen und U-Bahnen die Stadt erkunden. Dafür braucht man eine OPAL-Card, auf die man Geld lädt (wie bei einer Geldkarte): Damit kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel (einschließlich aller Fähren) benutzen: Man hält sie beim Ein- und später auch beim Aussteigen einfach an ein Lesegerät, die Abbuchung regelt das Computersystem ganz gerecht nach abgefahrenen Stationen. Wäre auch ein guter Tipp für Deutschland, denn dann hätte man diese blöden Einzelfahrscheine nicht mehr, die man krampfhaft am Automaten ziehen muss.

St. Mary´s CathedralSt. Mary´s von innenInnenstadt von SydneyAusflug mit der FähreJakarandas in unserer NäheSydney ist toll

Richtig günstig wird es an einem Sonntag, wenn man sich mit den "Öffis" auf Erkundungstour begibt. Denn dann sind alle Fahrten ab 2,60 Australien Dollar kostenlos (Sonntag ist Familientag in Sydney und man möchte die Familienausflüge beflügeln und macht dieses wunderbare Angebot.) Woher wir das wissen? Wir haben uns mit Ralf (er kommt ursprünglich aus Deutschland) und seinem Partner Steve auf ein Bier in unserer Oxfordstreet getroffen. Ralf ist wiederum ein Freund von Gudrun aus Swakopmund (siehe Namibia-Erlebnisse). Sie hatte den Kontakt hergestellt. Nachdem wir uns bei ihm gemeldet hatten, (er wusste schon Bescheid), trafen wir uns auf ein Bier bei uns um die Ecke. Steve kam dazu. Wieder sehr nette Menschen, die uns gleich für den nächsten Abend zu ihnen nach Hause zum Barbeque eingeladen haben. Es war wunderbar. Wir haben viele nette Leute getroffen und unsere Englischkenntnisse weiter anbringen und verbessern können. Es geht doch nichts über learning-by-doing. Und gleichzeitig haben wir auch die "normalen" Vororte von Sydney ein bisschen kennen gelernt, die, wo der normale, nicht reiche Sydnyer wohnt. Ohne diese Einladung wären wir wohl nie in diese Wohngegend gekommen. Dabei war das noch nicht einmal so weit außerhalb. Der Zug fuhr noch zig Stationen weiter und Ralf sagte uns später, dass manche Zugstrecken bis 70 Kilometer außerhalb der City führen, um dann erst die Stadtgrenze zu erreichen. Tja, die 4,3 Millionen wollen irgendwo unterbracht sein.

Heute (am Sonntag) haben wir dann den ganzen Tag auf dem Wasser verbracht und sind mit der Fähre durch den riesigen Hafen gefahren und haben uns angeschaut, wie schön idyllisch man in einem weit verzweigten Hafenbereich wohnen kann. Natürlich gibt es auch hässlichere Ecken, aber dass die Sydnyer gerne an der Luft sind, kann man absolut verstehen bei so viel Sonne und Wasser.

Für morgen haben wir uns Ballettkarten im Opernhaus gegönnt. Natürlich kosten sie (wie vieles hier) ein Vermögen. Es ist kein subventioniertes Theater wie in Deutschland.

das wird besimmt supervielleicht sehen wir die Oper auch iluminiertInnenansicht der Oper

Von außen haben wir die Oper und die Umgebung schon gefühlte tausend Mal fotografiert. Seht selbst:

ein bliebtes Fotomotivnach unserer Brückenüberquerung und immer wieder das Opernhausriesige Kreuzfahrtschiffe vor Anker Essen und Trinken sind hier teuerDetailsfotos

Unsere heutige Sonntagstour hat uns mit den Fähren bis nach Paramatter, ca. 30 Kilometer vom Hafenanleger entfernt, geführt. Gleich dahinter befinden sich die Blue Mountains. Durch die ätherischen Öle der Eukalyptuswälder liegt ein bläulicher Schleier über der Landschaft (das haben wir allerdings nicht gesehen, nur gelesen).

Nach dem Ballett am Montag war die spannende Frage, was wir bis zum Abreisemittwoch noch erleben wollen. Die Stimmung zwischen Frank und mir war etwas getrübt, weil wir eine Stunde zu spät in der Oper waren (Es fing um 18.30 Uhr und nicht um 19.30 Uhr an), aber da mussten wir durch. Schweigend saßen wir nebeneinander und starrten ab und zu durch das Fernglas, dass uns Rüdiger geborgt hat. An dieser Stelle habe ich ein Frage an ihn: Da wir immer Probleme mit Übergepäck haben, überlege ich ernsthaft, das Fernglas zurückzulassen. Sobald wir in Deutschland sind, ersetzen wir natürlich deinen Verlust. Ist das OK? Einige Reiseführer mussten auch schon ihr Leben lassen, um das Gewicht der Koffer nicht weiter in die Höhe zu treiben.

Ätherische Düfte einatmen, sprich in Sydney bleiben, in die Blue Mountains fahren oder weiterreisen, um später vielleicht noch einmal in diese tolle Metropole zurückzukehren? Am Dienstag machten wir eine zweistündige Tour mit unserem Guide vom Reisebüro Planetdwellers durch die Geschichte des schwulen Sydneys seit den Sechzigern (2 Stunden Fußmarsch kosten "schlappe" 100 Dollar). Und immer wieder ergeben sich neue Blicke in verschiedenen Stadtteilen, wie Paddington, Potts Point bis Kings Cross, dem ehemaligen Rotlichtviertel (dank der vielen Soldaten, die bei Landgang ein wenig Nähe zum erwünschten Geschlecht suchten). Heute ist es in dieser Beziehung durch städtische Beschlüsse ein eher stiller gelegtes Amüsierviertel, allerdings mit interessanten Pubs und Restaurants. Überhaupt erhalten wir auf unserer Tour unendich viele Empfehlungen für Restaurants. Wir müssten den ganzen Tag essen, um dem gerecht zu werden. Was das Essen angeht, bleiben wir auch gerne mal in unserer Unterkunft und kochen unser eigenes "Süppchen". Manchmal denke ich, wir sind wie Gulliver in "Gullivers Reisen". Der Unterschied besteht allerdings darin, dass wir ausschließlich in finanzieller Hinsicht manchmal die Riesen und manchmal die Lilliputaner sind. In Australien sind für uns nicht nur die Restaurants teuer, alles kostet hier viel mehr als in Deutschland. Besonders Ausflüge, Taxifahrten, Theaterkarten und Hotels verschlingen ein Vermögen. Da ist es sogar billiger, eine Kreuzfahrt zu buchen. Und nach vielen Recherchen haben wir uns genau dafür entschieden. Unser Plan sah also folgendermaßen aus: Zuerst sollte es für 6 Tage nach Cairns zum Great Barrier Reef gehen, auch wenn die touristischen Unternehmungen wieder an unserer Reisekasse saugen sollten (Flüge von Sydney nach Cairns und wieder zurück). Die Unterkunft fiel dementsprechend bescheiden aus, denn an den Kosten für den ganztägigen Schnorchelausflug konnten wir nichts ändern.

unser BootTrauminseln

Und da wir den Ulururu (AYERS ROCK) wohl nicht besuchen werden (zu teuer und zu heiß), relativieren sich die Gulliverausgaben. Die Temparaturen hier in Cairns sind grenzwertig. Während es in Sydney in unserer Abwesenheit wieder kälter und regnerischer geworden ist (wir stehen noch immer im Kontakt mit unserern Avalon-Vermietern Ross und Margie), herrschen hier tropische Bedingungen (heiß und feucht). Selbst am Abend läuft mir der Schweiß ins Gesicht und ich leide mehr oder weniger leise vor mich hin. Das klare Wasser am Strand ist eine große Versuchung und schreit nach dringend ersehnter Abkühlung, aber überall sind Warnschilder aufgestellt (sogar auf deutsch), dass man auf keinen Fall ins Meer gehen darf, überall lauern Krokodile! Tja, das sind halt die Beschwernisse der Weltenbummler. Dafür gibt es wunderbare Pflanzen,die wir nur als mikrige Zimmerpflanzen kennen. Riesige Fledermäuse hängen in den Bäumen an der Strandpromenade und bringen uns zum Staunen. Nur Kängurus wollen sich bisher unserem begierigen Blick nicht zeigen. Dazu müssen wir wohl noch in eine andere Region reisen oder einen der vielen touristischen Parks besuchen. Aber eins nach dem anderen. Früh am Morgen ging es zum Hafen und ab auf´s Boot. Alles verlief hektisch: Sicherheitseinweisungen, Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen anprobieren und dann in den "Taucheranzug" zwängen. Einen Taucheranzug, obwohl wir ja nur schnorcheln wollten? Ja, es gibt gefährliche Quallen (Jellyfische), vor denen wir unsere Haut unbedingt schützen müssen. Gesehe wurden in letzter Zeit keine, aber man weiß ja nie. Die "Ganzkörperkondome" sind eng und nass, aber machen eine ganz gute Figur. Jedenfalls sehen wir nackt deutlich unförmiger aus als in diesem Aufzug.

Auf jeden Fall war es ein fantastisches Erlebnis, die Unterwasserwelt des Barrier Reef mit eigenen Augen gesehen zu haben. Auch wenn der Hinweis nicht ungehört bleiben soll, dass lt. Wissenschaft bereits 40-50 Prozent der Korallenwelt durch Klimawandel, El Ninos und laxen gesetzlichen Bestimmungen tot sein sollen. Laxe Gesetze sollen sich aber bald ändern. Die Regierung will gegensteuern. Hoffentlich! Trotz des gelegentlichen Wehklagens über Preise muss man sagen, dass solche Erlebnisse bisher absolut ihr Geld wert waren. Und wir danken Ralf aus Sydney für den Tipp, genau diese Cruisefirma ausgewählt zu haben. Die Frauenmannschaft war freundlich, absolut tough und zuvorkommend, um den ca. 35 Gästen an Bord ein einmaliges Erlebnis zu ermöglichen.

Gleich geht es losalle Bedenken sind passé anstrengend und faszinierendMillionen von Polypen handzahme Fischeglücklicher entkräftet und stolzBodyformerWir sind glücklich das war ein toller Tag

Jedenfalls war es ein ganz toller Tag. Wir hatten zweimal die Gelegenheit an verschiedenen Stellen des Reefs zu schnorcheln. Zwischendurch ließ die Kraft etwas nach. Dann war Essen oder eine Fahrt mit dem kleinen Glasboot angesagt. Alles kam mir so surrealistisch vor. Und dass ich mal mit Begeisterung in ein Meer voller "Gefahren und Tiefen" plumpsen würde, hätte ich auch nie gedacht.

Jetzt haben wir noch drei Tage in Cairns vor uns. Die Stadt selbst gibt nicht viel her. Da nützt es auch nichts, dass der Vizepräsident der USA heute einen kurzen Zwischenstopp hier einlegt, bevor es für ihn weiter geht. Sicher hat er keine Zeit, die touristischen Highlights der Region abzuklappern.Natürlich sollten wir den nahen Regenwald noch sehen, aber die Bedingungen schrecken mich doch etwas ab ( Klima, Kosten und Massentourismus).

Anschließend fliegen wir dann für zwei Tage zurück nach Sydney, um schließlich auf ein Kreuzfahrtsschiff zu gelangen, das uns die anderen Küstenstädte Australliens näher bringen soll. Tasmanien, Melbourne und Adelaide etc.! Die Kosten für diese 15-tägige Kreuzfahrt und die damit verbundene Stressfreiheit, Unterkünfte und Mietautos zu suchen, sind auch nicht höher als die "normalen" Kosten für 2 Wochen auf diesem unbeschreiblich faszinierenden Kontinent.

ein bisschen wie die Blue Mountainsalles sehr lehrreich im Pflanzenreich

Natürlich konnten wir Cairns nicht verlassen, ohne den Regenwald doch noch gesehen zu haben, egal bei welchen Temperaturen. Jetzt, wo wir schon mal da sind. Noch vor 8 Uhr wurden wir von einem Bus abgeholt. Dann ging es weiter zum Bahnhof von Freshwater, einem weiteren Bahnhof aus den 50er Jahren, als hier viel Zuckerrohr angebaut wurde. Die Bahnstrecke selbst wurde vor 130 Jahren angelegt. Am Bahnhof von Freshwater haben wir zum ersten Mal in unserem Leben einen Mangobaum mit Früchten gesehen. Natürlich haben wir eine Frucht für unser Picknick eingepackt, bevor es mit der alten Eisenbahn losging.

Mangobaum oder Mongorove?köstlichLos geht´s mit der Einsenbahn Vorsicht an der BordsteinkanteZugabteil 1 - Plätze 5 & 6Zwischenstopp am Wasserfall

Im Zug saßen uns Michelle und Andrew aus Sydney gegenüber. Wir kamen ins Gespräch und beschlossen, gemeinsam eine kleine Bootstour auf dem Fluss in Kuranda zu unternehmen. Das passte gut in den Zeitplan und kostete auch nur 20 Dollar pro Person extra. Somit konnten wir bequem vom Boot aus Pflanzen, Fische, Schildkröten und Krokodile bewundern und fotografieren.

Fotos vom Boot auskleine WasserschildkrötenSüßwasserkrokodil wunderschöne Ufervegetation

Anschließend veranstalteten wir am Ufer ein kleines privates Picknick, um uns für die unvermeidliche "Shoppingtour" zu wappnen. Alles in diesem Ort ist auf Tourismus ausgerichtet: Das fängt bei Souvernierläden und zahlreichen Essständen und Restaurants an und endet mit dem Kuscheln mit Koalas, Füttern von Kängurus und bestaunen von Schmetterlingen in der Rainforeststation - alles streng abgeschirmt vor den Blicken der Touristen, die dafür nicht auch noch viel Geld extra bezahlen wollen - versteht sich. Wir haben das nicht gemacht und warten immer noch auf die ersten Kängerus und bunten Vögel in freier Wildbahn.

Picknick mit MangoWir wäre es mit einer echten Kratzhand?lebende FossilienWer kann da schon wiederstehen?

Mitten im Regenwald, im Zentrum der Shoppingmeile gab es dann aber tatsächlich noch die Gelegenheit, den "botanischen Garten" kostenlos zu besuchen und ein paar Schritte ohne den Massenansturm der kaufwütigen Touristen zu wandern. Nach dem Kauf eines "original australia T-shirts" (von einer Aboriginal-Verkäuferin) hatten wir noch Zeit für einen Cappucino, bevor es mit dem Skayrail (einer langen Gondelfahrt in drei Etappen) zurück zur Bsisstation und dann mit dem Bus Richtung Küste ging.

  GondelstationDawollen wir rein!  Gar nicht so heiß und feucht wie wir dachtenFarne aus der Nähe  der Regenwald von obenEs hat sich gelohnt

Wir sind froh, den Aufenthalt hier mit diesen beiden tollen Erlebnissen angereichert und abgeschlossen zu haben. Und zwischendurch haben wir in den sechs Tagen am Pool gelegen, DVDs geschaut, gesurft oder Euch informiert. Nun geht es morgen wieder für zwei Tage nach Sydney, wo wir Ralf und seinen Freund auf ein Bier treffen werden. Eine hübsche Unterkunft haben wir auch schon, geringfügig weiter vom Stadtzentrum entfernt als zuvor. Privatzimmer bei einem "easy going designer", namens Stefan. Mal sehen, ob wir wieder unverschämtes Glück mit einem Superhost haben werden.

Unsere Unterkunft befindet sich in der Double Bay, einer sehr schönen Wohngegend mit direkter Fähranbindung an den Circular Quai. Wir haben in Stefans kleinem alten Stadthaus ein spartanisch eingerichtetes Zimmer bezogen. Das kleine alte Bad teilen wir mit ihm und versuchen all seine Vorschriften genau einzuhalten. Er möchte nicht, dass "rotes Fleisch" in seiner Küche zubereitet wird. Im Bad müssen zwei Vorhänge beim Duschen geschlossen werden. Wenn wir auch viele Wünsche unseres Gastgebers nicht nachvollziehen können, so geben wir unser Bestes. Frank unterhält sich mit Stefan über Gott und die Welt. Ich rekele mich lieber im Bett und genieße das Dolce Vita. Traumhafte Buchten und Spazierwege entlang der endlosen Küste sind die Besonderheiten dieses Stadtteils. Überall finden sich Grünanlagen mit herlichen Gebäuden aus der Jahrhundertwende.

in Watson Bay, eine Bucht nach Double BayHafenausfahrt Steilküsteherrliche Parks direkt am Wasser Panorama vom anderen Ende des Hafensgute Wohngegen und immer noch Jacarandabäume

Mit Ralf (wir waren bei ihm bereits zum Grillen eingeladen) werden wir noch einmal essen gehen, bevor wir auf unserem Schiff enchecken werden.

 

Kreuzfahrt in Australien

Montag, 03.12.2018

Die letzten Tage in Australien werden wir ganz komfortabel auf einem Kreuzfahrtsschiff verbringen. 16 Tage auf der Noordam versprechen uns Entspannung pur mit Mahlzeiten rund um die Uhr. Inzwischen sind wir auf unserem Kreuzfahrtsschiff MS Nordam angekommen, haben uns eingerichtet und die vielen Decks erkundet.

MS Noordammein Sonnenschein an Deckunser Traumschiffmit Volldampf voraus

Immer gibt es irgendwo etwas zu essen und zu trinken. Die Vorstellung, zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas essen und trinken zu können, ist sehr verführerisch. Sicher werden wir in den nächsten 16 Tagen wieder etwas zunehmen. Gleich heute Morgen waren wir deshalb im Fitnesscenter des Schiffes, aber aufgrund des hohen Wellenganges wurde es wieder geschlossen.Teilweise sind die Wellen heute an unserem ersten Tag auf See über 6 Meter hoch und sie peitschen gegen die Fensterscheiben der Aussichtsräume.

gleich am ersten Tag Windstärke 8-106 Meter hohe Wellen

Wir haben uns dieses Schauspiel lange angesehen und die Situation genossen, sich einfach in den Tag treiben lassen zu können. Natürlich gibt es hier viele Beschäftigungsmöglichkeiten für die, denen der Sinn danach steht: Es gibt zwei Theater, ein Casino, eine Discothek, eine Bibliothek und viele Shops. Außerdem werden Kurse und Vorträge angeboten. Während ich diese Zeilen schreibe, hört sich Frank gerade einen Vortrag über Tasmanien an. Wahrscheinlich hat er auch die Ansage vom Manager mitbekommen, dass der Kapitän die Route wetterbedingt ändern musste. Somit fahren wir nicht in den Hafen von Port Arthur ein, sondern steuern gleich Hobart, die Hauptstadt von Tasmanien, an.

Es bleibt uns also viel Zeit, die vielen Fotos, die wir bisher geschossen, aussortiert und beim Abschied vom Sydnyer Hafen noch gemacht haben in unserem Blog zu veröffentlichen.

Sydney trauertwir kommen wieder ...     wir können uns beim Abschied nicht sattsehengleich am ersten Tag Windstärke 8-10

Inzwischen haben wir wieder Festland erreicht und werden bei leichtem Nieselregen Hobart erkunden. Da wir keinen Internetempfang haben, nutzen wir auch die Gelegenheit, hiermit alle herzlich zu grüßen und die Zeit bis zur nächsten Möglichkeit eines Landgangs mit Internetmöglichkeit zu entschuildigen.

Hobart und Adelaide – im Regen! Dass es auf der anderen Seite der Welt auch im Sommer regnen kann, ist sicher auch hier nichts Außergewöhnliches. Nur wir als Touristen erwarten natürlich jeden Tag Sonnenschein und eine Außentemperatur zwischen angenehmen 22 und 26 Grad. Doch auch hier wird man gerne mal mit 12 bis 16 Grad überrascht. Gut, wir waren in unserem Leben der Antarktis noch nie so nah. (Nur am gestrigen Vormittag gab es mal für zwei Stunde Sonne.

zwei Stunden Sonne am Morgen auf SeeMS Noordam am Pier

Sofort waren die Decks voller Menschen, die sich wie wir sonnen wollten.) Außerdem erwarten wir hier auf unserem Kreuzfahrtschiff natürlich einen Rundumservice. Z.B. wollten wir heute um 11 Uhr frühstücken, weil wir vorher noch an einer Küchenführung mit dem österreichischen Chefkoch teilgenommen hatten. Doch dann die Überraschung: Frühstück gibt es nur bis 11 Uhr. Ab 11.30 Uhr wird dann schon Mittagessen serviert. Wie sollten wir dieses Problem lösen, eine halbe Stunde ohne Verpflegung auszukommen? Natürlich hätte es über den Zimmerservice (24 Stunden rund um die Uhr im Einsatz) funktioniert, aber das war uns dann doch zu anstrengend, extra für eine Bestellung auf unser Zimmer gehen zu müssen. Aber jetzt mal Spaß bei Seite: Wir werden hier absolut verwöhnt. Das Personal ist super aufmerksam und man wird von jedem mit einem herzlichen „Hello – how are you“ und einem Lächeln gegrüßt. Außerdem gibt es viele Angebote, die wir reichlich nutzen. Wir waren schon mehrfach im Fitnesscenter, haben Tennis gespielt, waren in einem Konzert, haben einige Shows besucht und uns mit vielen Leuten anregend unterhalten. Tagesausflüge stehen natürlich auch auf unserem Programm. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch etwas von Australien außerhalb von Sydney kennenlernen wollen. Also heißt es Stadtbesichtigung in Hobart:

Hobart als Hauptstadt von Tasmanien ist nun wirklich nicht die Bombe. Die noch vorhandene alte Bausubstanz aus dem 19 Jhr. wird mit modernen und streckenweise hässlichen Gebäuden zugedeckt. Aber das ist eben Hobart, eine kleine Hauptstadt fast am Ende der Welt. Wir haben einen gediegenen kurzen Rundgang im Regen gemacht und so einen Eindruck bekommen. In einem kleinen Supermarkt habe ich mir einen tasmanischen knallroten Apfel gekauft und ihn genüsslich verspeist. Sooo saftig und lecker.

original tasmanischer Apfelder leckerste Apfel auch für das goldene Känguruwir im Salamanca Place

Das Wetter veranlasst uns, nicht jede angebotene und vor allem überteuerte und vom Schiff organisierte Führung mitzumachen. Deshalb hatten wir uns im Vorfeld schon entscheiden, Entdeckungstouren auf eigene Faust zu unternehmen.

Ich steh im Regenmein kleiner Frosch

Fakt ist, dass wir bis jetzt noch keine Kängurus und Wambats und Tasmanische Teufel und Koalas gesehen haben. Aber … das wird sich bald ändern, denn wir haben herausgefunden, dass es in Adelaide den Clelandpark (National Park Reserve) gibt, wo es viele dieser Tiere zu sehen gibt. Also, wir werden Australien nicht eher verlassen, bis wir die weltbekannten Geschöpfe vor die Linse bekommen haben. Ab heute werden wir uns intensiver mit Adelaide beschäftigen als mit Hobart. Dafür haben wir bis morgen späten Abend Zeit, sprich 1 ½ Tage. Erst dann heißt es wieder „Anker hoch und Leinen los.“ Was wir in Adelaide erleben werden, folgt im nächsten Beitrag.


  Hobarts SchlossBlick ins kleine Downtown    an der Waterfront 

Nachdem wir am ersten Tag Adelaides Zentrum zu Fuß erkundet hatten, wurde uns schnell klar, wie klein das Zentrum im Gegensatz zu Sydney. Ein paar Parallelstraßen, durchaus mit australischen Längen und dennoch eher wie eine Kleinstadt wirkend. 250 kleine Vororte machen aber die Größe Adelaides aus, das entsprechend in die Fläche geht. Wir sind danach ein bisschen mit dem Bus kreuz und quer durch die Gegend gefahren und haben uns so einen kleinen Überblick verschafft. Das Zentrum ist ein Mischmasch von alten viktorianischen Terrassenhäusern, wieder aufgepeppelten Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert und hässlich modernen Shops, wie wir sie auch aus Deutschland kennen.

