Übersichtskarte

Jenseits von Afrika

Dienstag, 03.07.2018

"Seid ihr schon im Sabbatfieber?", das fragen uns immer mehr Freunde und Bekannte. Und tatsächlich wurde ich von den Eltern meiner Klasse schon auf unserem Klassenfest verabschiedet. Es war eine wunderbare Feier. Ein kleines Känguru und ein schweizer Taschenmesser mit meinem eingravierten Namen wird uns auf unserer Weltreise begleiten. So wie es aussieht, sehe ich diese tollen Eltern erst in 14 Monaten wieder. Das ist schon ein komisches Gefühl. Alle Kinder haben uns wunderbare Wünsche mit auf den Weg gegeben, das geht schon ans Herz.

Roman

Außerdem hält Frank noch zwei Lesungen ab, eine in Linden und eine im Stadtzenrum. Hoffentlich kommen viele Leute. Viele Leser des Romans haben im Internet schon sehr positive Bewertungen abgegeben und tolle Rezensionen geschrieben. Alle, die diese Zeilen lesen, bitte ich, ein bisschen Reklame zu machen.

Noch liegen 8 Wochen in Deutschland vor uns, bevor es dann von München aus am 31. August 2018 nach Windhok in Namibia geht. In nächster Zeit wollen wir noch Freunde und Familienmitglieder besuchen, ein bisschen Feiern und den Sommer in Hannover genießen. Wer möchte uns einladen?

Liebe Grüße senden euch Frank und Thomas

Kaum zu glauben - aber wahr!

Montag, 03.09.2018

Tatsächlich sind wir jetzt in Namibia – fünf Wochen werden wir dieses tolle Land bereisen und davon berichten. Die erste Woche verbringen wir in der Hauptstadt Windhouk.

christuskirche in der KircheParlament und ParkSkiline von Windhoekunser erstes Domizil

  auf du und du mit KänguruEiner der 6 Hunde

Wir wohnen bei Rolf und Herrmann und ihren 6 Hunden.

   Lehrer unterwegsGoche Ganas

In den vergangenen 36 Stunden haben wir schon die Stadt erkundet, waren in einer Lodge schwimmen und haben die ersten Giraffen, Affen und Antilopen gesehen und letztere auch gegessen.

Sonnenbad mit Aussicht

Rolf hat so viele Tipps für uns parat, dass wir an einem ruhigen Abend erst einmal viel davon aufschreiben müssen, um nicht alles wieder zu vergessen. Gestern haben wir seinen Rat befolgt und waren einen Tag lang in der Gocheganas-Lodge zum Schwimmen und Sonnenbaden.

Wir danken allen, die uns geschrieben haben. Von Theo weiß ich, dass es der 3a gut geht, prima! Hoffentlich haben alle in der Schule Birgits Geburtstag gefeiert bis die Schwarte kracht! Viel haben wir in unseren diversen Reiseführern schon über Namibia gelesen, aber es ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes, alles mit eigenen Augen zu sehen. Die Pflanzenwelt ist allerdings eher enttäuschend zu dieser Jahreszeit. Im Botanischen Garten waren wir daher auch die einzigen Gäste.

 Botanischer Garten Windhuk Botanischer Garten

Jakaranda????Sundowner bei Martin

Nur in den Gärten der Privathäuser, wo auch jemand die Pflanzen gießt, ist es schöner. Das konnten wir auch bei Martin und Jana und ihren drei Jungs sehen, als sie uns zu unserem ersten Braai in ihr Haus eingeladen haben. Noch einmal unseren herzlichsten Dank für diesen wunderbaren Abend. Morgen ist unsere Windhukzeit dann auch schon rum. Wir holen unser Mietauto und dann machen wir uns auf in unsere erste Lodge am Waterbergplateau.

Ein herzlicher Empfang der Weg zu unseren Bungalow schöner geht es nicht smaltalk am pool

Was für ein wundervoller Auftakt. Unsere erste Lodge ist paradiesisch. Am ersten Tag waren wir insgesamt 14 Gäste, am letzten Tag nur 4. Die Angestellten haben sich für unsere Fragen viel Zeit genommen. Sogar einen Einblick in die Klicksprache der Damara konnten wir von der Managerin bekommen. Und wer denkt, wir hätten uns nur verwöhnen und durch die Wildnis kutschieren lassen, der irrt. eine lange und anstrengende Wander- und "Klettertour" hat uns auf das Waterbergplateau geführt. Wenn das so weiter geht, kommen wir schlank und durchtrainiert von unserer Weltreise zurück.

Thomas, Thomas, du musst wandern geschafft!!! top of the hill da waren wir zu Fuß natürlich mit Känguru

Es gibt so viele Pflanzen, Säugetiere und Vögel zu sehen, dass selbst Frank hin und wieder nicht durch die Linse seines Fotoapparats schaut und seinen Blick vom erhöhten Sitz des Jeeps einfach zusammen mit mir schweifen lässt. Eigentlich müssten wir noch andere Tierfotos einstellen, aber es warten ja noch weitere Abenteuer auf uns, darum lassen wir es bei wenigen Impressionen bewenden.

sundowner am hipposee kleine Tierauswahl über 240 Vogelarten nicht alle fliegen weg waterbock mit weißem Kreis Zimmergenosse (harmlos)

Falls ihr es noch nicht wisst: Man kann die Bilder durch Anklicken auch vergrößern. Viel Spaß bei unserer kleinen Diashow wünschen Frank und Thomas.

Inzwischen sind wieder einige Tage vergangen. Wir haben in tollen Lodges gewohnt, haben interessante Menschen kennengelernt und unglaublich viele Tiere gesehen. Aber eine Sache ist kaum zu glauben: Frank und ich sitzen beim Dinner in der architektonisch sehr modernen und gelungenen Luxuslodge Emanya, als sich eine Frau zwei Tische weiter erhebt und auf uns zukommt. Wir können es nicht fassen: Vor uns steht Andrea aus Hannover. Wir hatten uns einige Jahre nicht gesehen, sie ist inzwischen "erblondet" und mit Bernd in Namibia unterwegs. Frank und ich sind in den vergangenen Jahren in die Breite gegangen, trotzdem haben wir uns sofort wiedererkannt. An diesem Abend kamen wir erst sehr spät ins Bett, obwohl es am nächsten Tag in den Etoscha Nationalpark gehen sollte.

Vorsicht beim Überholen ein Rudel Antilopen am Wasserloch  unsere erste Löwin im Etosha Park

Kaum waren wir im Etosha Nationalpark, schon hatten wir ein nicht zu toppendes Erlebnis: In einer Senke machten sich Geier über Aas her, im Kampf mit einem Marabu. Doch kaum tauchte die Löwin auf (s.o.) herrschte gefrorene Stille und niemand regte sich.

Elefantentreffen Halbstarke

 

Danach sahen wir an einem der Wasserlöcher viele verschiedene Tiere: rivalisierende Zebras, Elefanten und Antilopen sowie Giraffen. Nach vier Tagen in der Etosha Pfanne führt uns unser Weg in unsere Etosha Safari Lodge. Vielleicht bieten sie dort eine geführte Nachtsafari an, das wäre toll, denn wir müssen privat immer vor Sonnenuntergang in der Lodge zurück sein. Und das ist schon um 18 Uhr.

Nachdem wir den Etosha Nationalpark verlassen haben, ging es ins Etosha Safari Camp, eine bunte und aus einigen Recyclingmaterialien witzig dekorierte Herberge. Ganz im Gegensatz zu den staatlichen Unterkünften im Etosha Park „Halali“ und „Okaukuejo“. Wir hatten den Eindruck, als wenn dort mit sozialistischer Hand und unfreundlicher Grenzbeamtenmentalität des Rezeptionspersonals die Atmosphäre einen Dämpfer bekam. Dennoch … wir hatten alles, was wir brauchten und was zum Leben notwendig ist. Schlichte, farblos staubiges Ex- und Interieur. Aber, wir wollten Abenteuer und das gehört dazu. Private Unterkünfte lassen sich da sehr viel mehr einfallen. 

  staatliches Okaukuejo Camp im Etosha Etosha Safari Camp lustig bunt Thomas unter der Dusche Frank so groß wie ein Elefant Pooltag   selfie beim Frühstück im Etosha Safari Campabgesägte Schubkarre als Sitzgelegenheit - sehr innovativ

Was im Etosha Park begann, wird sich nun, wie wir nun von anderen Gästen erfahren haben, fortsetzten. Die Gravelroads (Schotterpisten) werden gen Südwesten immer heftiger. Auch bei den kilometerlangen Anfahrten zu den Lodges hat man manchmal das Gefühl, als sei die „Straße“ Opfer eines Bombeneinschlags geworden. Huckel, spitze Steine, Riffelwellen sind manchmal kilometerweise an der Tagesordnung. Dann folgen wieder gute Pisten. Ein Aufatmen gibt es, wenn man wieder die wenigen Teerstraßen erreicht, durch die man aber nicht in die entlegeneren Gegenden und Lodges kommt. Auf der Bambatsi Guestfarm, der ältesten touristisch geführten Farm Namibias unter deutscher Leitung von Inge und Gerald lernten wir Gäste kennen, die schon drei Reserveräder verschlissen hatten. Thomas und ich hoffen, dass uns das so lange wie möglich erspart bleibt. Der Horror wäre, auf einer einsamen Strecken, fern ab jeglicher Zivilisation eine Reifenpanne zu haben und die Autovermietung anzurufen. Ein Reserverad haben wir ja dabei, aber wann war unser letzter Reifenwechsel?

 Blick vom Bett auf die weite afrikanische Ebene Die Bambatsi Guestfarm afrikannische Combo spielt beim Abendessen Abendstimmung 1 Abendstimmung 2

Von der Bambatsifarm aus haben wir den Fingekliff erkundet, ein 35 Meter hoher, durch Erosion entstandenes Wahrzeichen dieser Gegend. Mit einem tollen Blick auf die weite Ebene erheben sich die Tafelberge. Mit wenig Fantasie denkt man an die Malborowerbung im Monument Valley in den USA. 

  Frank räumt auf an der Fingeklippe Thomas besteigt die Fingeklippe Tafelberge ups, auch das Känguru ist an der Fingeklippe zu finden

Zurzeit sind wir zwei Nächte in der „White Lady Lodge“ am Brandberg, dem heiligen Berg der Damara, wo wir eine Wanderung mit einem Führer zu den 5000 Jahre alten Felszeichnungen der White Lady gemacht haben. Witzigerweise ist es keine Abbildung einer weißen Frau sondern eines männlichen Schamanen.

  hallo?auf dem Weg zur White LadyElan auf SteinWhite LadyWhite Lady - Schamane

Die Lodge besticht dadurch, dass sie in den Unterkünften keinen Strom anbietet, nur eine Batterie betriebene Funzel und eine Gaskartusche für die Warmwasserdusche. Lesen ist also schlecht im Bett. ??? Deshalb schauen wir uns die mitgebrachten DVDs mit Miss Marple, James Bond und eine Staffel Aliens. Oder wir lassen uns etwas anderes einfallen ... auch gerne mit Wein auf der Veranda. WIFI an der Rezeption schon, aber wenn der Akku leer ist, wird‘s eng. Deshalb bedienen wir uns frecherweise an der Steckdose, die morgens den Toaster mit Strom füttert. Man lässt uns gewähren.Das Faszinierenste ist aber wirklich die absolute Abendstille mit Tiergeräuschen und flirrenden Fliegen. So etwas haben wir in Europa noch nicht erlebt. Die White Lady Lodge bieten einen fast schon luxeriösen kleinen Park mit Minipool, der uns in der Halbwüste an ein Holodeck von Star Trek erinnert. Unwirklich! Er harmoniert aber nicht mit dem spartanischen Service, denn selbst bei üppigem Trinkgeld entlockt man den Angestellten kien zufriedenes Lächeln. Nur bei der Begrüßung sind sie zuvorkommender. Und immer wieder dieses eintönige "How are you?", was im Grunde keine interessierte Frage darstellt. Aber auch hier, kann man wunderbar überleben. Morgen geht es auf das nächste Abenteuer: 207 Kilometer Gravelroad. Und wie das laufen wird, erzählen wir später.Noch ein paar Tiere in der Zwischenzeit. Süß oder?

Zebra mit Mama Aug in Aug und nicht eingecremt Löwin mit Kind Erdmännchen was für ein Schwanz als Windschutz Kudu auch lecker als Schnitzel ups, das ist kein Tier

Entgegen unseren Erwartungen war die Fahrt zum Omandumbo Zeltcamp doch kein großes Problem. Wir konnten uns sogar ein Zelt bei Claudia aussuchen. Claudia ist eigentlich eine Friseurmeisterin und hatte viele Jahre in Swakopmund einen Salon. Es scheint hier für viele Menschen typisch zu sein, mehrere Jobs im Leben zu haben. Und so kommt es, dass sie uns jetzt als Campchefin bewirtet und tolle Tipps gegeben hat. Sie hat Frank sogar eine Shiatsuanwendung in Swakopmund vermittelt, um seine Schmerzen, die nun schon seit sechs Wochen andauern, zu lindern.

Umandumbo Zeltcampunser Zelt mit Bad

Im Zeltcampf ging es sehr familiär zu und wir kamen sofort mit den anderen Gästen in Kontakt, sodass wir spannende Biografien und Erlebnisse kennenlernen durften. U.a. haben wir den Produzenten unserer Feuermelder in Deutschland getroffen, der zudem eine eigene Lodge in Uganda aufbauen möchte. Sehr spannend! Auch wenn uns das Camp sehr gefallen hat, würden wir doch keinen Zelturlaub machen, denn neben unserem Zelt standen Büsche, die permanent einen unangenehmen Geruch verströmten ("Kack"baum). Dazu kamen bei schwüler Hitze von 35 Grad im Kessel des Erongogebirges laut brummende Fliegen, die immer in die Nasen- und Ohrlöcher eindringen wollten. Ausflüge haben wir natürlich auch gemacht und zwar zum San-Living-Muesum, wo die ehemaligen Buschmänner und -frauen Touristen auf ihre Traditionen aufmerksam machen. Sie haben uns ihre alten Felszeichnungen gezeigt, wie man Fallen für kleine und  große Tiere stellt und wie Frauen aus zerbrochenen Straußeneierschalen Schmuck herstellen.

wir machen uns auf den WegSan in ihrer Landschaftunsere San-FührerSan beim FeuermachenFrauen beim Schmuckherstellen

Leider können wir nichts kaufen, weil unser Gepäck eh schon zu schwer ist. Und wir haben ja noch einiges vor uns. Der nächste Ausflug führte uns in die Bergewelt des Erongo als Sundownerfahrt, wo wir weitere Felsmalereien bewundern konnten.

jenseits der Ngnong Bergeperfekt getarntEssensreste eines Leoparden

Inzwischen sind wir in Swakopmund bei Gudrun angekommen. Sie, ihre Mutter und die kleine Emylie mit den beiden süßen Hunden haben uns sehr herzlich aufgenommen. Hier bleiben wir vier Nächte. Natürlich erleben wir einen totalen Klimawandel an der Atlantikküste. (von 35 Grad auf 17 Grad) Endlich kommen unsere Jacken, Pullover und langen Hosen zum Einsatz. Gudrun wird so nett sein und unsere benutzte Kleidung durchwaschen. Wir leben echt in einem schönen Kleinod am Rande der Stadt und dennoch nah am Zentrum.

Swakopmund am Atlantik Farbkomposition  schäumende Gischt           lange Lulatsche

Am heutigen Tag, dem 24.9.2018, haben wir noch in letzter Sekunde eine Livedesert-Tour mit der Firma Etangola bekommen, exklusiv durch Gudruns Einsatz arrangiert. Nur wir zwei mit unserem Guide Burger, dem Chef von Etangola. Er hat uns die Namibwüste in allen Varianten nahegebracht. Eine Superempfehlung.

Wüstenkänguru mit WüstenroseFrank mit Landrover

Sidewinder

Zuerst ging es hinter die Dünen im Norden von Swakopmund. Nach ein bisschen Suchen fand Burger auch gleich eine kleine Schlange "The Sidewinder", die es durchaus schaffen kann, dem Menschen ein Gift zu verabreichen, das katastophale Folgen hat. 

 Narra, eine Gurkenart mit viel Wasser und Nährstoffen Eidechse

Es ging die Dünen rauf und runter auf der Suche nach unseren 'Small Six' - Känguru, Schlange, Spinne, Gecko, Vogel, Eidechse.

Spinne mit Netz Gecko Vogel

Zu unserer großen Freude führte uns Burger dann aus den Sanddünen in eine Region, die der Mondlandschaft ähnelt. Auf unserem Weg kamen wir an einer Steinwüste mit Flechten vorbei. Schon eine kleine Wassermenge sorgt dafür, dass sie innerhalb weniger Minuten zu neuem Leben erwachen.

Wasser - Lebenselexierwie auf dem Mond  Welwitschie Pflanze

Die hier endemisch vorkommende Welwitschie Pflanze wächst pro Jahr nur fünf Milimeter, sodass diese auf dem Foto an die 2000 Jahre alt sein wird. Ihre Wurzeln ragen bis zu 30 Meter in den Boden hinunter, um an das Grundwasser oder die Feuchtigkeit im Untergrund zu kommen. Der helle Wahnsinn. Welwitschie befindet sich auch im Wappen Namibias. Nochmals unseren herzlichen Dank an Burger von Etangola für diese tolle Erfahrung. Wir geben dir 5 Sterne und wünschen Dir viele neue Kunden, die genauso begeistert sind wie wir. Am nächsten Tag ging es nach einer regenreichen Nacht !!! nach Walvis Bay zu unserer Katamaranfahrt. Die Tour startete um 9 Uhr bei klirrender Kälte. Kein Wunsch blieb offen. Schon kurz nach Abfahrt sprang die kleine Robbe Bubble auf den Katamaran und verzückte die Gäste. Ein Bulle folgte, fraß Heringe und ließ sich anstandslos knuddeln und streicheln.

unser Katamaran, eine Empfehlung von GudrunJackson mit Fischeimer

dicke Freundschaftboah, ist das schön ...und kalt

Die nächste Attraktion waren die Pelikane auf unserem Katamaran.

trautes Pelikanpaarkam ohne Scheu an Bord

Die Delfine und der Buckelwal wollten leider nicht auf unser Boot kommen.

DelfineBuckelwal in Sicht

Die Robbenbank erinnerte uns stark an Rimini mit seinen Sonnenanbetern in der Hochsaisson. Zwischendurch zeigte sich einmal kurz die Sonne. Wir schlürften Champagner, überließen die frischen Austern aber lieber den anderen Gästen. Fingerfood reichte uns völlig.

boah, so was hab ich noch nie gesehen auch so was haben wir entdeckt Robben in Rimini und viel Getöse 

Wir haben die Tage in Swakopmund und besonders bei Gudrun und ihrer Familie mit den beiden süßen Hunden sehr genossen. Vielen Dank an Gudrun. Sie ist eine absolute Empfehlung für alle Namibiareisenden, die eine herzliche Unterkunft suchen. Auf geht's morgen ins Desert Quiver Camp bei Sossusvlei mit den höchsten roten Dünen der Welt. Auf dem Weg dorthin kamen wir an unglaublich schönen und abwechslungsreichen Berglandschaften vorbei.

  da bleiben keine Wünsche offen Dessert Quiver Camp

Unsere Unterkunft ist TOPP! Umgeben von einer Gebirgskette mit vorgelagerter Buschsteppe fühlen wir uns priviligiert und genießen die Abgeschiedenheit. Für den Abend haben wir alles Notwendige für einen Grillabend (Braai) zu zweit an der Rezeption bestellt.

Braai Feuer

Mit einem Glas Wein in der Hand staunen wir über den fantastischen Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre. Und weil es hier so schön ist, machen wir unser Sternen- Braaiprogramm zwei Nächte lang. Tagsüber geht es aber natürlich noch ins Sossusvlei. Diese Dünenregion hat die Ausmaße der Schweiz und nennt sich Namib Naukluft Park. Ein Muss für uns ist das Erklimmen von "Big Daddy" mit 375 Höhenmetern. Dafür brechen wir morgens sehr früh auf, um der Hitze zu entgehen. Um 8.05 Uhr beginnt der Aufstieg. Um 10.20 Uhr liegen wir uns glücklich in den Armen. Wir haben es tatsächlich geschafft!!!

  höher geht es nicht in Namibias DünenlandschaftFrank auf Gradwanderung Herausforderund Aufstieg geschafft !!!! glücklich, stolz, erschöpft atemberaubende Ausblicke zur Belohnung

Nach einer halben Stunde mit fantastischem Rundblick über die Berg- und Dünenwelt lassen wir uns den steilen Abhang ins Death Vlei hinuntergleiten. Dort erwartet uns eine bizarre Landschaft mit abgestorbenen Akazien.

unsere Schatten im Deathvlei künstlerisch wertvoll? Deathvlei Motive Fotomotiv  

 Es war unbestritten eine der Höhepunkte unserer bisherigen Reise. Danach ging es weiter über eine atemberaubende Schotterpiste (C27) zu unserer nächsten Herberge, die Koiimasis Ranch. Auch diese erreichten wir zum Glück ohne Reifenpanne. Das liegt sicher daran, dass der Schutzengel von Elisabeth und Wolfgang immer fröhlich an unserem Autoschlüssel baumelt und Jies Glücksbringer in unserem Portemonnaie alle bösen Geister von uns fern hält. Fest Inn Fels nennt sich unsere Unterkunst. Teilweise waren wir hier ganz für uns allein. Ein Spaziergang um die etwas abgelegene Farm verkürzt uns den Tag. Federvieh in allen Variationen wird hier gezüchtet und gemästet. Rinder konnten wir nur durch ihr Blöken erahnen. Tagesausritte mit den Pferden des Camps wurden nur ab einer Personenzahl von 2 angeboten. Franks Rücken war dafür aber noch nicht fit genug. Aber auch das Chillen am Pool ist ja ein wichtiger Bestandteil während unserer Weltreise.

  unser Fest Inn Fels Lodgehouse Wanderung in der FarmregionKoiimasi Pferd

Inzwischen ist der September fast vorüber. In Deutschland haben die Herbstferien begonnen und ich wünsche allen Kollegen und Kolleginnen der Grundschule Am Lindener Markt und ganz besonders meinem Team und den Kindern der 3a eine genauso tolle Zeit, wie wir sie hier verbringen. Wie auf einer kostbaren Perlenkette reihen sich die Tage aneinander. Die Fahrten von Lodge zu Lodge sind inzwischen landschaftlich sehr abwechselungsreich. Wir sehen allerdings nur vereinzelt Tiere. Oryxantilopen sind durch ihre markanten Zeichnungen besonders eindrucksvoll. Kein Wunder, dass sie als Wappentier Namibias ausgesucht wurden. Auch eine Straußenfamilie mit vielen Küken kreuzte unseren Weg. Apropo Weg. Gestern haben wir eine Nacht im Bahnhofshotel von Aus verbracht. Die Straße dorthin war die letzte Schotterpiste, die wir in Namibia zu bewältigen hatten. Von nun an warten auf uns Traumpisten in Asphalt!!! Aus war vielleicht mal ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, dann fiel alles in eine Art Dornröschenschlaf, bis die Chinesen die Bahnstrecke erneuert haben. Überhaupt sind chinesische Firmen in Namibia stark vertreten. Viele Großbauprojekte wurden von ihnen realisiert. Aus wächst von Jahr zu Jahr, doch für unsere Verhältnisse ist es ein verlassenes Kaff. Wir haben nur einen kurzen Weg zum Minishop neben der Tankstelle unternommen. Das Aus-Bahnhof-Hotel ist mit Abstand das schönste Gebäude im "Ort". Das Essen hier wird auch im Reiseführer sehr lobend erwähnt. Toller Lattemachiato und Kiwi- bzw. Passionsfruchtkäsekuchen vertreiben uns den Nachmittag.

Am nächsten Morgen düsen wir über die neu asphaltierte Straße. Immer schnurgeradeaus führt uns die Straße 130 km bis nach Lüderitz. Doch was ist das? Hunderte, wenn nicht tausende kleine Vögel sitzten auf der Fahrbahn und fliegen erst im letzten Moment auf, um nicht von uns überfahren zu werden. Wir sind etwas geschockt und verringern die Geschwindigkeit unserers Dusters. Doch vergeblich: einige Vögel verhalten sich wie Kamikazeflugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg und "brettern" gegen die Karosserie unseres Autos. 4 kleine Vögel haben ihr Leben allein durch den Aufprall gegen unsere Windschutzscheibe eingebüßt. Wieviele wir noch mit den Reifen erwischt haben entzieht sich unsere Kenntnis. Ganz genau will das wohl auch niemand wissen. Die Situation kam uns wie eine Art Krötenwanderung vor. Ich habe mir folgende Geschichte dazu ausgedacht: Ganz bewusst opfern sich einige wenige Vögel und lassen sich überfahren. Ihre Leichnahme ziehen dann haufenweise Fliegen und andere kleine Insekten an, die dann als Nahrungsgrundlage für alle Überlenden fungieren. Schließlich ist das Überleben für Tiere und Pflanzen hier extrem schwer. Es gibt hier sogar ein paar "Wildpferde", die gelernt haben, in der Wüste zu überleben. Woher sie kommen ist nicht geklärt. Vielleicht sind es Pferde, die nach dem Abzug deutscher Truppen zurückgelassen wurden und gelernt haben, sich den extremen Bedingungen anzupassen. Wie dem auch sei, jetzt sind sie eine Touristenattraktion. Ich habe sie von weitem fotografiert. Sie mit extra zu diesem Zweck gekauften Äpfeln anzulocken, ist mir allerdings nicht gelungen. Wahrscheinlich waren diese Pferde nicht einmal die berühmten Wüstenpferde, denn ehrlich gesagt befanden sie sich auf einem abgezäunten Gebiet einer Farm. Aber auf den Fotos kann man das nicht erkennen. Also behaupte ich mal, dass es sich um die seltenen Wüstenpferde gehandelt hat.

  weit, weit wegechte

Trotz der vielen toten Vögel verging die Fahrt nach Lüderitz wie im Flug. Schon am Vormittag konnten wir unser neues Domizil beäugen. Frank hatte schon von Deutschland aus dieses herrliche Appartment mit Selbstverpflegung für drei Nächte gebucht. Es ist wunderschön, erst zwei Jahre alt und liegt direkt am Meer.

Bahnhof LüderitzUnterkunft für 3 Nächte

Franks tolle Buchungein traumhafter Anblickwir sind happy

Mit großer Freude waren wir gleich bei SPAR einkaufen. Dort gibt es alles zu kaufen, was wir auch von deutschen Supermärkten gewohnt sind. Am Abend gibt es zum Sonnenuntergng auf unserem Balkon einen leichten Sommersalat und kleine Lammfilets. Morgen Früh machen wir uns selbst Frühstück. Es gibt Jakobs Krönung, "Wie-Samt-Erdbeermarmelade" und weichgekochte Eier!

Zug um Zug erwandern wir LüderitzBlick über die Stadt

meine Sportskanonejetzt wollen wir die Kirche aber mal im Dorf lassenich weiß, wo ich hingehörealles so schön bunt hier

In Anbetracht der vielen alten und schönen Häuser haben wir uns auf die Suche nach einer passenden Immobilie begeben. Fündig geworden sind wir in der Geisterstadt Kolmannskuppe nur 10 Kilometer von Lüderitz entfernt. Eigentlich sind hier alle Gebäude bestens für Conni und Charles geeignet, denn ihr Hausprojekt in Gehrden (nur 10 Kilometer von Hannover entfernt) ist ja inzwischen abgeschlossen und zu einem wahren Schmuckstück geworden. Also ihr beiden, kommt mal her und lasst euch von den folgenden Bildern inspirieren!

ein wenig einsam und sehr windig ist es schon also immer die Fenster schließen

Der ständig, auch heute wütende Wüstenwind trägt natürlich ein paar Sandkörner in die Immobilien. Der Sand müsste mal ausgefegt werden. Aber die Bausubstanz ist noch sehr solide. Vielleicht findet man nebenher noch ein paar Rohdiamanten oder, wenn man Pech hat, giftige Puffottern. Uns ist beides nicht begegnet. Im Fall von Diamanten würde man aber gleich von den Sicherheitskräften abgeführt und durchleuchtet werden. Immerhin sind wir hier im Diamantensperrgebiet und werden von Kameras verfolgt und beobachtet. Deshalb darf sich auch niemand "unsichtbar" machen und hinter der Düne verschwinden.

kommt rein, dann könnt ihr rausgucken Blick auf die Nachbarhäuser Masterbad 1 freistehende Badewanne für Conni Masterbad 2 herrliche Architektur der Jahrhunderwende traumhafte Details echte deutsch Wertarbeitdu kriegst di Tür nicht zu

Abschied von Namibia

Mittwoch, 03.10.2018

Nur noch wenige Tage verbleiben uns in Namibia. Heute (4.10.2018) verlassen wir Lüderitz und haben noch zwei Lodges vor uns, bevor wir den Flieger von Windhoek aus nach Kapstadt besteigen. Es war ein wundervolle Zeit.

Salz- oder Flamingosee? das sollen Flamingos sein Muschelmeer und Thomas darf nichts mitnehmen schäumende Gischt Abendstimmung 

Um Lüderitz herum haben wir einige Buchten erforscht. Ich muss mich sehr beherrschen, meiner Sammelleidenschaft keinen Raum zu geben. Wir haben uns für unsere Reise ganz fest vorgenommen nichts, aber auch gar nichts zu kaufen, sammeln oder irgendetwas in die Koffer zu packen, was das Reisegepäckt zusätzlich schwerer macht.

bitte keine Steine und Muscheln in den Rucksackgefüttertes T-shirt

Schlimm genug, dass ich so viele Kilos auf die Waage bringe. Vielleicht liegt das auch am leckeren Kuchen, den wir im alten Woermannhaus mehrfach gegessen haben.

1:0 für das Känguru  Kängurufund in der Bucht Woermann Haus

Auf unserer "Rückreise" nach Windhoek sind wir noch einmal an den Wildpferden in der Wüste vorbeigekommen. Und was soll ich euch sagen: Drei Wildpferde kreuzten direkt unseren Weg. Ich hatte Tage zuvor drei Äpfel gekauft, für den Fall der Fälle! Frank zückte schnell sein Handy, um meine Pferdefütterung zu dokumentieren. Doch dann konnte er die Bilder nicht mehr finden. Aber da wir ja anscheinend Glückskinder sind, waren die Fotos nur in einem anderen Ordner gelandet.

drei auf einem Bildtrau mir!handzahme Wüstenpferde

Außerdem muss ich berichten, dass die Vogelattacke auf dem Hinweg nicht folgenlos blieb. Ein kleiner Piepmatz hat sich tief in unseren Spoiler gebohrt und muss nun bis zur Abgabe unseres SUV vor der Klimaanlage seine letzte Ruhestätte finden. Traurig - aber wahr. Außerdem befindet sich noch mindestens ein totes Tier in unserem Auto - genauer gesagt in unserem Koffer. Es handelt sich dabei um ein totes Zebra (naürlich nur ein kleiner Teil davon, genauer gesagt ein Stück vom Fell). Denn obwohl ich Stein und Bein geschworen hatte, nichts aber auch gar nichts in Namibia zu kaufen, konnten Frank und ich in einer Boutique in Mariental nicht wiederstehen und haben uns beide einen Gürtel aus Zebrafell gekauft. Traurig - aber wahr! 

Gern hätten wir für den Vogel eine angemessene Bestattung unter einem Köcherbaum arrangiert, denn wir hatten eine wundervolle, sternklare Nacht auf Giels Farm, bestens für ein Bestattungsritual geeignet. Giel hat uns seine Farm gezeigt: die tollen Köcherbäume (ca. 5000 Stück)

Köcherbaumwaldalt und jungPriscilla - Königin der WüsteKöcherbeineAbendstimmung240 Millionen Jahre alt

und die vielen Abdrücke und teilweise Versteinerungen von Tieren (Menosaurus ...), die teilweise schon 240 000 000 Jahre alt sind. Wir waren ganz allein in dem riesigen Areal, haben an unserem Braai-Lagerfeuer gesessen und die Natur bewundert. Schließlich fuhr uns unser Duster in die letzte Unterkunft unserer Namibiareise. Hier ist es sehr gediegen und wir haben wieder jeden erdenklichen Luxus um uns herum. Sagar das Internet funktioniert von unserem Bungalow aus. Deshalb nutzen wir die Zeit für unsere letzten Einträge.

immer wieder andersvom Winde verweht- Sandsturm auf der Straßeeinsam im Busch unter Köcherbäumen

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei unseren Lesern und Leserinnen des blogs bedanken. Wir haben schon über tausend Zugriffe und hoffen, dass ihr uns weiterhin treu bleibt und anderen von uns erzählt. Ganz besonders freuen wir uns, dass unsere Eltern so rege auf unsere Berichte zurückgreifen. Wir denken an euch und schießen euch in unsere Abendgebete ein.

Jetzt gibt es doch noch eine kleine Ergänzung an dieser Stelle: Unsere Unterkunft für die letzten zwei Tage war wirklich ideal zum Entspannen. Das Essen ist ausgezeichnet und wir liegen die meiste Zeit am Pool und genießen die Wärme. Ein paar Wolken haben sich in das Blau des Himmels gemogelt. In Capetown soll es kühler sein, vielleicht brauchen wir dann wieder unsere langen Hosen. Auf jeden Fall brauchen wir aber eine Waschmaschine, denn wir haben kaum noch saubere Sachen. Und da dachten wir, wir hätten schon alles gesehen. Am letzten Tag, als wir eigentlich am Pool entspannen und nur eine Stippvisite in einem Erholungsgebiet (25km entfernt) machen wollten, erleben wir wieder Unerwartetes. Es gibt Wasser!!!