Blick auf AdelaideWappen mit KänguruAlles im WeihnachtsfieberWünsche an den Weihnachtsmann

Gestern am zweiten Tag haben wir uns zum Cleland Wildlife Park von Adelaide aufgemacht, sind mehrmals in verschiedene Transportmittel umgestiegen und haben dann im Park so viele Kängurus, bizzare, aber auch farbenfrohe süße Tiere wie Papageien und Wellensittiche gesehen, dass wir den heutigen Tag vor Kangoroo-Island nicht an Land gegangen sind und den Tag einfach dazu genutzt haben, den herrlichen Sonnentag auf Deck zu verbringen.

endlich wilde australische Tiereab in den Wildlife Parknur ein ViertelstündchenWallabies ab in den BeutelGleichgesinnterotes Känguru(-männchen)Fütterung erlaubtFamilientreffenParklandschaftnoch ein ParadiesvogelKindheitserinnerungenParadiesvögelCleland Wildlife ReservePelikane wie in NamibiaSondermodell in PinkSondermodell in GrünSondermodell in Blauzotteliger EmuAuge in Auge

Nachdem wir Adelaides Zentrum zu Fuß erkundigt hatten und wir gestern im Cleland Wildlife Park von Adelaide so viele Kängurus und andere Tiere gesehen haben, haben wir den heutigen Tag vor Kangorooisland einfach dazu genutzt, den herrlichen Sonnentag auf Deck zu verbringen. Die Stadt direkt gegenüber unseres Schiffes heißt Penneshaw und ist nicht mehr als eine kleine Ansammlung von Häusern. Von unseren Liegen aus haben wir einen schönen Blick auf die umliegenden Inseln. Da Penneshaw nicht über einen Hafen für größere Schiffe verfügt, liegt unsere Noordam in der großen Bucht und wer wollte konnte sich mit unseren kleinen Rettungsbooten an Land bringen lassen, um dort eventuell einen Ausflug zu unternehmen. Morgen früh sind wir dann auch schon in Port Lincoln und werden dort sicher an Land gehen. Heute ist genau die Hälfte unserer Kreuzfahrt um. Ich habe einmal unsere Reiseroute aufgelistet, damit alle sehen können, wo wir genau waren oder noch sein werden:

22nd Nov 2018 Sydney, Australia 18:30

23rd Nov 2018 At Sea

24th Nov 2018 Port Arthur, Australia 08:00 - 14:00

24th Nov 2018 Hobart, Australia 18:00

25th Nov 2018 Hobart, Australia 17:00

26th Nov 2018 At Sea

27th Nov 2018 Adelaide, Australia 14:00

28th Nov 2018 Adelaide, Australia 23:00

29th Nov 2018 Penneshaw, Australia 07:00 - 18:00

30th Nov 2018 Port Lincoln, Australia 08:00 - 17:00

1st Dec 2018 At Sea

2nd Dec 2018 Melbourne, Australia 08:00

3rd Dec 2018 Melbourne, Australia 17:00

4th Dec 2018 Burnie, Australia 08:00 - 19:00

5th Dec 2018 At Sea

6th Dec 2018 Eden, Australia 08:00 - 17:00

7th Dec 2018 Sydney, Australia 07:00 - Mittags geht es dann gleich weiter nach Neuseeland. Dort wartet schon ein kleiner Camper (Motorhome) auf uns, damit wir die Nordinsel innerhalb von 3 Wochen auf eigene Faust erkunden können.

mit Joel und Michael in Port LincolnTage an BordKängoroo Islandmit Rettungsbooten an Land

Inzwischen sind wieder ein paar Tage vergangen. Da wir keinen Internetempfang auf dem Schiff haben, müssen wir hier in Melbourne unseren Blog (eigentlich heißt es ja "unser Blog", aber das klingt irgendwie komisch) auf den neuesten Stand bringen. Gott sei Dank gibt es in der Innenstadt von Melbourne überall kostenloses Internet. Wie gut die Verbindung ist, erfährt man witzigerweise an jedem Mülleimer, der Dank Solarzellen mit Strom versorgt wird. Auch die alten Straßenbahnen im Stadtzentrum sind kostenlos zu benutzen. Da könnten sich die deutschen Städte  einiges abgucken.

wir erkunden die StadtQueen Victoria Market

Kirche und KommerzTown Hallalt und neu im ZentrumKunst und Kulturvom Schiff bei Nacht

Den besten Internetempfang gibt es in der großen Stadtbibliothek. Also sitzen wir hier mit vielen jungen Leuten an langen Tischen und hauen fleißig in die Computertasten. Wie abhängig wir vom Internet sind, haben wir auf der Kreuzfahrt erst richtig gemerkt. Wir kommen zwar ohne Netflixfilme aus, aber es gibt jeden Tag so viele Dinge zu erledigen, die keinen Aufschub dulden. Unsere Vermieterin des Bullis in Neuseeland möchte unbedingt wissen, welche Geräte wir in unserem Bus haben wollen. Leider wissen wir das selber nicht so genau. Brauchen wir 2 Gaskocher? Oder einen zusammenklappbaren Wasserbehälter? Wird es eher kalt sein? Also noch eine dicke Wolldecke etxtra? Oder doch lieber einen Ventilator für heiße Nächte? Und soll alles an einem einzigen Zigarettenanzünder angeschlossen werden? Wir müssen ja auch noch unser Navi und die Kühlbox für Franks Medikamente in Betrieb halten. Bisher konnten wir die vielen Mails von Karen (der Frau mit dem Bulli) nicht beantworten, aber heute geben wir Gas. Außerdem müssen unsere Bankgeschäfte neu geordnet werden. Wir haben nicht mehr genug Geld auf unserer Santanderkarte. Zu unserer Überraschung hat uns die Bank geschrieben, dass wir irgendeine Summe von der Versicherung erhalten, da wir ja in Kapstadt dieses finanzielle Fiasko erlebt haben. Die Kommunikation mit Deutschland verläuft da nicht immer reibungslos. Dafür haben wir aber schon einen Flug gebucht, der uns Ende Januar wieder aus Neuseeland bringen soll. Bei der Einreise nach Neuseeland muss man nämlich ein Flugticket vorlegen, um zu beweisen, dass man auch wieder ausreisen wird. Wir haben den billigsten Flug gebucht, sodass wir ihn eventuell auch verfallen lassen können. Das bietet uns größtmögliche Freiheit, unsere Pläne gegebenenfalls noch umzustoßen. Wir können nicht abschätzen, wie uns das Leben mit einem Campingklo und einer Dusche aus der Heckklappe gefallen wird. Auch die Sandfliegen sollen in Neuseeland zu einer richtigen Plage werden können. Und vielleicht liegen unsere Nerven schon blank, wenn wir uns auf den zur Verfügung stehenden 2 Quadratmetern auf die Füße treten werden. Falls aber alles traumhaft verlaufen sollte, so wollen wir nach drei Wochen auf die Südinsel übersiedeln und uns dort wieder einen Camper mieten. Die Preise für ein komfortables Gefährt sind allerdings atemberaubend. Da ist ein normales Mietauto mit Hotelübernachtungen deutlich günstiger. Nur kann man dann leider viele Teile der Insel nicht erkunden, da viele Wege einfach nur in der unberührten Natur enden.

überall TraumsträndeBäderarchitektur 1920 Besucher gleichzeitigFrank mit potentiellem Weihnachtsbaumdie Stadt der Papierherstellung

Die kleinen Hafenstädte Burnie und Eden sind unsere letzte Möglichkeit, noch ein paar Eindrücke von Australien zu sammeln, bevor es über Sydney dann nach Neuseeland geht. Heute ist Nikolaus, der 6. Dezember 2018 und wir sitzen gerade in einer Bank in Eden, um deren Internet zu nutzen. Die Angestellten tragen kleine Rentiergeweihe und sehen putzig aus. Wir haben schon einen langen Strandspaziergang hier in Eden bei starkem Wind hinter uns gebracht. Die Bucht ist bekannt für die vielen Killerwale, die sich hier teilweise aufhalten. Demtentsprechend gibt es auch ein kleines "Killerwalmuseum". Frank möchte noch eine Batterie für seine Armbanduhr in diesem Fischerort kaufen, bevor es wieder auf´s Schiff geht. Australiens Küstenstädte haben uns sehr gefallen. Die großen Städte Sydney und Melbourne waren natürlich der „Burner“! Spannend, z. T. wunderschön und interessant. Über das Landesinnere können wir allerdings gar nichts berichten. Die hohen Temperaturen im Landesinneren und die hohen Reisekosten  dorthin, haben uns dazu bewogen, auf diesen riesigen Teil des Landes zu verzichten. Aber jeder weiß ja (und so steht es auch im Reiseführer), dass im Landesinneren das Outback nicht viel Abwechslung bereit hält. Wir wollen es glauben, damit nicht das Gefühl aufkommt, wir hätten etwas Wichtiges verpasst. Schließlich werden wir voraussichtlich nie wieder nach Australien kommen. Der Ayers Rock muss also ohne uns seinen rotglühenden Charme in den nächsten Jahrmillionen versprühen. Ganz stimmt das mit dem „NIE WIEDER“ ja nicht, denn wir haben ja schon einen Rückflug von Christchurch nach Melbourne für den 29. Januar gebucht. Ob wir den allerdings antreten werden (gilt erst mal nur als Nachweis der faktischen Ausreise bei der Einreise), steht noch in den Sternen, denn vielleicht fliegen wir von Neuseeland aus auch direkt auf einen anderen Kontinent weiter (klingt toll, was?). Tipps bekommen wir alles Nase lang. Buenos Aires, Montivideo, Santiago de Chile, Mexico, HongKong, Japan, Bali, Seychellen, selbst eine Einladung nach Toronto wurde von Joel und Michael ausgesprochen.

Apropos Sterne! Sterne haben wir in Australien übrigens kaum gesehen. Wahrscheinlich fühlen sie sich am afrikanischen Himmel wohler, denn da haben wir sie ja im Überfluss bewundert. Ich hätte gerne noch mehr frei lebende Tiere in Australien gesehen und Frank auch, dann hätten wir aber definitiv mehr in die Wildnis fahren müssen. Aber selber mit einem Auto zu fahren war ja schon in Afrika zur Genüge angesagt und in Neuseeland geht es dann mit einem Camper weiter. Auf der Südinsel erstehen wir dann vielleicht sogar ein größeres komfortables Motorhome. Aus diesem Grund kam vor knapp zwei Wochen nach unserem Korallenausflug die spontane Kreuzfahrtidee auf. Genau zu rechten Zeit, um zu entspannen und die Australier (sowie Amerikaner und Kanadier an Bord) ein bisschen kennen zu lernen. Die Australier jedenfalls sind zu recht auf der ganzen Welt für ihre hilfsbereite und freundliche Art berühmt. Nur an ihrer englischen Aussprache könnten sie für uns noch etwas feilen. Besonders die jungen Australier sind kaum zu verstehen. Auf unseren Landgängen wurden wir wunderbar von älteren Herrschaften betreut, die ihre jeweilige Heimatstadt mit viel Stolz und Fachwissen vertreten haben. Sie standen überall am Hafen und im Stadtzentrum der jeweiligen Städte ehrenamtlich zur Verfügung. Auch so eine tolle Sache, die ich mir für Deutschland wünschen würde. Es ist für die Helfer und die Touristen eine „win-win-Situation“. Auch unsere Mitreisenden und die vielen Angestellten auf unserem Kreuzfahrtschiff haben sich meistens von ihrer besten Seite gezeigt. Joel und Michael (unsere Mitreisenden aus Toronto) haben sich dieses Land nicht zufällig ausgesucht, um sich am Strand von Melbourne ihr „Ja-Wort“ zu geben. Heute Abend sind wir bei den beiden in ihrer Suite eingeladen. Es gibt ein Gläschen Champagner, der noch von ihrer gestrigen Hochzeitsfeier übrig geblieben ist. Danach gehen wir vielleicht zum letzten Mal in den etwas luxuriöseren Diningroom. Dort erfüllen wir nicht ganz die Kleidervorschriften. Beim letzten Galadinner (insgesamt gibt es drei davon während der Kreuzfahrt) mussten wir am Katzentisch sitzen, weil wir weder ein Oberhemd, noch eine Krawatte, geschweige denn ein Sakko in unseren Koffern haben. Mit anderen Worten: Wir waren „underdressed“. Schließlich können wir nicht allen 1920 Mitreisenden erklären, dass wir unsere Klamotten für voraussichtlich 9 Monate eingepackt haben und das eine oder andere Juwel aus unserem Kleiderschrank in Deutschland einfach nicht mehr in den Koffer passte. Wer uns kennt weiß ja, dass wir sowohl über einen Smoking als auch Fräcke verfügen. In Neuseeland, so haben wir schon gelesen, legt niemand auf Äußeres wert. Also sind wir da genau richtig und für den Zweck unserer Reise angemessen ausgestattet. Sobald wir in Auckland angekommen sind, müssen wir eh erst einmal all unsere Sachen in eine Waschmaschinentrommel werfen, ungeachtet von Farbe und Material. Frank träumt nämlich schon davon, dass wir uns nach unserer Weltreise neu einkleiden werden, weil dann unsere jetzige Kleidung verschlissen, verwaschen und ausgeleiert sein wird und wir sie nicht mehr sehen können. Und falls wir es tatsächlich schaffen sollten, einige Kilos abzunehmen (schließlich ist Neuseeland das Wanderparadies), schlackern die Sachen dann sowieso wie alte Säcke um unsere trainierten Körper herum. Wir müssen ja nicht gleich bei Gucci einkaufen; vor dem Laden war es in Melbourne eh zu voll. Warum die Leute vor den teuersten Geschäften Schlange stehen war uns nicht ersichtlich. Aber die Australier sollen in der Vorweihnachtszeit geradezu in einen Kaufrausch verfallen, weil Sommerschlussverkauf, Urlaubszeit und Weihnachten zusammen fallen. Ich habe sogar darauf verzichtet, im Queen Victoria Market für 5 Australische Dollar (umgerechnet 3,50 Euro) ein weiteres T-Shirt mit Aboriginalmuster zu kaufen. Ich will erst einmal abwarten, ob Franks Prognose eintritt, dass wir noch (unerwartet) viel Geld am Ende unserer Sabbatjahres übrig behalten werden. Noch ist nicht aller Tage Abend, nicht in Deutschland und auch nicht am anderen Ende der Welt.

Frank:Thomas bat mich, auch etwas mit meinen Worten zu seinem Beitrag beizusteuern. Dabei hat er fast alles gesagt. Wir wissen beide, dass Kreuzfahrten (noch) nicht unsere bevorzugte Reiseart ist. Vielleicht später, wenn alles beschwerlicher wird, denn die Kreuzfahrtklientel ist ab 68 aufwärts und erstaunlich viele bewegen sich mit Rollator oder gar elektrischen Rollstuhl. Nicht die Mehrheit, aber es gehört wohl zum (amerikanischen) Mut dazu, dass man sich nicht bange machen lässt und sich der Welt noch nicht entziehen möchte. Trotzdem war es für uns zu diesem Zeitpunkt genau richtig, die Fahrt zu machen. Leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt, aber was wollen wir uns beschweren bei bisher fast zehn Wochen durchgehendem Sonnenschein mit bis zu 37 Grad. Ein Vierteljahr sind wir unterwegs und das Schlimme ist, es kommt mir gar nicht so vor. Erst wenn ich mir die bereisten Länder, die Erlebnisse und Orte vor Augen führe, kann ich die Dauer zuordnen. Ich befürchte aber, der Kopf kommt nicht so schnell hinterher. Wenn das Flugzeug mal eben die sagenhafte Strecke von einem zum nächsten Kontinent zurücklegt, war das für mich als Kind immer unverständlich, genauso, dass ein Flugzeug überhaupt vom Boden abheben kann. Als Erwachsener bin ich völlig realistisch, kann die Entfernungen einschätzen und feststellen, wie klein die Welt ist. Und dennoch möchte man staunen und „Wahnsinn!“, sagen.  Immerhin sind wir in Australien, nahe der Antarktis und fliegen nach Neuseeland. Fast dorthin, wo die Datumsgrenze ist.

Es soll wohl noch ein wenig dauern, bis der Kopf das begriffen hat. Umso mehr versuche ich der Befürchtung entgegenzuwirken, dass all die vielen Details, Erlebnisse, Erfahrungen verloren gehen. Da ich mit dem „Tagebuch der Ereignisse und Erlebnisse“ hinterherhinke, muss ich bald die Lücken füllen, schließlich würde ich später gerne einen individuellen literarischen Reise(führer)bericht schreiben. Mal sehen, ob das was wird.

Viel Zeit habe ich wahrscheinlich nicht, um aufzuholen, denn das Camperleben wird uns ab übermorgen sicherlich in Beschlag nehmen. Oder doch nicht und sitzen tagsüber entspannt vor dem Wohnmobil?

Mit dem Camper durch Neuseelands Nordinsel

Montag, 10.12.2018

In Neuseeland angekommen, holte uns Karen am späten Nachmittag vom Flughafen in Auckland mit unserem Camper ab, den wir von ihr gemietet haben. Sie brachte uns in eines ihrer Appartments, damit wir die erste Nacht noch zu Kräften kommen konnten, um uns dann am anderen Morgen ins Abenteuer stürzen zu können. (Natürlich mussten wir für jeden ihrer Dienste zusätzlich tief in die Tasche greifen, und es war dann doch etwas ärgerlich, dass wir das angemietete Appartement mit zwei älteren Damen teilen mussten, ohne einen Preisnachlass zu erhalten!)

Am nächsten Tag wurde uns alles über den 20jährigen Camper erzählt, Verträge wurden unterschrieben, gute Ratschläge erteilt. Nach dem Beladen wurde noch einmal Öl und Frischwasser aufgefüllt und dann ging es los. Allerdings kann ich nicht unerwähnt lassen, dass die Heckklappe des Campers nicht aufging. Karen wusste das zwar, hatte es aber nicht geschafft, diesen Fehler rechtzeitig beheben zu lassen. Blöd, wenn man an sein eigenes Gepäck nur noch gelangt, indem man sich bäuchlings unter dem Bett nach hinten robbt. Doch seht selbst, in welchem Gefährt wir die nächsten drei Wochen verbringen werden.

Von hinten Lyceumvon vorne MuseumRaum ist in der kleinsten HütteWie man sich bettet ...Übernachtung mitten in der StadtAlles Baujahr 1998Baujahr 1962

Toll, das man mit so einem kleinen Auto überall hinkommt. Und deshalb sind wir schließlich hier: NATUR PUR! Wir sitzen nicht nur im Auto und genießen die herrliche Landschaft.

Wie in der SchweizBaumfarne (uralt)

Wir wandern auch durch tiefe Schluchten und urzeitliche Wälder.

Urwald um uns herumUnser erster Wasserfall!

Von Wasser können wir dabei nicht genug bekommen. Zumal das Wasser, das von oben kommt, nicht aus den Wolken fällt. Eigentlich haben wir ja auch genug Wasser in unserem Auto (in verschiedenen Kanistern), denn wir sind selfcontained (von öffentlichen  Duschen und Toiletten unabhängig) und mit einem Campingklo ausgestattet. Die Wirklichkeit sieht allerdings etwas anders aus, doch das verraten wir erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Unser zweiter Wasserfall!Die erste Nacht am Strand! Unsere TraumbuchtSo schön wie die Halongbay Das erinnert uns an 007

Wer im Meer schwimmt, braucht auch nicht jeden Tag unter die Dusche zu gehen. Und das bisschen Salz auf unserer Haut regt uns eher zum Schreiben an ...

Nachdem wir an zwei freien Campingplätzen übernachtet haben, waren wir nun auf zwei Campgrounds, d.h. mit Dusche, Gemeinschaftsküche und Duschen. Durch diese Erfahrung wissen wir, dass wir uns (vorbereitet) überall zurechtfinden werden. Das Auto wird dadurch trotzdem nicht größer, das ist wahr, aber wir arrangieren uns recht gut. Man muss halt nur strukturierter denken und sich fragen, was auf 2 Quadratmetern zuerst gemacht werden muss. Das bedarf es noch ins Gefühl zu kriegen. In einem kleinen Ort besuchten wir für nur 10 Dollar ein Maorimuseum. Andere wollten 50 Dollar haben mit genauso viel Inhalt. Da haben wir dann gestreikt.

Außerdem fanden wir die berühmte Hundertwasser Toilette in Kawakawa, sein einziges Werk auf der Südhalbkugel. Hundertwasser lebte schließlich von 1973 bis zu seinem Tod 2000 in Neuseeland. Was man alles nicht weiß. Oder?

letztes Werk des KünstlersHundertwasser Lassen

Nachdem wir das alles hinter uns hatten, erkundeten wir weiter die tolle Küstenlandschaft an der Ostküste bis hoch in den Norden. Heute stand der Ausflug ans Cap Reinga an. Eine geführte Tour. Wir wurden vom Campingplatz abgeholt und machten einen gut 60 Kilometer langen "Ritt" mit einem dafür vorgesehenen Ausflugsbus über den Ninety-Miles-Beach. Der völlig naturbelassene Strand, über den die Seelen der Maori nach ihrem Tod in die Ewigkeit fliegen. Da die Flut nahte, sind wir nach 60 Kilometern ins Landesinnere abgebogen. Unser Fahrer Daniel (Maori) kannte sich natürlich mit den Naturgewalten bestens aus. Danach sind wir wieder auf die Dünen geklettert. Einige Fahrgäste haben Sandboarding gemacht une sind mit Surfbrettern die Düne runtergeglitten. Wir haben darauf verzichtet und lieber die herrliche Aussicht genossen (leider keine Bilder davon). Wir kamen uns ein bisschen wie in Namibia vor, nur dass die Dünenlandschaft hier nicht so riesig ist. Aber Dünenklettern geht bei Thomas und mir immer noch.

Das Mittagessen wurde in einer traumhaften Bucht eingenommen. Kurz danach waren wir auch schnell am nördlichsten Punkt Neuseelands, dem Cap Reinga angekommen. Wieder begeisterte uns die tolle Aussicht auf unglaublich schöne Küsten. Der Leuchtturm ist natürlich Standard und entspricht dem Klischee. Ein Wegweiser zeigte an, dass es von hier bis nach London über 18.000 Kilometer seien. Jetzt wisst ihr, wie weit wir von euch entfernt sind. Zwei Meere stoßen dort am Cap Reinga zusammen, der Pazifische Ozean und das Tasmanische Meer. Die Sonne war uns zudem hold, trotz immer wieder auftretender Wolken klaret es für lange Zeit auf. Abends wird es aber immer noch recht frisch, was zum Schlafen im abgeschlossenen Wagen natürlich gut für uns ist.

Cap ReingaSchöhnheitenspricht für sichNinety-Miles-Beach-Tour über den Strandhier zum MittagessenKänguru ahoi

Morgen geht die Fahrt für uns an der Westküste entlang weiter. Wo wir dann wieder einen Stopp einlegen, wissen wir noch nicht. Was wir aber schon wissen, ist, dass wir am 28.12., nachdem wir den Camper abgegeben haben, von Auckland nach Christchurch fliegen werden, um uns dort gleich anschließend (hoffentlich wird die Buchung bestätigt) einen Profi-Campervan gemietet haben. Das soll dann eine luxiriösere Fahrt werden. Mindestens so luxuriös wie die Häuser der Maori in grauer Vorzeit, wie wir sie bei einem Besuch in einem Maorimuseum sehen konnten.

unser Wohnmobil - Südinsel?Im Maori-Museum

Das Schöne an der Erfahrung mit unserem Camper aber ist, dass wir selbst mit den Minimalumständen uns gut einrichten und zurechtkommen können. Das hatten wir uns so positiv nicht ausgemalt. Und ... mit einem Campervan kann man das Land Neuseeland wirklich am besten erkunden. Außerdem soll die Südinsel ja noch spektakulärer sein, als das, was wir jetzt schon erleben dürfen.