WasserRuhe am SeeMein Mann und die AnglerEin Klippspringer mummelt Körner vom Boden

Hier in Namibia in der Trockenzeit. Ein Staudamm, der größte Namibias. Und schon ist alles Grün. Professionell wirkende Angler, die im Wettstreit zu sein scheinen. Tiere, die neben uns herlaufen, Konferrenzteilnehmer singen sich im Seminarraum den Tag schön und am späten Nachmittag taucht ein Keiler in der Nähe des Pools auf und grast in Seelenruhe. Hallo? Geht's noch?

Keiler am PoolZiege neben dem Auto

Aber irgendwie sind wir schon ganz schön verwöhnt. Oryxantilopen auf unserem Weg waren uns für ein Foto zu weit entfernt und so haben wir nicht einmal mehr angehalten. Ganz schön dekadent. Frank hat dafür Ziegen fotografiert, denen es hier richtig gut zu gehen scheint. Wir wollen die Fische und Wale nicht angeln, lieber nur beobachten, die in Südafrika ja teilweise im Atlantischen- und andererseits schon im Indischen Ozean schwimmen.

Es grünt ...... so grün

Drei Dinge muss ich unbedingt noch erwähnen: Natürlich gibt es die aberwitzigsten Zufälle im Leben, aber es ist kaum vorstellbar, dass so etwas passiert.

1. Wir treffen Andrea aus Hannover mit ihrem Bernd Tausende von Kilometern von Zuhause entfernt. Schön, dass wir durch dieses denkwürdige "Schicksalstreffen" wieder Kontakt miteinander haben. Schicksal?

2. Wir lernen in einer Lodge ein sehr nettes Paar aus Gütersloh kennen und schnacken mit ihnen bis tief in die Nacht (tief in die Nacht heißt für Namibier bis kurz vor Mitternacht). Sie planen eine Lodge in Uganda aufzubauen, haben aber auch noch ein Unternehmen für die Anfertigung von Kunststoffteilen in einem Sprtztechnikverfahren. Eines ihrer Produkte sind Feuermelder, die auch wir im ganzen Haus in Hannover installiert haben. Diese Feuermelder sind Marktführer weltweit. Und jetzt kommt das Kuriose. Wenige Tage später erreicht uns durch Melli die Nachricht, dass alle Feuermelder in unserer Wohnung in Hannover vom Schornsteifeger überprüft wurden. Alles war ok, nur ein Feuermelder hing im Schlafzimmer nicht mehr an der Decke, sondern lag auf unserem Bett. Ein Zeichen?

3. Bei unseren Vorbereitungen auf unsere Namibiareise stießen wir auf eine 14-teilige ARD-Dokureihe mit dem Titel "Verrückt nach Zug" (sehr zu empfehlen, einfach mal in der ard-mediathek nachschauen). Es geht dabei um einen Zug, der von Kapstadt bis zum Etosha-Nationalpark unterwegs ist. Auf sehr informative und unterhaltsame Weise bekommt man viele Höhepunkte einer Namibiareise näher gebracht. Einer der im Film vorkommenden Reiseführer ist Günther. Er weiß viele interessante und lustige Dinge zu berichten. Und was ist jetzt daran so verwunderlich? Als wir bei Gudrun und ihrer Tochter 5 Tage zu Besuch waren, kam "Töchterchens Papa" vorbei. 3x dürft ihr raten, um wen es sich dabei handelte. Ja genau, es war Günther! Reiner Zufall?

Ich denke, unsere Reise steht einfach unter einem sehr glücklichen Stern. Und bei der Vielzahl von Sternen, die es hier gibt, Ist vielleicht sogar ein Stern aus dem "Kreuz des Südens" für uns gedacht. Allerdings konnten wir nicht feststellen, wo genau sich das Kreuz des Südens am Firmament befindet.

 

         

Südafrika

Sonntag, 07.10.2018

    so schön ist capetownerste Anbaufläche in Capetown, jetzt ParkDutch Kathedral  alt und neu nebeneinander

Es ist 21.30 Uhr und wir liegen schon im Bett. Obwohl fast alles heute sehr gut geklappt hat, sind wir doch etwas erschossen. Besonders der Wechsel von viel Land, kaum grünen Pflanzen, wenigen Menschen zu einer pulsierenden Großstadt wie Capetown mit vielen Menschen und viel Grünflächen drumherum ist anstrengend. Doch nun der Reihe nach:

Wir sind in unserer letzten Lodge sehr früh abgefahren, denn wir wollten auf keinen Fall in Zeitstress geraten. Gott sei Dank kamen wir auf den asphaltierten Straßen Namibias sehr gut voran. Unser erstes Ziel war das Haus von Martin. HIer hatte Frank seinen Jahresvorrat an Insulin im Kühlschrank gelagert. Da Martin mit seiner Familie und seinem Bruder im Etosha-Nationalpark war, ließ uns Christoph ins Haus. Schnell war das Insulin verstaut und es ging Richtung Flughafen. Zuerst tanken, dann das Auto abgeben und schließlich die Koffer aufgeben. Eingecheckt hatten wir mit HIlfe des guten Internetempfangs schon Tags zuvor. Der Flieger sollte um 15 Uhr starten und wir lagen gut in der Zeit. Die Autokontrolle ging zügig und ohne Beanstandung durch, die Tankrechnung mussten wir vorlegen (und konnten es auch). Naürlich waren die Koffer zu schwer! Doch wir wollten kein Geld für Übergepäckt ausgeben und so wanderten alle Reiseführer und ein Teil unserer Schmutzwäsche kurzerhand ins Handgepäck. Gefühlt war das Handgepäck dann fast so schwer wie die Koffer, aber das hat keiner beanstandet. Da Windhoek nur einen sehr kleinen Flughafen hat, aber doch viele Reisende abfertigen muss, ging es anschließend in langen Schlangen nur zäh voran. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Wir hatten vergessen, das Formular, das wir schon bei der Einreise ausfüllen mussten, auch wieder bei der Ausreise auszufüllen. Namibier scheinen es zu lieben, alles doppelt und dreifach schriftlich festzuhalten. Kaum hatten wir das Formular ausgefüllt, ging es auch direkt zum boarding. Zwar wussten wir, dass in Afrika die Uhren anders ticken, aber dass wir schon um 14.30 Uhr (also eine halbe Stunde früher als angekündigt) in der Luft sein würden, hat uns dann doch überrascht.

das alte capetownthe castle

Kaum in Capetown gelandet kam unsere nächste Herausforderung auf uns zu. Viele Nachrichten zwischen Frank und unserem Vermieter in Capetown gingen hin und her. Mit viel Geduld und einer gehörigen Portion Gelassenheit hat Frank das bravourös gemeistert. Schließlich ging es an die Fahrt zum Green Market mitten in Capetown zu unserem Appartment für eine ganze Woche.

unsere Wohnungeiner geheimnisvollen Holztür im Badeine gruselige FeuertreppeGreen Market (Blick aus unserem Fenster)

Mit dem Bus? Nein - das Gepäck ist dafür noch immer viel zu schwer. Mit dem Taxi - angeblich zu teuer und zu unsicher. Also mit UBER. Durch das Herunterladen einer App hat man bei UBER die Möglichkeit, von Privatpersonen sehr günstig dorthin gefahren zu werden, wo die jeweiligen Autofahrer sowieso hinwollen. So dachten wir jedenfalls. In Wirklichkeit gibt es Leute, die wohl den ganzen Tag mit Hilfe von UBER Menschen durch die Stadt kutschieren. Das hat zur Folge, dass ein erbitterter Kampf zwischen Taxifahrern und UBER-Fahrern ausgebrochen ist. Für uns ist UBER aber eine tolle Sache, alles läuft sehr sicher ab. Bezahlt wird mit der VISA-Karte, die zuvor mit dem Handy "gescannt" werden muss. Hier drohte unser Unterfangen zu kippen. Nur ältere Menschen können sich vielleicht vorstellen, wie kompliziert es sein kann, wenn man möglichst alles mit dem Handy richtig machen möchte. Das Handy forderte uns auf, die VISA-Karte so vor ein Sichtfeld zu halten, bis die Karte eingescannt sein würde. Wir haben es mindestens 10 mal probiert und zwischendurch immer wieder abgebrochen. Alles wurde von uns hinterfragt: Haben wir überhaupt Netzempfang, halten wir die VISA-Karte ruhig genug? Muss die Karte direkt auf den Bildschirm des Handys gelegt werden oder wie groß soll der perfekte Abstand zwischen Handy und Karte sein? Wackelt das Handy zu stark? Stört die Sonneneinstrahlung? Wir konnten den Fehler nicht finden!!! Doch dann hatte ich die richtige Eingebung: Die Karte musste nicht vor das Handy, sondern hinter das Handy gehalten werden, so als ob man die VISA-Karte fotografieren wollte. Die meisten Leser und Leserinnen unseres blogs werden jetzt natürlich sagen: "Na klar, wie denn sonst?" Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf mich, dass ich auch etwas zum Gelingen der Autofahrt in die Stadt beitragen konnte. (Wenn ich das als Ehemann gerade mal zwischenschieben darf: Mein Mann Thomas hat nicht nur einmal richtige Eingebungen gehabt!!! Weiterer Hiweis: Man darf nicht alles so wörtlich nehmen, was technische Geräte an Anweisungen geben.)  Der Rest verlief relativ einfach. Nach einer Viertelstunde vergeblichen Suchens fanden wir endlich den richtigen Fahrer, nachdem uns viele Taxifahrer versicherten, ihr Name wäre UBER und sie würden uns auch günstig zu unserem Ziel bringen.

St. George Kathedral, George aus HannoverB&B für StaatsmännerMandela

In den nächsten Tagen werden wir wie gewohnt neue Geschichten und dann mit Bildern zum Besten geben können. Jetzt werden wir uns mit einer "Miss Marple" in den Schlaf gucken.

Blumen kaufen ist erlaubt!  Apartheitspolitik im Districct 6

So! Inzwischen haben wir viele Fotos zwischen unseren Zeilen eingefügt. Capetown ist so geschichtsträchtig und natürlich kennt jeder Nelson Mandela. Aber vieles wussten wir auch nicht. Deshalb haben wir einen Dreitagepass vom hop off - hop on Bus gekauft und uns auf Tour begeben. Im Zuge der Apartheitspolitik wurden in den 60er Jahren Häuser im District 6 einfach platt gemacht. Viele schwarze Capetownwer standen von heute auf morgen ohne Bleibe auf der Straße. Noch immer sieht man mitten in diesem Stadtteil Grasflächen, wo einst Häuser standen. Andererseits wirkt die Stadt sehr wohlhabend - tolle Häuser, viele Geschäfte mit Luxusartikeln und narürlich viele Nobelkarossen.

Berühmtheiten wohnen im pink lady  the big five waterfront 12 Apostel

Auf unseren Erkundungstouren (teilweise geführte Touren zu Fuß, teilweise mit besagtem Bus) haben wir die wunderschöne Landschaft um den Tafelberg und natürlich auch die touristischen Highlights erkundet.

ein Stück der Berliner MauerParlament

Sogar ein Stück deutsche Geschichte steht als Geschenk der Bundesrepublik Deutschland mitten in der Stadt. Wenn ihr denkt, wir sind nur als Touristen unterwegs, dann irrt ihr euch. Wie andere Capetowner auch, waren wir schon in einer Laundry, also in einer Art "Waschsalon", nur dass hier einem die Wäsche abgenommen, gewaschen, getrocknet und zusammengelegt wird. Und das alles für ungefähr 15 Euro - die Wäschemenge betrug mehr als 12 Kilo. Unsere gesamten Klamotten sind wieder gewaschen! Außerdem haben wir eine Reparaturwerkstatt für unser neues Teleobjektiv gefunden, da wir in Namibia im Sandsturm fotografiert hatten und danach "Sand im Getriebe" war. Die Reinigungskosten dafür belaufen sich allerdings auf über 100 Euro. Was soll`s? Ohne Teleobjektiv können wir unsere Weltreise auf keinen Fall fortsetzen. Auf jeden Fall haben wir noch einige Tage, um die Stadt weiter zu erkunden. Und das ist notwendig, denn überall lauert eine Geschichte.

die Geschichte vom Tafelberg  ein Modell vom Tafelbergdas Original

Eigentlich sprechen die Fotos für sich. Wir haben viel Zeit im Bus verbracht, sind hin und wieder ausgestiegen um uns zu bewegen und die Sehenwürdigkeiten zu erkunden. Wir hatten sogar kurz in Erwägung gezogen, den Tafelberg hinunter zu wandern. Aber dann haben wir die Leute gesehen, die den Aufstieg bewältigt hatten. Sie sahen alle schrecklich erschöpft und "ungesund" aus. Also ging es mit der Gondel wieder abwärts.

top of the hilldie Seilbahn dreht sich auch nochoben angekommen wie auf der Titanic ein herrlicher Anblick    das Tischtuch

Wunderschöne Ausblicke finden sich eigentlich an jeder Ecke. Die Strände sind traumhaft schön. Das Wasser eignet sich allerdings nicht zum Schwimmen. Nie steigt die Wassertemperatur über 11 Grad. Im hiesigen Winter ist das Wasser sogar wärmer als im Sommer, da der Sommerwind dafür sorgt, das die unteren, kälteren Wasserströmungen an die Oberfläche treten.

uns liegt die Stadt zu Füßen lions head 11 Grad Wassertemperatur  Passengers 2 (Frank und Thomas)

Teilweise haben wir Touren ganz für uns allein unternommen. Die Canaltour verbrachten wir nur mit 2 Crewmitgliedern. Es war herrlich!

canaltour wieder festen Boden unter den Füßen

Am 11.11.2018 haben wir uns dann mit Francois zum Frühstück getroffen. Francois hat mit Frank an der Musikhochschule in Hannover studiert. Er lebt inzwischen aber wieder hier in seiner Geburtsstadt Capetown, gibt Klavierkonzerte und arbeitet an der Universität. Wir haben ihm versprochen, Doppelkopfregeln für ihn aufzuschreiben und ihm zu schicken. Vielleicht kann uns dabei ein Leser oder eine Leserin unterstützen!?

Heute, am 12.10. haben wir uns ausgeruht und auf die Suche nach einem guten Autovermieter begeben. Deshalb sitzen wir jetzt in einem Internetcafe und vergleichen die Anbieter. Unser Plan sieht jetzt wie folgt aus: Wir verlängern unseren Aufenthalt um weitere 2 Tage in Capetown und haben dann noch 2 Wochen Zeit, bevor wir von Johannesburg aus nach Australien fliegen. In den kommenden 2 Wochen wollen wir Waale beobachten, die Gardenroute abfahren, Land und Leute kennenlernen und ab und zu auch noch ein paar Landtiere beobachten.

Inzwischen haben wir den 13. des Monats. Vielleicht ist 13 ja wirklich eine Unglückszahl. Wir wissen es nicht. Aber heute haben wir gelernt, dass es auch Rückschläge geben muss. Wir "Glückskinder" haben heute bitteres Lehrgeld für unsere Naivität gezahlt. Und das nicht zu knapp. Heute kann ich darüber aber nicht berichten, wir müssen uns erst einmal beruhigen.

Hier nur die Fotos der letzten beiden Tage: Besuch in Kirstenbosch - botanischer Garten

Besuch in Kirstenbosch, dem Botanischen Gartenmanche Pflanzen sind uraltFreunde fürs Leben

Sundownerfahrt zum Signal Hill

herrliche Aussicht vom Signal HillWarten auf den SonnenuntergangRobben IslandSundownerfahrt auf den Signal Hill

Erste Ausflüge zu Fuß in den Stadtteil Bo-Kaap

Miss Marple: Eine Rose mit anderem Namen würde duften.Ausflug ins Bo-KaapTon in Ton im muslimischen Viertelleider nicht unser Mietauto

Strandausflug Camps Bay

Strandausflug zum Camps BayTanzeinlage am Strand

Los geht´s: Nachdem wir die Stadt mit Auto (UBER) und Bussen erkundet hatten, wollten wir gestern die verschiedenen Stadtteile auch zu Fuß erkunden. Das Wetter war wunderbar und viele Menschen waren unterwegs. Schließlich kamen wir an eine große Hauptstraße, die zurück ins Stadtzentrum führt. Dort sprach uns ein vermeintlicher Securityman (mit einem Schild auf seiner Brust) an und erklärte uns, dass die Hauptstraße am Wochenende von Füßgängern nur mit einem Permit zu passieren sei. Wir zeigten Misstrauen und wollten einen anderen Weg einschlagen. Ein zweiter "Securitymen" kam hinzu. Er bestätigte die Aussage und führte uns einige Meter entfernt zu einem Geldautomaten. Unser Misstrauen wuchs. Schließlich wurden wir aufgefordert ein vermeintliches 5 Rand-Ticket am Geldautomaten zu lösen. Wir weigerten uns, unsere Visakarte auszupacken. Dann kamen weitere Personen, die angeblich auch ein Ticket ziehen wollten. Wir baten sie um Hilfe. Eine Frau redete mit uns und gab Anweisungen, was zu tun sei. Wir packten die Visakarte schließlich aus. Insgesamt waren wir von 3 Männern und 2 Frauen umringt. Wir fühlten uns genötigt, das Ticket zu lösen. Bevor Frank die Geheimnummer eingab, forderte er die Frau auf, sich umzudrehen, damit sie die Geheimzahl nicht sehen konnte. Dann ging alles sehr schnell. Der Automat reagierte nicht, die Leute um uns sagten, die Karte würde noch im Automaten stecken. Während wir versuchten, die Notfallnummer des Geldautomaten mit Hilfe eines Tankstellenbetreibers in unmittelbarer Nähe zu ermitteln, waren die 5 Leute plötzlich verschwunden. Bis dahin dachten wir noch, dass die Karte wohl eingezogen worden wäre und wir sie am nächsten Tag von der NEDBANK wieder bekommen würden. Aber eine Stunde später hatten wir Gewissheit. Während wir vergeblich Kontakt zur Nedbank aufnahmen, wurden 3 Beträge von unserer Visakarte abgebucht bzw. transferiert. Und jetzt kommt der Knaller: Insgeamt wurden 2000 Euro (dass sind 33 000 Rand) abgehoben. Natürlich haben wir die Karte dann gesperrt und sind zur Polizei gegangen. Der Polizist kannte ähnliche Vorfälle. Laut seiner Erfahrung haben uns die Täter geschickt abgelenkt, die Geheimnummer ausgespäht und die Karte aus dem Automaten geholt, ohne dass wir etwas davon mitbekommen haben. Der Schock sitzt tief! Das Geld ist futsch! Die Hoffnung auf einen Versicherungsfall ist minimal. Heute haben wir versucht, uns gegenseitig wieder aufzubauen. Aber die gute Stimmung ist vorerst perdu. Im Nachhinein kommen wir uns sehr naiv vor. Eigentlich ist im Kopf alles klar und vorbereitet, denn wir hatten uns durchaus Gedanken über unsere Sicherheit gemacht. Aber wenn der Fall eintritt, muss man erleben, was da abgehen kann, wenn viele Personen einen verunischern und blockieren. Wenn uns natürlich jemand so eine Geschichte erzählen würde, hätten wir tausend "Ja Aber´s" im Kopf. Ihr seht - nicht alles läuft bei uns reibungslos. Wenn wir also euren Neid ein bisschen "rausgekitzelt" haben (wie uns Sylvi schrieb), so relativiert sich unser Reisebericht heute zum ersten Mal. Hoffentlich haben wir aus dieser Erfahrung gelernt. (Lieber Tim, für das Geld hätten wir locker im Oldenburg Vineyard absteigen können und das für eine lange Zeit!!!)

Gott sei Dank ist uns nichts passiert. Wir wurden nicht körperlich attackiert und haben noch alle wichtigen Papiere. Übermorgen nehmen wir uns ein Mietauto und fahren Richtung Stellenbosch (Weingüter) und Gardenroute. Ob wir bis dahin noch viel in Capetown unternehmen werden, steht noch in den Sternen.

Eigentlich wollten wir noch die geführte Townshiptour gemacht haben (wo man 33000 Rand sinnvoller hätte spenden können). Aber irgendwie bleibt es nun beim Blick vom Bus aus auf die Siedlung im Vorbeifahren.

Townshipfotos vom Bus aus - in der Hout Bay viel Armut 

Tröstliche Kommentare sind herzlich willkommen. Klugschnacker lassen es bitte. Wir wissen, was demnächst zu tun ist.  (Walter PPK, 9 Millimeter) ;-)

So, ihr Lieben! Heute ist unser letzter Tag in Capetown zuende gegangen. So richtig unter´s einheimische Volk haben wir uns nicht mehr getraut. Eigentlich wollten wir noch eine geführte Tour zu "Robben Island" buchen und das Gefängnis sehen, in dem u.a. auch Nelson Mandela inhaftiert war. Da es gestern sehr windig war, wollten heute so viele Touristen auf die Insel, dass wir keine Passage mehr bekommen haben. Was soll´s. Also haben wir noch eine kleine Hafenrundfahrt unternommen. Dabei sind wir auch an der größten PrivatYacht, die ich je gesehen habe, vorbeigeschippert. Sie gehört Paul Allen und heißt Octopus. Er hat zusammen mit Bill Gates Microsoft gegründet, musste dann aber vor 10 Jahren wegen einer Krebserkrankung von allen Aufgaben zurücktreten. Sein Vermögen beläuft sich auf 20 Milliarden Dollar. Und was steht seit ein paar Tagen über ihn im Internet? Der Krebs ist bei ihm zurückgekehrt und er will mit Hilfe seines Ärzteteams erneut dagegen ankämpfen. Da sieht man´s  mal wieder, Geld ist nicht alles. In diesem Sinne: Wir wünschen uns und all unseren Lesern Gesundheit, Gesundheit, Gesundheit und viel Spaß beim Betachten der letzten Bilder aus Capetown.

fataler Ausflug zu FußHafenrundfahrt  Albinohörnchen Da passe ich locker rein! Jetzt geht es uns schon wieder besser!

Kleiner Nachtrag: Es ist kurz nach 5 in der Nacht (zuerst konnte Frank nicht richtig schlafen, jetzt bin ich hellwach). Wahrscheinlich sind wir noch etwas durcheinander. Ich hatte doch von Paul Allen geschrieben. Jetzt habe ich gerade in der "Zeit" gelesen, dass Paul Allen am 15.10. verstorben ist. Wir haben seine Luxusyacht also an seinem Tadestag im Hafen von Capetown gesehen. Wieder so ein komischer Zufall!? Außerdem habe ich geträumt, Steffi (Sportlehrerin) und ich würden auf Rollbrettern (Fahrgelegenheiten für Grundschüler in der Turnhalle)  sitzen, während wir von Studenten umringt werden, die anscheinend zu ihr gehören und die ebenfalls auf Rollbrettern sitzen. Steffi scheint die Tour anzuführen (hier heißt das "Tourgide"). Plötzlich stoppt sie die Gruppe an einem leicht abschüssigen, schmalem Asphaltweg an einer großen Straße und fragt mich: "Wie soll ich meinen Schülern am besten erklären, dass ich noch einmal schwanger geworden bin?" Und ich antworte: "Fragen wir doch einfach deine Studenten!" Was dieser Traum zu bedeuten hat, weiß ich nicht. Jedenfalls war er sehr eindrücklich. Aber vielleicht bedeutet er einfach, dass Steffi noch einmal schwanger geworden ist (An dieser Stelle: LIebe Grüße an Steffi & Olli). Spätes Glück? Oder was könnte der Traum noch bedeuten? Vielleicht haben die beiden ja ihr Traumhaus gefunden, nach dem sie schon so lange suchen. Das ist ja auch so eine Art Geburt, sozusagen "mit etwas schwanger gehen". Schreibt doch einfach eure Ideen dazu. Jetzt versuche ich erst einmal, noch ein paar Stunden zu schlafen. Gute Nacht.

Noch liegen 11 Tage in Südafrika vor uns. Wir haben uns viel in den unterschiedlichsten Weingütern herumgetrieben. Besonders gut haben uns die alten Gebäude aus der holländischen Kolonialzeit gefallen. Traumhafte Ausblicke auf Gärten und Bergwelten sollen wahrscheinlich am Gaumen der Besucher kitzeln, denn überall wird man zu Weinproben (schon zum Frühstück) und kulinarischen Köstlichkeiten verführt.

KolonialstilRosengartennach fünf verkostigten Weinenwie im Garten EdenKampferbäume, uraltIn Oldenburg waren wir auch!war leider schon geschlossen5 Millionen Flaschen jährlich

Frank hat sogar ein Foto von seinem Müsli gemacht, so beeindruckend werden hier alle Speisen arrangiert. Allerdings haben wir die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, im Sabbatjahr etwas an Gewicht zu verlieren. Dazu müssten wir uns allerdings noch aktiver sportlich betätigen, so wie es viele (junge) Leute in Stellenbosch als Jogger tun. Stellenbosch ist eine Universitätsstadt, die vor den Toren Capetowns liegt (ca. 45 Km entfernt).

Universitätsstadt Stellenboschliving Museum in Stellenboschfreundlich und lehrreich

Wir fühlen uns in dieser Weinregion sehr wohl und haben wunderbare Unterkünfte gefunden. Z. Zt. wohnen wir bei Arnold und Jan in Somerset West. Wieder ein "unglaublicher Zufall" ist, dass sie mit Francois befreundet sind, mit dem wir uns ja am 11.10. getroffen hatten. Hier scheint die Welt klein und noch heil zu sein, aber wir wissen natürlich um die Probleme in diesem Land und haben mit unseren Gastgebern bis spät in die Nacht über Gott und die Welt diskutiert. Sie sind wunderbare Gastgeber und haben uns natürlich frei nach dem Motto "ist´s mal bei uns so Sitte", mit einem Braaiabend verwöhnt.

Bei Arnold und Jan zu Gastherrlicher Ausblick von der Terasseunser Luxusbad

Außerdem haben Jan und Frank eine Reiseroute bis zu unserem Abflug in Johannisburg ausgearbeitet. Darunter befinden sich auch ein paar luxioröse und damit teure Unterkünfte. Mal sehen, was die Reisekasse noch hergibt. Bisher haben die Unterkünfte kaum mehr als 50 Euro pro Nacht gekostet. Wir haben also "gespart", um die finanziellen Einbußen ein wenig zu kompensieren.

Küste von Somerset unbezahlbare Aussichten großes Glück (mit dem Wetter)

Ein stetiger Wind pfeift uns hier in Hermanus um die Ohren.Das ist in sofern bedauerlich, weil dann keine Walbeobachtungsboote auf´s Meer hinausfahren können. Hier in Hermanus dreht sich alles um die Beobachtung der größten (jemals auf diesem Planten vorgekommenen) Tiere der Welt. Scheinbar endlose Spazierwege führen an den Klippen entlang und bieten immer wieder gute Plätze, um lange auf´s Meer starren zu können. Und tatsächlich können wir hin und wieder einen Rücken oder einen Kopf dieser Giganten im Wasser ausmachen. Es gestaltet sich als schwierig, die Kamera ruhig zu halten, so heftig rüttelt und schüttelt der Sturm uns hin und her. Irgenwann sind wir dann Richtung Hafen gewandert und es wurde immer einsamer und dunkler um uns herum. Frank war zu recht "not amused" und besorgt. Schließlich sollten wir aus unseren Fehlern gelernt haben und nicht in die nächste brenzlige Situation schliddern. Aber Gott sei Dank kamen wir wohlbehalten an und aßen in einem urigen Lokal Fisch. Mit einem Taxi ging es dann in unsere Unterkunft zurück. Wir haben eine kleine Wohnung für uns allein. Zu allererst haben wir die Waschmaschine angestellt, denn wir wollten Arnold und Jan nicht auch noch bitten, unsere Dreckwäsche zu waschen.

auf dem Weg nach HermanusFreude pur!

Heute haben wir nach einem gemütlichen Tagesanfang (Kaffee, Wäsche bügeln !!! - wir haben ja alles in der Wohnung) einen Ausflug zum Hafen gemacht, um doch noch irgendwie einen Platz für morgen früh auf einem Walbeobachtungsboot zu ergattern, obwohl wir tagsüber noch 350 Kilometer zur nächsten Unterkunft in Stormswinter hinter uns bringen müssen. Doch die Buchungsbüros waren alle geschlossen - klar, es ist ja Sonntag. Also versuchten wir unsere Chance in der trubeligen Innenstadt, wo, wie schon gesagt, alle Spaziergänger an der Küste stehen und nach Walen Ausschau halten. Und was sollen wir Euch sagen? Von 10 - 14 Uhr hatte ein Buchungsbüro geöffnet. Wir gleich rein und gefragt. Tatsächlich soll morgen am Montag der Wind nachlassen und um 7 Uhr ein Unternehmer eine Bootstour anbieten. Prima! Wir sind wieder zu Glückskindern geworden. Nun heißt es morgen früh aufstehen, die Koffer bereits gepackt haben und raus in den Hafen, wo das Boot auf uns (hoffentlich) wartet.

Giganten unter sichBrandung

Den Rest des heutigen Tages haben wir wie die Anderen auch lange aufs Meer gestarrt und gefühlt 1000 Fotos von irgendeinem sichtbaren Körperteil eines Wales geschossen. Schließlich sind sie zum Teil sehr weit entfernt und trotz wunderbarem Teleobjektiv nicht immer gut zu erwischen. Außerdem sind die Biester lange sehr faul und schwimmen nur knapp unter der Wasseroberfläche. Man muss also Geduld haben und warten, bis einer lässig seinen Kopf oder die Flosse hebt bzw. zu einem kleinen Sprung ansetzt. Zu Hause haben wir versucht, die besten Fotoexemplare herauszufiltern. Ihr könnt die Ergebnisse hier sehen. Wegen des anstrengenden Tages morgen, werden wir nun "zu Hause" bleiben, entspannen, die letzte Wäsche aufsetzen und uns Spaghetti machen. Auch in dieser Unterkunft ist es so, dass die Gastgeber äußerst bemüht sind, uns alles recht zu machen. Ein Anruf, eine Whatsapp-Nachricht und sie würden alles in die Wege leiten. Doch wir sind rundrum zufrieden mit allem, was wir haben.

  abtauchen auftauchen 

Tatsächlich konnten wir noch am Morgen vor unserer Abreise eine Whalewatchingtour um 7 Uhr in der Früh buchen. Es hat sich nicht nur gelohnt, sondern war absolut ein HIGHLIGHT unserer bisheringen Reise.

Whalewatching Wal in Paarungsstimmung

Die Wale kommen tatsächlich so nah ans Boot, dass man teilweise Schwierigkeiten hat, die riesigen Körper in ihrer Gänze mit dem Fotoapparat "einzufangen".

ein Weibchen - viele Bewerber dicht auf der Pelle

Unser Tourguide hat viel über das Paarungsverhalten der Wale erzählt. Und natürlich hat er mehrfach betont, welches Glück uns widerfahren sei, dieses Verhalten aus nächster Nähe zu beobachten. Aber es war tatsächlich so: Diese Tiere so hautnah erleben zu dürfen gehört zu den TOP TEN in unserem Leben.

Hermanus – Wer jemals die Gelegenheit, die Zeit und das nötige Kleingeld hat, sollte diesen Ort unbedingt besuchen. Seit Jahrtausenden, vielleicht sogar seit Millionen von Jahren besuchen die Wale diese Bucht, um sich zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen. In den vergangenen Jahrhunderten haben die Menschen diesen Säugetieren nach dem Leben getrachtet. Und besonders diese Walart war eine leichte Beute, da sich die Tiere langsam, ja geradezu gemächlich fortbewegten und so eine leichte Beute für die menschliche Spezies darstellten. Heute können wir besonders dankbar sein, dass sie sich nicht schneller fortbewegen, denn bei der Beobachtung dieser einzigartigen Geschöpfe kann man von ihrem Anblick gar nicht genug bekommen. Allein an unserem Besuchstag befanden sich 220 Wale in der einen Bucht von Hermanus. Und wenn wir schon am Vortag von der Küste aus in den Bann dieser Säugetiere gezogen wurden, so hatte die unmittelbare Nähe auf dem Katamaran geradezu eine hypnotisierende Kraft. Selbst der Anblick eines Tyranno Saurus Rex hätte uns nicht mehr beeindrucken können. 16 Meter lang können die Walweibchen werden und sie erreichen (wenn die Menschen es nicht vorher beenden) ein Alter von bis zu 150 Jahren. Alle 3-4 Jahre schenkt ein Weibchen einem Walkalb das Leben. Alle Vorgänge während des Zeugungsaktes haben wir ausführlichst bei unserer Bootstour in allen Einzelheiten geschildert bekommen. Doch die Details erschienen uns eher etwas für das Guinnes Buch der Rekorde zu sein und sie werden deshalb an dieser Stelle nicht wiedergegeben

auf dem RückzugWilderness

Inzwischen sind wir schon ein gutes Stück auf der Gardenroute vorangekommen. Eine Nacht waren wir bei Stephanie in Wilderness zu Gast. Traumhafte Strände, malerische Buchten und eine steile Holztreppe hinunter zu den stürmischen Fluten waren Bestandteil dieses Zwischenstopps.

  Bei Stephanie und ihren Katzen Strände und Lagunen

Die Insel des Brotes (Ile de pain) verführte uns in Kneysna zu einem Abstecher in die besagte Bäckerei mit Restaurant und Verkaufsshop. Der Besitzer Marco ist ein Österreicher und lebt seit 16 Jahren hier. Die Mitarbeiter (Schwarze und Weiße) wirkten auf uns sehr selbstbewusst, freundlich und kompetent. Das haben wir schon ganz anders erlebt. Wir haben uns lange mit dem „Bäckermeister“ über sein „Geschäftskonzept“ unterhalten. Es war sehr interessant und hat unser Bild von Afrika und den Menschen die hier leben wieder einmal ein bisschen verändert.

Traumstrände auf unserem Weg einsam und verlassen

Ungewöhnlicherweise ist es in den letzten Tagen auch in der Küstenregion sehr warm geworden. Der heiße Wind kommt aus dem Landesinneren über die Berge (Fön) und streichelt uns mit Temparaturen von bis zu 40 Grad. Schon in Wilderness hatten wir bei unserem Spaziergang um 8 Uhr !!! das Gefühl, auszutrocknen bzw. zusammenbrechen zu müssen. Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes vor den Kopf gestoßen. Aber ... wir haben den Rundgang absolviert.