Frank 25 Mal übereinanderdichteres Grün geht nimmerriesige Kauribäume

Jedenfalls hat uns der nördlichste Teil der Nordinsel schon mal sehr gut gefallen. Grüne Hügel mit Kühen und Schafen drauf, Wälder mit Baumfarnen und Palmen und natürlich immer wieder Wasserfälle auf unseren Touren durch das Land (teilweise motorisiert - teilweise zu Fuß). Nachdem wir die Kauribäume in der Natur bewundern durften, ging es ab ins Kaurimuseum:

der Besuch hat sich gelohntFrank als Gumdiggerein Tisch wie ein BaumFrank auf Bernsteinsuchemajestetischer Sitzkomfortvon Rosen bekränzt

Zu erfahren, welche Bedeutung der Handel mit Kauriholz für die Menschen in den letzten hundert Jahren hatte und teilweise immer noch hat, war sehr lehrreich. Auch der Handel mit Bernstein, er heißt hier GUM, wurde rege betrieben. Ich hatte ganz vergessen, dass sogar in Linoleum Bernstein verarbeitet wird. Schließlich ist es ein Naturprodukt. Zu Anfang fanden die ersten Europäer den Bernstein noch an der Oberfläche, später mussten sie tiefer graben. Tief unter die Erde hat es uns aber nur einmal ganz kurz geführt: in verschiedenen Grotten (Caves) kann man wie die Hobbits unter die Erde gelangen, um kleine leuchtende Würmer, die an klebrigen Fäden von der Höhlendecke hängen, bewundern. Leider wird dieser Touristenattraktion ordentlich vermarktet. Wer will, lässt sich in einem Gummianzug in die Tiefe abseilen oder zwängt sich in die engsten Felsenspalten. Und das alles im MInutentakt zu horenden Preisen (100 Dollar pro Person). Aber an Stellen, die frei zugänglich sind, war uns die Verletzungsgefahr zu groß und wir haben schnell einen Rückzieher gemacht. Rutschiger Lehm und absolute Finsternis haben uns abgeschreckt. Schließlich warten noch viele andere Herausforderungen auf uns, wie z.B. die größte, sich linksbrechende Surferwelle der Welt. Und statt der Glühwürmer, die wie ein künstlicher Sternenhimmel aussehen sollen, genießen wir doch lieber den echten Sternenhimmel der Südlichen Hemisphäre. Zwar gibt es hier nicht ganz so viele Sterne zu sehen wie in Afrika, aber dafür wirken sie besonders plastisch und strahlend. Das müsst ihr uns einfach glauben, den aussagekräftige Fotos bekommen wir davon nicht zustande.

einzige Höhlenerforschunggrößte Linkswelle gemeistertganz ohne Schule geht es nicht

Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich mich immer sehr freue, wenn ich von einigen meiner Schüler eine Nachricht bekomme. Drei von meinen "Ehemaligen" aus der Zeit in der Feldbuschwende haben sich gemeldet. viele Dank dafür! Außerdem habe ich mit Birgits Hilfe auch Post aus der 3a bekommen. Sogar kleine Filme von der Weihnachtsfeier wurden uns geschickt! Und wie ihr auf dem Foto seht, kann ich auch hier das Thema Schule nicht ganz vernachlässigen. Der Zufall bringt mich an solche Orte.

Manchmal finden wir ganz zufällig abgelegene Campingplätze. Erst spät am Abend kommen gelegentlich andere Schlafsuchende hinzu. Es ist wirklich spannend, wie die Camperkultur hier gelebt wird.

CamperlustEssen mit Aussichteinsame Szenerie

Auch die immer wieder berauschenden Wasserfälle und unser erster Gipfel jenseit der 2000 Meter sind wunderbare Naturschauspiele, die es zu erkunden gilt. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, auch die heißen Quellen hier zu erwähnen. An einem Abend wurden wir während unserer Autofahrt von einem heftigen Regen überrascht und so suchten wir den nächstbesten Campingplatz auf. Er schien die 50er Jahre unbeschadet überstanden zu haben. Alles erinnerte an eine schreckliche Jugendherberge, wie ich sie zusammen mit Elisabeth auf Langeoog erlebt habe. Warum die Übernachtung so teuer war, konnten wir erst am anderen Morgen erahnen, als die Sonne uns wieder hold war. Die Attraktion auf dem Campingground bestand nämlich aus mehreren Schwimmbecken, die durch heiße Quellen in der Nähe beheizt wurden. Viele Menschen kamen am Vormittag zusammen, um hier den Tag zu verbringen. Ich musste die Schwimmbecken allerdings nach 10 Minuten wieder verlassen, weil ich im Wasser einen Schweißausbruch bekam. Bei einer Lufttemperatur von 24 Grad brauchten wir kein Wasser von weit mehr als 40 Grad um uns herum. Und schließlich wollten wir ja weiter kommen. Wir haben für die Nordinsel sowieso nicht genug Zeit, um allen Empfehlungen aus unserem Camperbuch nachzukommen. Allerdings haben wir uns das Kiwi-House nicht entgehen lassen: Dem Wappenvogel Neuseelands wir dort am Tag die Nacht vorgegaukelt, da es nachtaktive Tiere sind, die nicht fliegen können und in kleinen Erdlöchern leben. Sie stehen unter strengem Naturschutz, nachdem sie von eingeschleppten Katzen, Ratten und Hunden aus Europa fast ausgerottet wurden. Es ist für Touristen natürlich sehr angenehm, diese Tiere am Tag zu beobachten, weil sie hinter einer abgedunkelten Schaufensterscheibe gar nicht merken, dass sie tagsüber von neugierigen Touristen beobachtet werden. Fotografieren konnten wir diese scheuen Geschöpfe natürlich nicht, denn den Blitz vom Fotoapparat hätten sie natürlich mitbekommen.

Camping mit Thermalquellenbad55 m FallsBridal Vail Falls Campingplatz New PlymouthMount TaranakiWir haben sogar lebende Kiwis gesehen

Trotz all der atemberaubenden Ausblicke und Attraktionen haben wir uns entschieden, nicht alle Routen aus unserem Wohnmobil-Reiseführer abzufahren. Wir lassen die dritte Route aus und fahren direkt südlich nach Wellingten. Die Gewitterwolken brauen sich über uns in Stratford zusammen und wir werden den Lake Taupo weit im Norden wohl nicht zu Gesicht bekommen. Eine Zwischenübernachtung liegt noch auf unserem Weg. Wir wollen in einem Campingground unsere Wäsche waschen, bevor wir morgen die Hauptstadt Neuseelands erreichen werden.

Inzwischen hängt die gewaschene Wäsche auf der Leine. Gern wäre ich auch schnell unter die Dusche gehüpft, aber die Männerduschen sind gesperrt, weil gerade dort einige Anstreicharbeiten anstehen. Eigentlich eine Frechheit. Aber es gibt noch eine Dusche für Menschen mit Behinderung, die allerdings im Dauereinsatz ist. Hoffentlich habe ich gegen abend mehr Glück und erwische eine "Duschpause". Der heutige Campingplatz ist genau wie der Strand "ganz in Ordnung". Die Leute fahren hier mit dem Auto direkt auf den Strand und fallen dann quasi ins Meer. Das müssen wir aber nicht haben, nachher bleiben wir noch im Sand stecken. Vielleicht hüpfen wir morgen früh einmal kurz in die Fluten, aber nur, wenn die anschließende Dusche auch machbar ist.

Morgen geht es dann nach Wellington. Auf dem Weg dorthin soll es viele schöne Strände geben. Und wenn nicht, haben wir ja noch viele tausend andere vor uns. Schließlich erkunden wir ein Land, das aus zwei großen Inseln besteht.

Wieder mal auf einer Brückevor dem Theater in Wellington Weihnachten feiern in Wellington?Fahrzeug für den Weihnachtsmann? Blick vom Botanischen Garten austolle Architekturtolles Museum in Wellingtonkleiner Mann - was nun?Der Bienenstock- das ParlamentsgebäudeHortensien- eine endemische Pflanze?

Schöne Strände haben wir leider nicht gesehen. Ehrlich gesagt ging das auch gar nicht, weil wir nur einen Stopp an einem Strand gemacht haben und der war enttäuschend. Wir haben wirklich Gas gegeben, um auch Wellington noch einen Besuch abzustatten. Aber sie hatten wohl nicht mit uns gerechnet, denn weder war die Stadt besonders weihnachtlich geschmückt, noch konnten uns die Architekten dieser Stadt wirklich von einer guten Stadtplanung überzeugen. Vielleicht waren in den letzten hundert Jahren auch gar keine Architekten am Werk und jeder konnte so bauen, wie es ihm gefiel. So jedenfalls wirkte die Stadt auf uns. Am besten haben uns noch das Tepapa-Museum und die Fahrt mit der Cablecar hinauf zum Botanischen Garten gefallen. Jedenfalls werden wir uns schon morgen wieder auf den Weg Richtung Norden begeben und Wellington verlassen, damit uns am Ende der Tour noch genügend Zeit zum Entspannen an den Stränden rund um Auckland bleibt, bevor uns der Flieger nach Christchurch bringt. Mir ist aufgefallen, dass wir häufig von den grünen Hügeln mit den vielen Kühen und Schafen schreiben, aber noch nie ein Foto von diesen Haustieren gemacht haben. Wahrscheinlich, weil sie uns so vertraut vorkommen. Morgen werden wir das aber nachholen, denn die Strecke, die in den nächsten zwei Tagen vor uns liegt, soll von Kühen und Schafen nur so wimmeln. Die grauen Wolken hängen tief über uns. Heute morgen hat es sogar noch zum Abschied in Wellington geregnet. Die Kühe und Schafe haben sich unter Bäumen versteckt. Aber noch ist der Tag nicht zu Ende. Gerade haben wir unsere Lebensmittelvorräte aufgefrischt und sitzen bei einem Latte in einem Cafe in Masterton. In Woodville, auf der Hälfte der Strecke nach Napier, haben wir eine weitere Rast eingelegt  für den angeblich besten Käsekuchen der Welt.

Käsekuchen bei Mummy's, 11 Dollareiner der zahlreichen Zwischenstopps

Mal sehen, ob wir heute schon bis Napier kommen, oder unser Nachtlager auf einem freien Campingplatz aufschlagen. Jedenfalls gibt es heute für Frank Bauchfleisch und für mich Lamm-Hamburger. Dazu verwöhnt uns Onkel Bens mit Fertigreis.

ein gutes LebenSchaf müsste man sein

Grüne Hügel mit Schafen und Kühen drauf haben unseren Weg nach Napier gekennzeichnet. Die lange Strecke durch das Inselinnere hat auch ihren Reiz, aber irgendwie wollten wir schnell nach Napier kommen. Diese Stadt wird im Reiseführer als die "Hauptstadt der Jugendstilhäuser" angepriesen. Das kommt daher, weil 1931 ein verheerendes Erdbeben fast die ganze Stadt zerstörte und alles neu aufgebaut werden musste. All das geschah, als gerade der Jugendstil in Napier modern war. Trotzdem mussten wir uns noch etwas gedulden und einen Übernachtungsstopp in Clive einlegen. Dieser Ort liegt kurz vor Napier am Cliveriver und so konnten wir wieder einmal mit Blick auf einen Fluss die Betten zur Nachtruhe aufschütteln.

da braut sich was zusammenUnwetter naht

Leider schwebten am nächsten Tag auch dicke graue Wolken über Napier. Und als wir im Zentrum angekommen waren, öffnete sich der Himmel. So fuhren wir also bei starkem Regen durch die Straßen der Stadt und konnten uns an den Gebäuden nicht so recht erfreuen. Jugenstilgebäude, wie wir sie z.B.  aus Prag und anderen Großstädten in Europa kennen, gibt es hier nicht. Die kleinen Häuser sind alle aus Holz gefertigt und erinnern stark an die Eigenheime in San Franzisco, alle mit netten Verzierungen und einer kleinen Veranda vor dem Haus. Bei Sonnenschein hätten wir gewiss einen ganzen Tag in diesem Ort verbracht, aber so ging es gleich weiter in die Hawke Bay. Dieser Abschnitt des Landes wird auch die "Obstschale" des Landes genannt, weil die Bucht die Form eines Halbkreises und damit entfernt die Form einer Obstschale aufweist. Hier wachsen Äpfel (wahrscheinlich Braeburn?), Zitrusfrüchte, Mais und auch immer mehr Wein wird hier angebaut.

Was macht unser Mandarinenbaum in der PlinkestraßeAbstecher zum Mahia Beachbizarre SzenerieEingang ins Café in Wairoa

Durch das unbeständige Wetter unternehmen wir nur kurze Spaziergänge an kleinen, umberührten Stränden mit viel Treibholz, das teilweise sehr fantasievolle Formen aufweist, und genießen die Landschaft ansonsten durch die Windschutzscheibe unseres Campers.

skurrilTreibholz fanatsievollStrandgutkunst zweiter Teil

Inzwischen haben wir schon Gisborne erreicht. Auch hier haben wir eine Nacht am Fluss verbracht und auch hier wurden wir mehrfach von Regengüssen überrascht. Das hebt nicht unbedingt die Stimmung und hat uns vielleicht auch deshalb dazu bewogen, heute direkt nach Opotiki durch das Landesinnere zu fahren und somit einen Teil der Küstenroute (East Cape) auszulassen. Opotiki liegt nördlich von Gisborne, ungefähr in der Mitte der Bay of Plenty. Dadurch sind wir dann mit Sicherheit zu Weihnachten schon in Coromandel, knabbern vielleicht an köstlichem Mandelgebäck und trinken ein Gesöff aus einer teuer aussehenden Champagnerflasche. Wir wissen nicht genau, um welches Getränk es sich dabei handelt, die Flasche hat aber nur 2,99 NZ Dollar gekostet und sah einfach verführerisch aus. Gern würde ich wieder schöne Strände bei strahlendem Sonnenschein sehen und auch mal wieder in die Fluten des Meeres eintauchen. Aber auf das Wetter haben wir eben keinen Einfluss. Und solange sich die Sonne ab und zu sehen lässt, gibt es auch wirklich nichts zu meckern. Dass wir überhaupt an unserem Blog weiter schreiben können, haben wir der wunderbaren Bücherei in Gisborne zu verdanken. Fantastischer Internetempfang und sehr nettes Personal kennzeichnen immer wieder die öffentlichen Gebäude in diesem Land. Danke!  

nach dem Aufstehen mit voller KraftFlüsse und Berge

Die Fahrt verlief reibungslos. Zuerst waren viele Obst- und Weinanbaugebiete auf unserem Weg. Dann ging es über in hügelige Waldregionen, die von Flusstälern durchzogen waren. An einem dieser Flüsse hat Frank für uns einen Kaffee zubereitet, schließlich haben wir Wasser, einen Gaskocher, einen Topf und immer besser schmeckenden Pulverkaffee an Bord.

Pause mit Kaffeehöchste Eisenbahnbrücke Neuseelands

Wir sind wieder mal an einem Strand auf einem Holiday Campingplatz angekommen. Wir haben ein windstilles Plätzchen neben dem stillen Örtchen bezogen und uns den Naturstrand bereits angeschaut. Zum Schwimmen ist es allerdings heute schon etwas zu spät und auch das Wetter ist eher ungemütlich. Morgen wird es bestimmt ein wundervoller Strand- und Badetag werden. Jetzt fahren wir erst einmal in den beschaulichen Ort Opotiki gleich um die Ecke. Ein paar "fish and chips" - Läden, eine Pizzaria und ein richtiges Restaurant haben wir schon erspäht. Alles machte aber einen sehr ungepflegten Eindruck, als wäre man in einem Vorort von Bukarest. Die Neuseeländer lieben das Einfache, Unspektakuläre. Jedenfalls freuten wir uns wieder einmal auf ein Essen, das wir nicht selber (unter improvisierten Bedingungen) zubereiten müssen. Das Essen war wunderbar: In einem Irish Pub, die beste Gastronomie am Platz, haben wir ein richtiges Weihnachtsessen eingenommen. Es gab zwar keine Weihnachtsgans, wie wir sie sonst in jedem Jahr zur Weihnachtszeit mit Elisabeth, Wolfgang und ein paar ehemaligen Kollegen (und inzwischen auch Freunden) aus der Feldbuschwende verköstigen, aber es gab Ente mit Kartoffelpüre, Erbsen, Möhren, Kürbis und Süßkartoffeln. Richtig lecker! Ein kurzer Strandspaziergang mit Sonnenuntergang zur Verdauung folgte.

letzter Kaffee in den Abendstunden

Anschließend haben wir viele wichtige Telefonate mit Deutschland geführt. Leider können wir unseren neuen Camper in Christchurch nicht am gebuchten Tag übernehmen. Das Christchurch-Büro der Vermietungsfirma APOLLO schließt schon um 16 Uhr und unser Flieger landet erst um 16.30 Uhr. Also mussten wir mit einer Mitarbeiterin von Camperdays (über sie haben wir gebucht, weil es nur dann eine Zusatzversicherung gibt, denn in Neuseeland sind Autohaftpflichtversicherungen nicht verpflichtend) in Deutschland telefonieren und die Sache klären. Es sieht jetzt wohl so aus, dass wir uns für die erste Nacht noch eine Unterkunft besorgen müssen und den Camper erst am nächsten Morgen bekommen. Trotzdem sind für den verlorenen Tag 150 Euro fällig, schade! Aber dann hatten wir ein Telefonat mit der Santanderbank in Deutschland. Vielleicht erinnert sich die aufmerksame Leserin unseres blogs noch an den Zwischenfall in Kapstadt, der uns 2000 Euro Schaden verursacht hat. So wie es aussieht bekommen wir die volle Summe von der Versicherung erstattet. Wer hätte das gedacht? Wir jedenfalls nicht. Wir waren so aus dem Häuschen vor Glück, dass wir erst weit nach 2 Uhr nachts im Schlaf versinken konnten. Nach einem kleinen Einkauf am anderen Morgen fuhren wir weiter die Küste entlang. Das Wetter hatte sich unseren Wünschen angepasst. Also war ein Strandtag angesagt. Die Bay of Plenty erstreckt sich über viele hundert Kilometer und ist bei Sonnenschein doppelt schön. Dementsprechend haben wir viele Fotos geschossen und ich habe mir einen leichten Sonnenbrand eingefangen.

Fahrt zum NaturhafenThomas sieht aus, wie bei Putin zu Gast

Whakatane (Wh wird hier wie F ausgesprochen) hat uns besonders gut gefallen, tolle Häuser, schöne Geschäfte und ein langer, fast menschenleerer Strand mit starker Brandung, ideal für einen Strandspaziergang.

und Traumlandschaftenund immer wieder Traumstrände

Weil die Sonne immer stärker hinter den Wolken hervorkam, setzten wir unseren Weg bis nach Matata fort. Hier hüpfte Frank in die Fluten und ließ sich von mir ablichten.

Genug eingecremt?Wellenbrecher

Dann fuhren wir zu den heißen Quellen nach Awekari. Hier werden wir direkt neben unserem Campingstellplatz heute abend in den heißen Swimmingpool hüpfen. Jetzt ist es noch zu warm dafür und ich brauche noch Zeit für den heutigen Blogeintrag. Unser nächstes Ziel ist dann Rotorua. Andrea aus Hannover (wir hatten sie in Afrika zufällig getroffen. Ihr erinnert euch?) hat uns ganz neugierig auf diesen Ort gemacht. Wir stellen uns alles wie eine ehemalige Hippie-Kolonie vor. Es soll ein bisschen "verrückt" sein. Schlammbäder kann man dort auch nehmen. Vielleicht sehen wir ja Schlammcatchen. Was wir übrigens noch nicht gesehen haben, ist ein Rugbyspiel. Das soll hier in Neuseeland ganz aufregend sein und ist Nationalsport Nummer 1. Vielleicht besuchen wir auch noch eine aktive Vulkaninsel mit speienden Geysiren, Schwefelgeruch in der Luft und vielen Touristen. Touren dorthin kann man wohl von mehreren Orten aus buchen. Aber das müssen wir erst noch in Erfahrung bringen.

.Vulkaninsel in Sicht?Rotoruas Touristeninformation

So verrückt wie ich dachte, ist Rotorua gar nicht. Hier und da sieht man einen buntbemalten alten Bulli oder Graffitizeichnungen, aber an sich ist es eine normale Stadt, die wahnsinnig viele Aktivitäten anbieten. Vom Kajakfahren über turbulente Wasserspaßaktivitäten sind wir nicht die großen Fans. Wir sind schon etwas älter und halten es mit dem Staunen über die natürlichen Dinge, die das Leben so bietet. Es gibt allerdings schöne Gebäude, schöne Parks und vor allem natürlich diesen 'besonderen' Duft in der Luft. Faule Eier, sprich Schwefelgeruch liegt über der ganzen Stadt. Irehdnwann sliegt der Geschmack sogar auf der Zunge. Nach einem ordentlichen Latte Macchiato (die Neuseeländer sagen: Lahté) machten wir uns dennoch auf, die Sehenwürdigkeiten zu erkunden.

erst mal einen KaffeeStadtbummeldann in den Park

In einem städtischen Park konnten wir die erst recht die intensiven Schwefeldünste einatmen und die brodelnden Geräusche der Thermalquellen hören. Leider konnte man keine Schlammbäder nehmen. Lediglich die Füße in kaltes Wasser hängen - viele, besonders Asiatren, hat das gefallen und sie waren eifrig dabei, im Wasser lustvoll mit ihren Füßen zu paddeln - natürlich immer, um ein Selfie zu schießen! Uns war nicht danach! Auch wenn einige brodelnde Tümpel farblich nichts hergaben, war die Vorstellung, was unter unseren Füßen in der Erde so brodelt, aufregend. Und dann, gegen Ende gab es sie doch, die Farbenspiele, die durch organische Verbindungen entstehen. Schwefel, Oxide, Eisen etc.!

Möwen stört der Geruch nichtÜberall SchwefelgeruchRegierungssitz? Rathhaus?Schwefeldämpfeschön - schaurigFrank bei den Hobbits? Nein!lieber die Luft anhaltenalle wollen ihre Füße baden - kalt?!

Unser Weg brachte uns schließlich in eine kleine Maorisiedlung direkt am Wasser (Lake Rotorua, Hafen), nicht weit von der Stelle, wo die Touristen mit einem alten Raddampfer den See erkunden können. Am Schiffsanleger befand sich auch der Parkplatz, der uns eine Nacht lang als Heimat dienen sollte. Aber bevor wir uns in unsere Bettdecke kuscheln konnten, gönnten wir uns ein Abendessen in der "Fressmeile" von Rotorua. Und danach ging es in den Wald - genauer gesagt zu den Redwoods bei Nacht!

Spaziergang im Maoridorf in RotoruaVersammlungshaus Abendessen in der Nähe vom Am Abend zu den Redwoods

Redwoods sind riesige Büme, die wir bei unserer Amerikareise vor einigen Jahren leider nicht zu Gesicht bekommen haben (nur die Mammutbäume i, Sequoia), denn da kommen sie her. Genauer gesagt handelt es sich um Kalifornische Redwoods, die aus Californien Mitte des 19. Jahrhundert in Neuseeland eingeführt und angepflanzt wurden. Demzufolge sind sie hier also noch nicht so alt, haben aber schon eine stattliche Höhe erlangt. Windige Geschäftsleute kamen auf die Idee, in windiger Höhe ein System von Hängebrücken so zu installieren, dass man von Baum zu Baum gehen kann - immer auf Augenhöhe mit den Vögeln (die sich anatürlich in der Nacht gar nicht blicken ließen). Konstruiert wurde diese schaukelige Angelegenheit von einem deutschen Architekten. Bei "Made in Germany" trauten sich alle geschätzten 300 Touristen, an diesem Abend vor Heilig Abend das Wagnis einzugehen. Die Beleuchtung in der Nacht war wirklich beeindruckend. Nur die riesigen Holzlampen haben mich doch etwas an IKEA erinnert. Tatsächlich kann man sie, in einem kleineren Maßstab versteht sich, sogar auf der Internetseite der Betreiber käuflich erwerben - wem`s gefällt.

sehr weihnachtlichein Abend vor heilig Abend

 

Weihnachten auf der Nordinsel - Sylvester auf der Südinsel - Geburtstage am Meer

Dienstag, 25.12.2018

Früh am Morgen des 24.12.2018 ging es dann ins Waiotapu, 30 Kilometer südlich von Rotorua Thermal Wonderland. Frank fuhr, entgegen seiner sonstigen Angewohnheit, wie ein Henker (Anm. des Betroffenen: zügig und kaum die Höchstgeschwindigkeit überschreitend, was meinerseits den Eindruck vermitteln soll, dass ich sonst sehr gemütlich und vorsichtig fahre, was Thomas auch wirklich schätzt nebenbei bemerkt), denn wir mussten die Eintrittskarten bis 10 Uhr erworben haben, um noch rechtzeitig die "Show" ansehen zu können. Um 10.15 Uhr spuckte Lady Knox nämlich durch eine gehörige Portion Waschpulver die 30.000 Liter unterirdischen Wassers in die Höhe. (Durch alkalische Verbindung mit anderen chemischen Substanzen wird die Eruption hervorgerufen)  Das wollten viele hundert Touristen gemeinsam mit uns auf keinen Fall verpassen.