Unsere neuen Gastgeber in Stormsriver, Charles und Andre, leben in einer Art bizarrer "Schrebergartenkolonie" Ein gewachsenes Dorf, das uns aber wie eine Ansammlung von Gartenliebhabern vorkam. Unsere ausgebaute Garage ist mit alten Möbeln ganz urig eingerichtet. Wir sind hier vom 23. - 25.10. Lange saßen wir gestern abend mit den beiden bei angenehmeren Temperaturen vor unserer Hütte bei einem Glas "Delheim Shiraz 2016 (sehr zu empfehlen). Besonders Andre war ständig bemüht, uns Essen oder Getränke anzubieten, dabei hatten wir doch für uns reichlich eingekauft. Charles hingegen war ein prächtiger Diskutant, mit dem wir über Gott und die Welt geredet haben, um die Probleme der Welt endlich in den Griff zu kriegen. :-)

bei Charles und Andre in der ausgebauten Garage

Am zweiten Tag fuhren wir ins nahegelegene Naturreservat "Stormsriver Mouth". Trotz eines hohen Eintrittsgeldes wimmelte es nur so von Touristen. Tauchen, Schnellbootfahren, Kanufahrten und "Luftmatratzenrodeln" waren nur einige der vielen Angebote, die wir aber alle nicht in Anspruch nahmen. Stattdessen wanderten wir bis zu den berühmten 3 Hängebrücken (Suspension Bridges) und ließen uns mal so richtig hängen. Eigentlich wollten wir am dortigen kleinen Strand auch noch picknicken, aber wir fühlten uns wie auf dem Präsentierteller und nahmen die Leckerein wieder in unsere "Garage" mit zurück.

die 3 Brücken von Stormsriver Mouth eine Wackelbrücke Naturerlebniss mit ca. 500 Touristen zu zweit ist alles schöner

Eigentlich wollten wir in Südafrika ja keine Schotterpisten mehr langfahren. Aber um in unsere nächste Unterkunft zu kommen, war dies leider notwendig. Außerdem war die Wegbeschreibung des Veranstalters "Safari Now" eine Frechheit, weil wir unnötige Wege in Kauf nehmen mussten und das auf dieser beängstigenden Straße. Schlussendlich fanden wir dieses wunderbare, völlig abgeschieden gelegene Anwesen. Auch unser Zimmer war ein Traum für jeden Raumausstatter. Nur unsere Gastgeber waren das Kontrastprogramm zu Charles und Andre. Eine Unterhaltung kam nicht zustande. Zugegebenermaßen hatte Tinnie ein fantastisches Menue für uns alleine gekocht, denn wieder einmal waren wir die einzigen Gäste. Nachdem einige Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht waren, hatten wir das Bedürfnis, uns in unser Zimmer zurückzuziehen. Wenigstens hatten wir dort ein wenig Gesellschaft. Der Dackel der Besitzer stattete uns einen Besuch ab und wollte gar nicht mehr von unserem Bett herunter. Außerdem verweilte eine riesige Spinne in einer der edlen Vorhänge. Der Versuch, sie mit einem Weinglas zu fangen und nach draußen zu befördern, scheiterte kläglich. Sie war aber vornehm genug, uns in der Nacht nicht zu behelligen.

ein Teil des Anwesens Treppe zu unserem Zimmer alles sehr geschmackvoll ein Frosch war auch im Pool

Auch der Abschied am nächsten Morgen gestaltete sich wortkarg. Lediglich die Empfehlung, nach Prince Albert über die Schotterpiste und über den Bergpass zu kommen, ließ sich aus unseren Gastgebern "herausquetschen". Wir haderten, war das doch die sehr viel kürzere Strecke. Als hätten wir noch nicht genug Abenteuer hinter uns, lag eine katastrophale Strecke vor uns und wir mussten unseren ganzen Mut zusammennehmen, um nicht wieder umzukehren. Thomas ist wunderbar gefahren, musste nach dem Geschüttele durch die vielen Steine, Kanten und Schlaglöcher vor dem Überqueren des Passes erst einmal eine "Rückenschule" einlegen. Frank musste als Beifahrer seinen Puls beruhigen. Die Ausblicke über den Swartberg waren allerdings lohnenswert.

Swartberg - warum schwarz? aufrecht sitzen nach einer auf halber Strecke Richtung Prins Albert

Durch die Trockenheit und die Hitze kam es auf unseren Routen immer mal wieder zu Bränden.

Feuer auf unseren Wegen Gott sei Dank keine Gefahr für uns

Wir erreichten unsere Unterkunft "Die Stal" in Prince Albert aber unbeschadet, entgingen der Hitze dank eines klimatisierten Internetcafes und hielten uns ansonsten im komfortablen Stall auf.

wohnen wie Maria und Josef in Jolandes Stall Prins Albert Kirche

Schon sehr früh ging es nach zwei Übernachtungen fast 700 Kilometer mit nur kurzen Zwischenstopps nach Bloemfontain. Die hiesige Unterkunft ist eine Empfehlung von Arnold und Jan. Es ist hier ganz bezaubernd. Uns dürstet es allerdings nach einem guten Internetemfpang, um diesen Blog weiter zu schreiben, und nach einem gemütlichen Bett in einem klimatisierten Zimmer. Vielleicht machen wir noch ein paar Fotos, bevor wir essen gehen. Schließlich haben wir morgen noch einmal eine lange Strecke von gut 400 Kilometern nach Johannesburg vor uns.

Abschied von Südafrika

Mittwoch, 31.10.2018

In Bloemfontain haben wir kein einziges Foto gemacht, obwohl die Stadt wirklich groß ist und unsere Unterkunft jedem Juppie sehr gefallen würde. Aus einer einfachen Stallung wurde eine Wohlfühloase erschaffen. Einer der Besitzer ist ein berühmter Botaniker. Auf dem PC wurden uns zur Begrüßung die Vorher- Nachherfotos gezeigt. Ein Künstler (und Professor in Johannesburg) hat eine Steinwand und das Tor an der Einfahrt mit vielen Wörtern in Englisch und Africans kreiert. Der Künstler war an diesem Abend zufällig zugegen. Wir haben aber auf einen Smaltalkabend verzichtet und sind lieber in ein Steakhouse gefahren, um anschließend todmüde ins gestylte Bett zu plumsen. Von daher hätten wir auch in einem Motel übernachten können, wir konnten diese Unterkunft nicht wirklich genießen. Nur eine Übernachtung ist halt nie so pralle!

Die nächste Unterkunft lag dann nur einen Steinwurf vom Flughafen in Johannesburg entfernt. Ein Pizzaladen in der Nähe sollte es an diesem Tag für unser Dinner sein. Von unserem Tisch aus konnte man die Flugzeuge kurz nach dem Starten sehen. Um unser restliches Südafrikageld "loszuwerden", gab es ein horendes Trinkgeld für die nette Bedienung. Tja, und dann gab es noch einen guten Tipp von unserer Gastgeberin Pam: Sie empfahl uns, den nächsten Morgen für einen Ausflug nach Pretoria zu nutzen, um die Jakarandabäume in voller Blüte zu erleben, da wir das Auto ja erst am Nachmittag abgeben mussten. Und das haben wir dann auch gemacht. Pretoria liegt ja um die Ecke von Johannesburg!!! Hier unsere Beweisfotos:

Ja - es sind Jakarandas In voller Blüte! das Blaue Wunde in Pretoria Fast so schön wie das blaue Wunder in Linden Blick auf Pretoria Regierungssitz vom Voortrekkermonument aus fotografiert Voortrekker Monument

Und dann gab es da wieder diesen wundervollen Wink vom Schicksal: Wir haben in all den herrlichen Alleen der Jakarandas ein Guesthouse mit dem Namen AVALON mitten in Pretoria gesehen.

Wieder so ein Zufall!?

Und wohin geht es am nächsten Tag auf unserer Weltreise? Ja, nach Australien, genauer gesagt nach Sydney, genauer gesagt in den Stadtteil von Sydney mit dem Namen AVALON. Und wie heißt dort unser kleines Häuschen, dass so wunderschön im selben Blau gestrichen ist wie unser Flur in Hannover? Es heißt Albert Cottage - und wir waren noch ein paar Tage zuvor in dem hübschen südafrikanischem Örtchen mit dem Namen "Prince Albert".

 Albert Cottage / Avalon / Sydney / Australien

Und diese wundervolle Unterkunft gehört schon in das nächste Kapitel unserer Reise: Auf du und du mit dem Känguru!

Tschüß Südafrika - wir werden dich nie vergessen! Und das nicht nur, weil wir an einem Geldautomaten um 2000 Euro erleichtert wurden.

Auf du und du mit dem Känguru

Donnerstag, 01.11.2018

Nun sind wir also am anderen Ende der Welt angekommen. Das Känguru der Klasse 3a kennt sich hier natürlich bestens aus, aber wir können es überhaupt noch nicht fassen, dass wir jetzt tatsächlich in Australien und in Sydney sind. Genaugenommen sind wir in einem Vorort mit dem Namen Avalon im wahrsten Sinne des Wortes "gestrandet". Denn tatsächlich liegen wundervolle Strände ganz in unserer Nähe. Aber auch, weil wir uns eine Woche Auszeit von unseren vielen Afrikaerlebnissen nehmen wollten. Es war eine Menge, was wir auf dem schwarzen Kontinent erleben durften. Der Akku sollte mal kurz zur Ruhe kommen. Durch den Jetlag waren wir hier allerdings schon mitten in der Nacht hellwach und der gute Vorsatz futsch. Ich hatte wenigstens ein paar Stunden im Flugzeug geschlafen, Frank aber nicht. Und so sind wir noch vor Sonnenaufgang zum Leuchtturm gewandert. Von dort aus hatten wir auch ohne einen spektakulären Sonnenaufgang einen herrlichen Blick auf Palm Beach. Von Weitem haben wir sogar noch einmal ein paar Wale beobachten können.

Sonnenaufgang Palm BeachAm Leuchtturm

  schmale Landzunge es könnte fast ein See sein endlich in Australien Mutter mit Kind unser Albert CottageAbschied von Avalon

Unsere Vermieter hier in Avalon Margie und Ross sind wunderbar. Was haben wir doch für ein Riesenglück mit unsren "Hosts". Schon zur Begrüßung haben sie uns viele Köstlichkeiten in den Kühlschrank gepackt und eine Flasche australischen Rotwein bereitgestellt. Am zweiten Tag kam Ross während unseres Frühstücks zu uns "rüber" und bot uns spontan an, mit ihm an den Bondi Beach zu fahren, um dort eine Skulpturenausstellung anzuschauen. Gesagt - getan. Wieder nach nur einer halben Nacht sind wir zuerst mit Ross` Wagen bis nach Manly gefahren (der Name erinnert uns an Manderley aus dem Film Rebecca von A. Hitchcock). Danach haben wir die Fähre zum Hafen von Sydney genommen. Wir waren ganz aufgeregt, als die ersten Hochhäuser der Stadt vor uns auftauchten. Es ist einzigartig, wenn man sich Sydney das erste Mal vom Wasser aus nähert. Wir konnten den Fotoapparat fast nicht mehr aus der Hand legen, so gebannt waren wir vom Anblick der berühmten Oper, der Harbour-Bridge und der tollen Silhouette der Stadt mit diesem fantastischen Licht, dass alles so leicht und fröhlich erscheinen lässt.

so schön wie Weihnachten 37 Grad heiß sehr windig unser Guide Ross irgendwie anders - die Oper so schon eher - die Oper am Bondibeach Skulpturen in praller HitzeWindspiele Kunst in der Landschaftein toller Tag geht zu Ende

Wir haben uns die eine Woche in Avalon bewusst verordnet, um mal runterzukommen. (Auch, um großen Menschenansammlungen in Städten zu entgehen.) Es fällt uns aber noch schwer, den Spagat hinzubekommen, eine Zeit lang nichts zu planen, mal auszuatmen und nicht immer nur zu staunen, sondern ein kleines bisschen Alltag einkehren zu lassen. Wie gierige Hamster fallen wir gerne über die tollen wundervollen Landschaften und Städte mit ihren Menschen her. Kaum hatte wir es uns vorgenommen, stand schon die nächste Verabredung an. Gerade mal einen Tag später hatten wir uns bereits mit Emma verabredet. Sie hat viele Jahre in Hannover getanzt und war die Leiterin der "Spätbewegten". Einmal in der Woche haben sich interessierte Leute (so um die 50 - 80 Jahre alt) im Ballettsaal der Staatsoper getroffen, um sich dort zu vergnügen. Es war eine tolle Zeit - doch nun lebt Emma wieder in ihrer Heimat (mit Mann und Kind). Sie hat sich einen Tag Zeit genommen, um uns ihren Teil von Sydney zu zeigen und uns tausend Fragen zu beantworten. Cromer ist auch ein Vorort von Sydney und liegt fast genau zwischen Avalon und der City. Also ideal für ein Treffen.

Cromers Aussichtsplätzefantastische Ausblickeherrliche Eindrücke wunderbare Gastgeber

Nach unserem Besuch an Emmas Lieblingsplätzen konnten wir der Hitze ein wenig entfliehen, in dem wir in einer Mall Wein kauften, den es dann in einem Fischrestaurant (das "Fischcafé") zu trinken gab. Das ist nämlich eine Besonderheit hier in Australien. Die Leute bringen ihre alkoholischen Getränke selbst in ein Lokal mit und zahlen dann einen kleinen Betrag als "Entkorkungspreis" - auch wenn der Wein gar keinen Korken hat. Die Lizenz für Alkoholausschank ist für australische Gastronomen irre teuer.

So haben wir an zwei Tagen sehr viel über das Leben hier in Sydney erfahren: Ross ist schon lange Rentner und hat noch einmal einen anderen Blick auf das Leben in dieser Stadt als Emma, die mitten im Berufsleben steht, einen Sohn hat und mit ihrem Mann ein bezahlbares Haus in Sydney sucht.

Schon ist die erste Woche in Sydney Vergangenheit. Wir haben es tatsächlich geschafft, ein wenig zu entspannen und sich zu trauen, nichts zu tun. Das war uns wichtig. Ein paar Spaziergänge an den tollen naturbelassenen Strand und nichts mehr. Liegen, lesen, schlafen, schreiben. Und heute kam der Tag des Abschieds von Margie und Ross.  Wir waren noch mit den beiden Kaffe trinken, weil ihr Sohn dort als Barista arbeitet. und wieder haben wir uns nett unterhalten. Dann sind wir weiter zum Flughafen kutschiert, um unser Mietauto zurück zu geben. Hinterher waren wir völlig erledigt. Wir haben am Flughafen nämlich keine Tankstelle gefunden, waren kurz an der Mietwagenstation und mussten dann wieder richtung Stadt fahren, um noch zu tanken. Es war schon rushhour, die ganze Zeit hat es dabei geregnet und innerlich haben wir gebetet, dass wir nicht noch kurz vor Abgabe des Mietautos einen Unfall bauen. Aber es ist alles gut gegangen. Der Schlüssel unserer neuen Unterkunft mitten in der Stadt hing übrigens in einer Box neben einem Fahrrad, die von unserem Vermieter dort "versteckt" wurde. Es dauerte einige Zeit, bis Frank auf die Idee kam, an dem Fahrrad nach unserem Schlüssel zu suchen. Aber dann hat alles bestens funktioniert und wir konnten in den 13. Stock zu unserem Singleappartment rauffahren. Jetzt liegen wir matt und müde in unserem schmalen Bett, schauen vom Bett aus auf ein Lichtermeer und freuen uns über einen guten Internetempfang. Morgen wollen wir dann die Stadt zu Fuß erkunden.

Unser neues Zuhause mitten in der City hinten links ist die Oper zu sehengute Nacht vom 13. Stock

Es gibt so viele Dinge, die man nicht weiß, wenn man das erste Mal in Sydney ist, und leider stehen sie auch nicht in unserem Reiseführer. Aber dann ergeben sich mit einem Mal nette Zufälle, die das Leben schreibt und die auch nicht im Reiseführer zu finden sind. Das ist halt das Leben vor Ort. Durch Zufall haben wir nämlich bei unserem ersten Stadtbummel die "Eröffnung" der Weihnachtsschaufenster vom Edelkaufhaus DAVID JONES mit einem großen Medienrummel miterlebt. Santa Claus trat auf, seine kostümierten Helfershelfer und machten die Kinder einer Schulklasse glücklich. Viele Passanten standen drum herum. Ein Minichor mit Pastor versuchte sich an zwei Weihnachtsliedern (schrecklich). Aber es war ein Heidenspaß zu sehen, wie gierig sich die Kameraleute bemühten,ein Interview mit dem Nikolaus zu bekommen. Und die aufgetakelten weiblichen Repräsentanten des Geschäfts lächelten, als gäbe es kein Morgen mehr. Meine schlechte Haltung bei dem Foto unten kommt nur zustande, damit Thomas bessere Schussbahn mit der Kamera hat.