Weihnachten im Wonderlandwir sind nicht alleinam 24.12. schießt der Geysir um 10.15 Uhr in die Höhe

Lady Knox ist ein Geysir (besser: eine Geysirin) - den Namen bekam er von der Tochter des Landbesitzers (so wie Mercedes die Tochter von Herrn Daimler die Namensgeberin für ein Auto war, oder die schöne Frau mit dem Namen Europa, die einen ganzen Kontinent mit ihrem Namen beglückte ....)

Alle auf dem Rundweg - nicht HolzwegFrank freut sich über`s Farbenspiel Es ist aber auch zu schön!Schwefelgeruch zu Weihnachten brauche ich nicht in jedem Jahr

Anfangs waren die Attraktionen nicht so begeisternd, doch mit einem detailierten Blick kamen gegen Ende dann die Farbsensationen. Wir hatten uns vorgenommen, im Anschluss wieder Strecke gen Norden zu machen, doch der Regen machte die Fahrt soooo langweilig, dass wir entschlossen in Athenree auf einem Campingground Halt zu machen. In der Hoffnung, dass in Küstennähe der Regen nachließe, wurden wir enttäuscht. Der Dauerregen nervt uns langsam. Aber auch das gehört zu einer Reise dazu. So geht unser Heiliger Abend zu Ende. Wir waren eigentlich auf dem Weg nach Coromandel, haben aber hier nun einen Nachtstopp auf diesem Campingplatz mit Thermalschwimmbad eingelgt. Leider haben wir schon genug Wasser von oben. Es regnet wie gesagt die ganze Zeit. Selbst als wir durch einen Ort mit dem Namen Bethlehem kamen, wollten wir nicht einmal anhalten, um ein Foto zu machen. Jetzt wandern wir erst einmal in die Gemeinschaftsküche des Campingplatzes und brutzeln unser Weihnachtsessen, denn für uns ist natürlich heute Weihnachten.

Lamm mit Kartoffelsalatunser Weihnachtsschmaus

Auch wenn die Neuseeländer erst am 25.12. morgens ihr Fest feiern. Am 26.12. ist dann boxingday (Gedenktag an die Helden und Opfer des Krieges) - mal sehen, wo wir dann sein werden. Frank und ich wünschen Euch auf jeden Fall von ganzem Herzen frohe Weihnachten!

Frohes Festneuseeländischer Weihnachtsbaumguten Rutsch

Was sollen wir sagen ... nachdem wir eine kleine Unwetternacht am Heiligen Abend hinter uns gebracht haben, wachten wir heute morgen mit Sonnenschein auf und riefen unsere Familien an, die ja 12 Stunden zurück noch mit dem Heiligen Abend beschäftigt waren.

Sonnenanbetung im Holiday Park AthenreeAbschied von Athenree bei Sonnenschein

Das war ein gutes Omen für die letzten Tage auf der Nordinsel. Bald machten wir uns auf in Richtung Halbinsel Coromandel. Und wieder hat uns unser Reiseführer auf wunderschöne Strände hingewiesen, die wir auch gleich besucht haben.

Zwischenstopp am ersten schönen Strand

Nach nur knapp 80 Kilometern fanden wir "den Strand" für die heutige Nacht. Eine wunderschöne naturbelassene Küste mit einer kleinen Bucht und vorgelagerten Inseln in der Weite. Uns war sofort klar, dass das erlaubte freie Camping gleich von uns genutzt werden musste. Der Wind war recht heftig, aber wundervolle Natur und kaum Menschen. Direkt gegenüber befand sich ein kleines Lokal. und weil die Besitzer anscheinend Weihnachten nicht feiern, reservierten wir zum Abendessen einen Tisch (unnötigerweise, denn wir waren die einzigen Gäste). Langsam gingen die Lichterketten um uns herum an, sogar der riesige Nadelbaum neben unserem Camper war mit Geschenkkartons und Lichtern bestückt. Schließlich schlenderten wir auf die andere Straßenseite und vielen in unsere Betten.

angekommen am Onemana Beachso gefällt uns fallendes Wasser am bestenUnser Camper hat auch seinen Baumfast wie in der Karibikdoch noch Weihnachten am Strandder Strand und wir

26.12.2018 Wir sind wieder in Orewa angekommen, nachdem wir noch kurz durch Auckland gefahren sind! Viele Leute rannten dort umher. Am Boxingday ist alles biliger. Aber uns stand der Sinn nach Orewa. Hier ging unsere Reise vor 19 Tagen los. So wie es hier Tradition ist, treffen sich viele Leute am Boxingday mit ihren Familien und Freunden am Strand. Dieser ist allerdings besser zum Spazieren geeignet und ich wollte mich doch so gerne in der Sonne aalen. Aber erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen.

Strand von Orewa

Zwar müssen wir den Camper erst übermorgen früh abgeben, aber schon heute wollten wir auf einem Holiday Campingplatz Wäsche waschen und unser Reisegepäck ordnen. Dann können wir morgen hoffentlich noch einen Strandtag bei herrlichstem Wetter in Sandspit verbringen, das ist hier ganz in der Nähe.

Leider war heute morgen auf der Strecke nach Sandspit Gott und die Welt unterwegs. Eigentlich standen wir die ganze Zeit im Stau.

Stau ohne Ende

Während Frank am Steuer saß, fing ich schon mal an, den Wagen von innen ein bisschen zu putzen. Gegen mittag waren wir dann endlich am Strand von Sandspit - natürlich war gerade Ebbe, das passiert uns häufig. Egal, wir machten uns zu Fuß auf den Weg am Campingplatz vorbei, einen kleinen Hügel hinauf, vorbei an sehr schönen Häusern, und an der felsigen Küste zurück zum kleinen Hafen, direkt in der Bucht neben dem besagten Campingplatz. So haben wir auch eine gehörige Portion Sonne abbekommen. Heute abend fahren wir zum Essen in den nächsten Ort. Es gibt dort alles: von Mc Donalds über Pizza Hut bis Thailändisch. Unseren Camper haben wir inzwischen schon geputzt, Frank gründlich von innen, ich von außen. Der 20 Jahre alte Campervan blitzt und blinkt jetzt wie neu! So können wir ihn guten Gewissens morgen um 10.30 Uhr wieder abgeben. Schließlich sind wir Deutsche und wollen unseren Ruf in der Welt weiterhin verbessern (ordentlich, fleißig, zuverlässig und pünktlich). Fast könnte es einem Leid tun, den Wagen morgen abzugeben - aber ehrlich gesagt freue ich mich auf den EURO - Camper, der uns deutlich mehr Luxus bieten wird! Wir melden uns bei unseren geneigten Lesern und Leserinnen wieder aus Christchurch. Und dann geht es auf in ein neues Abenteuer - die Südinsel ist berühmt für ihre abwechselungsreiche Landschaft, die sympatischen Menschen und die großen Temperaturunterschiede!

Die Camperübergabe mit Karen in Orewa verlief problemlos. Bevor sie uns netterweise zum Flughafen brachte, hatten wir sogar noch genug Zeit, uns im Ort die Haare schneiden zu lassen. Für ein Foto von Auckland aus der Ferne war auch noch Zeit.

Auckland

Pünktlich erhoben wir uns in Auckland in die Lüfte und kamen bei windigem Wetter in Christchurch an. Ein UBER-Taxi brachte uns sicher zu unserer Unterkunft für die erste Nacht. Vor unserer Campererfahrung hätte ich gesagt, dass unser Zimmer so geräumig ist wie ein Wandschrank. Jetzt bin ich der Meinung, dass wir mehr Platz haben als nötig, dass wir sogar am Bett auf einer Seite und am Fußende gehen können. Die Koffer haben auch noch etwas Platz, solange sie geschlossen bleiben. Die Gemeinschaftstoilette ist gleich nebenan - einfach wunderbar. Ich muss nachts nicht mehr im Regen über matschige Wiesen stapfen. In der Nähe gibt es eine Shoppingmall mit ein paar Fressbuden und auch einem kleinen Restaurant, das uns von unserer jungen Vermieterin Hazel empfohlen wurde. Morgen früh geht es dann gleich wieder mit UBER zu unserem Apollo-Motorhome-Vermieter. Danach werden ordentlich Essensvorräte eingekauft. Darin sind wir inzwischen routiniert. Wir müssen nur noch in Erfahrung bringen, wie eine "Dumpstation" funktioniert, damit wir die Inhalte der Campertoilette und das Gebrauchtwasser fachgerecht entsorgen können. Vielleicht sollten wir auch Gummihandschuhe kaufen?!

erste Schritte auf der SüdinselMerinoschafe

Am nächsten Morgen wollten wir früh aufstehen, um pünktlich um 8 Uhr bei Apollo den neuen Campervan zu übernehmen. Doch die Nacht bei Hazel war nicht ganz so erholsam, sodass wir mit dem UBER-Taxi erst gegen 8.30 Uhr an der Abholstation ankamen. Thomas hatte tags zuvor noch die Kritiken von Camper Days und Apollo durchgelesen und einen Eindruck bekommen, was alles schief gehen könnte. Dazu muss man natürlich nur die schlechten Bewertungen lesen (neben 86% sehr gute Kritiken), um sich gegen mögliche Probleme zu wappnen. In der Nähe des Flughafens lagen die Camper- und Autovermietungen alle nah beieinander.

Als wir den großen Abfertigungsraum von Apollo betraten, dauerte es noch fast 45 Minuten, bis wir an die Reihe kamen. Ein Kaffeeautomat half uns, richtig wach zu werden.

Heidi, eine von drei Mitarbeiterinnen schien locker drauf und für ein Späßchen oder eine flapsige Bemerkung zu haben zu sein. Und was sollen wir sagen: Wir bekamen Heidi. Übrigens wurden wir mit dem Namen Domnick auch gleich als die ausgemacht, die den Camper schon gestern hätten abholen sollen. Schnell wurden wir Heidis „Loverbirds“ und sie ging mit uns scherzend das Prozedere durch. Heidi ist Südafrikanerin aus Kapstadt und mit ihrem Mann wegen der Kriminalität und des mit Stacheldraht abgezäunten Lebens nach Neuseeland ausgewandert. Wenn es nach ihr ginge, könne das ganze korrupte Afrika vor die Hunde gehen. Eine andere Mitarbeiterin unterbrach Heidi und teilte Thomas mit (ich war gerade auf Toilette), dass sie mich gesehen und uns einen anderen Wagen zugeordnet hätte, einen in dem ich auch stehen könne. Somit hatten wir eine Art ‚Upgrade‘, denn der Wagen ist nur ein Jahr alt, ein Mercedes und bietet eine komfortable Stehhöhe. Außerdem belief sich die Kaution nicht auf 7500 NZD sondern nur auf 5000. Alles prima! Nachdem wir dann die kleinen Macken am Auto dokumentiert hatten, blieb die technische Einweisung leider aus. Heidi verwies auf das ‚manual‘, sprich die Kurzanleitung per Bild. Und ward auch schon verschwunden.

Wir suchten uns unsere Campingstühle und den Tisch selbst aus und konnten losfahren.

Luxus-Motorhome-MercedesStehhöhe 1,90 m

Jetzt war unsere Aufgabe, uns im nächsten Supermarkt mit Lebensmitteln einzudecken. Schnell noch einen richtigen Kaffee, bis es ins ‚Warehouse‘ ging, wo Thomas als super strukturierter Lehrer seine Erfahrungen in Praktikabilität anwenden konnte und erst mal Plastikkisten zur Lagerung kaufte. Da Heidi im Nebensatz erwähnt hatte, dass die Polster im Camper nicht immer gut seien, um darauf zu schlafen, besorgten wir uns noch einen superbequemen Topper, der dank Boxing Day immer noch stark reduziert war. Antirutschmatten und Fixiergummibänder, damit nicht alles beim Fahren durch die Gegend fliegt. Damit war der erste Tag rum und wir suchten uns unweit von Christchurch einen Campingplatz. Ich durfte auch gleich mit dem 7,10 m langen Camper ein paar Serpentinen ausprobieren.

AkaroaBlick von der anderen Seite der Halbinsel

Irgendwann landeten wir auf einem riesigen Grüngelände, wo viele Menschen mit Autos oder Campern standen. Was wir da noch nicht wussten: Nebenan war eine Trabrennbahn, wo wir das letzte Rennen zum Glück noch mitbekamen. Zufall. Toll! Danach verließen die meisten das Gelände. Nur die Camper standen noch da und übernachteten mit uns weit verstreut auf diesem Areal.

Einer wird gewinnenTrabrennbahn am Campingplatz

Unsere erfahrenen Campernachbarn haben wir dann auch gleich auf die Handhabung des einen oder anderen Gerätes in unserem Wagen angesprochen. Hilfsbereit sind sie die Neuseeländer.

Heute sind wir ein ganzes Stück gefahren, über die Halbinsel nach Akaroa (siehe Fotos oben), was allerdings durch Sonntag- und Ferienbesucher völlig überlaufen war. Wir fanden keinen ausreichend großen Parkplatz und so sahen wir die Stadt nur aus der Fahrerkabine. Das macht aber nichts, denn die Städte hier sind nach unseren deutschen Maßstäben eher uninteressant. Doch der Weg nach Akaroa war atemberaubend, denn wir hatten Ausblick von ganz oben auf zwei Hügelketten und Küstenlinien und die Südalpen. Das veranlasste uns, bei so beeindruckender Aussicht erst mal ein Müslifrühstück einzunehmen. Richtung Südalpen und Mount Cook geht es nun weiter. Heute abend campen wir in einem Flusstal nahe des Mt. Hutt, dem angesagtesten Skigebiet Neuseelands. Kaum dass wir ausgestiegen waren, entdeckten wir im hinteren Teil an der Plastikverstrebung (Deko?) der Seitenwand einen breiten Streifen mit Schrammen. Wir bekamen heute – am zweite Tag !!! – einen Riesenschreck, denn wir konnten uns an keine Gelegenheit erinnern, wo das passiert sein sollte. Sofort versuchten wir mit Wasser zu prüfen, ob es nur eine verdreckte Stelle war, doch tatsächlich: Es sind Schrammen. Wir haben dann die Service-Hotline angerufen, denn Schäden nicht zu melden und später eingestehen zu müssen, macht sich nie gut. Leider konnte ich in der Warteschleife nur eine Nachricht hinterlassen. Bisher haben wir keinen Rückruf erhalten, was vielleicht bedeutet, dass sie den Schaden nicht als wirklich wichtig einstufen. Auch eine Fremdeinwirkung können wir uns nicht vorstellen. Ob wir dafür bezahlen müssen und/oder die Versicherung einspringt, werden wir dann später sehen. Hauptsache, es kommt kein weiterer Schaden dazu. Doch die Sache hat uns ein paar Stunden ziemlich beschäftigt und mindestens vier Zigaretten in kürzester Zeit gekostet. Der Wagen ist noch nicht mal 20.000 Kilometer gelaufen und kaum ein Jahr alt (Anschaffungskosten 150.000 NZD).

dumm gelaufen

Fazit? Der Camper ist purer Luxus gegen das Bullimodell von Karen, welches uns aber gelehrt hat, auch mit dem Nötigsten auskommen zu können. Dennoch werden wir ab und an Campingplätze anlaufen müssen, um das Auto mit Energie und Frischwasser aufzuladen, bzw. das Abwasser zu entsorgen. Wünscht uns Glück, dass keine Schäden dazukommen und das Gebiet, das wir nun bereisen wollen, wirklich so wunderschön ist, wie alle schwärmen.

Heute, am 31.12. sitzen wir am Vormittag in einem Café, schreiben den Blog und möchten Euch einen guten, fröhlichen und bei dem einen oder anderen feuchten Rutsch ins neue Jahr 2019 wünschen. Kommt gut hinüber. Wenn wir es hier auf Neuseeland vielleicht mit einem Blick auf den Mount Cook (3749 Metern), dem höchsten Berg des Landes, aber ganz bestimmt mit einer Sektflasche feiern werden, seid Ihr gerade mal beim Mittagessen. Doch das spielt alles keine Rolle, solange wir alle gesund und mit Lebensfreude das kommende Jahr begehen werden. PROSIT NEUJAHR !!! Und ein dickes Küsschen an alle, die es mögen.

Zwischenstopp in Geraldinewie aus dem BilderbuchFotomotiv am Lake Tekapo

Sylverster: Mit einem Glas Sekt in der Hand lagen wir dann an einem See in der Nähe des Lake Tekapo auf der Wiese und schauten in den Sternenhimmel. Die Sylvesternacht war glasklar und alle Campingplatz-Nutzer um uns lagen ebenfalls auf der Wiese, teilweise im Schlafsack. Ein paar junge Leute aus Deutschland stürzten sich bei einer Wassertemperatur von 8 Grad um Mitternacht mit lautem Gejohle in den Gebirgssee. Wir fröstelten auch ohne "Neujahrsbad", oder vielleicht lief uns ja auch beim Anblick der Sterne und Planeten ein Schauer über den Rücken. Es ist schwer zu beschreiben, wie überwältigend der Sternenhimmel hier in der südlichen Hemisphäre aussieht. Für die überwältigende Schönheit der Neuseeländischen Alpen haben wir ja Fotos, aber Sterne lassen sich halt nicht mit unserer Kamera fotografieren. Das bleibt für immer ein inneres Bild in unseren Gedanken.

Camping an diesem See unweit Lake Tekapo Sylvesternacht hier und fatastischem Sternenhimmel

Am Neujahrsmorgen zeigte sich der Himmel von seiner besten Seite und daher entschlossen wir uns zu einem Rundflug über die Neuseeländischen Alpen. Um 9.30 Uhr erhoben wir uns mit sieben anderen Touristen für 50 Minuten in die Lüfte. Die Fotoapparate klickten ununterbrochen und auch ich konnte mich irgendwann nicht mehr zurückhalten. Der Wunsch, das Gesehene festzuhalten, ist einfach zu groß. Teilweise sind die Ausblicke so überwältigend und surreal, das man sie einfach fotografieren muss, um einen Beweis zu haben, dass man nicht geträumt hat. Und was man von "unten" sieht vermittelt nichts von den Dimensionen, die Berge beim Überfliegen bieten. Da ist eine Menschengröße noch nicht mal ein wiklicher dunkler Punkt wert, so sehr bieten Schluchten und Riefen der Berge Einblick in ihre gewaltige Größe. 

über den Wolken ... Freiheit über den Wolken Gletscher von oben unter der Tragfläche Dass wir das noch erleben durften Glück mit dem Wetter Impressionen

Der Lake Tekapo am Fuß der Berge schimmerte im Sonnenlicht so türkisfarben, weil kleine Sedimente, die von den Bergen ins Tal gespült werden, das Sonnenlicht stark reflektieren (so steht es jedenfalls in unserem Reiseführer). Die unzähligen Flüsse erscheinen aus der Höhe wie Adern unter dem Mikroskop - einzigartig! Manchmal hatten wir das Gefühl, Astronauten auf der ISS absolut verstehen zu können, die von der unglaublichen Schönheit unseres Planeten erzählen, wenn sie aus großer Entfernung über die Erde hinweggleiten. Uns ging es ähnlich, wenn man allein das Delta der verscheidenen Gebirgsflüsse zum Lake Tekapo hin betrachtet. Einige führen Gletscherwasser, andere nicht. Der helle Wahnsinn. 

Türkis - dank kleiner GesteinspartikelFarbenprachtDetails aus der Luft  

Noch völlig von diesem wunderbaren Erlebnis in den Bann gezogen, erreichten wir schließlich Mt Cook Village. Die Wolken hatten schon angefangen, Besitz von den Bergen zu ergreifen und wir beeilten uns, einen geeigneten Platz mit Blick auf die Berge (und in der Nähe einer Toilette) zu bekommen. Dann öffnete sich auch schon der Himmel und wir wurden auf unserer ersten kleinen Wanderung zu einer Gedenktafel völlig nass. Doch sobald es aufklarte, starteten wir einen weiteren Versuch. Und tatsächlich hielt das Wetter. Gern hätte ich geschrieben, dass wir eine 6-stündige Wanderung absolviert haben und unsere Körper inzwischen über eine fantastische Kondition verfügen. Aber sollte man gleich zu Beginn des neuen Jahres lügen? Außerdem ist heute mein Geburtstag - jetzt bin ich schon 51 Jahre alt!

Das Wandern ist der Domnicks Lustangekommen

Der Dauerregen, der nach unserer Wanderung einsetzte, hatte uns nämlich aus der Alpenregion vertrieben. Das Wasser drang in der Nacht sogar in unsere Behausung und teilweise in unsere Matratze. Daher ging es fast ohne Zwischenstopp der Sonne entgegen. Nur einmal hielten wir an, um in Twizel die Dumpstation auszuprobieren. Jetzt wissen wir, wie mit dem Schmutzwasser und der Toilette zu verfahren ist. Ich hatte mir das ganze Prozedere schlimmer vorgestellt und finde, wir sollten unsere Toilette an Bord ab jetzt regelmäßig benutzen, zumal wir ja auch Plastikhandschuhe besitzen.

Was für ein Unterschied. Keine 30 Kilometer außerhalb der Bergwelt Sonne und 32 Grad (lt. Automessegrät). Wir haben in Twizel noch eingekauft, an einem riesigen See unser Müsli gegessen und sind weiter an die Ostküste nach Oamaru gefahren. Hier campieren wir im Holiday Park Top 10 und sind Teil eines wunderschönen öffentlichen Parks, den man bis zur Innenstadt durchlaufen kann.

sehr schöner Stadtpark viel zu niedriges Geländer  Seerosenteich

Wir erwarten nicht viel von neuseeländischen Orten, denn sie scheinen eine zweckmäßige Ansammlung von Menschen zu sein, ähnlich 'hübsch' wie die amerikanischen Durchgangsörtchen, die sich um eine Hauptstraße ranken. Doch Oamaru ist anders. Hier sieht man noch den Reichtum des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Wie eine Prachtstraße "Unter den Linden" angelegt, reihen sich alte viktorianische bzw. Jugendstilgebäude aneinander. Sogar ein Opernhaus aus dem Jahre 1906 haben wir ausgemacht. Es wird sicher nicht mehr als solches bespielt, aber das Gebäude existiert. Der kleine Altstadtkern brilliert ebenfalls mit alten Gebäuden aus der Zeit, manchmal auch nur im shabbychick. Aber die Verantwortlichen haben alles originell mit rostigen Erinnerungsstücken an die alte Zeit ausgestellt und mit witzigen Ideen die Touristen angelockt.

Den Vorabend zu meinem Geburtstag haben wir in einem schönen Jugendstilhotelrestaurant in Oamaru verbracht. Leckeres Essen mit einem Glas Wein ist mal was anderes.

prachtvoll Großer Boulevard Dinnieren im Brydone Hotelneuseeländischer Jugendstil  passendes Arrangement zum Geburtstag originell mit Schäbbischick

Und heute an Thomas Geburtstagsmorgen haben wir uns entschlossen, eine Nacht länger hier im Holiday Park zu bleiben, die Annehmlichkeiten zu nutzen, die Geräte aufzuladen und einfach mal auszuatmen. Dabei müssen wir uns natürlich noch einmal die Stadt im geschäftigen Alltagswusel ansehen, das eine oder andere Gebäude näher erkunden (gestern war hier Feiertag) und die Gelbaugenpinguine an der Küste beobachten. Morgen geht es dann weiter Richtung Süden an der Küste entlang. Und nach dem Reiseführer erwarten uns dort angeblich noch mehr nette Tierchen an den Stränden Neuseelands.