Eröffnung der Weihnachtsschaufenstersehr Meidenwirksamvor dem Kaufhausvor dem Gerichtsgebäude

Nach wenigen hundet Metern warteten wir dann mit einigen Fernsehteams vor einem Gerichtsgebäude. Wir konnten allerdings nicht wirklich herausbekommen, was sich im Gerichtssaal für ein Prozess abgespielt hatte, aber es war interessant, die Szenarie zu beobachten. Viele Porzessbeteiligte sahen sehr traurig aus.

Irgendwann wollten wir mit Bussen und U-Bahnen die Stadt erkunden. Dafür braucht man eine OPAL-Card, auf die man Geld lädt (wie bei einer Geldkarte): Damit kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel (einschließlich aller Fähren) benutzen: Man hält sie beim Ein- und später auch beim Aussteigen einfach an ein Lesegerät, die Abbuchung regelt das Computersystem ganz gerecht nach abgefahrenen Stationen. Wäre auch ein guter Tipp für Deutschland, denn dann hätte man diese blöden Einzelfahrscheine nicht mehr, die man krampfhaft am Automaten ziehen muss.

St. Mary´s CathedralSt. Mary´s von innenInnenstadt von SydneyAusflug mit der FähreJakarandas in unserer NäheSydney ist toll

Richtig günstig wird es an einem Sonntag, wenn man sich mit den "Öffis" auf Erkundungstour begibt. Denn dann sind alle Fahrten ab 2,60 Australien Dollar kostenlos (Sonntag ist Familientag in Sydney und man möchte die Familienausflüge beflügeln und macht dieses wunderbare Angebot.) Woher wir das wissen? Wir haben uns mit Ralf (er kommt ursprünglich aus Deutschland) und seinem Partner Steve auf ein Bier in unserer Oxfordstreet getroffen. Ralf ist wiederum ein Freund von Gudrun aus Swakopmund (siehe Namibia-Erlebnisse). Sie hatte den Kontakt hergestellt. Nachdem wir uns bei ihm gemeldet hatten, (er wusste schon Bescheid), trafen wir uns auf ein Bier bei uns um die Ecke. Steve kam dazu. Wieder sehr nette Menschen, die uns gleich für den nächsten Abend zu ihnen nach Hause zum Barbeque eingeladen haben. Es war wunderbar. Wir haben viele nette Leute getroffen und unsere Englischkenntnisse weiter anbringen und verbessern können. Es geht doch nichts über learning-by-doing. Und gleichzeitig haben wir auch die "normalen" Vororte von Sydney ein bisschen kennen gelernt, die, wo der normale, nicht reiche Sydnyer wohnt. Ohne diese Einladung wären wir wohl nie in diese Wohngegend gekommen. Dabei war das noch nicht einmal so weit außerhalb. Der Zug fuhr noch zig Stationen weiter und Ralf sagte uns später, dass manche Zugstrecken bis 70 Kilometer außerhalb der City führen, um dann erst die Stadtgrenze zu erreichen. Tja, die 4,3 Millionen wollen irgendwo unterbracht sein.

Heute (am Sonntag) haben wir dann den ganzen Tag auf dem Wasser verbracht und sind mit der Fähre durch den riesigen Hafen gefahren und haben uns angeschaut, wie schön idyllisch man in einem weit verzweigten Hafenbereich wohnen kann. Natürlich gibt es auch hässlichere Ecken, aber dass die Sydnyer gerne an der Luft sind, kann man absolut verstehen bei so viel Sonne und Wasser.

Für morgen haben wir uns Ballettkarten im Opernhaus gegönnt. Natürlich kosten sie (wie vieles hier) ein Vermögen. Es ist kein subventioniertes Theater wie in Deutschland.

das wird besimmt super vielleicht sehen wir die Oper auch iluminiertInnenansicht der Oper

Von außen haben wir die Oper und die Umgebung schon gefühlte tausend Mal fotografiert. Seht selbst:

ein bliebtes Fotomotiv nach unserer Brückenüberquerung und immer wieder das Opernhaus riesige Kreuzfahrtschiffe vor Anker Essen und Trinken sind hier teuer Detailsfotos

Unsere heutige Sonntagstour hat uns mit den Fähren bis nach Paramatter, ca. 30 Kilometer vom Hafenanleger entfernt, geführt. Gleich dahinter befinden sich die Blue Mountains. Durch die ätherischen Öle der Eukalyptuswälder liegt ein bläulicher Schleier über der Landschaft (das haben wir allerdings nicht gesehen, nur gelesen).

Nach dem Ballett am Montag war die spannende Frage, was wir bis zum Abreisemittwoch noch erleben wollen. Die Stimmung zwischen Frank und mir war etwas getrübt, weil wir eine Stunde zu spät in der Oper waren (Es fing um 18.30 Uhr und nicht um 19.30 Uhr an), aber da mussten wir durch. Schweigend saßen wir nebeneinander und starrten ab und zu durch das Fernglas, dass uns Rüdiger geborgt hat. An dieser Stelle habe ich ein Frage an ihn: Da wir immer Probleme mit Übergepäck haben, überlege ich ernsthaft, das Fernglas zurückzulassen. Sobald wir in Deutschland sind, ersetzen wir natürlich deinen Verlust. Ist das OK? Einige Reiseführer mussten auch schon ihr Leben lassen, um das Gewicht der Koffer nicht weiter in die Höhe zu treiben.

Ätherische Düfte einatmen, sprich in Sydney bleiben, in die Blue Mountains fahren oder weiterreisen, um später vielleicht noch einmal in diese tolle Metropole zurückzukehren? Am Dienstag machten wir eine zweistündige Tour mit unserem Guide vom Reisebüro Planetdwellers durch die Geschichte des schwulen Sydneys seit den Sechzigern (2 Stunden Fußmarsch kosten "schlappe" 100 Dollar). Und immer wieder ergeben sich neue Blicke in verschiedenen Stadtteilen, wie Paddington, Potts Point bis Kings Cross, dem ehemaligen Rotlichtviertel (dank der vielen Soldaten, die bei Landgang ein wenig Nähe zum erwünschten Geschlecht suchten). Heute ist es in dieser Beziehung durch städtische Beschlüsse ein eher stiller gelegtes Amüsierviertel, allerdings mit interessanten Pubs und Restaurants. Überhaupt erhalten wir auf unserer Tour unendich viele Empfehlungen für Restaurants. Wir müssten den ganzen Tag essen, um dem gerecht zu werden. Was das Essen angeht, bleiben wir auch gerne mal in unserer Unterkunft und kochen unser eigenes "Süppchen". Manchmal denke ich, wir sind wie Gulliver in "Gullivers Reisen". Der Unterschied besteht allerdings darin, dass wir ausschließlich in finanzieller Hinsicht manchmal die Riesen und manchmal die Lilliputaner sind. In Australien sind für uns nicht nur die Restaurants teuer, alles kostet hier viel mehr als in Deutschland. Besonders Ausflüge, Taxifahrten, Theaterkarten und Hotels verschlingen ein Vermögen. Da ist es sogar billiger, eine Kreuzfahrt zu buchen. Und nach vielen Recherchen haben wir uns genau dafür entschieden. Unser Plan sah also folgendermaßen aus: Zuerst sollte es für 6 Tage nach Cairns zum Great Barrier Reef gehen, auch wenn die touristischen Unternehmungen wieder an unserer Reisekasse saugen sollten (Flüge von Sydney nach Cairns und wieder zurück). Die Unterkunft fiel dementsprechend bescheiden aus, denn an den Kosten für den ganztägigen Schnorchelausflug konnten wir nichts ändern.

unser BootTrauminseln

Und da wir den Ulururu (AYERS ROCK) wohl nicht besuchen werden (zu teuer und zu heiß), relativieren sich die Gulliverausgaben. Die Temparaturen hier in Cairns sind grenzwertig. Während es in Sydney in unserer Abwesenheit wieder kälter und regnerischer geworden ist (wir stehen noch immer im Kontakt mit unserern Avalon-Vermietern Ross und Margie), herrschen hier tropische Bedingungen (heiß und feucht). Selbst am Abend läuft mir der Schweiß ins Gesicht und ich leide mehr oder weniger leise vor mich hin. Das klare Wasser am Strand ist eine große Versuchung und schreit nach dringend ersehnter Abkühlung, aber überall sind Warnschilder aufgestellt (sogar auf deutsch), dass man auf keinen Fall ins Meer gehen darf, überall lauern Krokodile! Tja, das sind halt die Beschwernisse der Weltenbummler. Dafür gibt es wunderbare Pflanzen,die wir nur als mikrige Zimmerpflanzen kennen. Riesige Fledermäuse hängen in den Bäumen an der Strandpromenade und bringen uns zum Staunen. Nur Kängurus wollen sich bisher unserem begierigen Blick nicht zeigen. Dazu müssen wir wohl noch in eine andere Region reisen oder einen der vielen touristischen Parks besuchen. Aber eins nach dem anderen. Früh am Morgen ging es zum Hafen und ab auf´s Boot. Alles verlief hektisch: Sicherheitseinweisungen, Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen anprobieren und dann in den "Taucheranzug" zwängen. Einen Taucheranzug, obwohl wir ja nur schnorcheln wollten? Ja, es gibt gefährliche Quallen (Jellyfische), vor denen wir unsere Haut unbedingt schützen müssen. Gesehe wurden in letzter Zeit keine, aber man weiß ja nie. Die "Ganzkörperkondome" sind eng und nass, aber machen eine ganz gute Figur. Jedenfalls sehen wir nackt deutlich unförmiger aus als in diesem Aufzug.

Auf jeden Fall war es ein fantastisches Erlebnis, die Unterwasserwelt des Barrier Reef mit eigenen Augen gesehen zu haben. Auch wenn der Hinweis nicht ungehört bleiben soll, dass lt. Wissenschaft bereits 40-50 Prozent der Korallenwelt durch Klimawandel, El Ninos und laxen gesetzlichen Bestimmungen tot sein sollen. Laxe Gesetze sollen sich aber bald ändern. Die Regierung will gegensteuern. Hoffentlich! Trotz des gelegentlichen Wehklagens über Preise muss man sagen, dass solche Erlebnisse bisher absolut ihr Geld wert waren. Und wir danken Ralf aus Sydney für den Tipp, genau diese Cruisefirma ausgewählt zu haben. Die Frauenmannschaft war freundlich, absolut tough und zuvorkommend, um den ca. 35 Gästen an Bord ein einmaliges Erlebnis zu ermöglichen.

Gleich geht es los alle Bedenken sind passé anstrengend und faszinierend Millionen von Polypen handzahme Fische  glücklicher entkräftet und stolz Bodyformer  Wir sind glücklich das war ein toller Tag

Jedenfalls war es ein ganz toller Tag. Wir hatten zweimal die Gelegenheit an verschiedenen Stellen des Reefs zu schnorcheln. Zwischendurch ließ die Kraft etwas nach. Dann war Essen oder eine Fahrt mit dem kleinen Glasboot angesagt. Alles kam mir so surrealistisch vor. Und dass ich mal mit Begeisterung in ein Meer voller "Gefahren und Tiefen" plumpsen würde, hätte ich auch nie gedacht.

Jetzt haben wir noch drei Tage in Cairns vor uns. Die Stadt selbst gibt nicht viel her. Da nützt es auch nichts, dass der Vizepräsident der USA heute einen kurzen Zwischenstopp hier einlegt, bevor es für ihn weiter geht. Sicher hat er keine Zeit, die touristischen Highlights der Region abzuklappern.Natürlich sollten wir den nahen Regenwald noch sehen, aber die Bedingungen schrecken mich doch etwas ab ( Klima, Kosten und Massentourismus).

Anschließend fliegen wir dann für zwei Tage zurück nach Sydney, um schließlich auf ein Kreuzfahrtsschiff zu gelangen, das uns die anderen Küstenstädte Australliens näher bringen soll. Tasmanien, Melbourne und Adelaide etc.! Die Kosten für diese 15-tägige Kreuzfahrt und die damit verbundene Stressfreiheit, Unterkünfte und Mietautos zu suchen, sind auch nicht höher als die "normalen" Kosten für 2 Wochen auf diesem unbeschreiblich faszinierenden Kontinent.

ein bisschen wie die Blue Mountainsalles sehr lehrreich im Pflanzenreich

Natürlich konnten wir Cairns nicht verlassen, ohne den Regenwald doch noch gesehen zu haben, egal bei welchen Temperaturen. Jetzt, wo wir schon mal da sind. Noch vor 8 Uhr wurden wir von einem Bus abgeholt. Dann ging es weiter zum Bahnhof von Freshwater, einem weiteren Bahnhof aus den 50er Jahren, als hier viel Zuckerrohr angebaut wurde. Die Bahnstrecke selbst wurde vor 130 Jahren angelegt. Am Bahnhof von Freshwater haben wir zum ersten Mal in unserem Leben einen Mangobaum mit Früchten gesehen. Natürlich haben wir eine Frucht für unser Picknick eingepackt, bevor es mit der alten Eisenbahn losging.

Mangobaum oder Mongorove? köstlich Los geht´s mit der Einsenbahn Vorsicht an der Bordsteinkante Zugabteil 1 - Plätze 5 & 6Zwischenstopp am Wasserfall

Im Zug saßen uns Michelle und Andrew aus Sydney gegenüber. Wir kamen ins Gespräch und beschlossen, gemeinsam eine kleine Bootstour auf dem Fluss in Kuranda zu unternehmen. Das passte gut in den Zeitplan und kostete auch nur 20 Dollar pro Person extra. Somit konnten wir bequem vom Boot aus Pflanzen, Fische, Schildkröten und Krokodile bewundern und fotografieren.

Fotos vom Boot aus kleine Wasserschildkröten Süßwasserkrokodil wunderschöne Ufervegetation

Anschließend veranstalteten wir am Ufer ein kleines privates Picknick, um uns für die unvermeidliche "Shoppingtour" zu wappnen. Alles in diesem Ort ist auf Tourismus ausgerichtet: Das fängt bei Souvernierläden und zahlreichen Essständen und Restaurants an und endet mit dem Kuscheln mit Koalas, Füttern von Kängurus und bestaunen von Schmetterlingen in der Rainforeststation - alles streng abgeschirmt vor den Blicken der Touristen, die dafür nicht auch noch viel Geld extra bezahlen wollen - versteht sich. Wir haben das nicht gemacht und warten immer noch auf die ersten Kängerus und bunten Vögel in freier Wildbahn.

Picknick mit MangoWir wäre es mit einer echten Kratzhand?lebende FossilienWer kann da schon wiederstehen?

Mitten im Regenwald, im Zentrum der Shoppingmeile gab es dann aber tatsächlich noch die Gelegenheit, den "botanischen Garten" kostenlos zu besuchen und ein paar Schritte ohne den Massenansturm der kaufwütigen Touristen zu wandern. Nach dem Kauf eines "original australia T-shirts" (von einer Aboriginal-Verkäuferin) hatten wir noch Zeit für einen Cappucino, bevor es mit dem Skayrail (einer langen Gondelfahrt in drei Etappen) zurück zur Bsisstation und dann mit dem Bus Richtung Küste ging.

  GondelstationDawollen wir rein!  Gar nicht so heiß und feucht wie wir dachten    Farne aus der Nähe  der Regenwald von oben Es hat sich gelohnt

Wir sind froh, den Aufenthalt hier mit diesen beiden tollen Erlebnissen angereichert und abgeschlossen zu haben. Und zwischendurch haben wir in den sechs Tagen am Pool gelegen, DVDs geschaut, gesurft oder Euch informiert. Nun geht es morgen wieder für zwei Tage nach Sydney, wo wir Ralf und seinen Freund auf ein Bier treffen werden. Eine hübsche Unterkunft haben wir auch schon, geringfügig weiter vom Stadtzentrum entfernt als zuvor. Privatzimmer bei einem "easy going designer", namens Stefan. Mal sehen, ob wir wieder unverschämtes Glück mit einem Superhost haben werden.

Unsere Unterkunft befindet sich in der Double Bay, einer sehr schönen Wohngegend mit direkter Fähranbindung an den Circular Quai. Wir haben in Stefans kleinem alten Stadthaus ein spartanisch eingerichtetes Zimmer bezogen. Das kleine alte Bad teilen wir mit ihm und versuchen all seine Vorschriften genau einzuhalten. Er möchte nicht, dass "rotes Fleisch" in seiner Küche zubereitet wird. Im Bad müssen zwei Vorhänge beim Duschen geschlossen werden. Wenn wir auch viele Wünsche unseres Gastgebers nicht nachvollziehen können, so geben wir unser Bestes. Frank unterhält sich mit Stefan über Gott und die Welt. Ich rekele mich lieber im Bett und genieße das Dolce Vita. Traumhafte Buchten und Spazierwege entlang der endlosen Küste sind die Besonderheiten dieses Stadtteils. Überall finden sich Grünanlagen mit herlichen Gebäuden aus der Jahrhundertwende.

in Watson Bay, eine Bucht nach Double Bay Hafenausfahrt Steilküste herrliche Parks direkt am Wasser Panorama vom anderen Ende des Hafens gute Wohngegen und immer noch Jacarandabäume

Mit Ralf (wir waren bei ihm bereits zum Grillen eingeladen) werden wir noch einmal essen gehen, bevor wir auf unserem Schiff enchecken werden.