Mein Geburtstag verlief wirklich einzigartig - nicht weil ich ihn hier in Neuseeland verbringe, sondern weil wir die Idee hatten, quer über Wiesen auf einen Hügel zu laufen, um einen tollen Ausblick über die Stadt zu haben. Zuerst ging es einen Trampelpfad entlang. Dann wurde das Gras immer höher, bis wir keinen Weg mehr erkennen konnten. Also einfach der Nase nach. Das Gras reichte uns bis zur Schulter, wir versanken immer wieder in irgendwelchen Erdlöchern unter der Grassode - mir brach der Schweiß aus. Dann kamen die ersten kleinen Zäune, die noch leicht zu überwinden waren. Schließlich folgte Stacheldraht und ich viel mehrfach in irgendwelche Dornengewächse. Wer 'Miss Marple'-kundig ist, wird die Szene vor Augen haben, wo Miss Marple über eine Mauer schauen will und Mr. Stringer bittet, sie zu halten. Doch der beste Ehemann von allen kann den kleinen mit Sonnencreme eingeölten Finger nicht halten. Deshalb der Fall in die Disteln. Doch statt umzukehren, durchquerten wir noch ein paar Privatgrundstücke mit Abbruchhäusern. Die Sonne brannte, doch ich hatte die Sonnencreme mit Faktor 50 schon total mit meinem T-shirt zusammen mit Strömen von Schweiß (der auch noch in den Augen brannte) aus meinem Gesicht gewischt. Schließlich gelangten wir mit letzter Kraft und Gottes Hilfe auf eine Straße - meilenweit von dem Hügel entfernt, den ich auserkoren hatte. Wir hatten uns total verlaufen! Das war wirklich einzigartig und wiederholt sich hoffentlich nicht noch einmal. Schließlich gehe ich auf die 60 zu und bin für sowas einfach zu alt! Leider sahen wir dann auch keine Pinguine mehr. Es wurde nämlich wieder kalt und so zogen wir uns in die warme Gemeinschaftküche des Campingplatzes zurück. Es gab Lammschulter mit grünem Spargel und Reis. Mir wurde sogar ein kleines Ständchen von zwei etwas durchgeknallten Aussis gesungen. (Natürlich hat mein Mann am Morgen drei Versuche eines "Happy Birthdays" gestartet, doch ich war irgendwie nicht richtig wach zu kriegen.)

Der nächste Tag verhieß leider nur Regen und eine Tagestemparatur von 15 Grad. Also packten wir unsere Sachen und tippten Dunedin in unser Navi ein. Auf dem Weg dorthin haben wir zuerst die Moereki Boulder am Strand bewundert. Die noch intakten kugelrunden Steine haben sich vor 65 Millionen Jahren 4 Millionen Jahre lang mit Kalzium und Karbonaten im Meeresschlamm gebildet und traten vor 15 Millionen Jahre an die Oberfläche. Einige sind im Laufe der Zeit zerbrochen und haben eine kristalline Schicht herausgebildet. Ein Touristenmagnet, wie man sehen kann.

Moereki Boulders bei Ebbegib mir die KugelTouristenflut

Danach sahen wir noch eine Robbenkolonie (Seebären am Shag Point), als der Regen mal eine Pause einlegte.

Seebärenkolonie Seebärin am Shag Pointschöne Piepmätze

Dunedin (es wird Dänjedin ausgesprochen) ist im Regen auch nicht der Knaller, obwohl die Gebäude teilweise an Edinborough erinnern.

Der Bahnhof von DunedinJugendstilbahnhof von innenStraßenname in Dunedin

Jetzt sind wir erst einmal froh, dass die Standheizung im Camper angesprungen ist, weil wir einen Standplatz mit Stromanschluss bekomen haben. Und morgen finden wir bestimmt noch heraus, wie wir das Wasser warm bekommen können. Also - alles gut. Übermorgen berichte ich dann, wie Franks Geburtstag "verlaufen" ist.

Schwupp - und schon ist Sonntag. Auch wenn Frank heute Geburtstag hat: Er ist trotzdem zuerst aufgestanden, um uns einen Kaffee zu machen. Aber gleich danach gab es eine Geburtstagskerze und ein Stofftaschentuch, das ich ohne sein Wissen in dem Flugladen gekauft habe, bevor wir die Neuseeländischen Alpen überflogen haben. Wir können es als Serviette, Geschirrtuch oder Halstuch zweckentfremden. Eigentlich ist es ein blödes Geschenk, aber meine Mutter würde jetzt sagen: "Die Geste zählt!"

Jetzt aber mal der Reihe nach! Seit Dunedin hat sich das Wetter kaum verbessert. Somit startete unsere Catlintour im Nieselregen. Catlins ist ein Landstrich im Süden Neuseelands, wo viele Sehenwürdigkeiten zu bewundern sind (sagt Frank)! Ich denke, die Catlinds heißen nach irgendeinem Mann und unterscheiden sich nicht wirklich von anderen Regengebieten! Wieder gab es einen Leuchtturm mit schönen Felsen im Wasser (Nugget Point).

Nugget PointLeuchtturm von 1884 1881 verunglückten hier 131 Seeleute 

Danach fanden wir einen tollen Übernachtungsplatz an einer langen Küste, gleich hinter einer Böschung. In der Nacht hat es dann wie aus Kübeln geregnet und so ging es schnell weiter, nachdem wir Franks Geburtstag so ausgiebig gefeiert hatten (siehe oben!).

Hier bleiben wir an meinem Geburtstagtoller Übernachtungsstrand

Schafe und Kühe grüßten uns durch die regnenden Hunde und Katzen (it was raining cats and dogs). Schnell fanden wir den McLean Wasserfall, der nach dem heftigen Regen der Nacht besonders viel Wasser mit sich führte. Der Weg dorthin brachte uns durch einen mystischen, sagenhaften, faszinierenden, dichten und nassen Regenwald mit schönen Fotomotiven.

  Ab nach Invercargil Im Regenwald zu den Mc Lean Falls einfach mystisch imposant      

In der Curiobay suchten wir vergeblich nach Seeelefanten und Pinguinen, die sich vor dem Regen wohl ins Wasser verzogen hatten. Dafür fanden wir einen versteinerten Wald (Dank einer Hinweistafel: durch Silizium konservierte Baumstämme, die dann irgendwann zu Stein wurden) und einen Leuchtturm von 1884.

steinalt54 Jahre altWarnung - 57 Jahre und 3 Tage alt

Schließlich machte Frank noch ein Foto vom südlichsten Punkt der Südinsel (ich blieb derweil im Auto sitzen). Damit hatten wir die Catlins hinter uns gelassen und fuhren nach Invercargil (und auch schnell wieder raus). Diese Stadt ist groß und für die Verarbeitung von Fleisch zuständig. Mit anderen Worten: Millionen von Schafen und Kühen lassen hier ihr Leben und landen weltweit auf unseren Tischen. Die schönsten Gebäude (und nicht die Schlachthäuser) haben wir im Vorbeifahren fotografiert.

Zentrum von Invercargilauch Sonntags geschlossenleider geschlossen

Als Frank nach MEZ um 5 Uhr morgens geboren wurde und wir jetzt die 12 Stunden Zeitunterschied dazurechnen, kam endlich die Sonne wieder hervor und brachte uns einen schönen Abend auf unserem Campingplatz in Colac Bay. Nicht verwechseln mit Curiobay. Hier finden wir eine eher alternative, neuseeländische Community vor, die lautstark ihr Bier trinkt und etwas von Irish-Pub Mentalität verströmt. Wir trinken auch schnell ein Geburtstagsbierchen und bestellen uns etwas zu essen. Nun sind wir durch mit diesem Tag und werden sehen, wohin uns der Camper morgen bringt. Auf jeden Fall Richtung Milford Sound.

Frank und ich wollen uns an dieser Stelle für all die lieben Geburtstagswünsche bedanken. Wir haben uns sehr gefreut, wenn eine SMS, Whatsapp, ein Kommentar auf unserem Blog oder eine Mail eintrudelte. Ja, es waren besondere Geburtstage in der Ferne.

der Zug ist abgefahren

Jetzt hatten wir einige Tage nicht die Möglichkeit, irgendwo das Internet zu nutzen. Heute, nach vier Tagen war es dann endlich so weit. Ich habe wie wild in die Tasten gehauen und alles aufgeschrieben von dem wir glauben, dass es auch für unsere Leserinnen und Leser interessant sein könnte. Doch dann stürzte das Internet ab und die Arbeit von drei Stunden war weg. Leider kann ich mich bei sowas nicht sofort abregen. Frank hat erst einmal Wäsche gewaschen und getrocknet, ich habe Essen gekocht und innerlich vor Wut gekocht. Aber was würde eienr meiner Kolleginnen jetzt sagen: "Es ist, wie es ist!" Ich möchte eine Gesangszeile aus einer Operette zietieren: "Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist!" Also los! Es ist gleich Mitternacht und ich werde ein neues Kapitel öffnen.

 

Weltwunder

Donnerstag, 10.01.2019

alles so nah

Die Route S05 in unserem schlauen Reiseführer führte uns also in Richtung Milford Sound. Natürlich mussten wir dazu die wilde Küste verlassen und weiter in den Norden vordringen. Vorher gab es noch ein Frühstück mit heftigem Wind in der Waewae Bay nahe Orepuki. Man sieht den Bäumen deutlich an, woher hier der Wind weht!

Müsli am Meerschiefe Bäume dank DauerwindKlippen nahe Orepuki

In Clifden konnten wir eine alte Holzbrücke von 1902 bewundern. Sie erinnerte uns an den Film "Die Brücken am Fluss", obwohl diese Brücke eine Hängebrücke, die nicht wie im Film wie ein Tunnel geschlossen war. Leider müssen wir zu unserer Schande gestehen, dass wir jetzt immer nur kurze Spaziergänge unternehmen und die angepriesenen Wanderwege von mehreren Stunden außer acht lassen. Das Wetter war aber auch oft so, dass die grauen Wolken entweder bedrohlich über unseren Häuptern thronten oder dicke Tropfen auf unsere Windschutzscheibe prasselten. Glücklicherweise ändert sich das Wetter auf der Südinsel auch immer wieder sehr schnell, aber an diesem Tag fuhren wir bei gleichbleibend schlechtem Wetter bis nach Manapouri.

So schön kann schlechtes Wetter aussehen

Trotzdem hatten wir weder ein trauriges noch ängstliches Herz, obwohl der Lake Manapouri wörtlich übersetzt genau das bedeutet. An diesem großen See mussten wir uns entscheiden, wie es weiter gehen sollte: entweder eine Tour zum Doubtful Sound buchen, oder direkt weiter nach Te Anau fahren, um dann den Milford Sound per Schiff zu erkunden. Die Antwort war schnell gefunden. Erstens war die Tour schon ausgebucht, zweitens war keine Wetterbesserung in Sicht und drittens hätte die Tour über den traurigen und ängstlichen See mit anschließender Busfahrt und der dann folgenden Schiffstour im Doubtful Sound über 500 Dollar gekostet. Die Schiffstour im Milford Sound war deutlich günstiger und die Wetterprognose für den übernächsten Vormittag auch ganz ordentlich. Am Lake Te Anau fanden wir schnell einen schönen Campingplatz.

Wir genießen die AbendsonneLake Te Anau

Hier in Te Anau kommen alle vorbei, die den Milford Sound besuchen wollen. Nur eine Stichstraße führt in den Norden und nur zwei im voraus buchbare Campingplätze liegen auf diesem Weg. Natürlich waren diese Plätze schon lange ausgebucht und wir wussten nicht, was uns auf der Strecke erwartete. Eines wussten wir: Freies Campen ist auf dieser Strecke verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet. Das machte mich doch etwas nervös. Und entgegen meiner sonstigen Konstitution war ich früh am anderen Morgen die treibende Kraft und scheuchte Frank schnell hoch und auf die Landstraße. Nicht einmal frühstücken konnte der Arme. Die Tagesaufgabe bestand darin, einen Platz zu finden, an dem das Übernachten erlaubt war. Laut Reiseführer sollte es davon 8 geben, teilweise sogar mit Plumsklo und schönen Aussichten. Aber wie groß waren sie? Wann war Schicht im Schacht? Wie früh musste man vor Ort sein, um zu den Gewinnern zu gehören? Wir jedenfalls gehörten zu den Gewinnern! Wir fanden ein tolles Plätzchen an einem Bächlein helle mit einem Reiher (aber ohne Forelle).

Bächlein helleBächlein

Später gesellten sich neben uns auch noch sehr nette Australier, mit denen wir schnell ins Gespräch kamen. Dadurch, dass es noch früh am Tag war, hatten wir viel Zeit, die Sonne und die schöne Aussicht auf die Berge zu genießen. Auch ein Wanderweg war ganz in der Nähe und führte uns in einen wirklichen Märchenwald. Es war nicht die Art Märchenwald, wie ich sie aus meiner Kindheit kenne (so mit kleinen Hütten und Märchenfiguren darin). Nein! Dieser Wald wirkte ganz einfach durch seine Beschaffenheit, wie verzaubert. Die Fotos können leider nicht vermitteln, welche Gerüche, Geräusche und Lichtstimmungen wir erlebt haben.

märchenhaftguter oder böser Onkel unser Ziel in der FerneVorfreude  

Immer wieder fuhren wir an kleinen "Wundern" vorbei. Der Mirror Lake gehörte dazu. Wie viele andere Touristen legten auch wir hier einen Stopp ein, um uns von dem Spiegelglatten See betören zu lassen.

am SpiegelseeDer See trägt seinen Namen zu recht 

Aber zu viel Zeit konnten wir uns nicht gönnen, denn vor unserem Ziel galt es noch, einen Tunnel zu durchfahren. Wir wussten nicht, ob es wie bei dem allseits bekannten Hamburger Elbtunnel zu Staus kommen würde. Unser Schiff sollte jedenfalls um 10.30 Uhr die Anlegestelle verlassen, ob mit oder ohne uns! Doch dann lief alles problemlos. Wir hatten sogar noch Zeit, einen Kaffee zu trinken und uns auf der Herrentoilette die Zähne zu putzen, denn dafür war vorher keine Zeit gewesen. Wer hätte noch vor ein paar Monaten gedacht, dass die Morgentoilette am Waschbecken einer Herrentoilette genau so selbstverständlich für mich sein würde wie die Benutzung eines Plumsklos mitten in der Nacht mit vielen stechenden Insekten und anderen Notdurftverrichtenden?

Schiff ahoiWas für Größenverhältnisse Wo ist die Baumgrenze?Glück mit dem WetterÜber 150 Meter hoch bestens gewappnetdas Känguru friertviel zu schnell vergeht die Zeit viel Wasser durch viel Regen

Ob der Milford Sound nun wirklich das achte Weltwunder ist oder nicht, spielt keine Rolle. Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut, hier gewesen zu sein. Vielleicht weckt das sogar unsere Lust, einmal nach Skandinavien zu reisen, denn das Gute liegt ja bekanntlich so nah. Und überhaupt vergleichen wir häufig das Gesehene mit uns bekannten Orten in Europa. Und mein Faszit an diesem Tag lautet: Schön ist es, auf der Welt zu sein ... (sagt die Biene zu dem Stachelschwein). Egal wo wir sind - es ist überhaupt ein Wunder, dass wir sind! (Anmerkung des Verfassers: Ich lese zum zweiten mal mein Buch über die Philosophen des 20. Jahrhunderts. Besonders Wittgenstein, der bemitleidenswerte Grundschullehrer, hat es mir angetan. Auch wenn ich nicht einmal die Hälfte von dem verstehe, was ich da lese!). Jedenfalls fühlen wir uns wie Könige, oder eigentlich wie Königinnen, denn wir waren noch in Queenstown. Jetzt gibt es aber nur noch ein paar Bilder aus der Umgebung. Der See, an dem Quennstown liegt, erinnert uns übrigens an den Gardasee! Gute Nacht! Es ist jetzt schon nach ein Uhr. Wir müssen jetzt eine Miss Marple gucken! In den nächsten Tagen geht es weiter!

NorduferQueenstowns liegt wunderschön  Queenstown am Lake

Schon seit zwei Tagen ist der Milford Sound für uns ein Teil unserer Erinnerung. Wir haben wieder viele Kilometer hinter uns gelassen und weitere tolle Landschaften mit Bergen und Seen bestaunt. Leider ist es den vielen Eindrücken der letzten Monate geschuldet, dass wir uns nicht mehr so schnell begeistern lassen, wenn ein Wasserfall oder ein mit Schnee bedeckter Berg unseren Weg verschönert. Teilweise fahren wir einfach daran vorbei, steigen nicht mehr aus und machen auch keine gefühlten 100 Fotos davon. Wir haben es nicht einmal bereut, dass Queenstown von Touristen und dementsprechend von Autos nur so wimmelte und wir einfach keinen Parkplatz mehr fanden. Wir haben ein paar Blicke vom Zentrum dieser quirligen Stadt erhascht und die vielen Geschäfte und Cafés registriert. Geschlafen haben wir dann aber etwas außerhalb von Queenstown am See und wurden dann nach dem Aufwachen mit so einem Blick beschenkt.

kurz hinter QueenstownLake Wakatipu

Und weil wir schon am See waren, sind wir ihn noch ein Stück weiter hinauf gefahren. Wir wurden mit weiteren tollen Ausblicken belohnt und tranken vor der Rückfahrt nach Quennstown noch einen Kaffee in Glenvenochy. Wir haben ja schon erwähnt, dass die neuseeländischen Städte wohl nur für Neuseeländer so faszinierend sind. Kleine Holzhäuser mit netten Verzierungen, Geschäfte mit überdachten Wegen davor (sehr englisch), das war es dann auch schon. Queenstown ist natürlich die Touristenhochburg schlechthin (auch im Winter zum Skifahren). Viele Neubauten säumen die Straßen an den Hügeln des Sees. Die Stadt geht mittlerweile in den Ort Frankton über. Wir saßen dort zum späten Brunch am See, der sich wie ein langes S malerisch durch die Landschaft schlängelt.

Blick Richtung Queenstown

Im Nachbarort namens Arrowtown haben wir dann aber doch noch etwas länger gehalten und in einem Geschäft zwei T-Shirts gekauft. Leider weisen die Schilder an der Innenseite darauf hin, dass sie in Pakistan bzw. Bangladesch genäht wurden. Wir freuen uns aber trotzdem über unseren Einkauf. Schließlich sollen uns diese Kleidungsstücke an Neuseeland erinnern. Auf meinem T-Shirt ist ein Kiwi zu sehen, auf Frank´s sind Maorimuster aufgedruckt.

Zeit für Arrowtown

Dafür werden wir uns noch vor dem Abflug nach Australien von anderen Kleidungsstücken trennen. Schließlich haben wir bei jedem Flug bisher zu schweres Gepäck im Koffer gehabt und mussten immer wieder "umschichten". Meine leicht abgetragenen Wanderstiefel werden deshalb auch in den Müll wandern. Ich hatte sie für unsere Amerikareise gekauft und die liegt ja nun auch schon ein paar Jahre zurück. Und wenn ich ehrlich bin, haben wir auch keine wirklichen „Wanderungen“ absolviert. Wir gehen eher spazieren. Die Wege, auf denen wir uns bewegen, sind bestens geebnet und auch für Leute mit Sandalen oder sogar Badelatschen geeignet. Während das Wetter in Deutschland verheerend zu sein scheint, wird es hier immer sommerlicher. Gestern konnte ich mich sogar auf unserem „Übernachtungscampingplatz“ in Wanaka auf den Rasen zum Sonnen legen (das war bevor ich den Blogeintrag schrieb und mir dann alles verloren ging, weil das Internet abstürzte).

Wir sind inzwischen durch das Landesinnere bis Haast gefahren, um dann zur Küstenregion im westlichen Teil der Südinsel zu kommen. Ein kurzer Weg führte uns zu den „Blue Pools“, eine Möglichkeit für junge Leute, sich von einer Brücke in das eiskalte Wasser zu stürzen. Wir haben gern dabei zugeschaut.

eiskalter blauer verführerisch anzuschauenviele Schaulustige mit unsnur für Wagemutige

Jetzt liegen wir an einem kleinen See mit Blick auf Berge, deren Namen wir nicht kennen. Frank hat wunderbar gekocht und ich habe schon vor dem Essen einen chilenischen Wein geschlürft, der mir deutlich besser geschmeckt hat als die neuseeländischen Weine. Morgen geht es immer weiter die wilde Westküste entlang. Obwohl sie für ihren Regenreichtum bekannt ist, soll es in den nächsten Tagen sommerlich bleiben. Ich freue mich auf die vielen Strände, die es zu entdecken gibt. Und natürlich sind auch diese nicht ganz perfekt. Sandflies machen es den Badeurlaubern schwer, sich am Strand zu entspannen. Wir haben extra ein biologisch wertvolles Körperöl gekauft, das uns die beißenden Viecher vom Leib halten soll. Erste Einreibeversuche zeigten allerdings nicht den erwünschten Effekt. Meine Mutter würde jetzt sagen, das Mittel hilft nur dem Hersteller!

Den einzigen Strand, den wir auf der Fahrt zur Tasmanischen See gesehen haben, hieß Bruce Bay und war sehr windig und naturbelassen. Die großen Steine dort glitzerten, als wäre Perlmut in ihnen eingeschlossen.

wilde Bruce BeachStrandgutglitzernde SteinpartikelDie Ruhe vor dem Sturm?

Dann wandte sich die einzige Straße gen Norden wieder etwas von der Küste ab. Die Kühe auf den Weideflächen hatten sicherlich eine herrliche Aussicht auf die Küste - wir leider nicht. Trotzdem ist die Landschaft sehr abwechselungsreich und es zeigen sich auch wieder viele Baumfarne, die ich so mag. Wir fragen uns, was unser kleiner Garten im Innenhof der Plinkestraße 9 wohl so macht, in ihm fühlen sich Farne ja auch ganz wohl. Vielleicht ist der Garten ja ganz verwildert oder völlig neu gestaltet, wenn wir wieder in good old germany sein werden. Das kann ja noch eine ganze Weile dauern. Und wir wissen noch nicht einmal, wie es im Februar für uns weiter gehen soll. Südamerika oder doch Asien? Teilweise sind die Nachrichten über die Katastrophen dort (natürlich besonders für die einheimische Bevölkerung) schrecklich. Leider sind wir nicht wirklich auf dem Laufenden, was die Ereignisse in der Welt betrifft ... Aber ich schweife ab! Schließlich kamen wir an unseren ersten Gletscher. Die nette Frau in der Informationsstelle riet uns, zuerst zum Metheson See zu fahren. Dort schien noch die Sonne, während sich über dem Fox Gletscher schon die Regenwolken zusammenbrauten. Noch bevor wir die Informationsstelle wieder verließen, hüpften wir noch schnell auf eine Personenwaage, die eigentlich für Leute gedacht war, die einen Hubschrauberflug buchen wollten. Ja! Wir haben in den letzten Wochen abgenommen! Doch ich hatte mir viel mehr Gewichtsverlust erhofft. Etwas über ein Kilo ist eigentlich lächerlich! Dafür sehen wir, so braungebrannt wie wir sind, auf unseren Fotos mindestens 5 Kilo leichter und 5 Jahre jünger aus (reden wir uns jedenfalls ein!).

schöner See - Berge im RegenRundweg mit neuem T-ShirtHeute wird das Wetter nicht besser

Die Seeumrundung im Sonnenschein war dann ungefähr so aufregend wie die Umrundung der Ricklinger Kiesteiche in Hannover. Natürlich gibt es hier Baumfarne und hohe Berge, aber wir sind eben schon sehr verwöhnt! Egal - wir haben uns bewegt, genau wie das Wasser in diesem See!!! Deshalb konnten sich die umliegenden Berge auch nicht in seinem dunklen Wasser, wie an der Infotafel angekündigt, spiegeln (so wie im Mirror See). Außerdem hätte uns der See auch nur die Wolken vor den Bergen gespiegelt, wenn er "glatt" gewesen wäre. Nach unserem Spaziergang entschieden wir glatt, zum Franz Joseph Gletscher weiter zu fahren. Er liegt um die Ecke und ermöglicht uns vielleicht morgen früh, ihn bei Sonnenschein zu bewundern. Jetzt haben wir erst einmal eine Campsite bezogen, die mit allem ausgestattet ist, was man so braucht (Grillstation, Dumpstation, Toiletten und Duschen und natürlich eine Internetverbindung). Es gibt sogar ein kleines Restaurant für die Camper. Aber wir haben noch Steaks im Kühlschrank, die ich wohl heute abend noch in die Pfanne hauen werde. Wir werden hier zwei Tage bleiben, weil die Einrichtung so toll ist, auch wenn das Wetter schlechter werden sollte. Unsere Campernachbarn sind übrigens Frau und Herr Wolff. Wir kennen sie durch die Camperübernahme bei Heidi. Sie kamen direkt nach uns an die Reihe und fahren im Prinzip die selbe Strecke wie wir. Er hat heute einen Tandemsprung über den Gletschern absolviert und hat so sehr davon geschwärmt, dass man schon mal kurz ins Grübeln kommen kann, ob das nicht auch etwas für uns morgen wäre. Zeit hätten wir ja - genug Mut auch?