 

Kreuzfahrt in Australien

Montag, 03.12.2018

Die letzten Tage in Australien werden wir ganz komfortabel auf einem Kreuzfahrtsschiff verbringen. 16 Tage auf der Noordam versprechen uns Entspannung pur mit Mahlzeiten rund um die Uhr. Inzwischen sind wir auf unserem Kreuzfahrtsschiff MS Nordam angekommen, haben uns eingerichtet und die vielen Decks erkundet.

MS Noordammein Sonnenschein an Deckunser Traumschiffmit Volldampf voraus

Immer gibt es irgendwo etwas zu essen und zu trinken. Die Vorstellung, zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas essen und trinken zu können, ist sehr verführerisch. Sicher werden wir in den nächsten 16 Tagen wieder etwas zunehmen. Gleich heute Morgen waren wir deshalb im Fitnesscenter des Schiffes, aber aufgrund des hohen Wellenganges wurde es wieder geschlossen.Teilweise sind die Wellen heute an unserem ersten Tag auf See über 6 Meter hoch und sie peitschen gegen die Fensterscheiben der Aussichtsräume.

gleich am ersten Tag Windstärke 8-106 Meter hohe Wellen

Wir haben uns dieses Schauspiel lange angesehen und die Situation genossen, sich einfach in den Tag treiben lassen zu können. Natürlich gibt es hier viele Beschäftigungsmöglichkeiten für die, denen der Sinn danach steht: Es gibt zwei Theater, ein Casino, eine Discothek, eine Bibliothek und viele Shops. Außerdem werden Kurse und Vorträge angeboten. Während ich diese Zeilen schreibe, hört sich Frank gerade einen Vortrag über Tasmanien an. Wahrscheinlich hat er auch die Ansage vom Manager mitbekommen, dass der Kapitän die Route wetterbedingt ändern musste. Somit fahren wir nicht in den Hafen von Port Arthur ein, sondern steuern gleich Hobart, die Hauptstadt von Tasmanien, an.

Es bleibt uns also viel Zeit, die vielen Fotos, die wir bisher geschossen, aussortiert und beim Abschied vom Sydnyer Hafen noch gemacht haben in unserem Blog zu veröffentlichen.

Sydney trauertwir kommen wieder ...     wir können uns beim Abschied nicht sattsehengleich am ersten Tag Windstärke 8-10

Inzwischen haben wir wieder Festland erreicht und werden bei leichtem Nieselregen Hobart erkunden. Da wir keinen Internetempfang haben, nutzen wir auch die Gelegenheit, hiermit alle herzlich zu grüßen und die Zeit bis zur nächsten Möglichkeit eines Landgangs mit Internetmöglichkeit zu entschuildigen.

Hobart und Adelaide – im Regen! Dass es auf der anderen Seite der Welt auch im Sommer regnen kann, ist sicher auch hier nichts Außergewöhnliches. Nur wir als Touristen erwarten natürlich jeden Tag Sonnenschein und eine Außentemperatur zwischen angenehmen 22 und 26 Grad. Doch auch hier wird man gerne mal mit 12 bis 16 Grad überrascht. Gut, wir waren in unserem Leben der Antarktis noch nie so nah. (Nur am gestrigen Vormittag gab es mal für zwei Stunde Sonne.

zwei Stunden Sonne am Morgen auf SeeMS Noordam am Pier

Sofort waren die Decks voller Menschen, die sich wie wir sonnen wollten.) Außerdem erwarten wir hier auf unserem Kreuzfahrtschiff natürlich einen Rundumservice. Z.B. wollten wir heute um 11 Uhr frühstücken, weil wir vorher noch an einer Küchenführung mit dem österreichischen Chefkoch teilgenommen hatten. Doch dann die Überraschung: Frühstück gibt es nur bis 11 Uhr. Ab 11.30 Uhr wird dann schon Mittagessen serviert. Wie sollten wir dieses Problem lösen, eine halbe Stunde ohne Verpflegung auszukommen? Natürlich hätte es über den Zimmerservice (24 Stunden rund um die Uhr im Einsatz) funktioniert, aber das war uns dann doch zu anstrengend, extra für eine Bestellung auf unser Zimmer gehen zu müssen. Aber jetzt mal Spaß bei Seite: Wir werden hier absolut verwöhnt. Das Personal ist super aufmerksam und man wird von jedem mit einem herzlichen „Hello – how are you“ und einem Lächeln gegrüßt. Außerdem gibt es viele Angebote, die wir reichlich nutzen. Wir waren schon mehrfach im Fitnesscenter, haben Tennis gespielt, waren in einem Konzert, haben einige Shows besucht und uns mit vielen Leuten anregend unterhalten. Tagesausflüge stehen natürlich auch auf unserem Programm. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch etwas von Australien außerhalb von Sydney kennenlernen wollen. Also heißt es Stadtbesichtigung in Hobart:

Hobart als Hauptstadt von Tasmanien ist nun wirklich nicht die Bombe. Die noch vorhandene alte Bausubstanz aus dem 19 Jhr. wird mit modernen und streckenweise hässlichen Gebäuden zugedeckt. Aber das ist eben Hobart, eine kleine Hauptstadt fast am Ende der Welt. Wir haben einen gediegenen kurzen Rundgang im Regen gemacht und so einen Eindruck bekommen. In einem kleinen Supermarkt habe ich mir einen tasmanischen knallroten Apfel gekauft und ihn genüsslich verspeist. Sooo saftig und lecker.

original tasmanischer Apfelder leckerste Apfel auch für das goldene Känguruwir im Salamanca Place

Das Wetter veranlasst uns, nicht jede angebotene und vor allem überteuerte und vom Schiff organisierte Führung mitzumachen. Deshalb hatten wir uns im Vorfeld schon entscheiden, Entdeckungstouren auf eigene Faust zu unternehmen.

Ich steh im Regenmein kleiner Frosch

Fakt ist, dass wir bis jetzt noch keine Kängurus und Wambats und Tasmanische Teufel und Koalas gesehen haben. Aber … das wird sich bald ändern, denn wir haben herausgefunden, dass es in Adelaide den Clelandpark (National Park Reserve) gibt, wo es viele dieser Tiere zu sehen gibt. Also, wir werden Australien nicht eher verlassen, bis wir die weltbekannten Geschöpfe vor die Linse bekommen haben. Ab heute werden wir uns intensiver mit Adelaide beschäftigen als mit Hobart. Dafür haben wir bis morgen späten Abend Zeit, sprich 1 ½ Tage. Erst dann heißt es wieder „Anker hoch und Leinen los.“ Was wir in Adelaide erleben werden, folgt im nächsten Beitrag.


  Hobarts Schloss Blick ins kleine Downtown    an der Waterfront 

Nachdem wir am ersten Tag Adelaides Zentrum zu Fuß erkundet hatten, wurde uns schnell klar, wie klein das Zentrum im Gegensatz zu Sydney. Ein paar Parallelstraßen, durchaus mit australischen Längen und dennoch eher wie eine Kleinstadt wirkend. 250 kleine Vororte machen aber die Größe Adelaides aus, das entsprechend in die Fläche geht. Wir sind danach ein bisschen mit dem Bus kreuz und quer durch die Gegend gefahren und haben uns so einen kleinen Überblick verschafft. Das Zentrum ist ein Mischmasch von alten viktorianischen Terrassenhäusern, wieder aufgepeppelten Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert und hässlich modernen Shops, wie wir sie auch aus Deutschland kennen.

Blick auf AdelaideWappen mit KänguruAlles im WeihnachtsfieberWünsche an den Weihnachtsmann

Gestern am zweiten Tag haben wir uns zum Cleland Wildlife Park von Adelaide aufgemacht, sind mehrmals in verschiedene Transportmittel umgestiegen und haben dann im Park so viele Kängurus, bizzare, aber auch farbenfrohe süße Tiere wie Papageien und Wellensittiche gesehen, dass wir den heutigen Tag vor Kangoroo-Island nicht an Land gegangen sind und den Tag einfach dazu genutzt haben, den herrlichen Sonnentag auf Deck zu verbringen.

endlich wilde australische Tiereab in den Wildlife Parknur ein ViertelstündchenWallabies ab in den BeutelGleichgesinnterotes Känguru(-männchen)Fütterung erlaubtFamilientreffenParklandschaftnoch ein ParadiesvogelKindheitserinnerungenParadiesvögelCleland Wildlife ReservePelikane wie in NamibiaSondermodell in PinkSondermodell in GrünSondermodell in Blauzotteliger EmuAuge in Auge

Nachdem wir Adelaides Zentrum zu Fuß erkundigt hatten und wir gestern im Cleland Wildlife Park von Adelaide so viele Kängurus und andere Tiere gesehen haben, haben wir den heutigen Tag vor Kangorooisland einfach dazu genutzt, den herrlichen Sonnentag auf Deck zu verbringen. Die Stadt direkt gegenüber unseres Schiffes heißt Penneshaw und ist nicht mehr als eine kleine Ansammlung von Häusern. Von unseren Liegen aus haben wir einen schönen Blick auf die umliegenden Inseln. Da Penneshaw nicht über einen Hafen für größere Schiffe verfügt, liegt unsere Noordam in der großen Bucht und wer wollte konnte sich mit unseren kleinen Rettungsbooten an Land bringen lassen, um dort eventuell einen Ausflug zu unternehmen. Morgen früh sind wir dann auch schon in Port Lincoln und werden dort sicher an Land gehen. Heute ist genau die Hälfte unserer Kreuzfahrt um. Ich habe einmal unsere Reiseroute aufgelistet, damit alle sehen können, wo wir genau waren oder noch sein werden:

22nd Nov 2018 Sydney, Australia 18:30

23rd Nov 2018 At Sea

24th Nov 2018 Port Arthur, Australia 08:00 - 14:00

24th Nov 2018 Hobart, Australia 18:00

25th Nov 2018 Hobart, Australia 17:00

26th Nov 2018 At Sea

27th Nov 2018 Adelaide, Australia 14:00

28th Nov 2018 Adelaide, Australia 23:00

29th Nov 2018 Penneshaw, Australia 07:00 - 18:00

30th Nov 2018 Port Lincoln, Australia 08:00 - 17:00

1st Dec 2018 At Sea

2nd Dec 2018 Melbourne, Australia 08:00

3rd Dec 2018 Melbourne, Australia 17:00

4th Dec 2018 Burnie, Australia 08:00 - 19:00

5th Dec 2018 At Sea

6th Dec 2018 Eden, Australia 08:00 - 17:00

7th Dec 2018 Sydney, Australia 07:00 - Mittags geht es dann gleich weiter nach Neuseeland. Dort wartet schon ein kleiner Camper (Motorhome) auf uns, damit wir die Nordinsel innerhalb von 3 Wochen auf eigene Faust erkunden können.

mit Joel und Michael in Port LincolnTage an BordKängoroo Islandmit Rettungsbooten an Land

Inzwischen sind wieder ein paar Tage vergangen. Da wir keinen Internetempfang auf dem Schiff haben, müssen wir hier in Melbourne unseren Blog (eigentlich heißt es ja "unser Blog", aber das klingt irgendwie komisch) auf den neuesten Stand bringen. Gott sei Dank gibt es in der Innenstadt von Melbourne überall kostenloses Internet. Wie gut die Verbindung ist, erfährt man witzigerweise an jedem Mülleimer, der Dank Solarzellen mit Strom versorgt wird. Auch die alten Straßenbahnen im Stadtzentrum sind kostenlos zu benutzen. Da könnten sich die deutschen Städte  einiges abgucken.

wir erkunden die StadtQueen Victoria Market Kirche und Kommerz Town Hall  alt und neu im Zentrum Kunst und Kultur  vom Schiff bei Nacht

Den besten Internetempfang gibt es in der großen Stadtbibliothek. Also sitzen wir hier mit vielen jungen Leuten an langen Tischen und hauen fleißig in die Computertasten. Wie abhängig wir vom Internet sind, haben wir auf der Kreuzfahrt erst richtig gemerkt. Wir kommen zwar ohne Netflixfilme aus, aber es gibt jeden Tag so viele Dinge zu erledigen, die keinen Aufschub dulden. Unsere Vermieterin des Bullis in Neuseeland möchte unbedingt wissen, welche Geräte wir in unserem Bus haben wollen. Leider wissen wir das selber nicht so genau. Brauchen wir 2 Gaskocher? Oder einen zusammenklappbaren Wasserbehälter? Wird es eher kalt sein? Also noch eine dicke Wolldecke etxtra? Oder doch lieber einen Ventilator für heiße Nächte? Und soll alles an einem einzigen Zigarettenanzünder angeschlossen werden? Wir müssen ja auch noch unser Navi und die Kühlbox für Franks Medikamente in Betrieb halten. Bisher konnten wir die vielen Mails von Karen (der Frau mit dem Bulli) nicht beantworten, aber heute geben wir Gas. Außerdem müssen unsere Bankgeschäfte neu geordnet werden. Wir haben nicht mehr genug Geld auf unserer Santanderkarte. Zu unserer Überraschung hat uns die Bank geschrieben, dass wir irgendeine Summe von der Versicherung erhalten, da wir ja in Kapstadt dieses finanzielle Fiasko erlebt haben. Die Kommunikation mit Deutschland verläuft da nicht immer reibungslos. Dafür haben wir aber schon einen Flug gebucht, der uns Ende Januar wieder aus Neuseeland bringen soll. Bei der Einreise nach Neuseeland muss man nämlich ein Flugticket vorlegen, um zu beweisen, dass man auch wieder ausreisen wird. Wir haben den billigsten Flug gebucht, sodass wir ihn eventuell auch verfallen lassen können. Das bietet uns größtmögliche Freiheit, unsere Pläne gegebenenfalls noch umzustoßen. Wir können nicht abschätzen, wie uns das Leben mit einem Campingklo und einer Dusche aus der Heckklappe gefallen wird. Auch die Sandfliegen sollen in Neuseeland zu einer richtigen Plage werden können. Und vielleicht liegen unsere Nerven schon blank, wenn wir uns auf den zur Verfügung stehenden 2 Quadratmetern auf die Füße treten werden. Falls aber alles traumhaft verlaufen sollte, so wollen wir nach drei Wochen auf die Südinsel übersiedeln und uns dort wieder einen Camper mieten. Die Preise für ein komfortables Gefährt sind allerdings atemberaubend. Da ist ein normales Mietauto mit Hotelübernachtungen deutlich günstiger. Nur kann man dann leider viele Teile der Insel nicht erkunden, da viele Wege einfach nur in der unberührten Natur enden.

überall Traumstrände Bäderarchitektur 1920 Besucher gleichzeitig Frank mit potentiellem Weihnachtsbaum die Stadt der Papierherstellung

Die kleinen Hafenstädte Burnie und Eden sind unsere letzte Möglichkeit, noch ein paar Eindrücke von Australien zu sammeln, bevor es über Sydney dann nach Neuseeland geht. Heute ist Nikolaus, der 6. Dezember 2018 und wir sitzen gerade in einer Bank in Eden, um deren Internet zu nutzen. Die Angestellten tragen kleine Rentiergeweihe und sehen putzig aus. Wir haben schon einen langen Strandspaziergang hier in Eden bei starkem Wind hinter uns gebracht. Die Bucht ist bekannt für die vielen Killerwale, die sich hier teilweise aufhalten. Demtentsprechend gibt es auch ein kleines "Killerwalmuseum". Frank möchte noch eine Batterie für seine Armbanduhr in diesem Fischerort kaufen, bevor es wieder auf´s Schiff geht. Australiens Küstenstädte haben uns sehr gefallen. Die großen Städte Sydney und Melbourne waren natürlich der „Burner“! Spannend, z. T. wunderschön und interessant. Über das Landesinnere können wir allerdings gar nichts berichten. Die hohen Temperaturen im Landesinneren und die hohen Reisekosten  dorthin, haben uns dazu bewogen, auf diesen riesigen Teil des Landes zu verzichten. Aber jeder weiß ja (und so steht es auch im Reiseführer), dass im Landesinneren das Outback nicht viel Abwechslung bereit hält. Wir wollen es glauben, damit nicht das Gefühl aufkommt, wir hätten etwas Wichtiges verpasst. Schließlich werden wir voraussichtlich nie wieder nach Australien kommen. Der Ayers Rock muss also ohne uns seinen rotglühenden Charme in den nächsten Jahrmillionen versprühen. Ganz stimmt das mit dem „NIE WIEDER“ ja nicht, denn wir haben ja schon einen Rückflug von Christchurch nach Melbourne für den 29. Januar gebucht. Ob wir den allerdings antreten werden (gilt erst mal nur als Nachweis der faktischen Ausreise bei der Einreise), steht noch in den Sternen, denn vielleicht fliegen wir von Neuseeland aus auch direkt auf einen anderen Kontinent weiter (klingt toll, was?). Tipps bekommen wir alles Nase lang. Buenos Aires, Montivideo, Santiago de Chile, Mexico, HongKong, Japan, Bali, Seychellen, selbst eine Einladung nach Toronto wurde von Joel und Michael ausgesprochen.