Leider ist der zweite Tag auf dem Campingpltz ein reiner Regentag. Wir liegen hier in unserem Camper unter der Decke und stöbern im Internet. Frank hat eine kleine Wohnung in Melbourne gebucht. Ich habe gerade für den zweiten Tag in Melbourne Tickets für ein Cricketspiel im nahe gelegenen Marvin Stadium gekauft. Obwohl ich mir die Regeln gegoogelt habe, verstehe ich nicht wirklich, wie so ein Spiel abläuft und worauf es ankommt. Eigentlich wollen wir nur einmal die Atmosphäre in einem Stadium mit 56000 Sitzplätzen "schnuppern", denn Cricket ist hier der absolute Nationalsport. Es spielt Melbourne gegen Sydney.

Außerdem werden wir etwas vom "Midsumma Carneval" in Melbourne mitbekommen. Diese Großveranstaltung findet zwischen mitte Januar und mitte Februar statt. Es scheint so eine Art CSD (Christopher Street Day) zu sein, bei dem die Leute für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender eintreten und das Leben feiern. Mehr als 150 Veranstaltungen soll es in dieser Zeit geben. Eine ähnliche Veranstaltung heißt in Sydney "Mardi Gras" und ist auf der ganzen Welt berühmt. Mardi Gras findet aber erst im März statt. Dann werden wir mit Sicherheit nicht mehr in Australien sein.

Die Australien Open (das Tennisturnier überhaupt) verpassen wir in Melbourne um zwei Tage. Karten hätten wir wahrscheinlich sowieso keine mehr bekommen. Und wenn, dann wahrscheinlich nur zu horenden Preisen.

Schade, dass wir die beiden Gletscher nicht sehen werden, aber bei dem Wetter ist ein mehrstündiger Fußmarsch kein reines Vergnügen und die Aussicht auf die Gletscher ist dann wohl auch eher enttäuschend. Wir sind froh, dass wir die Gletscher schon vom Flugzeug aus gesehen haben - also alles nur halb so wild!

wilde Westküstewieder ein Steilküste    

Apropo wild! Inzwischen sind wir wieder an der wilden Westküste der Südinsel angekommen. Die beiden Strände, die wir in Okarito und jetzt in Hokitika gesehen haben, bestätigen den Namen. Überall liegt Treibholz am dunklen Strand und die Wellen erreichen eine stattliche Höhe. Doch bevor ich über unseren schönen Campingplatz mit direktem Zugang zum Strand schreibe, muss ich noch erwähnen, dass wir heute morgen tatsächlich noch Glück mit dem Wetter hatten und uns auf den Weg zum Franz Joseph Gletscher gemacht haben.

Franz, Frank und ThomasFranz Joseph GletscherNoch sind es Schönwetterwolkennatürlich viele Touristennatürlich auch Wasserfälle

An der Gletscherzunge (oder heißt es Moräne? Jedenfalls die Stelle, wo der Gletscher aufhört) standen wir dann zusammen mit vielen anderen Touristen und zückten den Fotoapparat. Hinweisschilder mit Fotos der vergangenen fast 100 Jahre zeigten anschaulich, wie weit sich der Gletscher in diesem Zeitraum zurückgezogen hat. Bei herrlichem Sonnenschein ging es dann durch Regenwälder und landwirtschaftlich genutzte Gebiete an die Küste.

Inzwischen ist es 8 Uhr abends und wir haben lange am Strand gesessen und auf Pinguine gewartet, die hier irgendwo brüten sollen. Da die Sonne aber noch scheint, haben wir kein Glück. Angeblich kommen Pinguine zum Füttern ihrer Jungen erst bei Anbruch der Dunkelheit zurück an den Strand. So wie es aussieht, wird das vor 21 Uhr nicht der Fall sein. Doch bevor es ans Essenmachen geht, warten wir statt auf die Pinguine auf den Sonnenuntergang, denn den haben wir in Neuseeland bisher nicht gesehen. Meistens verschwand die Sonne vorschnell hinter den Hügeln und Bergen oder wir waren auf der falschen Seite des Landes. Doch dieser Tag überhäuft uns mit Naturschönheiten. Erst der Gletschwer und nach 15 Minuten Autofahrt die wilde Küste. Alles so nah beieinander.

Stimmungwie schön herrlichabnehmend oder zunehmend?

Nach Einbruch der Dunkelheit haben wir dann ebenfalls noch die Gelegenheit, hier ganz in der Nähe leuchtende Würmer an einem Baum zu bewundern. Das wollen wir noch sehen. (Anmerkung: Die Würmer haben wie eine Lichterkette mit tausenden von Minilämpchen geleuchtet. Mir kam es wie ein Trick vor, aber es war ein Naturschauspielwunder.)

Seitdem wir die Westküste weiter hochfahren, erleben wir ein Naturwunder nach dem anderen. Frühstück an der wilden Küstenbucht, die Alpen gleich um die Ecke, prachtvoll. Weiter zu den Pancakes, die Pfannenkuchenfelsen, die sich durch Sedimente und Erosion gebildet haben. Irre! Dann weiter zu einer Seelöwenkolonie und zum Cape Foulwind, dem westlichsten Punkt der Südinsel und damit die kürzeste Verbindung nach Sydney per Luftlinie. Einen Übernachtungsplatz fanden wir in Gentle Annis alternativem Campingplatz. Das war allerdings kein Wunder sondern ein Tipp aus unserem Wohnmobilführer.  Alles ist hier locker, günstig und sehr sympathisch. Wir überlegen eine weitere Auszeizt an diesem Ort zu nehmen.

die PancakesPfannkuchen herrliches Wetterman kann nur staunen frischer Windwild romantisch Schönheit ohne Namen - Blowholealles so nah

Jetzt haben wir uns doch am nächsten Tag schon wieder auf den Weg gemacht und uns keine Auszeit gegönnt. Legiglich ein stimmungsvolles Bild vom letzten Abend bei "'Gentl Anni" ist noch geblieben.

Letzter Sonnenuntergang Westküste

Wir wurden schon mehrfach gefragt, wie wir es schaffen, all die Eindrücke zu verarbeiten, denn schließlich sind wir schon über 4 Monate auf Reisen und die Wunder reißen nicht ab. Teiweise hilft dieser Blog, das Erlebte noch einmal revue passieren zu lassen. Andererseits schreibt Frank auch noch seine Reiseerlebnisse auf. Vielleicht wird einmal ein Buch daraus? Wer weiß! Andererseits gehen Details natürlich verloren, doch das Gefühl, etwas Einzigartiges zu erleben, ist immer present. Jedenfalls ging es bei herrlichstem Sommerwetter durch das Landesinnere zur Ostküste Richtung Abel Tasman National Park weiter. Im Landesinneren waren die ersten Weidelandhügel schon braun gefärbt – Wassermangel oder Vorboten des Herbstes? Wir kamen an vielen Obstplantagen vorbei. Äpfel und Kiwis säumten unseren Weg. Gelegentlich wurde auch hier Wein angebaut und sogar Hopfen für die neuseeländischen Brauereien wuchs der Sonne entgegen. Wie haben am heutigen Tag so viele Kilometer hinter uns gelassen, weil wir den National Park so gerne mit blauem Himmel genießen möchten. Innerhalb des Parks sind Autos verboten. Dafür führen Wanderwege größtenteils an der Küste des Parks entlang. Es werden viele verschiedene Touren angeboten. Wer will kann geführte Wandertouren von bis zu 5 Tagen mit Zwischenübernachtungen buchen. Für uns kommen eher Kajaktouren oder eine Fahrt mit einem Wassertaxi mit anschließendem Spaziergang zurück zum Parkplatz in Frage. Natürlich werden auch im Park Hubschrauberflüge und Rundflüge mit kleinen Propellerflugzeugen angeboten. Aber unser Flug über die Alpen soll der einzige Flug in Neuseeland für uns bleiben (man kann ja alles übertreiben! Und so dicke haben wir es dann auch nicht). Inzwischen ist es Abend. Frank hat in der Gemeinschaftsküche des Holiday Camps wieder einmal wunderbar für uns gekocht. Ich war in der Zwischenzeit nicht untätig, habe keinen Wein geschlürft, sondern den Camper aufgeräumt und den Campingtisch gedeckt und ich habe den Stuhl wieder repariert, der beim Hinsetzen unter Franks Gewicht eingerissen ist! Morgen übernachten wir schon am Rand des Abel Tasman National Parks und können vielleicht vorher schon eine Kajaktour unternehmen. Fotos haben wir am heutigen Tag keine gemacht. Dafür werden wir morgen sicher wieder häufig auf den Auslöser der Kamera drücken. Liebe Leserinnen und Leser: „Fühlt euch auch mal wieder ganz herzlich gedrückt von Frank und Thomas!“

Marahaus WassertaxisEs geht flott voran

Hier in Marahau haben wir es aber endlich mal ruhiger angehen lassen. Wir saßen auf dem Campingplatz einfach in der Sonne und haben uns über die hiesigen Angebote in den vielen Broschüren informiert. Schließlich viel die Wahl auf eine lange Wassertaxitour am nächsten Morgen. Theoretisch hätten wir die Möglichkeit gehabt, das Taxi an einem schönen Strand zu verlassen und durch den Nationalpark zu wandern. Außer uns haben das alle in dem kleinen Wassertaxi so gemacht. Nur wir sind die gesamte Küste rauf und wieder runter gefahren, ohne auch nur einen Meter gewandert zu sein. Dafür haben wir den Kajakfahrern zugewunken, die sicher furchbaren Muskelkater in ihren Armen am Abend verspürt haben.

so geht´s aucheinfach auf sich wirken lassen

Die Farben haben uns wieder einmal überwältigt: das strahlende Blau des Himmels, die wunderbaren Farben des Wassers und das intensive Grün der ursprünglichen Vegetation. Wenn man direkt daneben die Hügel sieht, die von Menschen landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzt werden, fällt der Gegensatz hier vom Wasser aus besonders deutlich auf. Das Wasser ist übrigens übrall in dieser Region glasklar und angenehm warm.

Abel Tasman National Parkglasklares WasserMenschen verändern die Landschaftabwechselungsreiche Küste   eigentlich wollten wir dorthin wandern

Wandern können wir in den nächsten Tagen immer noch. Morgen geht es weiter Richtung Norden an einen Strand, den man nur zu Fuß erreichen kann. Hoffentlich bleibt das Wetter weiter so schön. Auf dem Rückweg kommen wir dann noch einmal am Abel Tasman Park vorbei. Vielleicht packt uns dann ja das Wanderfieber!?

(Während Thomas noch schläft und draußen bereits die Sonne scheint, ist die Gelegenhet günstig, Euch zu sagen, wie toll ich meinen Mann finde, dass er in regelmäßiger Abfolge akribisch unseren Reiseverlauf für Euch recherchiert, dokumentiert, Texte verfasst und schicke Bilder heraussucht. Mein Anteil daran ist sehr gering, weil ich auf anderen Kanälen poste. Umso frustrierter ist er natürlich, wenn er einen tollen Text verfasst hat, das Internet dann auf dem Campingplatz abstürzt und die ganze Arbeit umsonst war. Wer könnte das besser verstehen als ich. Habt weiter Spaß an unserer Reise und seinem Bericht. Einen Kuss bekommt er dafür gleich beim Aufwachen. Oder auch zwei ;-))

mein Schatz

Wir haben uns von Marahau aufgemacht zum Wharariki Beach, dem angeblich schönsten Beach Neuseelands. Die Fahrt war wieder mal recht kurvenreich, weil man nur über den Takaka Hill mit herrlichen Ausblicken zum Ziel kommt. Aber unser Auto macht das ganz zuverlässig und seine Fahrer auch. Nach dem Einkaufen und Tanken in Takaka haben wir dann die restliche Strecke bewältigt. Als wir ankamen (ich hatte den Campingplatz schon vorher im Internet gebucht), erwartet uns ein weißbärtiger Nuschler in orangefarbener Warnweste, nicht unfreundlich, aber nur das Nötigste mit Nachdruck sagend. Er scheint seinen Job nicht wirklich zu lieben. Aber das ist in Neuseeland wirklich und zum Glück eine Ausnahme. Da wir früh genug dran waren, sind wir trotz drohender Wolken zum Strand gegangen. Zwanzig Minuten auf und ab durch die bergige Dünenlandschaft. An sich schon ein toller Weg. Als sich der Blick zum Strand auftat, war es schon ein kleiner Wow-Effekt. Wir haben bereits tolle Strände in Neuseeland gesehen, dieser ist irgendwie anders herrlich. Nicht karibisch und nicht wild einsam. Er ist sehr tief und lang gezogen. Fast zum Greifen nah - die Felsen, die wie im Wasser abgestellt die Silhouette prägen. Die Stürme und die Wellen haben Löcher in den Stein gefräst oder ihn ausgehöhlt.

Dünen und EbbeThomas baut ein Tippi toller Blickaus der Nähe  

Trotz erstem Niesel haben wir uns nicht abhalten lassen, den Strand entlangzugehen. Als es immer heftiger regnete, haben wir uns in der größten Höhle untergestellt, die bei Flut sonst unter Wasser steht. Dort sichteten wir einen schlafenden Seelöwen.

Höhle bei Ebbe

Am Ende des Strands sollten noch kleine Robben im Wassertümpel zu sehen sein. Wir kamen schnell mit einem Deutschen ins Gespräch, der wegen Tschernobyl 1987 als Schlosser nach Neuseeland ausgewandert ist. Er fand eine Freundin, setzte Kinder in die Welt und sie machten eine Farm auf, erst mit Lamas, dann mit Pferden, Schafen und Rindern. Auf die Frage, was man denn so aus Deutschland kommend in der einsamen Landschaft hier so erlebe (Kino, Kultur, Partys etc.), sagte er, dass es ihr Heighlight an Event sei, am Strand zu fischen, den Fisch am Strand zu grillen, zu quatschen, zu reiten oder zu wandern und dann beseelt nach Hause zu fahren. Das sei ihre Art von Kino. Als wir ihn nach dem Reitstall in der Nähe dieses Strandes ansprachen, sagte seine neuseeländische Freundin, dass der zwar ok wäre, es aber noch einen besseren in der Nähe von Takaka gebe (da, wo wir eingekauft hatten). Der würde zudem von einem deustchen Ehepaar geführt. "Hack'n stay" so der Name, wobei Baerbel Hack die Besitzerin ist, wie wir durch schlechtes Internet (teuer bezahlt) schnell herausgefunden haben. Ich habe dann später schnell eine Email abgesetzt und wir hatten einen Reitplatz für Thomas und dazu einen Cmapingplatz sicher. Prima, so konnte Thomas seinen wenn auch kleinen Traum von einem Strandgalopp entgegensehen.  Doch bevor wir den Strand verließen, wachte der schlafende Seelöwe auf, kam näher, rekelte und schubberte sich im Sand. So wie wir das nach dem Schlafen auch machen? Ein tolles Bild, das Tier so nah beobachten zu können.

Seelöwe nach dem Schlafhier juckt's

Dann zog es uns wieder zurück zum Campervan, da das Wetter schlechter wurde. Ein anderer Gast zog beleidigt mit seinem zehn Meter langen Wohnwagen wieder von unserem Campingplatz ab, weil er den Betreiber um einen Gefallen bat, den dieser ihm nicht gewährt hatte. Die Nacht war sehr stürmisch und es regnete, doch von zwei Seiten hatten wie gehört, dass in der Nacht der Wind drehen würde und wir am nächsten Tag mit schönem Wetter rechnen könnten. Und so kam es auch. Morgens schien die Sonne und wir entschieden, noch einmal, jetzt bei blauem Himmel zum Strand zu gehen. Es war wunderbar. Mit Sonne erscheint doch alles in einem viel schöneren Licht. Wir sind also sehr oft mit Glück gesegnet, das muss man einfach sagen. Thomas setzte sich auf die Düne und ich lief mit dem Fotoapparat herum.

 

ein Sonnenbad mit herrlicher Aussichtohne Worte

Danach wollten wir den Strand mal bis zum Ende gehen. Auch von hier ergaben sich herrliche Blicke. Zu faul, zur Mitte des Strandes zurückzugehen, um den ordentlichen Weg zurück einzuschlagen, dachten wir, dass es doch kein großes Problem ist, über die Wiesen und Hügel zu stapfen und den Weg abzukürzen. Und so machten wir uns auf, auch wenn wir den 'ordentlichen' Weg aus dem Auge verloren hatten. Doch von der Richtung musste das schon passen. Irgndwann wurde es recht anstrengend die Hügel hoch und runterzulaufen, denn wir sprechen hier von ca. 45% Gefälle bzw. Steigung. Das ist hier in Neuseeland so. Wir kletterten über Zäune, wandelten an Schafen vorbei, bis wir nach einem weiteren Zaun auf einem anderen Hügel einer Viehherde gegenüberstanden und zudem sehen mussten, wie viele Hügel entfernt die anderen Passanten ordentlich den Weg entlanggingen. Die Tiere waren recht verstreut, sodass wir dachten, wir könnten sie umgehen. Die erste Rinder-Familie flüchtete allerdings vor uns und überließ das Feld dem Anführer. Alle Tiere sahen uns äußerst skeptisch an, der Anführer vesonders grimmig. Wir waren immer noch bereit, diesen Kreaturen Sanftmut zu unterstellen, denn satt und zufrieden sich an der Sonne laben, was will man als Rindvieh mehr? Als wir wieder in leichtem Abstand vorbei wollten, glaubte dieser Jungbulle (wie Thomas meinte), sich wie in der Stierkampfarena vor dem Matador aufbauen zu müssen. Thomas roter Hoodie erschien ihm vielleicht mehr als aufreizend und eher als Bedrohung, was seinen Testosteronspiegel in die Höhe getrieben haben muss. Er ging in die Angriffsposotion über und senkte bedrohlich seinen riesigen Kopf. Auch wenn er nur kurze Hörner hatte - wir wollten nichts riskieren und entfernten uns zügig. Also den Stierhügel zur anderen Seite runter über den rettenden Zaun. Das dachten wir jedenfalls. Doch dann kam die Abbruchkante des Hügels und wir konnten nur mit äußerster Vorsicht nach unten rutschen, in der Hoffnung, dass das Dickicht da unten leicht zu überwinden sei. Doch dieses Dickicht wurde zu baumhohen Gewächsen, die einen zwar schmalen, aber hüfttiefen Bach verdeckten. Ein Sprung hinüber war unmöglich. Nun gab es nur noch zwei Optionen. Stierhörner oder durchs Wasser. Wir entschieden uns für Letzteres. Ich hangelte mich trocken über die in der Luft quer hängenden Baumäste, während Thomas dank Badehose, mutig das Wasser durchquerte. Uns trennte jetzt nur noch ein steiler Hang hinauf zurück zum ordentlichen Weg, wo ein paar Passanten irritiert kuckten, was wir da treiben. So hatten wir ein weiteres kleines Abenteuer hinter uns und waren froh, unversehrt zum Auto gekommen zu sein.Moral von der Geschichte? Versuche niemals als Unwissender in einem hügeligen oder bergigen Gelände eine Abkürzung zu nehmen. Die Perspektiven täuschen dermaßen, dass man sich nur vertun kann.

ganz oben Treffen mit den Rindviechernda unten der hüfttiefe Bach dann wieder hoch

Danach gab es erst mal einen Kaffee im angrenzenden Open-Air-Bistro a la Robinson Crusoe nahe dem Parkplatz. Und danach durfte der Ausflug zu einem der berühmtesten Fotomotive Neuseelands nicht fehlen. Das von Microsoft an Millionen Kunden verkaufte und vorinstallierte Desktopmotiv vom Cape Farewell mit dem Steinbogen. Auch dieser Ausblick war grandios.

Cape Farewellein ereignisreicher Tag inne halten

Danach fuhren wir endlich zur Reitfarm Hack'n Stay in der Nähe von Takaka, ca. 50 km entfernt. Ein bisschen Villa Kunterbrunt, ein bisschen Campingplatz, aber hauptsächlich eine Pferdefarm.

Und heute Morgen war es dann so weit. Um 8.30 Uhr hatte Thomas seinen Ausritt mit vier anderen Gästen. Bereits nach gut einer Stunde war er wieder da und fand die Betreiberin nervig, sehr oberlehrerhaft. Sie hatte so gut wie keinen Strandgalopp zugelassen. Schade, aber Spaß gemacht hat es ihm trotzdem, mal wieder auf einem Pferd zu sitzen und sich als Reiter zu fühlen. Es war nicht umsonst. Ich bin ihm streckenweise gefolgt und habe ihn fotografiert und gefilmt. Als ich ihn am Strand zurückerwartete, habe ich mit meinen Fußstapfen noch ein Herz in den Sand am Strand getreten, auf das er es sehen sollte, wenn er mit der Gruppe zurückkommt. Sie näherten sich tatsächlich, aber dann kurvte eine Frau mit ihrem blöden Auto auf den Strand und zerfuhr mein "Herz". (In Neuseeland darf man mit dem Auto auch am Strand fahren.) Sie grüßte unwissend und äußerst freundlich, wie es viele Neuseeländer tun. Da habe ich ihr gesagt, was sie angerichtet hatte, aber wir beide mussten es mit Humor nehmen. Sie entschuldigte sich. Zum Glück hatte ich es vorher fotografiert und konnte es Thomas zeigen. Ein kleiner Wehrmutstropfen kam dann noch, als die Reitlehrerin von allen den Preis für einen 2 1/2-stündigen Ausritt genommen hatte, Thomas aber nur gut 1 1/2 Stunden mit dem Pferd hatte watscheln können. Schwamm drüber. Jetzt am Abend ist er froh, es gemacht zu haben.

noch voll im Sattelam Strand ich warte auf ihndas noch intakte Herz

Nach so vielen Jahren mal wieder auf einem Pferd zu sitzen war wirklich schön. Und mit dem Reiten ist es tatsächlich wie mit dem Fahrradfahren, man verlernt es nicht völlig. Die Reitlehrerin war für mich ein sehr gutes Beispiel, wie man nicht unterrichten sollte. Sie war so belehrend und hat den eigentlichen Spaß fast verdorben. Sie war wohl der Meinung, dass ihre ständigen Kommentare und Hinweise irgend etwas Gutes bewirken würden und man innerhalb von einer Stunde bei ihr zu einem guten Reiter werden könnte. Gott sei Dank telefonierte sie auf dem Rückweg vom Strand die meißte Zeit mit ihrem Handy und so konnte ich das Pferd und die Natur um mich herum doch noch etwas genießen. Nach einer Dusche ging es dann weiter in Richtung Nelson. Ich war so müde, dass ich mich nur nach einem sonnigen Plätzchen an einem schönen Strand sehnte. Für die Landschaft hatte ich nicht wirklich ein Auge. Endlich erreichten wir die ersten Buchten vor Nelson. Frank parkte an einer windigen Bucht und ich schmiss mich auf die Rückbank vom Camper. Während er in einem Kaffee mit Internetzugang saß und den Blog weiter schrieb, schnarchte ich in seeliger Ruhe. Am Strand war es zum Schlafen viel zu windig, aber das ist hier nun einmal so. Auch am nächsten Tag bin ich irgendwie noch total schlapp. Vielleicht kommt es vom reiten, vielleicht tritt bei mir aber langsam auch eine Sättigung ein. Die Stadt Nelson ist wirklich hübsch. Wir haben die Kirche auf einem Hügel angeschaut.

Nelsons Kathedraledie 4 Heiligen Königeviele kleine und schöne Häuschen

Doch dann wollte ich nur noch in einem Cafe sitzen. Ein paar Meter weiter stand ein Klavier in der kleinen Fußgängerzone und Frank war so nett und spielte ein paar Lieder für mich. Das war sehr schön.

ein Straßenmusikant spielt für mich

 

Abschied von Neuseeland

Freitag, 25.01.2019

Anschließend sind wir nur ein paar Kilometer weit gefahren und werden jetzt für mindestens zwei Tage hier an der Cable Bay bleiben. Der Strand ist zwar steinig, aber der Campingplatz ist so ruhig und liegt zwischen braunen Hügeln (gefühlt am Ende der Welt). Hier möchte ich einfach liegen, lesen und die Sonne genießen. Weil es keinen feinen Sand hier gibt, haben die beißenden Sandflies hier auch keine Chance. Man kann sich einfach zurücklehnen und entspannen. Bis zu unserem Abflug in ein paar Tagen soll das Wetter beständig warm und sonnig bleiben. Das passt ja wunderbar zu unseren Wünschen.

lang vermisste StrandtageFranks Foto vom Berg aus

Frank hatte Lust, auf den braunen Hügel zu pilgern und ein paar Fotos zu schießen. Von oben kann man gut sehen, dass nur ein schmaler Strandabschnitt wie ein Steg zur gegenüberliegenden Insel führt. Die Insel steht übrigens zum Verkauf. Sie gehört einer jungen Frau und soll für 16 Millionen Dollar den Besitzer wechseln. Wir müssen hier nichts verkaufen und ziehen einfach weiter zum Marlborough Sound. Dort wird eine 6-stündige Bootsfahrt mit dem Postboot angeboten. Das Boot startet in Havelock, einem Ort, wie es ihn hundertfach in Neuseeland gibt.

mitten im Malbourogh Soundeigentlich mehr ein Touristenboot als ein Postboot

Am Morgen war es dann doch noch kalt, bewölkt und auf dem Boot auch sehr windig. Nur ein paar kleine Postsäcke standen unter Deck zum Verteilen bereit. Die Haupteinnahmequelle des Betreibers ist nicht mehr das Austeilen der Post an die verstreut lebenden Bewohner des Sounds. Viele Touristen begleiten den jeweiligen Skipper auf seinen Rundtouren und sind bereit, dafür mehr als 100 Dollar auszugeben. Insgesammt gibt es drei verschiedene Touren, sodass jeder Haushalt in dieser Region mindestens 2 Mal in der Woche Post bekommen kann. Alles in Allem waren wir über 6 Stunden unterwegs. Einmal gab es einen Aufenthalt zum Mittagessen in einer kleinen Bucht und ein weiteres Mal hatten wir die Gelegenheit, uns bei einem Spaziergang kurz die Beine zu vertreten.

Vollverpflegung im Rucksackzwischendurch eine Wanderung

Das Leben im Gebiet des Marlborough Sounds ist für mich gleichzeitig ein Sinnbild für das Leben vieler Neuseeländer, wenn sie nicht gerade in einer der wenigen Städte mit über 5000 Einwohnern leben. Die Menschen leben meißt in kleinen hübschen Holzhäusern. Der Unterschied zwischen arm und reich ist hier nur schwer auszumachen (wenn man das denn überhaupt will). Entweder befinden sich landwirtschaftlich genutzte Flächen um diese Häuser, oder die ursprüngliche Vegetation reicht direkt an die Grundstücke der Häuser heran. Schafe und Kühe sieht man immer wieder. Auch große Anbauflächen mit Nadelhölzern, Obst und Wein weisen darauf hin, dass die Menschen hier überwiegend "Landwirte" bzw. "Forstwirte" sind oder in der Tourismusbranche arbeiten. Teilweise liegen die Betriebe weit auseinander. Nicht immer gibt es Straßen dorthin. Manchmal sind die Leute auf Boote oder Helikopter angewiesen. Auf unserer Tour mit dem Postboot haben wir uns gefragt, wie das wohl sein mag, fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Viele der Farmen sind wohl schon seit dem 19. Jahrhundert in Familienbesitz. Aber was ist, wenn die Kinder diese Tradition nicht fortführen wollen? Was wird dann aus den älteren Menschen? Wir haben an vielen Stegen angelegt, damit die Leute ihre Post bekommen konnten. Dabei haben wir auch ältere Menschen gesehen, die anscheinend ganz allein in einer abgelegenen Bucht leben. Was machen sie, wenn sie Hilfe benötigen? Einen mobilen Dienst gibt es hier wohl eher nicht. Obwohl ich noch keine 80 Jahre alt bin, macht mich die Vorstellung nervös, was passieren würde, wenn ich schnell in ein Krankenhaus eingeliefert werden müsste und hier leben würde.

Muschelfarm in der Abgeschiedenheit

Auch scheint es mit schwer vorstellbar, sich mal eben Freunde zu sich einzuladen, oder noch einmal zum Einkaufen irgenwohin zurückfahren zu müssen. Zumindest brauchen die Leute meiner Einschätzung nach hier Gästezimmer, denn die Gäste brauchen für ihre Anreise bestimmt einen ganzen Tag. Natürlich ist so ein Leben mitten in der Natur auch mit viel Arbeit verbunden. Aber irgendwann hat man ja auch mal Feierabend. Viele Neuseeländeer gehen dann einfach in die Natur. Gern wird geangelt. Aber auch hier gibt es Winter mit Eis und Schnee. Und dass es hier in vielen Regionen bestimmt so viele Regentage gibt wie bei uns in Deutschland, kann ich mir auch gut vorstellen. Nicht umsonst ist hier alles so grün!

Leider hatten wir keinen wirklich intensiven Kontakt zu den Neuseeländern. Und so bleiben viele Fragen offen. Was beschäftigt die Menschen hier? Wie sieht der Alltag für jung und alt aus? Könnten wir uns ein Leben in Neuseeland vorstellen? Haben wir das Zeug zum Auswandern? Wohl eher nicht. Und warum auch? Vermissen wir denn etwas in unserem Leben, das nach einem Neuanfang verlangt? Wohl kaum!

Ja, Neuseeland ist wunderschön und die Natureindrücke sind kaum zu beschreiben. Wir sind sehr glücklich, die Gelegenheit in unserem Leben dafür bekommen zu haben, so viel von der Welt zu sehen. Heute hätten wir sogar noch einmal die Gelegenheit gehabt, mit Delphinen zu schwimmen oder Pottwale vom Touristenboot aus oder per Flugzeug zu sehen. Aber unsere Aufnahmekapazität ist inzwischen stark eingeschränkt, die "Festplatte" im Gehirn ist ziehmlich voll - bei mir jedenfalls. Ich wünsche mir eigentlich nur noch schönes Wetter, einen unfallfreien Weg bis nach Christchurch und eine gute Fahrzeugübergabe. Dann müssen wir in der Woche in Melbourne entscheiden, wie es für uns weiter gehen soll. Aber nicht jetzt - erst in ein paar Tagen.

Felsenküstegrößte Robbenkolonie Neuseelands

Die letzte Strecke in Neuseeland hat uns noch einmal die Küste bei herrlichem Sonnenschein gezeigt. Einen kurzen Stopp haben wir dann bei der größten Robbenkolonie Neuseelands eingelegt. Schließlich fanden wir einen schönen Campingplatz direkt an einem Strand (allerdings nur in der zweiten Wagenreihe). Wir hatten kurz überlegt, dort zwei Nächte zu bleiben, denn wir liegen gut in der Zeit.

viele RobbenbabysLetzter Campingplatz direkt am Meer

Aber dann wollten wir doch schnell ans Ziel kommen und haben lieber für die letzten beiden Nächte in unserem Camper einen Platz in Christchurch gebucht. Christchurch muss sich noch immer vom Erdbeben 2004 erholen. Die Stadt wirkt auf mich etwas deprimierend, weil alles so "aus dem Boden gestampft" erscheint. Anstatt Christchurch zu Fuß zu erkunden, haben wir nur eine kleine Runde mit dem Camper gedreht und dann entschieden, noch einmal an einen nahe gelegenen Strand zu fahren. Leider hingen graue Wolken über uns im Stadtteil Sumner. Und vielleicht hätten wir doch noch eine weitere Nacht auf dem letzten Campingplatz verbringen sollen.

Felsen am StrandSumner bei Christchurchder Fels in der Brandung

Aber für das Gewesene gibt der Herrgott nischt. Jedenfalls sind wir jetzt unfallfrei in Christchurch angekommen. Wir haben schon Wäsche gewaschen und überlegt, was wir alles verschenken können. Der Betreiber vom hiesigen Campingplatz nimmt alles gerne an. Wir haben einige Plastikkisten, Putzmittel und ein paar Lebensmittel, aber vor allem unseren bewährten Topper, durch den wir sehr gut geschlafen haben. Wir freuen uns, wenn noch jemand anderes davon profotieren kann. Morgen können wir dann ganz in Ruhe packen und den Camper säubern. Vielleicht können wir sogar noch ein Sonnenbad nehmen, das wäre schön. Übermorgen geht es dann zum Campervermieter "Apollo" und anschließend in eine Airbnb-Unterkunft, die wir mitten in der Nacht wieder verlassen werden. Wir müssen nämlich schon gegen 4 Uhr nachts im Flughafen einchecken. Der nächste Blogeintrag kommt dann schon (wieder) aus Melbourne. Dort gibt es Wärme (bis zu 40 Grad) und dementsprechend Sonne im Überfluss.

zu stürmisch - letzter TagSonntagsvergnügen eines Kiwis

So, ihr LIeben! Wir melden uns bei euch, sobald wir in Melbourne eingetroffen sind und einen guten Internetempfang haben. Lasst es euch gut gehen im nasskalten Hannover - oder wo sich unsere Leserschaft auch immer gerade befinden mag!

Kleiner Nachtrag: Die Camperabgabe ist prima gelaufen, keine Beanstandungen trotz Macke an der Plastikverkleidung. Jetzt liegen wir in unserem Air bnb Zimmer (sauber, klein und warm) und warten auf die Nacht. Um 4 Uhr nachts holt uns ein Fahrer von UBER ab. Der Flieger nach Sydney startet kurz nach 6 Uhr. Sicher gehen wir hier um die Ecke noch zum Thailänder etwas essen. Vielleicht ist das dann die Einstimmung auf unser nächstes Reiseziel. Andre und Frank aus Hannover (Gehrden) sind ja jetzt schon in Khao Lak und könnten für uns schon mal Handtücher auf zwei Liegen legen. (Ein Scherz! Wir regen uns über dieses deutsche Verhalten im Urlaub immer auf.)

Melbourne hat uns wieder

Mittwoch, 30.01.2019

Melbourne hat uns wieder an der Backe! Obwohl alles reibungslos ablief, war ich angespannt und hatte Kopfschmerzen. Morgens um 4 Uhr brachte uns ein Uber-Taxi zum Flughafen. Die Koffer waren sogar etwas leichter als gedacht (ich hatte ein paar Dinge ausgemustert, sodass wir vielleicht doch ein paar Sachen kaufen können). Auch die Landung in Melbourne nach einer Flugzeitg von 3,5 Stunden verlief bestens. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt jetzt nur noch 10 statt 12 Stunden. Wir sind Deutschland wieder ein Stück näher gekommen. Und da wir im 13. Stock wohnen, sind wir auch dem Himmel und der heißen Sonne etwas näher.

Auf unserem BalkonBlick über das Zentrum

Irgendwie mussten wir die Zeit am Ankunftstag in Melbourne rumkriegen, denn das Appartment mitten in der Stadt (in der Spencer Street) war erst um 16 Uhr bezugsfertig. Wir waren schon vorher fix und fertig. Es war heiß, die Koffer und Rucksäcke schwer. Leider konnten wir die Koffer nirgends deponieren (alle Schließfächer im nahen Bahnhof "southern cross" waren voll). Daher trotteten wir mit rumpelnden Koffern von Apotheke zu Apotheke, weil wir auf der Suche nach neuen Sensoren für Franks Diabetesgerät waren - leider erfolglos. Glücklicherweise hat er noch seine "alten" Teststreifen samt Testgerät dabei. Auch die Suche nach einer australischen Telefonkarte blieb vorerst ergebnislos. Wenigstens konnten wir unsere Mykikarte für die öffentlichen Verkehrsmittel aufladen (so wie die Opal-Karte in Sydney). Abends gab es dann noch einen Kebab aus der Bude gleich gegenüber. Die tolle Aussicht bei Nacht gab es gratis dazu. Aber nach 23 Stunden auf Achse wollte ich nur noch schlafen!

tolle Lichter bei Nachtunser erstes Cricketmatch

Um den heißen Sommertemparaturen etwas zu entgehen, waren wir am nächsten Tag am St. Kilda Beach. Er ist prima mit der Straßenbahn zu erreichen. Abkühlung gab es bei 37 Grad Lufttemparatur in der herrlichen Bucht mit angenehmen Wassertemparaturen. Es tat uns sehr gut, einfach mal am Strand zu liegen und ohne Angst ins Wasser gehen zu können. Durch die sehr geschützte Bucht können keine Haie oder andere gefährlichen Tiere einem nach dem Leben trachten. Als die ersten Gewitterwolken am Horizont erschienen, ging es wieder Richtung Spencer Street. Schließlich haben wir noch ein paar Lebensmittel eingekauft und anschließend die Klimaanlage in unserem Appartment voll aufgedreht. Draußen ging ein Wärmegewitter los, doch von Abkühlung konnte noch keine Rede sein. Kurz nach 18 Uhr gingen wir ins MARVEL Stadium, um uns ein Cricketspiel anzuschauen. Ich hatte schon von Neuseeland aus Karten dafür gekauft. Das Marvel Stadium liegt laut Stadtplan nämlich gleich um die Ecke von unserem Appartment. Der Regen hatte Gott sei Dank aufgehört und jetzt war es auch nicht mehr ganz so heiß wie tagsüber.

voller ErwartungMelbourne in OrangeSydney in GrünHalbzeit - ein kühles Blondesalles sehr aufregendPoppkorneimer als Kopfbedeckung

Cricket gehört für uns nicht gerade zu den bekanntesten Spielen und wir waren gespannt, was uns hier alles erwarten würde: Gleich zu Beginn gab es Poppcorneimer, die man sich als Hut aufsetzen sollte "just for fun". Da auffallend viele Kinder anwesend waren, wurde von den Eimern und anderen Geschenken reichlich konsumiert. Eine regelrechte Ressourcenverschwendung! "Klatschhilfen", Plakate mit einer 4 bzw. 6 darauf und viele Marsriegel wurden verschenkt. Überhaupt glich alles ein wenig einer Werbeveranstaltung von Nestle (dem Hersteller von Mars-Schokoriegeln). Ständig wurden Werbeblöcke auf riesigen Bildschirmen gezeigt, ein Zeppelin mit der Aufschrift MARS kreiste über den Köpfen der Zuschauer. Regelmäßig wurden wir über Lautsprecher dazu aufgefordert, einen bestimmten Rhythmus zu klatschen oder einfach Geräusche zu machen "make some noise". Zwischendurch gingen immer wieder Rauch- und Feuerkanonen hoch, wenn eine Mannschaft 4 oder 6 Punkte erzielt hatte. Unserer Ansicht nach haben sich die Spieler nicht wirklich ins Zug geschmissen. In Deutschland erwarten wir von Fußballspielern die völlige Verausgabung bis hin zu Muskelkrämpfen. Wütende oder gut gemeinte Zwischenrufe der Fans sind bei uns dann auch an der Tagesordnung. Während des Spiels gingen hier Zuschauer immer wieder weg, um sich Fastfood zu holen. Außerdem waren viele mit ihren Handys beschäftigt. Bei einer Spiellänge von 3 Stunden ist das vielleicht auch verständlich. Irgendwann hatte die Mannschaft aus Melbourne gewonnen. Ein Punktestand wurde über die Monitore aber nicht angezeigt. Vieles ist eben anders als beim Lieblingsspiel der Deutschen (Fußball). Aber es hat Spaß gemacht, so etwas mal zu erleben.

Für heute haben wir noch keine Pläne gemacht. Es ist schon Mittag und wir liegen noch immer im Bett. Das Wetter ist perfekt: 24 Grad und leicht bewölkt. Irgendetwas ergibt sich ja immer. Was, das steht dann morgen in diesem Blog!

Bei wunderbaren Temperaturen haben wir gestern und heute verschiedene Stadtteile erkundet, die alle nicht so weit vom Stadtzentrum entfernt liegen und gut mit der Straßenbahn erreichbar waren. Aber natürlich haben wir auch Fotos vom Zentrum gemacht.

Das weiße Haus in MelbourneStopp für einen Kaffee Die Mischung macht´s

Allerdings haben wir uns immer wieder gefragt, warum so große Häuser, die mit Sicherheit schon weit über hundert Jahre alt sind, auch im Großraum von Melbourne zu sehen sind. War Melbourne schon vor 100 bis 200 Jahren so groß in der Fläche angelegt? Ich habe nur irgendwo gelesen, dass ein gewisser Herr Batman Melbourne gegründet hat. Er hatte sicher nichts mit Superman und Batman zu tun, aber vielleicht doch? Wahrscheinlich müssen wir uns da noch ein bisschen schlauer lesen.

Fast wie in der List oder in LindenAnders als Hannover ist es hier schon

Auf unseren Erkundungstouren haben wir an tollen Plätzen Halt gemacht. Auf einer Dachterasse haben wir gegessen und waren dort von Melbourner „Yuppies“ umgeben, die sicher am Freitag Abend ihr Wochenende bei einem Wein oder Bier einläuten wollten.

Fish und Chips auf dem DachDie Sonne spiegelt sich in den Glasscheiben

Apropo läuten: Wenn ihr uns anrufen wollt, müsst ihr eine neue Telefonnummer wählen (anläuten), weil wir bei Vodafone eine australische Simkarte gekauft haben. Damit können wir 500 Minuten nach Deutschland telefonieren. Außerdem haben wir günstig ein Auto ab dem 5. Februar gemietet. Damit wollen wir dann zuerst Richtung Westen bis zu den 12 Aposteln fahren und sie bei Sonnenuntergang genießen (vielleicht erinnert sich der aufmerksame Leser oder die aufmerksame Leserin an die 12 Apostel in Südafrika?). Anschließend soll es dann wieder Richtung Melbourne und darüber hinaus noch weiter bis Sydney gehen. Dafür haben wir uns 2 Wochen Zeit eingeplant. Somit werden wir also noch einmal in Sydney Halt machen. Diese Stadt ist es aber auch wirklich Wert, mehrfach von uns besucht zu werden. Warum sollten wir Australien in den nächsten Wochen auch verlassen? Das Wetter ist hier traumhaft und vieles erscheint uns mittlerweile angenehm vertraut. Wir fühlen uns in diesem Land sicher und die Menschen sind hier so nett und aufgeschlossen. In anderen Teilen dieser Welt sieht es im Moment nicht so gut aus. Also warten wir ab, wohin es uns im März verschlägt. Jetzt genießen wir erst einmal den tollen Sonnenuntergang an diesem Abend bei uns auf dem Balkon.

Blick von unserem Balkon beim Sonnenuntergang

 Warum die Temparaturen in Melbourne so stark schwanken, wissen wir nicht. Aber wir können es als Touristen ja so einrichten, dass zur Abkühlung immer das Meer in der Nähe ist. Deshalb waren wir mit dem Nahverkehrszug am Brighten Beach. Alle fotografieren dort die bunten Holzhäuschen, geräumige Umkleidekabinen, in denen noch genug Platz ist für Tische und Stühle.

In der großen Buchtam Brighton Beachein Haus am blauen Meer

Im Wasser sind leider viele Steine, sodass Frank und ich etwas unbeholfen wir Pinguine durch das Wasser watschelten. Da gefällt uns der Kilda Beach deutlich besser. Deshalb haben wir ihn nach dem Midsumma Festival am 3.2.2019 auch noch einmal besucht. Die Parade startete um 11 Uhr bei 38 Grad im Stadtteil St. Kilda. Wir fanden ein schattiges Plätzchen, von dem Frank immer mal wieder zu kleinen Fotoshootings aufbrach. Die Ergebnisse können sich echt sehen lassen:

Midsumma Pride Marchauf den Straßen von St. Kilda Alle sind vertretenFreiheit, Toleranz, Anerkennung und informativhier kann man noch´ne Menge lernen

Und anschließend ging es dann noch einmal an den besagten Strand. Für australische Verhältnisse war er "knackevoll". Wir Europäer sind da ja ganz anderes gewohnt (Rimini und co.). Aber schließlich ist Sonntag und bei den Temparaturen hält es wohl keinen in geschlossenen Räumen. Morgen, an unserem letzten Tag in Melbourne, soll es sich deutlich abkühlen. Übermorgen, wenn wir die Küste abfahren wollen, soll es sogar regnen. Vielleicht können die Waldbrände, von denen im Fernsehen hier berichtet wird, dann auch besser unter Kontrolle gebracht werden.

wieder am Kilda Beach

Eigentlich wollten wir uns noch ein paar Museen anschauen, aber wir wollten es ja ruhiger angehen lassen. Und Wäsche waschen und packen müssen wir morgen ja auch noch. In der Royal Hall gab es übrigens eine Gedenkfeier, weil es vor genau 10 Jahren verherende Waldbrände gegeben hat. Im gegenüberliegenden Museum gab es eine Ausstellung zu Nelson Mandela.

Gedenkfeier Waldbrände 2009im Museeum gegenüber

Leider waren wir zu spät dran, das Museum war nur noch eine halbe Stunde geöffnet und wir wollten noch auf das Eurekaskydeck, um Melbourne von oben zu fotografieren. Bei unseren Streifzügen durch das Zentrum entstanden noch viele Fotos.

so weit die Füße tragenStadtbummel mit fliegenden Schweinenwunderbar - so viel Glückdie Glasscheiben im Eureka Sky Deck stören etwasFotos aus 299 m Höheeine aufregende Stadthier fanden die Austalien Open statt

Nachts haben wir dann noch versucht, die tolle Lichtstimmung der Stadt einzufangen. Leider sind die Bilder nicht immer ganz scharf und geben auch nur bruchstückhaft wieder, wie wunderbar Melbourne ist. Trotzdem freuen wir uns morgen auf unsere Autofahrt die Oceanroad entlang.

überall bunte LichterNachtleben leicht verwackelt - trotzdem schönüber viele Brücken muss man geh´n 

Nachdem wir unser Appartement aufgeräumt und den Mietwagen abgeholt hatten, ging es in Richtung Great Ocean Road weiter.

Wir verlassen MelbourneKüsten der Great Ocean Road

In Geelong, der zweitgrößten Stadt im Bundesstaat Victoria, haben wir einen Kaffee getrunken und ein paar Lebensmittel eingekauft. Über den Charme der neuseeländischen und australischen Städte habe ich ja bereits geschrieben. Nur so viel: Ein Foto war uns die Stadt nicht wert. Dafür haben wir dann, trotz wolkenverhangenem Wetter, viele Fotos von den rauen Klippen und windigen Buchten auf der Fahrt geschossen. Ein Leuchtturm war auch noch unter den Fotomotiven.

wild und zerklüftetendlosLeuchttürme sind hier sicher notwendigAustraliens Vogelwelt

Der heutige Tag endete bei einem wunderbaren Essen in einem Restaurant mit Meerblick in Marengo, ein Ort in der Apollo Bay. Hier haben wir auch wieder diese wunderbaren Vögel gesehen, die wir schon aus der Zeit in Avalon bei Margie und Ross kannten. Sie lassen sich genau so gerne füttern wie die Möwen und sind auch genau so zutraulich.

Fütterung in Marengoguten Appetit

Morgen geht es dann bis zu den 12 Aposteln. Hoffentlich können wir dann Fotos mit blauem Himmel präsentieren.