Apropos Sterne! Sterne haben wir in Australien übrigens kaum gesehen. Wahrscheinlich fühlen sie sich am afrikanischen Himmel wohler, denn da haben wir sie ja im Überfluss bewundert. Ich hätte gerne noch mehr frei lebende Tiere in Australien gesehen und Frank auch, dann hätten wir aber definitiv mehr in die Wildnis fahren müssen. Aber selber mit einem Auto zu fahren war ja schon in Afrika zur Genüge angesagt und in Neuseeland geht es dann mit einem Camper weiter. Auf der Südinsel erstehen wir dann vielleicht sogar ein größeres komfortables Motorhome. Aus diesem Grund kam vor knapp zwei Wochen nach unserem Korallenausflug die spontane Kreuzfahrtidee auf. Genau zu rechten Zeit, um zu entspannen und die Australier (sowie Amerikaner und Kanadier an Bord) ein bisschen kennen zu lernen. Die Australier jedenfalls sind zu recht auf der ganzen Welt für ihre hilfsbereite und freundliche Art berühmt. Nur an ihrer englischen Aussprache könnten sie für uns noch etwas feilen. Besonders die jungen Australier sind kaum zu verstehen. Auf unseren Landgängen wurden wir wunderbar von älteren Herrschaften betreut, die ihre jeweilige Heimatstadt mit viel Stolz und Fachwissen vertreten haben. Sie standen überall am Hafen und im Stadtzentrum der jeweiligen Städte ehrenamtlich zur Verfügung. Auch so eine tolle Sache, die ich mir für Deutschland wünschen würde. Es ist für die Helfer und die Touristen eine „win-win-Situation“. Auch unsere Mitreisenden und die vielen Angestellten auf unserem Kreuzfahrtschiff haben sich meistens von ihrer besten Seite gezeigt. Joel und Michael (unsere Mitreisenden aus Toronto) haben sich dieses Land nicht zufällig ausgesucht, um sich am Strand von Melbourne ihr „Ja-Wort“ zu geben. Heute Abend sind wir bei den beiden in ihrer Suite eingeladen. Es gibt ein Gläschen Champagner, der noch von ihrer gestrigen Hochzeitsfeier übrig geblieben ist. Danach gehen wir vielleicht zum letzten Mal in den etwas luxuriöseren Diningroom. Dort erfüllen wir nicht ganz die Kleidervorschriften. Beim letzten Galadinner (insgesamt gibt es drei davon während der Kreuzfahrt) mussten wir am Katzentisch sitzen, weil wir weder ein Oberhemd, noch eine Krawatte, geschweige denn ein Sakko in unseren Koffern haben. Mit anderen Worten: Wir waren „underdressed“. Schließlich können wir nicht allen 1920 Mitreisenden erklären, dass wir unsere Klamotten für voraussichtlich 9 Monate eingepackt haben und das eine oder andere Juwel aus unserem Kleiderschrank in Deutschland einfach nicht mehr in den Koffer passte. Wer uns kennt weiß ja, dass wir sowohl über einen Smoking als auch Fräcke verfügen. In Neuseeland, so haben wir schon gelesen, legt niemand auf Äußeres wert. Also sind wir da genau richtig und für den Zweck unserer Reise angemessen ausgestattet. Sobald wir in Auckland angekommen sind, müssen wir eh erst einmal all unsere Sachen in eine Waschmaschinentrommel werfen, ungeachtet von Farbe und Material. Frank träumt nämlich schon davon, dass wir uns nach unserer Weltreise neu einkleiden werden, weil dann unsere jetzige Kleidung verschlissen, verwaschen und ausgeleiert sein wird und wir sie nicht mehr sehen können. Und falls wir es tatsächlich schaffen sollten, einige Kilos abzunehmen (schließlich ist Neuseeland das Wanderparadies), schlackern die Sachen dann sowieso wie alte Säcke um unsere trainierten Körper herum. Wir müssen ja nicht gleich bei Gucci einkaufen; vor dem Laden war es in Melbourne eh zu voll. Warum die Leute vor den teuersten Geschäften Schlange stehen war uns nicht ersichtlich. Aber die Australier sollen in der Vorweihnachtszeit geradezu in einen Kaufrausch verfallen, weil Sommerschlussverkauf, Urlaubszeit und Weihnachten zusammen fallen. Ich habe sogar darauf verzichtet, im Queen Victoria Market für 5 Australische Dollar (umgerechnet 3,50 Euro) ein weiteres T-Shirt mit Aboriginalmuster zu kaufen. Ich will erst einmal abwarten, ob Franks Prognose eintritt, dass wir noch (unerwartet) viel Geld am Ende unserer Sabbatjahres übrig behalten werden. Noch ist nicht aller Tage Abend, nicht in Deutschland und auch nicht am anderen Ende der Welt.

Frank:Thomas bat mich, auch etwas mit meinen Worten zu seinem Beitrag beizusteuern. Dabei hat er fast alles gesagt. Wir wissen beide, dass Kreuzfahrten (noch) nicht unsere bevorzugte Reiseart ist. Vielleicht später, wenn alles beschwerlicher wird, denn die Kreuzfahrtklientel ist ab 68 aufwärts und erstaunlich viele bewegen sich mit Rollator oder gar elektrischen Rollstuhl. Nicht die Mehrheit, aber es gehört wohl zum (amerikanischen) Mut dazu, dass man sich nicht bange machen lässt und sich der Welt noch nicht entziehen möchte. Trotzdem war es für uns zu diesem Zeitpunkt genau richtig, die Fahrt zu machen. Leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt, aber was wollen wir uns beschweren bei bisher fast zehn Wochen durchgehendem Sonnenschein mit bis zu 37 Grad. Ein Vierteljahr sind wir unterwegs und das Schlimme ist, es kommt mir gar nicht so vor. Erst wenn ich mir die bereisten Länder, die Erlebnisse und Orte vor Augen führe, kann ich die Dauer zuordnen. Ich befürchte aber, der Kopf kommt nicht so schnell hinterher. Wenn das Flugzeug mal eben die sagenhafte Strecke von einem zum nächsten Kontinent zurücklegt, war das für mich als Kind immer unverständlich, genauso, dass ein Flugzeug überhaupt vom Boden abheben kann. Als Erwachsener bin ich völlig realistisch, kann die Entfernungen einschätzen und feststellen, wie klein die Welt ist. Und dennoch möchte man staunen und „Wahnsinn!“, sagen.  Immerhin sind wir in Australien, nahe der Antarktis und fliegen nach Neuseeland. Fast dorthin, wo die Datumsgrenze ist.

Es soll wohl noch ein wenig dauern, bis der Kopf das begriffen hat. Umso mehr versuche ich der Befürchtung entgegenzuwirken, dass all die vielen Details, Erlebnisse, Erfahrungen verloren gehen. Da ich mit dem „Tagebuch der Ereignisse und Erlebnisse“ hinterherhinke, muss ich bald die Lücken füllen, schließlich würde ich später gerne einen individuellen literarischen Reise(führer)bericht schreiben. Mal sehen, ob das was wird.

Viel Zeit habe ich wahrscheinlich nicht, um aufzuholen, denn das Camperleben wird uns ab übermorgen sicherlich in Beschlag nehmen. Oder doch nicht und sitzen tagsüber entspannt vor dem Wohnmobil?

Mit dem Camper durch Neuseeland

Montag, 10.12.2018

In Neuseeland angekommen, holte uns Karen am späten Nachmittag vom Flughafen in Auckland mit unserem Camper ab, den wir von ihr gemietet haben. Sie brachte uns in eines ihrer Appartments, damit wir die erste Nacht noch zu Kräften kommen konnten, um uns dann am anderen Morgen ins Abenteuer stürzen zu können. (Natürlich mussten wir für jeden ihrer Dienste zusätzlich tief in die Tasche greifen, und es war dann doch etwas ärgerlich, dass wir das angemietete Appartement mit zwei älteren Damen teilen mussten, ohne einen Preisnachlass zu erhalten!)

Am nächsten Tag wurde uns alles über den 20jährigen Camper erzählt, Verträge wurden unterschrieben, gute Ratschläge erteilt. Nach dem Beladen wurde noch einmal Öl und Frischwasser aufgefüllt und dann ging es los. Allerdings kann ich nicht unerwähnt lassen, dass die Heckklappe des Campers nicht aufging. Karen wusste das zwar, hatte es aber nicht geschafft, diesen Fehler rechtzeitig beheben zu lassen. Blöd, wenn man an sein eigenes Gepäck nur noch gelangt, indem man sich bäuchlings unter dem Bett nach hinten robbt. Doch seht selbst, in welchem Gefährt wir die nächsten drei Wochen verbringen werden.

Von hinten Lyceumvon vorne MuseumRaum ist in der kleinsten Hütte Wie man sich bettet ...Übernachtung mitten in der StadtAlles Baujahr 1998Baujahr 1962

Toll, das man mit so einem kleinen Auto überall hinkommt. Und deshalb sind wir schließlich hier: NATUR PUR! Wir sitzen nicht nur im Auto und genießen die herrliche Landschaft.

Wie in der Schweiz Baumfarne (uralt)

Wir wandern auch durch tiefe Schluchten und urzeitliche Wälder.

Unser erster Wasserfall! Urwald um uns herum

Von Wasser können wir dabei nicht genug bekommen. Zumal das Wasser, das von oben kommt, nicht aus den Wolken fällt. Eigentlich haben wir ja auch genug Wasser in unserem Auto (in verschiedenen Kanistern), denn wir sind selfcontained (von öffentlichen  Duschen und Toiletten unabhängig) und mit einem Campingklo ausgestattet. Die Wirklichkeit sieht allerdings etwas anders aus, doch das verraten wir erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Unser zweiter Wasserfall! Die erste Nacht am Strand! Unsere Traumbucht So schön wie die Halongbay Das erinnert uns an 007

Wer im Meer schwimmt, braucht auch nicht jeden Tag unter die Dusche zu gehen. Und das bisschen Salz auf unserer Haut regt uns eher zum Schreiben an ...

Nachdem wir an zwei freien Campingplätzen übernachtet haben, waren wir nun auf zwei Campgrounds, d.h. mit Dusche, Gemeinschaftsküche und Duschen. Durch diese Erfahrung wissen wir, dass wir uns (vorbereitet) überall zurechtfinden werden. Das Auto wird dadurch trotzdem nicht größer, das ist wahr, aber wir arrangieren uns recht gut. Man muss halt nur strukturierter denken und sich fragen, was auf 2 Quadratmetern zuerst gemacht werden muss. Das bedarf es noch ins Gefühl zu kriegen. In einem kleinen Ort besuchten wir für nur 10 Dollar ein Maorimuseum. Andere wollten 50 Dollar haben mit genauso viel Inhalt. Da haben wir dann gestreikt.

Außerdem fanden wir die berühmte Hundertwasser Toilette in Kawakawa, sein einziges Werk auf der Südhalbkugel. Hundertwasser lebte schließlich von 1973 bis zu seinem Tod 2000 in Neuseeland. Was man alles nicht weiß. Oder?

letztes Werk des KünstlersHundertwasser Lassen

Nachdem wir das alles hinter und hatten, erkundeten wir weiter die tolle Küstenlandschaft auf der Ostküste bis hoch in den Norden. Heute stand der Ausflug ans Cap Reinga an. Ein geführte Tour. Wir wurden vom Campingplatz abgeholt und machten einen gut 60 Kilometer langen "Ritt" mit einem dafür vorgesehenen Ausflugsbus über den Ninety-Miles-Beach, der völlig naturbelassene Strand, über den die Seelen der Maori nach ihrem Tod in die Ewigkeit fliegen. Da die Flut nahte, sind wir nach 60 Kilometern ins Landesinnere abgebogen. Unser Fahrer Daniel (Maori) kannte sich natürlich mit den Naturgewalten bestens aus. Danach sind wir wieder auf die Dünen geklettert. Einige Fahrgäste haben Sandboarding gemacht une sind mit Surfbrettern die Düne runtergeglitten. Wir haben darauf verzichtet und lieber die herrliche Aussicht genossen. (leider keine Bilder davon) Wir kamen uns ein bisschen wie in Namibia vor, nur dass die Dünenlandschaft hier nicht so riesig ist. Aber Dünenklettern geht bei Thomas und mir immer noch.

Das Mittagessen wurde in einer traumhaften Bucht eingenommen. Kurz danach waren wir auch schnell am nördlichsten Punkt Neuseeland, dem Caüp Reinga angekommen. Wieder begeisterte uns die tolle Aussicht auf unglaublich schöne Küsten. Der Leuchtturm ist natürlich Standard und entspricht dem Klischee. Ein Wegweiser zeigte an, dass es von hier bis London über 18.000 Kilometer seien. Jetzt wisst Ihr, wie weit wir von Euch entfernt sind. Zwei Meere stoßen dort am Cap Reinga zusammen. Der Pazifische Ozean und das Tasmanische Meer. Die Sonne war und zudem hold, trotz immer wieder Wolken klart es für lange Zeit auf. Abends wird es recht frisch, was zum Schlafen im abgeschlossenen Wagen natürlich gut ist.

Cap ReingaSchöhnheitenspricht für sichNinety-Miles-Beach-Tour über den Strandhier zum MittagessenKänguru ahoi

Morgen geht die Fahrt für uns an der Westküste entlang weiter. Wo wir dann wieder einen Stopp einlegen, wissen wir noch nicht. Was wir aber schon wissen, ist, dass wir am 28.12., nachdem wir den Camper abgegeben haben, von Auckland nach Christchurch fliegen werden, um uns dort gleich anschließend (hoffentlich wird die Buchung bestätigt) einen Profi-Campervan gemietet haben. Das soll dann eine luxiriösere Fahrt werden. Mindestens so luxuriös wie die Häuser der Maori in grauer Vorzeit, wie wir sie bei einem Besuch in einem Maorimuseum sehen konnten.

unser Wohnmobil - Südinsel?Im Maori-Museum

Das Schöne an der Erfahrung jetzt aber ist, dass wir selbst mit den Minimalumständen uns gut einrichten und zurechtkommen können. Das hatten wir uns so positiv nicht ausgemalt. Und ... mit einem Campervan kann man das Land Neuseeland wirklich am besten erkunden. Außerdem soll die Südinsel ja noch spektakulärer sein, als das, was wir jetzt schon erleben dürfen.

Frank 25 Mal übereinanderdichteres Grün geht nimmerriesige Kauribäume

Jedenfalls hat uns der nördlichste Teil der Nordinsel schon mal sehr gut gefallen. Grüne Hügel mit Kühen und Schafen drauf, Wälder mit Baumfarnen und Palmen und natürlich immer wieder Wasserfälle auf unseren Touren durch das Land (teilweise motorisiert - teilweise zu Fuß). Nachdem wir die Kauribäume in der Natur bewundern durften, ging es ab ins Kaurimuseum:

der Besuch hat sich gelohntFrank als Gumdiggerein Tisch wie ein BaumFrank auf Bernsteinsuchemajestetischer Sitzkomfortvon Rosen bekränzt

Tief unter die Erde hat es uns nur einmal ganz kurz geführt: in verschiedenen Grotten (Caves) kann man wie die Hobbits unter die Erde gelangen, um kleine leuchtende Würmer, die an klebrigen Fäden von der Höhlendecke hängen, bewundern. Leider wird dieser Touristenattraktion ordentlich vermarktet. Wer will, lässt sich in einem Gummianzug in die Tiefe abseilen oder zwängt sich in die engsten Felsenspalten. Und das alles im MInutentakt zu horenden Preisen (100 Dollar pro Person). Aber an Stellen ,die frei zugänglich sind, war und die Verletzungsgefahr zu groß und wir haben schnell einen Rückzieher gemacht. Rutschiger Lehm und absolute Finsternis haben uns abgeschreckt. Schließlich warten noch viele andere Herausforderungen auf uns, wie z.B. die größte, sich linksbrechende Surferwelle der Welt.

einzige Höhlenerforschunggrößte Linkswelle gemeistert

Manchmal finden wir ganz zufällig abgelegene Campingplätze. Erst spät am Abend kommen manchmal andere schlafsuchende hinzu. Es ist wirklich spannend, wie die Camperkultur hier lebt.

CamperlustEssen mit Aussichteinsame Szenerie

Auch die immer wieder berauschenden Wasserfälle und unser erster Gipfel jenseit der 2000 Meter sind wunderbare Naturschauspiele, die es zu erkunden gilt. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, auch die heißen Quellen hier zu erwähnen.

Camping mit Thermalquellenbad55 m FallsBridal Vail Falls Campingplatz New Plymouth Mount Taranaki

 Bei all den atemberaubenden Ausblicken haben wir uns trotzdem entschieden, nicht alle Routen in unserem Wohnmobil-Reiseführer abzufahren. Wir lassen die dritte Route aus und fahren direkt südlich nach Wellingten. Die Gewitterwolken brauen sich über uns in Stratford zusammen und wir werden den Lake Taupo weit im Norden nicht zu Gesicht bekommen. Eine Zwischenübernachtung liegt noch auf unserem Weg. Wir wollen in einem Campingground unsere Wäsche waschen, bevor wir morgen die Hauptstadt Neuseelands erreichen werden.