Mit unserem Bildbearbeitungssystem kann man die grauen Wolken auch blau einfärben. Aber zu Beginn des zweiten Tages sah es wirklich so aus, als wollte die Sonne noch prachtvoll am Himmel erscheinen und die Wolken vertreiben. Wieder stand ein Leuchtturm auf unserem Weg. Ganz in der Nähe stand dann das perfekte Haus am Meer, dass wir uns für ein paar Monate irgendwo am Mittelmeer erträumen. Es stand sogar schon ein Schreibtisch darin, allerdings besser für Grundschulkinder als für Frank geeignet. Anschließend bekamen wir noch einen einstündigen Vortrag von einem sehr engagierten Guide zu hören. Australiens ursprüngliche Vegetation bietet alles, was die Menschen hier seit Jahrtausenden zum Leben brauchten. Seine Message: „Unser sogenannter Fortschritt ist für die Menschheit wohl eher ein Rückschritt!“ So viel haben wir verstanden. Aber wenn ein Australier sehr schnell spricht und sich so richtig ins Zeug legt, merken wir, dass unser Sprachverständnis leider nur sehr „limited“ ist.

endlosKüste über Küste Leuchtturm nur noch für TouristenLeuchtturm für die Schifffahrt - solarbetriebenn Das Haus des Leuchtturmwärtersschon teilmöbliert

Die 12 Apostel erreichten wir dann zum Glück noch bei akzeptablem Wetter. Wir und hunderte von anderen Touristen bemühten uns um die schönsten Erinnerungsfotos. Aber die Menschenmassen haben mich doch ein wenig gestört. Wir hätten uns natürlich mit einem Hubschrauber über die vielen Touristen hinwegsetzen (hinwegfliegen) lassen können, aber das wollten auch schon viele andere und kostete sicher ein Vermögen. Jedenfalls kreisten die Hubschrauber ununterbrochen über der Szenerie. Einen weiteren Stopp einzulegen, um eine Holztreppe zum Nachbarstrand hinab zu steigen, zu dem geschätzte 1200 andere Leute wollten, kam für uns dann auch nicht mehr in Frage. Egal! Die Bilder von den 12 Aposteln, die in Wirklichkeit ja nur auf eine Anzahl von 8 kommen, sind teilweise wirklich schön und eindrucksvoll geworden. Sogar unser Känguru findet die Fotos „echt scharf“.

am Ziel der Great Ocean RoadDie 12 Apostelwir sind nicht allein das Känguru ist auch dabeialle wollen es sehen auch Frankund ich natürlichaber diesmal nicht aus der Luft

Leider setzte dann auf der Rückfahrt der Regen ein und hielt sich hartnäckig über Stunden die ganze Küstenstraße lang. Müde trudelten wir am Abend wieder in der Nähe von Geelong ein. Ein Abendessen beim Mexikaner machte uns voller und die Reisekasse etwas leerer. Jetzt liegen wir in unserer Unterkunft ermattet auf dem Bett und gehen noch einmal in Gedanken die letzten beiden Tage durch.

Morgen geht es dann aber wirklich auf den Weg nach Sydney. Zuerst steht eine Fahrt mit einer Fähre an, die uns nach Phillip Island bringen soll. Ob wir am Abend dort die berühmten Pinguine sehen werden, steht noch in den Sternen, wenn man sie bloß mal wieder bei wolkenlosem Himmel sehen könnte. Aber unser Motto lautet: „Der Weg ist das Ziel!“ oder vielleicht auch in der Sprache der Grundschullehrer: „Wege entstehen beim Gehen!“ (Für uns eher beim Fahren), aber jetzt wird erst einmal geschlafen. Und dann gibt es einen neuen Blogeintrag!

Von Melbourne nach Sydney - der Ocean Costal Drive

Montag, 11.02.2019

On the road again!

nicht mit dem Helikoptermit der Autofähre ging es weiter auf nach Phillip Islandund ab ins Wasser Surfstrand mit Rollstuhlrampeein Strand schöner als der andereda lacht das Herz Was will man Meer?

Der Tag auf Phillip Island war wirklich traumhaft schön. Nur Pinguine haben wir nicht gesehen. Das liegt nicht daran, dass es hier keine gibt - im Gegenteil: auf der Insel leben 11000 Menschen und 16000 Pinguine. Nur leider wollten heute gefühlte 20000 Touristen die Pinguine in der Dämmerung sehen. Zu diesem Zweck wurde sogar der Strand abgesperrt und von jedem 40 Dollar einkassiert. Da sind wir einfach wieder umgedreht! Morgen geht unsere Reise an die Strände von Wonthaggi.

Liebe Leserinnen und Leser! Hier haben wir ein Stück vom Paradies gefunden. Vielleicht ähneln sich die Fotos von all den schönen Stränden auf unserem Weg nach Sydney etwas und jetzt kommt es auch noch ganz dicke. Ich habe vom heutigen Tag nur Fotos rausgesucht, auf denen immer einer von uns zu sehen ist. Also sind wir auf allen Bildern voll gut drauf. Ganz schön eitel, aber (wie ich finde) auch ganz schön!

Treppen runter zum BeachSofort die Handtücher ausbreiten Beim Lesen den Bauch gut verdeckenstarker Wind - schöne Wasserfarben SturmfrisurFrank und Eagles Nest heißt dieser Strand auf Erkundungstouralles grau (Felsen, T-shirt, Bart) Sonnenbräune aufgefrischtrundum zufrieden immer schön den Bauch einziehendie Frisur sitzt - bei jedem Wetter

Genießen wir an einem Tag Strandwetter, sieht es am nächsten Tag schon wieder ganz anders aus. Gewitterwolken kündigten einen Wetterumschwung an und wir landeten bei Regen in unserer Unterkunft in Wonthaggi. Unsere Gastgeberin Kathreen begrüßte den Regen für ihren kleinen Obst- und Gemüsegarten, hatte es in dieser Gegend doch seit Weihnachten nicht mehr geregnet. Wir scheinen den Regen hinter uns her zu ziehen, aber so nutzten wir den kommenden Tag zu einem Besuch im Wilsons Promontory National Park.

Naturschutzgebietvertraute Vegetation

Dieses große Naturschutzgebiet im südlichsten Zipfel von Australien ist auch die Heimat für viele Vögel, Wombats, Emus und Wollebies (kleine Kängurus). Trotz einsetzendem Regen zeigten sich einige Wollebies von Weitem. Viele von ihnen sehen aus wie Steiffknopftiere, weil sie so viele Erkennungsmarken im Ohr und sogar Halsbänder tragen. Die Vegetation wirkt für uns mittlerweile schon etwas vertraut. Und die verschiedenen Ausblicke zu den Buchten sind auch mit Wolken sehenswert.

ein bisschen wir Osterhase im Herbstdurch´s Ohr gebrannt?regennasses Fell  tolle Buchten

Danach landeten wir in Port Albert. Hier weht uns eine steife Brise um die Ohren. Wir lassen uns aber nicht vertreiben und bleiben diesmal 2 Nächte am selben Ort, zumal sich Frank etwas „kränklich“ fühlt. Dadurch haben wir wieder einmal die Gelegenheit, etwas auszuspannen, lange zu schlafen und die Eindrücke der letzten Wochen zu verarbeiten.

Unser Haus sieht wie eine Kirche ausganz schöne Flügelspannweite

Plötzlich war der Himmel wieder strahlend blau und Frank fühlte sich bei unserer Abfahrt auch wieder fitter.

gegenüber liegt ein kleiner Hafenmit Pelikanen auf den Straßenlampen 

Dass es in Australien auch einen 90 Miles Beach gibt, wussten wir gar nicht. Und es wäre wirklich eine Schande gewesen, ihn nicht zu sehen. Australiens Licht mit diesen unbeschreiblich brillianten Farben und diese klare Luft – einfach phänomenal.

am 90 Miles Beachwunderschön i´m feeling bluetolles Erlebnis kilometerlang kein MenschTraumstrand keine Zeit zum BadenDanach ist SchlussZeit für einen Kaffee

Manchmal fuhren wir etwas von der Küstenlinie ab und entdeckten kleine Salzseen, die mich ein wenig an die Etosha-Pfanne in Namibia erinnerten. Das Salz glitzerte herrlich in der Sonne.

Salzwüste statt SalzseeSlazkristalle in de Sonne

Einige Zeit fuhren wir an Weideflächen vorbei. Diese Landschaft wirkte schon stark ausgetrocknet und überweidet. Egal in welche Richtung wir fuhren, überall ergab sich dasselbe Bild. Wie muss es dann erst im inneren dieses riesigen Kontinents aussehen?

Australiens Ausmaße sind unfassbarweit, trocken und verlassenendlose Weite in jede Himmelsrichtungdabei noch nicht einmal im Outback

Schließlich kamen wir in unserer nächsten Unterkunft in Paynsville an. Unsere Wohnung ist super, doch das Highlight des Tages war der Besuch auf einer Insel, die wir durch eine kostenlose Überfahrt mit einer kleinen Fähre erreichten. Aber seht selbst – die Fotos sind fast so schön wie die Wirklichkeit.

mit der Fähre auf die Inselklopf auf Holz nur noch ein viertel StündchenErholungsschlafKrallen sind was Feinestief durch die Nase einatmenbitte lächeln es richt so gut nach Eukalyptusgut festhalten  toller Ausblickimmer diese Fotografiererei genug für heute 

Was uns so begeisert hat ist, dass die Tiere hier in ihrer natürlichen Umgebung leben. Sie werden nicht gefüttert, aufgepäppelt oder zahlungswilligen Touristen für ein Foto in den Arm gedrückt. Ja, sie sind noch nicht einmal mit einem Chip im Ohr gekennzeichnet! Darum waren wir auch weder in Sydney noch in Melbourne im Zoo, denn Tiere in Gefangenschaftg kann man schließlich auf der ganzen Welt sehen. Und Hannover hat ja auch einen beeindruckenden Zoo. So ist es ja nicht! Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass wir schon etliche Tiere tot am Straßenrand gesehen haben. Wombats und gestern auch ein Wolleby (ich habe es sogar fotografiert). Es ist gut, dass es Einrichtungen gibt, die sich um Tiere kümmern, die durch Autos angefahren wurden, aber das steht auf einem anderen Blatt.

immer die Stange haltenputzmunterzu zweit im Vorgartenzu zweitandere Tiere gibt es ja auch nochalle so schön bunt hier Unterkunft mit plattem Reifen

Am nächsten Tag war das Wetter wieder einmal durchwachsen und unser Autoreifen platt. Wir mussten schon ein paarmal an Tankstellen Luft auffüllen, aber an diesem Morgen war die Luft definitiv ganz raus. Wahrscheinlich haben wir den Wagen schon mit einem Reifenschaden übernommen, aber wir haben ja eine Reifenversicherung abgeschlossen – also kein Problem. Telefonat mit der Schadensmeldestelle, die wir bei einem Schaden anrufen sollen. Dort (wahrscheinlich ein Callcenter) verweist man uns auf den Autovermieter Hertz in Melbourne, wo wir das Auto ja übernommen haben. In Melbourne verweist man uns an die Hertz-Autovermietung in Bairnsdale (nur 20 Kilometer von unserer Unterkunft entfernt). Die fühlen sich nicht zuständig und haben auch keinen Ersatzwagen für uns. Nach weiteren Versuchen schickt man uns den Straßen- und Pannendienst, der nach einer Stunde auch kommt und den Reifen wechselt. Wir hätten den Reifen auch gegen das Reserverad wechseln können, aber nachher hätten wir den Wagenheber noch falsch angesetzt und einen teureren Schaden verursacht. Die Aktion kostet uns nichts, wie der australische Gelbe Engel uns versichert. Wir sind erleichtert und bekommen den Tipp von ihm, doch einfach selbst zu einem Reifenhändler in Bairnsdale zu fahren und den Reifen reparieren zu lassen (einen Schlauch wie bei einem Fahrradreifen einziehen lassen). Das wäre die günstigste Lösung. Ansonsten müssten wir einen Ersatzwagen bekommen und das kann dauern. Gesagt – getan. Doch leider konnte der Reifen nicht mehr repariert werden. Das Loch war zu groß! Ein Metallteil, das aussieht wie ein Schraubendreheraufsatz für Akkuschrauber, steckte im Reifen. Für 175 Dollar gab es einen neuen Reifen. Der Reifen verschwand aber sofort im Kofferraum, weil der Reifenhändler mehrfach betonte, dass der Ersatzreifen ein vollwertiger Reifen sei, den man nicht wechseln müsse. Auf unseren Wunsch hin wurde auch noch der Reifendruck bei allen vier Reifen überprüft – und siehe da: auch die anderen Reifen hatten einen zu geringen Druck. Nur der Ersatzreifen aus dem Kofferraum war viel zu stark aufgepumpt. Am Abend telefonierten wir dann mit dem Versicherer CarDelMar in Deutschland. Ein netter junger Mann am anderen Ende der Leitung verunsicherte uns etwas. Ja, sagte er, wir hätten tatsächlich eine zusätzliche Reifenversicherung abgeschlossen, die zahlt aber nur, wenn der Autovermieter die Reparatur in Rechnung stellen würde. Wir haben den Reifenhändler aber schon aus eigener Tasche bezahlt. Außerdem würde Hertz sicher von uns noch Gebühren verlangen, das wäre so üblich. Wofür konnte er uns nicht sagen! Auch der Hinweis, dass Abschleppkosten grundsätzlich nicht erstattet werden, verunsicherte uns. Der Mann vom Pannendienst hat uns zwar nicht abgeschleppt, erzählte aber, dass seine Kosten für Anfahrt und Reifenwechsel von Hertz bezahlt würden. Wir rechnen damit, dass uns Hertz dies in Rechnung stellt. Wahrscheinlich mit 175 Dollar. Dann hätten wir uns die Zusatzversicherung sparen können. Aber warten wir es erst einmal ab. Jedenfalls rollten wir am heutigen Morgen mit neuem Gummi neuen Abenteuern entgegen. Am Lake Entrance legten wir nur einen Fotostopp ein. Immer wieder fanden wir fast unberührte Strände – der Wind verlangte dabei, dass wir uns ihm entgegenstellten. Unsere Windjacken blähten sich wie Segel eines Traumschiffs. Und als Sahnehäubchen haben wir zum Schluss noch eine Unterkunft mir einem tollen Blick auf eine Wiese bekommen. Und was ist auf der Wiese? Wir haben 50 Kängurus gezählt, vielleicht sind es sogar mehr gewesen. Jetzt fehlen nur noch ein Paar Wombats auf meiner Wunschliste.

Auf dem Princes HighwayIch liebe das Meer Sonne, Meer und WindWiundjacke - nicht wattiert das ist unser Lieblingsfotodas ist unser Lieblingsehemannsa muss man sich doch einfach hinlegen das Leben ist schönnein, das ist unser Lieblingsfoto so wissen wir, wo wir wareninzwischen ist der Bart wieder ab Überleben nach dem Feuerwer kann dazu schon nein sagen? Franks FotoschootingDas ist für Australier ganz normal Für uns ist das ein WunderAbendstimmung von unserem Bett aus

Von nun an wird es bis Sydney wahrscheinlich nur noch Fotos von schönen Stränden geben. Das ist hoffentlich für unsere Leserinnen und Leser nicht zu langweilig, aber in Anbetracht des Wetters in Deutschland vielleicht auch nicht! Teilweise haben wir die Strände ganz für uns allein - teilweise können wir Surfern beim Wellenreiten zuschauen. Nie sind die Strände wirklich voller Menschen, dafür gibt es einfach zu viele schöne Buchten und zu wenig Einwohner. Die Sommerferienzeit der Kinder ist hier inzwischen ja auch vorbei, so lange sind wir schon auf der anderen Seite der Welt, dass hier wohl bald der Herbst Einzug hält. Allerdings sind die Wiesen und Bäume im Gegensatz zum Landesinneren an der Küste noch saftig grün. Die Unterkünfte entlang des Princes Highways sind inzwischen gebucht. Und wir haben den Rat meiner Mutter befolgt und auch mal ein Hotel reserviert, obwohl die Wohnungen über Airbnb wirklich fast immer toll waren! In Sydney werden wir wohl erst am 19. Februar landen. Am 20. müssen wir das Auto ja wieder abgeben. Aber heute ist ja erst der 14. Februar 2019.

Edenlang, länger, am längsten einsetzende Flutund noch ein Strand

Inzwischen wissen wir, dass in Deutschland der Frühling ausgebrochen ist. Bei Michi und Volki in Hannover blühen schon die ersten Pflanzen auf dem Balkon. Wir wissen nicht, ob dieser Anblick schon als Farbrausch zu bezeichnen ist, aber hier taucht dieses magische australische Licht wirklich alles in ein Farbenmeer. Bei all den Stränden auf unserem Weg fällt es schwer, sich die Namen zu merken. Aber eigentlich spielen die Namen auch gar keine Rolle. Einer ist schöner als der andere. Erwähnen möchte ich nur den Strand von Eden. Diesen Strand kannten wir schon von unserer Kreuzfahrt. Ihr erinnert euch: Wir waren für ein paar Stunden in Eden und sind den langen Strand entlanggelaufen, vorbei an einem Friedhof und später auch am Killerwal-Museum. Auch dieses Mal haben wir das Museum nicht besucht. Wir möchten lieber noch weitere Strände entdecken.

French Cafe in Tilba Tilbaabgeteilte Badezone im Hafen

Zwischendurch gibt es immer wieder einen Latte (Lathe), diesmal in Tilba Tilba, eine Ansammlung von alten Häusern. Der Ort wirkt mit seinen paar alten Gebäuden wie ein "living museum". Das Cafe wird von einer Französin betrieben, die sich in das Land verliebt hat und als Einwanderin ihren französischen Akzent nicht verbergen kann. Wir haben nett mir ihr geplaudert und einiges aus ihrem Leben erfahren. Solche Begebenheiten sind immer wieder schön. Auch bei unseren letzten "Hosts" hätten wir gern länger mit ihnen geplaudert. Sie sind von Südafrika aus vor vielen Jahren eingewandert, aber leider mussten wir nach einer Nacht schon weiter fahren bzw. auch mal wieder wandern.

zwischendurch eine Wanderungbestimmt 2 Meter lang

Als ein großer Varan (oder wie man diese Tiere auch immer nennt) unseren Weg kreuzte, hatten wir doch etwas Muffe. Ihre Bisse und die scharfen Krallen sollen Menschen angeblich schlimme Wunden zufügen können.

ein Lieblingsmotivmerkwürdige Früchte

Da sind uns die farbenprächtigen Vögel doch viel angenehmer. Und Farbe gibt es hier ja im ÜberFLUSS und im Meer. Aber auch das satte Grün und die Dichte der Wälder haben es uns angetan.

glasklares WasserStrände aus der Ferneeine Bucht nach der anderen immer wieder andere SandfarbenPrinces Highway durch dichte Wälder

Schön sind auch die Namen der Orte, die wir passieren. Heute am Samstag, den 16. Februar war es z.B. Ulladulla. Schließlich erreichten wir unser Motel mit einer schönen Aussicht. Morgen geht es dann aber weiter zur Jervis Bay. Hier soll es die weißesten Strände Australiens geben. Das kann ich nicht so richtig glauben, denn als wir in Cairns zum Schnorcheln waren, wurde damit geworben, dass man sich von einem Hubschrauber auf die weißesten Strände der Welt absetzen lassen kann. Egal - ich freue mich schon auf morgen! In einem Heft habe ich 3 Seiten herausgetrennt. Darauf sieht man 100 Strände allein in dieser Region.

Strändetolle ...schöne ...

unser Motelzimmertoller Blick vom Bett aus

Viele Stunden haben wir heute am Sonntag am Hyams Beach in der Jervis Bay verbracht. Wunderschön. Davon gibt es in der Jervis Bay sehr viele. Wir landeten am "weißesten Strand" der Bucht. Dass dieser etwas besonderes ist, konnte man daran merken, dass außergewöhnlich viele Besucher da waren, vor allem junge australische Familien mit kleinen Kindern und Paare. Schließlich ist Sonntag und da scheint der Hyams Beach besonders begehrt zu sein. Vor allem war auffällig, dass viele Selfies und Fotos vom Sand und vom Wasser gemacht wurden. Wir waren da keine Ausnahme.  

Strand der Reichen oder Schönenwunderbar schon von der Straße atemberaubendkaribisch ... Hyams Beach Blick bis zum offenen Meer

Trotz Sonnenschutzfaktor 50 hatten wir doch etwas Sorge zu verbrennen und so ging es mit Durst auf einen Kaffee in ein Lokal mit Rundumblick auf die Bucht. Vielleicht kommen wir heute Abend noch einmal zum Dinner hier her. Morgen geht es dann schon nach Sydney, natürlich nicht, ohne den letzten Rest Superküste abzufahren. Wir wollen die insgesamt letzten knapp 200 Kilometer an einem Tag bewältigen, denn am Abend erwartet uns in Darlinghurst (ein Stadtteil im Zentrum) ein wunderschönes kleines Steincottage aus der Gründungszeit zu unserer alleinigen Nutzung. Es ist teurer als unsere bisherigen Airbnb-Unterkünfte, aber unsere erste große Reise neigt sich langsam dem Ende zu und unsere Reisekasse gibt das noch her. In Sydney werden wir dann bis zum 22.2.2019 bleiben. Wir haben nämlich tatsächlich schon einen Flug für den 22.2. fest gebucht. Wir nähern uns Deutschland damit deutlich. Schade, dass wir in Sydney die Schwulenparade am 3.3. nicht mehr mitbekommen werden, aber in Melbourne war die Demo ja auch sehr schön.

Heute am Montag, dem 18.2 sind wir zügig aus unserer nicht so tollen Airbnb-Wohnung aufgebrochen. Das Bett war super bequem, doch die Art Waschküche mit ein paar Küchenutensilien und das kleine Bad hatten schon bessere Zeiten gesehen. Trotzdem war Vincentia, dieser kleine Ort an der Jervis Bay ein toller Ausgangspunkt (wie oben berichtet). Wir hatten für die letzten 200 Kilometer nicht mehr viel auf dem Schirm, wollten aber dennoch so oft wie möglich an der Küste entlangfahren. Und das haben wir auch gemacht. Unser erster Halt war Kiama, wo es ein "Blowhole" geben soll, eine Felsspalte mit Öffnung, aus der das Meer 60 Meter in die Höhe schießen kann. Eben nur nicht, wenn wir kommen, denn vielleicht war Ebbe oder zu wenig Wind, bei uns blieb das Loch trocken. Dennoch ein schöner Ausblick auf die Küste.

da kam nichts rausBlick auf die BuchtKiama Leuchtturm

Und dann ging es die kurvenreiche Küstenstraße entlang, die uns an die 101 Nationalstraße in Kalifornien erinnerte, die von San Francisco nach Los Angeles führt. Mit ein paar wenigen wunderschönen Ausblicken war diese Strecke aber etwas sparsamer mit Highlights. Die Sea Cliff Bridge und der Ausblick vom Berg auf die Küstenlinie waren atemberaubend, aber auch die einzigen Momente, in denen man dem Vergleich mit Amerika nahekommt.

Coastal Roadkurvenreich Sea Cliff Bridgetosende Brandung

Jetzt liegen wir schon im Bett unserer tollen Wohnung in Sydney. Das Steinhaus stammt von 1850 und liegt sehr zentral, nur ein kurzer Weg von unserem anderen Appartment in der Oxfordstreet im 13. Stock entfernt, das wir vor so vielen Wochen bezogen hatten. Somit kennen wir uns schon ganz gut in der Gegend aus. Wir waren auch gleich bei ALDI und haben ordentlich eingekauft. Frank hat Nudeln mit Bolognese gekocht. Morgen gibt es Beef und übermorgen Chicken. Außerdem treffen wir uns morgen mit Margie und Ross (unseren Vermietern in Avalon zu Beginn unseres Australienurlaubs). Wir haben ja noch das Auto und können daher gut zu den nördlichen Stränden von Sydney aufbrechen und die beiden kurz besuchen. Auf dem Weg nach Sydney wollten wir heute eigentlich noch in die Botany-Bucht nach Botany fahren, weil der Ort so einen geschichtsträchtigen Namen hat. Wir sind aber nur bis zum Flughafen gekommen und haben uns dann verfahren. Manchmal lässt uns sogar unser Navi im Stich. Kurzentschlossen waren wir dann am Bondi-Beach, dem bekanntesten Strand überhaupt. Wir hatten ihn ja schon einmal mit Ross gesehen, als wir die Kunstausstellung am Meer besucht hatten.

Bondi-Beachmannhoch

Diesmal stürzten wir uns mit vielen anderen in die hohen Wellen, aber für mich ist das nichts! Hohe Wellen, die über mir zusammen schlagen, sind genau so grauenvoll wie zu hohe Luftfeuchtigkeit bei hohen Temperaturen. Und genau das erwartet uns wohl am 22.2., wenn wir nach Thailand fliegen. Aber angeblich soll für Euröpäer jetzt die beste Reisezeit dorthin sein. Warten wir es mal ab. Unser Hotel dort ist übrigens nur 10 Kilometer vom Tsunamidenkmal entfernt, das an die schreckliche Katastrophe von 2004 erinnert. Seitdem gibt es dort wohl die modernsten Frühwarnsysteme für Tsunamis überhaupt.

(Wir haben jetzt auch die Bilder eingefügt, also, noch mal zurück.)